Reise ans Ende der Nacht Seien Sie gewarnt: „Die Stimme der Dunkelheit“ ist eine Reise ans Ende der Nacht, eine schwarze Ausgeburt radikaler Verzweiflung und Verneinung, eine schonungslose Bestandsaufnahme des zur „Ressource“ degradierten Menschen im 21. Jahrhundert – es ist ein Buch, das sich tief in die Erinnerung brennt. Der namenlose Ich-Erzähler von Asko Sahlbergs Debüt ist aus Finnland in eine anonyme schwedische Großstadt gezogen, um hier den alten Bindungen und der „Sklaverei der Zeit zu entkommen.“ Unabhängig von Tages- und Nachtabläufen streift der misanthropische Mitdreißiger ruhelos durch sein Innerstes
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Flower Power in der Tundra Seinen mittlerweile neunten Roman schätzt der amerikanische Erfolgsautor T.C. Boyle selbst als seinen „ersten unkomischen Roman“ ein – und es ist zugleich einer seiner besten! Mit „Drop City“ hat der 55-jährige eine einfühlsame, rauschende Saga über die Flower-Power-Zeit und ihre Utopien vorgelegt – so der Traum von einem „Leben in Frieden und Gelassenheit, ein Leben in Liebe und Meditation und Vertrauen auf das Einfache, keine Verstellung, keine Spielchen, keine Plastikbegierde auf der Jagd nach dem Dollar“. In „Drop City“, einer ländlichen Hippie-Kommune in Kalifornien, wird
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Schludrig Ziemlich ungenießbarer Cocktail aus schnoddrigem SlapStick, Pop, Splatter und dem Pathos eines Laienpredigers „Wollte man den gegenwärtigen Stand der Dinge benennen, so würde ich sagen, wir befinden uns nach der Orgie. Heute ist alles befreit, das Spiel ist gespielt, und wir stehen gemeinsam vor der entscheidenden Frage: WAS TUN NACH DER ORGIE“? – so schrieb der französische Philosoph Jean Baudrillard 1990. In seinem neuen Roman versucht Douglas Coupland wie schon in seinem Erstlingserfolg „Generation X“ das Lebensgefühl der um die 30jährigen im rasenden Stillstand der 80er und 90er zu
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Faszinierendes Roadmovie Mit einem starken Roadmovie voller bizarrer Bilder und Zufälle betritt Holger Geyer die literarische Bühne. Chlodwig Beck ist ein merkwürdiger Mann: „Entrückt und teilnahmslos agiert er in einer Art virtueller Realität“ und steht unbeholfen neben seinem eigenen Schicksal – und das ist für einen Tornado-Piloten des Jagdbombergeschwader 36 in Seydlheim alles andere als eine ideale Voraussetzung. Chlodwig Beck ist der wenig heldenhafte Protagonist von Holger Geyers höchst erstaunlichem und eigenwilligem Debut-Roman „Baikonur“. In einem virtuosen Wechsel von Rückblenden und Gegenwarts-Szenen entfaltet sich ein packendes Roadmovie mit bizarren Ereignissen
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Kafka im Cyberspace Nika Bertram klickt den Leser in ihrem Romandebut von der ersten Seite an in eine kafkaeske Cyberwelt der Überwachung und der permanenten Transformationen. Unter vagen Anschuldigungen wird ihre Protagonistin Nadine – eine junge lesbische Comiczeichnerin – in einem blauschimmernden „Milchkeller“ gefangengehalten und damit beauftragt, ihr eigenes Leben zu erzählen: „Mehr erfuhr ich nicht. Nicht den Namen meiner Krankheit oder meines Verbrechens, nicht einen Grund dafür, weshalb ich nun überwacht wurde.“ So seltsam wie der Auftakt entfaltet sich nun auch die in der Bretagne beginnende und mit Comic-Zeichnungen
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Licht und Schatten Ohne Zweifel bietet „Die vierte Hand“ viele köstliche Episoden und erstaunliche Glanzlichter des Absurden und Melancholisch-Zärtlichen – doch über die gesamte Strecke seines 400-Seiten-Romans gelingt es John Irving nicht einen unwiderstehlichen Lese-Sog zu erzeugen In seinen rund ein dutzend Romanen hat John Irving hinreichend unter Beweis gestellt, dass er sowohl ein Meister des Skurrilen und Absurden wie auch des unerschrockenen Tabubruchs ist. Oft bilden dabei ganz banale Erlebnisse, Zeitungsnotizen oder Fernsehberichten die Keimzelle seiner in der Regel exzessiv ausschweifenden Geschichten: „Am Anfang jedes Romans, den ich geschrieben
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Hochenergetische Schnittstellen Für François Truffaut ist das Kino ein „Ort der Magie, an dem Realität grundsätzlich überhöht, verwandelt, geschönt wird“. Als ein solcher Ort ist das Kino auch seit über hundert Jahren eng mit der Kunst verbunden – eine Beziehung mit vielen Höhepunkten, aber auch Verwerfungen, Trennungen und Wiederannäherungen. In einem großformatigen und reichlich mit Bildmaterial angefüllten DuMont-Band beleuchtet Heinz Peter Schwerfel nun die jüngsten Kapitel dieser ebenso spannenden wie haarigen Liebesgeschichte. Während Alfred Hitchcock die moderne Malerei und Erzählstrukturen von Symbolismus und Surrealismus schon frühzeitig für seine Filme ausbeutete,
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Zwischen Schuld, Rache und Gerechtigkeit Auf den ersten Blick ist Billy McGrath ein typischer „hard boiled“ Detective bei der Mordkommission Los Angeles – genauer in dem Strandviertel Venice, das ziemlich „klein, glitzernd, abgefahren und fies“ daherkommt. An diesem McGrath perlen die unzähligen Toten und zerstörten Schicksale seines Reviers ab wie Regentropfen an einer Öljacke – zu verdanken hat der Detective, der einst Philosophie studierte, dies einem ebenso praktischen wie gefährlichen „Parasiten im Herzen“: „Er frisst die Gefühle auf, bevor sie Zeit haben, ins Hirn zu gelangen. Allerdings stellt sich letztlich
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