Paul Celan Tag

Yo tengo tantos hermanos Que no los puedo contar …. So viel Brüder hab ichDass ich sie nicht zählen kann(Atahualpa Yupanqui, Los Hermanos) In diesem Essay möchte ich zwei meiner Dichter-Brüder vorstellen, die mir begegneten, als ich unterwegs war mit der Sprache: den jüdischen Dichter Paul Celan (1920–1970) und den argentinischen Dichter und Sänger Atahualpa Yupanqui (1908–1992) mit seinem berühmten Lied „Los Hermanos“ (Die Brüder). Ich nenne sie Brüder und meine Brüder, weil sie in einer ähnlichen Landschaft mit der Sprache unterwegs zu sein scheinen wie ich selbst. Diese Landschaft möchte ich nun,Read More
Du mußt versuchen, den Schweigenden zu hören: Über Paul Celans Schweigen  Essay von Wolfgang Johann I. Paul Celans poetisches Verstummen angesichts der Shoah wurde sehr berühmt und oft besprochen. Man fragt sich manchmal, für wen eigentlich Celan geschrieben hat: Zumindest für die Menschen, die sich Gedichte vorlesen und über sie sprechen. Zu seinen Lesern gehören sicherlich auch die Akademiker:innen, die fleißig Wörter wie Steine umdrehen, um auf deren Rückseite noch etwas Verborgenes zu entdecken. An einige von ihnen wird Celan vielleicht gedacht haben, als er bekümmert feststellte, dass man seine Todesfuge bereitsRead More
Das Ende der Welt als Zusammenhang Mehr als nur eine Begriffsklärung – eine ästhetische Kategorie „Wer auf dem Kopf geht, meine Damen und Herren, – wer auf dem Kopf geht, der hat den Himmel als Abgrund unter sich.“ (Paul Celan: Der Meridian. Rede anlässlich der Verleihung des Georg-Büchner-Preises 1960) Peter Christian Hall steigt in seine Untersuchung des Grotesken mit einer nur als „grotesk“ zu umschreibenden Schlüsselszene, nämlich der Begegnung des deutschen Bildungsbürgertums mit seinen Verstrickungen ins (damals  noch kein Jahr vergangene) „Dritte Reich“. Am 3. Mai 1946 trat Gustaf Gründgens, soeben ausRead More

Posted On März 4, 2015By Carl Wilhelm MackeIn Litmag, LitMag-Lyrik

LitMag-Weltlyrik: Paul Celan

Drüben Erst jenseits der Kastanien ist die Welt. Von dort kommt nachts ein Wind im Wolkenwagen und irgendwer steht auf daher. Den will er über die Kastanien tragen: „Bei mir ist Engelsüß ein roter Fingerhut bei mir –“ Erst jenseits der Kastanien ist die Welt…» Dann zirp ich leise, wie es Heimchen tun, dann halt ich ihn, dann muß er sich verwehren: ihm legt sich mein Ruf ums Gelenk! Den Wind hör ich in vielen Nächten wiederkehren: «Bei mir flammt Ferne, bei dir ist es eng…» Dann zirp ich leise,Read More