Weinen, leiden und sühnen Mit „Holy City“, der titelgebenden Stadt in Henry Wises Debütroman, ist Richmond, Virginia, gemeint. Im Bürgerkrieg einst die Hauptstadt der Konföderation und immer noch Hotspot des „Southern Pride“ ist sie für Deputy Sheriff Will Seems „die Fremde“. Er hat in Richmond gelebt, aber es zieht ihn zurück nach Euphoria County, seine Heimat im Süden des Bundesstaates, um sich einem ganzen Bündel voller Schuldgefühle zu stellen. Dort kommt es zu einem Mord an einem alten Freund. Ein anderer alter Freund, Zeke Hathom, wird verhaftet, obwohl ein jeder
Read More »Sprache kann die Linse sein, durch die der Leser die Welt sieht« Ein Interview von Alf Mayer mit Henry Wise zu seinem Roman HOLY CITY Henry Wise: Holy City (Holy City, 2025). Aus dem amerikanischen Englisch von Karen Witthuhn. Polar Verlag, Stuttgart 2026. Hardcover, 26 Euro. Siehe auch: Thomas Wörtche, hier nebenan: Weinen, leiden und sühnenund Alf Mayer: Südstaaten-Noir: Von der Unmöglichkeit, wieder nach Hause kommen zu können ** ** Alf Mayer: Wie fühlt es sich an, gleich mit dem ersten Roman den »Edgar« zu gewinnen? Henty Wise: Ich habe
Read More You Can’t Go Home Again Von der Unmöglichkeit, wieder nach Hause kommen zu können – Alf Mayer über das Debüt von Henry Wise Wenn es einen Song gibt, der Ihnen diesen Roman erzählt, dann ist das »You Can‘t Go Home Again« von Chet Baker, 1977 aufgenommen. Seine Trompete schmerzhaft lockend, verhalten klagend, emotional. Baker nimmt das »Dies Irae«-Motiv aus dem 3. Satz von Rachmaninows 2. Symphonie zum Grundthema. Ein Adagio: Lockruf, Trauer, leiser Schmerz, verhallende Erinnerung. Bittersüß. Ich habe die Aufnahme beim Lesen mehrmals gehört. Sie hallt nach – wie
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