Wer liest, sammelt Sätze. Manchmal bewußt. Manchmal ist ein einziges Wort ausschlaggebend: hartnäckig taucht es immer wieder auf. Fliege, zum Beispiel. Oder Mitternacht. Oder Asphalt. In ganz unterschiedlichen Büchern und Zusammenhängen, bei ganz unterschiedlichen Schriftstellern. Solche Fliegensätze oder Mitternachtssätze oder Asphaltsätze finden, immer elf an der Zahl, in der Serie ‚Spielwort‘ ihren Platz. Ein Spaß, ein Zeitvertreib. Und eine andere Art, auf Bücher zu deuten. Spielwort: Augen Elf Zitate zusammengelesen von Ingrid Mylo Die Vorstellung, sich von den besessenen Hühnern die Augen ausschlürfen zu lassen, behagte ihr überhaupt nicht.– Sacha Naspini:
Read More Keller 1 bild / 100 worte Sitzt ein struppiger, glasiger Trinker in der Öpfelchammere. Mit einem Mal trübt sich das Licht. Was ist mit euch, „Augen, meine lieben Fensterlein“? Aja. Kein anderer ist’s als der Gottfried Keller. Viel schrieb und dichtete der Schweizer, doch mit den Frauen wollte es nicht klappen, und so soff er vor sich hin. Die Öpfelchammere mit ihrem hölzernen Oberstübchen steht bis heute, auch wir tranken einst da, zwar keinen Schnaps, und noch erloschen unsere Augen nicht, glimmten nicht innerlich zwei Sternlein, die Wanderschuhe stecken weiter
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