They Can’t Go Home Again Über die Helden in Paul Schraders Filmen, besonders Oscar Isaac als William Tell in „The Card Counter“ – Dieser Text ist David Forcht und dem ganzen Team von Weltkino gewidmet, weil es Verleiher mit Herz braucht, die uns immer noch und unverdrossen solche Filme auf der Leinwand zugänglich machen. Martin Scorsese: I’d like you to score a movie for me. It’s called “Taxi Driver.”Bernard Herrman: I don’t do movies about cabbies.Scorsese: It’s not… let me show you the script. Der große Bernard Herrman ließ sich
Read More Es gibt Filme, die bei einem bleiben, obwohl es schon sehr lange her ist, dass man sie gesehen hat. „Amerasia“ von Wolf-Eckart Bühler ist solch ein Fall. Ich sah ihn 1985, beim Münchner Filmfest, und dann wieder jetzt erst vor wenigen Tagen – dank der gerade eben als DVD erschienenen digitalen Restaurierung des Filmmuseums München. Fast schockierend, wie sehr mir der wie unter Schock stehende Hauptdarsteller John Anderson im Gedächtnis war. Und wie diese eine Episode aus dem Waisenhaus mich nie verlassen hat. Davon weiter unten. „Amerasia“ ist einer der
Read More Sachbücher, kurz besprochen von Alf Mayer (AM) und Ulrich Noller (UN). Gudrun Bleyhl: LavasteinzeitMarica Bodrožić: Die Arbeit der Vögel.Bernd Imgrund: Köln kriminellTessa Korber, Elmar Tannert: True Crime FrankenGeorge Orwell: Reise durch RuinenDanny Trejo, Donal Logue: Trejo. My Life of Crime, Redemption, and HollywoodMichael Zinganel: Real Crime. Architektur, Stadt und Verbrechen Stärker als der Vulkan (AM) „Magua“ ist ein kanarisch-spanisches Wort, es bezeichnet eine besondere Sorte Schmerz, verbunden mit Sehnsucht, schwer in ein deutsches Wort zu packen. „Nie mehr die Treppe zum Bad hinuntergehen von dort ein paar Stufen weiter zu dem zweiten, unter der Terrasse irgendwann
Read More Der Leser als Produzent seiner Erfahrung! Kleine Begegnungen mit Alexander Kluge und seinem Werk Hamburg, Ende September 1979. Einem Sonderzug aus München entsteigen am Bahnhof Dammtor unter anderem Margarethe von Trotta, Alexander Kluge, Werner Herzog, Rainer Werner Fassbinder, kurz alles, was im Jungen Deutschen Film Rang und Namen hat. Im CSU-Bayern waren sie mit Forderungen nach Filmförderung auf Granit gestoßen, Hamburg wird das erste Bundesland, das ihnen die Tore öffnet. Dort veranstaltet der deutsche Autorenfilm jetzt sein erstes Filmfest. Im Abaton. Aus diesem Anlass tagt dort auch die AG der
Read More Europa schreiben, im Kriminalroman Estland, Litauen, Strasbourg, Dresden, die Slowakei, Tschechien, Polen, Österreich, Frankreich, die Vogesen, Biarritz, Belgien, die Niederlande – viele europäische Orte und Regionen werden uns spätestens jetzt mit Putin noch näher wachsen als je zuvor. Überhaupt Europa. Ich habe mich immer schon gefragt, warum Kriminalromane bei uns so selten über Ländergrenzen streifen, warum es nicht öfter eine transeuropäische Sicht in der Kriminalliteratur gibt. Das hat mich jetzt bei „Der Tallinn-Twist“ von Hoeps und Toes elektrisiert – siehe auch die Besprechung von Thomas Wörtche bei uns in den
Read More Paul Duncan: The James Bond Archives. “No Time To Die” Edition. Verlag Taschen, Köln 2021. Hardcover, Format 41,1 x 30 cm, 6,65 kg. 648 Seiten, über 1000 Abbildungen, 150 Euro. Verlagsinformationen hier. Es hätte auch schiefgehen können – jetzt aber gehört er zu unserem kulturellen Gedächtnis Schwer wie eine Marmorplatte, zu Ehren eines der größten Filmhelden zentral in den Mittelgang der Filmkathedrale gesetzt, das ist dieser XXL-Band aus dem Verlag Taschen. So viel Bond war noch nie. Nirgends. „Das James Bond Archiv“ ist das ultimative Monument für eine Kino- und
Read More Sachbücher, kurz besprochen von Alf Mayer (AM): Monica Black: Deutsche Dämonen. Hexen, Wunderheiler und die Geister der Vergangenheit…Stig Dagerman: Deutscher HerbstCarol Leonnig: Secret Service Die geheime Geschichte der Agenten, die den US-Präsidenten schützen sollenGuy Stern: Wir sind nur noch wenige. Erinnerungen eines hundertjährigen Ritchie BoysKatalog: Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944Susan Williams: White Malice: The CIA and the Covert Recolonization of Africa „Die Sprache, die ich liebe“ (AM) Es ist eine eindrucksvolle Metapher, die hinter dem amerikanischen Originaltitel dieser sehr besonderen Memoiren von Guy Stern steckt, der als Junge Günther
Read More Der Große Deutsche Schuld Roman Am Anfang, gleich im ersten Satz, wird Paula Bloom, die Heldin dieses Buches, von einer gewaltigen Wucht bis ins Mark erschüttert. Eine immense Wasserwand trifft den Bug des Truppentransporters, auf dem sie im letzten Kriegsjahr des Zweiten Weltkriegs nach Europa unterwegs ist. „Diese eine Welle würde sie nie vergessen…“, beginnt der Roman. Das ist mehr als eine Metapher. Die Wucht der Meereswelle, die auf eine Haut aus Stahl trifft und alle hinter diesem dicken Panzer bis ins Mark erschüttert, das ist auch die Kraft und
Read More Ulrich Mannes: Heute erst recht nicht Das Filmjahr 2021 ging für mich mit Wolfram Paulus los. Im Januar veranstaltete das Mozarteum Salzburg ein zweitägiges Symposium über den ein Jahr zuvor verstorbenen österreichischen Filmemacher, das die Veranstalter leider in einer reinen Online-Version organisieren mussten und damit weitgehend unter dem Radar der Öffentlichkeit blieb. Wenigstens konnte ich als Teilnehmer Paulus’ Filme vorab sichten und sein Œuvre gleich neu einschätzen. Paulus, dessen Laufbahn in den 80er Jahren „als geduldiger, hellsichtiger Ethnograph ländlich-alpiner Mikrowelten, als Erneuerer eines kritischen Heimatfilms“ (Synema) sehr vielversprechend begann, wird vor allem mit den
Read More Gefährliche Visionen und neue Welten Zum neuen Band „Dangerous Visions and New Worlds“ von Andrew Nette und Iain McIntyre Wir alle haben uns schon weit mehr getraut. Haben größere Träume gehabt. Haben sogar die Weltrevolution für möglich gehalten. Und bessere Welten. Das wurde uns – ich bin Jahrgang 1952 – und den folgenden Generationen inzwischen ziemlich ausgetrieben. Wer Visionen hat, solle zum Arzt gehen, höhnte der bis heute verehrte Sozialdemokrat Helmut Schmidt. Heute ist die Zukunft nur noch Dystopie. Im Nachhinein betrachtet, muss man die Zeit der späten 1950er bis
Read More Sachbücher, kurz besprochen von Alf Mayer (AM):Ingmar Bergman: Ich schreibe Filme. Arbeitstagebücher. 1955–2001David Koenig: Coeurs Noirs: Film Noir Newsprint Advertising of the 40’s & 50’sDavid Lynch: Someone is in my House (Ausstellungskatalog)Christina Mohr: Female Sounds & WordsDiana Garcia Simon: Ich hab‘ kein Heimatland. Jüdische Spuren im argentinischen TangoGeorg von Wallwitz: Die große Inflation Film Noir im Anzeigendschungel (AM) Es begann als Fanzine, wuchs sich zu einem dicken Projekt. Der Grafikdesigner David Koenig durchforstete dafür Hunderte von Zeitungsarchiven in den USA und Kanada. Sein Coeurs Noirs ist eine irrwitzige Sammlung von Zeitungsanzeigen der 1940er
Read More Flamme bin ich sicherlich Ja! Ich weiß, woher ich stamme!Ungesättigt gleich der FlammeGlühe und verzehr‘ ich mich.Licht wird alles, was ich fasse,Kohle alles, was ich lasse:Flamme bin ich sicherlich!(Friedrich Nietzsche) Sie malte den Schmerz, die Liebe, den Stolz und die Zärtlichkeit. Die Revolution. Mexikanische Todesvorstellungen. Die indigene Geschichte Amerikas. Die moderne Frau. Sich selbst, dies über 50 Mal. Es gab viele Fridas, längst nicht nur die Schmerzensfrau. Sie ist die vermutlich weltweit bekannteste Künstlerin überhaupt. Eine Ikone. Eine der Schlüsselfiguren (nicht nur) der bahnbrechenden mexikanischen Moderne – als Künstlerin eine Vorreiterin für
Read More Die Fackel weitergeben Alf Mayer über Michael Sieblers Neuedition Sie sind allgegenwärtig. Immer noch. Und wohl für alle Zeiten. Wir Menschen brauchen sie – anscheinend, deshalb sind sie unvergänglich. Heute nennt man sie Superhelden, wir Älteren kennen Sie noch als die Götter und Helden der griechischen Antike. Auch das Marvel-Universum und so gut wie jeder CGI-Blockbuster ist direkt mit ihnen verbunden. Heroes forever. Jetzt liegt die Bibel all dieser Geschichten in einer neugefassten Prachtausgabe vor – sie hat das Zeug, ein Klassiker zu werden. Wie immer bei einem Band aus dem
Read More „Meine Figuren suchen nichts, sie nehmen hin, was ist“ Er war Biologielehrer und begann 2004 zu schreiben. Die Romane „Grossir le ciel“ (2014), „Plateau“ (2016) und „Glaise“ (2017) wurden zu großen Erfolgen, brachten mehrere Literaturpreise ein und etablierten Franck Bouysse in der französischen Literaturszene. Heute lebt er abwechselnd in Limoges und im Département Corrèze. Mit »Rauer Himmel« (Grossir le ciel) erscheint er nun das erste Mal auf Deutsch. Möglich macht das der Stuttgarter Polar Verlag, der monatlich mit einem exquisiten Kriminalroman-Programm aufwartet. »Rauer Himmel« ist eine Hommage an das sterbende Bauerntum,
Read More „Brant ist der Teufel in Uniform“ Anlässlich des Erscheinens von „Saubermann“ (A White Arrest), dem ersten Roman der Inspektor Brant-Reihe, führte Alf Mayer eine E-Mail-Korrespondenz mit Ken Bruen, aus der das wohl längste, je mit dem spröden Iren geführte Interview entstand. Ken Bruen ist ein Meister der Verknappung, hält nichts von langen Sätzen. Hier erleben Sie ihn geradezu redselig.Und beachten Sie auch die anderen, bereits erschienenen Brant-Romane „Die Füchsin“, „Brant“, „Kaliber“ (alle im Polar Verlag), three more to go, dann ist die zwischen 1998 und 2007 entstandene Serie vollständig übersetzt.
Read More Alf Mayer (AM) über: Philipp Gassert: 11. September 2001Garrett M. Graff: Und auf einmal diese Stille. Die Oral History des 11. SeptemberMittelweg 36: Metamorphosen der Kritischen TheorieMittelweg 36: Gewalt, Krieg, Recht. Siegfried-Landshut-Preis 2020: Isabel V. HullGeorg Seeßlen, Markus Metz: Wir Kleinbürger 4.0Sacha Szabo (Hg.): Bubble Gum StudiesKai Witzlack-Makarevich, Coretta Storz, Nadja Wulff: Von Alfons Zitterbacke bis Zonen-Gaby – Die DDR in Elf 99 Kapiteln Zeitenwende (AM) Die Welt war live dabei, als die Türme des World Trade Center einstürzten. Die Anschläge vom 11. September 2001 veränderten nicht nur die USA, sondern
Read More Charakterporträt des Zuschauers im Film Noir Wir.Können.Nicht.Wegschauen. Und wir wollen auch nicht. Wir wollen es sehen. Alles sehen.Den Tod. Die Gefahr. Die Lust. Die Gewalt.Die Angst. Das Verbotene. Den Abgrund. Ich kann den Blick nicht von euch wenden. So beginnt ein Gedicht von Ferdinand Freilingrath mit dem Titel „Die Auswanderer“, es entstand 1832 in Amsterdam, wo der März-Revolutionär Deutsche beobachtet, die sich nach Amerika einschiffen. Gut hundert Jahre später zersplittert der amerikanische Traum im Film noir. Seine Bildwelten sind mitgeprägt von deutschen Exilanten und vom Expressionismus. Noir-Figuren sind psychisch und moralisch ambivalent, nicht
Read More Während das Kino (und/oder das Streaming) noch auf den endlos verschobenen 25. Bond-Film „Keine Zeit zu Sterben“ wartet, lohnt der Blick in ein Buch – und auf eine Sequenz, die den Mythos Bond begründete. Sean Connery, die Arme hochgereckt wie ein Sieger, auf einem Felsen. Top of the World. Furka-Pass. Es ist Dienstag, der 7. Juli 1964. Der zweite Drehtag für eine der berühmtesten Sequenzen der Filmgeschichte. Sechs Minuten und 37 Sekunden lang. Gedreht an sieben Tagen. Eine ikonische Woche. Jetzt liegt das Buch dazu vor. Ultra cool. Ultra heiß.
Read More Das Beton-Zeitalter hinter sich lassen Atemberaubend wäre das falsche Wort. Die Bauten von Kengo Kuma sind atemweitend, so muss man es sagen. Bei ihm wird die Materie durchlässig, bekommt der Schatten eine Form. Seine Gebäude stehen mit ihrem Ort im Dialog. Der japanische Architekt Kengo Kuma (Jahrgang 1954) ist ein Mann zwischen zwei Zeitaltern, er wurde in der Beton-Zeit groß, suchte und sucht aber beständig nach Neuem. Seine Bauten lassen das Beton-Zeitalter hinter sich. Er ist ein Baumeister für die Zukunft. Gerade ist im Verlag Taschen eine XXL-Monographie mit rund
Read More „Wir dürfen den Sinn für das Komische nicht verlieren“ Mercedes Rosende im Interview mit Gera Ferreira, bearbeitet von Alf Mayer Mercedes Rosende, 1958 in Montevideo geboren, bringt mit inzwischen drei überaus unkonventionellen Kriminalromanen ihr Heimatland Uruguay auf die literarische Weltkarte. Ihre Heldin Úrsula, eine übergewichtige und komplexe Verbrecherin, subversiv gegen allen Strich gebürstet, gehört zu den ungewöhnlichsten Figuren der Kriminalliteratur. Gerade erschienen: Mercedes Rosende: Der Ursula-Effekt. Die Montevideo-Romane (3). Aus dem Spanischen von Peter Kultzen. Unionsverlag, Zürich 2021. 256 Seiten, Broschur, 18 Euro. Frage: Du bist eigentlich Anwältin, Menschenrechtsanwältin genauer, du hast
Read More Hat wenig mit Merle Kröger zu tun: „Verrat am Nil“ aus dem Jahr 1967 Merle Krögers „Die Experten“ – nicht dass ihre Erzählweise irgendetwas damit zu tun hätte – rief mir einen frühen Mister-Dynamit-Roman in Erinnerung, den ich jetzt wiedergelesen habe. „Verrat am Nil“ erschien im Frühjahr 1967 als sechstes Abenteuer des BND-Agenten Bob Urban. Es war eine sehr seltsame Wiederbegegnung und ich muss Sie erst auf die Folter spannen, ehe es an Ergebnisse geht. Schließlich sind wir hier im Thriller-Bereich. Siehe auch mein (Achtung) umfangreiches Mister Dynamit-Porträt „Schweres Wasser
Read More Ein Mann mit vielen Eigenschaften Schönheit erleben, wie sie einen beschwingt und besonders in diesen Corona-Zeiten das Herz erleichtert, das kann man unbedingt mit diesem großformatigen, schwergewichtigen und doch erstaunlich luftigen XL-Buch aus dem Verlag Benedikt Taschen. Der Band ist ein sinnliches Fest, elegant und zurückgenommen, prall und dicht, selbstbewusst und voller leiser, schöner Töne. Es ist ein Buch über die Herstellung der Schönheit. Im Kleinen wie im Großen. Es ist ein perfekt austariertes Buch über das Lebenswerk des fast sechs Jahrzehnte produktiven Giovanni Ponti, genannt Gio, aus Mailand (1891
Read More Monumentaler Ausflug in die Digitalisierung des Kinos Und ich hatte mich schon gewundert, was Paul Duncan eigentlich macht. Jetzt wissen wir es. Pünktlich zum „Star Wars Tag“ – was es damit auf sich hat, erfahren Sie ganz unten – erscheint „Das Star War Archiv II 1999–2005“. Wieder ein raumschiffbreiter, meteoritenschwerer, planetenschöner XL-Prachtband aus dem TASCHEN Verlag. Gebunden ist der 6,9 Kilo schwere Band in prunkvoll rotes Halbleinen, mit Goldpunkten durchsetzt. Kinovorhang-Rot. Oscar-Teppich-Anmutung. Sternenstaub. Milchstraße. Universum. In diesem Buch hebt man ab. Es wird Zeit, dass die Academy of Motion Picture
Read More Eine DDR-Besonderheit: „Drei Quadratmeter Vergänglichkeit“ Wer immer an der Konzeption und Ermöglichung dieses Bandes beteiligt war hat alles richtig gemacht. Großes Kompliment. Im Impressum lese ich eine alarmierende Zahl: „Privatdruck der Universität Erfurt in Kooperation mit der DEFA-Stiftung Berlin in 600 Exemplaren. Vertrieb: Bertz + Fischer Verlag Berlin.“ Ein Filmbuch wie dies, Format 27,5 x 25 cm, Hardcover, durchgängig farbig, 184 Seiten, für 29 Euro im Verkauf, geht also mit 600 Exemplaren an den Start, dies in einem Land mit 83,02 Millionen Einwohnern und 118,6 Millionen Kinogängern im Vor-Corona-Jahr 2019. Die im gleichen
Read More In seinen Augen das geraubte Feuer Eine Buchbesprechung – und ein Textauszug Dieses für den Booker Prize nominierte Buch je auf Deutsch zu sehen, das hätte ich nie erwartet, umso größer jetzt die Freude. Sie ist ungetrübt, alles hier vom Feinsten. Der Übersetzerin Anne-Kristin Mittag gebührt höchstes Lob, Hanser als Verlag ein Dank. „Wie man langsam verliert“ von Robin Robertson ist ein Geschenk, wie man es nur selten bekommt. Genauer gesagt: Ich kenne kein damit vergleichbares Buch. Es ist genresprengend, unklassifizierbar. Ein Epos, eine odyssee-große Wanderung, ein Film Noir in
Read More „Die Zeit und ihre Verwerfungen finde ich spannend“ Ein Interview zum Roman „Vorboten“ (AM) Sieben Jahre war er weg. Jetzt, mehr als ein Jahr nach Ende des Ersten Weltkriegs, kehrt Wieland Göth in sein von französischen Soldaten besetztes kleines Dorf in Rheinhessen zurück. Schon seine Kindheit lang war er als Lehrers Sohn ein Fremdkörper im Dorf, jetzt ist er ein Aussätziger. Am Ende der vierten Buchseite wissen wir, dass er zurückgekehrt ist, um einen Mann zu töten. Bis er auf ihn trifft, wird es Seite 133, aber auch dann ist
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