Zur Kultur des „Bullshittings“ „Bullshit“ ist ein schmales, kleinformatiges und in edles rotes Leinen gefasstes Buch, das erstmals schon vor zwanzig Jahren erschienen ist. Und doch ist es auch heute noch von erstaunlicher Sprengkraft und Virulenz. Gleich mit dem ersten Satz trifft Harry G. Frankfurt den Nerv unserer durch Medien, Werbung und Public Relation geprägten Zeit: „Zu den auffälligsten Merkmalen unserer Kultur gehört die Tatsache, dass es viel Bullshit gibt. Jeder kennt Bullshit. Und jeder trägt sein Scherflein dazu bei.“ Der 1929 geborene, heute als Philosoph in Princeton lehrende Frankfurt
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„Ich glaube nicht an Zufälle!“ Man muss sich John Irving als einen glücklichen Menschen vorstellen. Entspannt und aufgeräumt sitzt er im Salon des Wiener Edel-Hotels „Imperial“, um über seinen neuesten Roman „Bis ich dich finde“ zu sprechen. Der Schriftsteller John Irving im Gespräch mit Petra Vesper. Kein Wunder: Die Stadt an der Donau liegt dem US-Autor zu Füßen. Gerade sind anlässlich der Aktion „Eine Stadt, ein Buch“ 100.000 Exemplare seines Erstlings „Lasst die Bären los“ gratis verteilt worden. Die Freiexemplare seines Debüts, das in weiten Teilen in Wien spielt, waren
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Revolutionsschicksale Wer Havanna einmal bereist hat, ist von der morbiden Schönheit der kubanischen Hauptstadt fasziniert. Wer dort geboren ist und hinter die bröckelnden Fassaden zu schauen vermag, verzweifelt an dem nachrevolutionären Verfall oder schreibt darüber so intelligente und poetische Kriminalromane wie Leonardo Padura. Im letzten Band seines „Havanna-Quartetts“ hat es Mario Conde mit dem grausamen Mord an einem geldhungrigen Revolutionsfunktionär zu tun. Teniente Mario Conde ist beileibe kein abgebrühter oder technokratischer Kriminalist. Er ist alkohol- und sexsüchtig, melancholisch und zuweilen ziemlich sentimental. Mit knapp 36 Jahren entschließt er sich, seinen
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Grenzgänger Denk ich an den wilden Osten, denk ich an Wodka und Kalaschnikows. So das gängige Klischee im Westen, wenn von Russland und seinen ehemaligen Satellitenstaaten die Rede ist. Die Autoren des Erzählungsbandes „Wodka Kalaschnikow“ versuchen, gegen diese Vergröberungen anzuschreiben und ihre postsowjetischen Erfahrungen in Worte zu fassen. Wahrscheinlich wissen die Amerikaner nach dem Untergang des Sowjetimperiums über Osteuropa genauso wenig wie zuvor. Das von Ronald Reagan einst an die Wand gemalte „Reich des Bösen“ hat bei den meisten US-Bürgern einen festen Platz in der Galerie der Vorurteile. Abenteuerliche Vorstellungen
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Warum eigentlich kommt nur eine Filmregisseurin wie Lina Werthmüller auf diese Idee? Sie suchte für einen ihrer Filme einige junge Darstellerinnen. Gut zweihundert Mädchen meldeten sich, um so vielleicht einmal eine Karriere als Schauspielerin zu beginnen. Die Werthmüller ließ sie sich vorstellen. Die Mädchen mußten zwei, drei Sätze sagen, einige gestische Bewegungen vorführen. Vielen gelang es gut und die entsprechenden Mädchen glaubten dann schon, vor den strengen Augen der Wertmüller bestanden zu haben. Doch dann ließ die Regisseurin den jungen Möchtegern-Sophia-Lorens etwas machen, auf das keines der Mädchen vorbereitet war.
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Die ehemalige "Rainbird"-Sängerin Katharina Franck findet zu ihren musikalischen Wurzeln zurück und lädt die Hörer ihres neuen Albums "First Take Second Skin" auf eine intime Entdeckungsreise ein. Von Jörg von Bilavsky
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Aus Zeit und Raum gefallen Leonid Zypkin hat zu Lebzeiten keine einzige Zeile seiner zahlreichen Gedichte, Novellen oder Prosastücke veröffentlicht gesehen. Mit Inbrunst schrieb der 1926 als Kind russisch-jüdischer Eltern geborene Mediziner unter einem repressiven Regime unverdrossen für die Schublade. Jetzt ist sein Roman „Ein Sommer in Baden Baden“, den Susan Sontag zu den „schönsten, anregendsten und originellsten Werken des vergangenen Jahrhunderts“ zählt, erstmals ins Deutsche übersetzt worden. „Ein Sommer in Baden Baden“ erzählt die Geschichte des 1867 mit seiner Frau Anna Grigorjewna nach Deutschland reisenden Fjodor Dostojewski und auch
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Journalistische Arbeit hat auch etwas mit Berufsehre zu tun, die man aber nicht durch die Lektüre eines ‚Medienkodex’ erwirbt. Auch daran könnte man ja heute hin und wieder in der journalistischen Ausbildung erinnern. Eigentlich kann man dagegen nichts einwenden. Da hat ein Kreis sehr erfahrener und seriöser Journalisten einen Kodex erstellt, an dem man sich als Journalist bei seiner Arbeit halten soll. In dem „Netzwerk Recherche“ sind vornehmlich investigative Journalisten aus verschiedenen Medien organisiert, die sich regelmäßig, oft auch vorbildlich selbstkritisch, über ihre Arbeit austauschen. Ihr Urteil in Medienfragen hat
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