
Eine Vielzahl von Krimi-Neuheiten …
… erscheinen jeden Monat, dazu Graphic Novels (vulgo: Comics) und DVDs und BluRays.
Unmöglich, das alles zu überblicken und zu rezensieren.
CrimeMag siebt und schürft deshalb für Sie und weist hier regelmäßig mit Hilfe der befreundeten Buchhandlungen
Chatwins (Berlin),
Wendeltreppe (Frankfurt)
und Buchladen in der Osterstraße (Hamburg)
auf interessante Neuerscheinungen hin.
Bitte denken Sie daran, dass gerade in diesen Zeiten Ihre lokalen Buchhandlungen besonderer Unterstützung und Solidarität bedürfen. Lieber dort bestellen als bei amazon. Man kann das nicht oft genug sagen – und tun.
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Claudia Denker, Chatwins, Berlin:

Bei der Hitze könnte man doch mal wieder einen skandinavischen Kriminalroman lesen. Ausgezeichnet mit dem Schwedischen Krimipreis ist »Deine Zeit wird kommen« von Carl-Johan Vallgren (Suhrkamp, deutsch von Hanna Granz). Der ist zwar nicht in der Edition Thomas Wörtche erschienen, aber dafür dort der von der preisgekrönten japanischen Autorin Akira Otani. »Die Yakuza-Prinzessin« (deutsch von Katja Busson), eine Straßenkämpferin und Leibwächterin, scheint nicht zimperlich zu sein. Auf die bin ich sehr gespannt.
Bei der Suche nach den Juli-Neuerscheinungen fiel mir noch Liz Nugent auf: »Die Wahrheit über Ruby Cooper« (Gutkind, deutsch von Astrid Gravert), aber überrascht war ich, als ich las, dass Wolfgang Franssen, der Gründer des Polar Verlags, einen Kriminalroman geschrieben hat: »Einer sollte ihm mal sagen, dass er tot ist« (ars vivendi). Ich bin sehr neugierig.
So, das war es jetzt mal mit Krimis. Wegen der vielen positiven Stimmen zu dem Roman »Yesteryear« von Caro Claire Burke (Heyne, deutsch von Dietlind Falk und Lisa Kögeböhn) musste ich endlich mal reinlesen und finde es tatsächlich bis jetzt richtig gut.
Und seinen Kommentaren höre ich im Radio immer richtig gerne zu: Jens Balzers neues Buch »Confusion Is Next« (Rowohlt), dieses Mal über die Nullerjahre (70er, 80er,90er gibt es ja auch schon), hat wieder diesen Ton, den ich so mag. Wie macht er das bloß? Klug, erhellend und mit viel Witz erinnert er uns an Dinge, die man vielleicht längst vergessen hat, und manche Entwicklungen werden einem beim Lesen erst klar.
Wer Lust hat, kann sich auch »Die schöne Lesung« auf Radioeins (natürlich mit Gespräch) hier ansehen:
Zum Schluss ein Drink-Rezept, Tipp von einer liebsten Freundin:
Wassermelone, Crushed Eis und Minze (im Mixer) »Das Irre ist, dass einen das sofort runterkühlt.«
Ich wünsche eine schöne Sommerpause.
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Jutta Wilkesmann und Hildegard Gansmüller, Wendeltreppe, Frankfurt:
Hitzegeschwächt und urlaubsreif:
Catherine Mack: Kein Urlaub ohne Mord (Lübbe)
Miguel Silva: Die Tote von Nazaré (Aufbau)
Luiz Alfredo Garcia-Roza: Ein Fenster in Copacabana (Oktopus)
Natasha Korsakova: Quartett (Septime)
William Boyd: Brennender Mond (Kampa)
Wir wünschen einen schönen Sommer und stets eine sanfte Brise.
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Torsten Meinicke, Buchladen in der Osterstraße, Hamburg

Hier kommen mit Verspätung (wegen Feierlichkeiten in den sardischen Bergen) meine Tipps für baldige Lektüre:
Tim Sohr, Kiez Blues, Gmeiner 2026, 426 S., 19 Euro: Das muss man sich auch trauen, in die großen Fußstapfen von Frank Göhres legendärer Kiez-Trilogie zu treten. Sankt Pauli in den 1970er-Jahren. Luden, Sex und Mucki Pinzner. Schön, dass Sohr sich getraut hat.
Jürgen Heimbach, Straßenköter, ars vivendi 2026, 272 S., 18 Euro: Schon wieder Hamburg in den 1970er-Jahren. Marlon, der Kleinganove, zwischen Heimvergangenheit, RAF-Verdacht und der Suche nach seinem Vater. Eine wilde Jagd durchs Wendland inbegriffen. Erscheint noch im Juli.
Manik Sarkar, Ochsenkopf (Ü: Ruth Löbner), Zsolnay 2026, 174 S., 23 Euro: Der junge Rensing kann mit dem Messer umgehen. Präzise Schnitte zerteilen Körper. Was ein Metzger halt so macht. Der erste Schlachterroman seit Louise Erdrichs „Club der singenden Metzger.“ Das ist ganz große Literatur aus den Niederlanden und erscheint noch in diesem Monat. Unbedingt lesen.
Andrew Welsh-Huggins, The Mailman (Ü: Werner Löcher-Lawrence), Hoffmann und Campe 2026, 398 S., 18 Euro: Mercury Carter will doch einfach nur seine Sendungen zustellen. Leicht autistisch veranlagt, kennt er aber kein Pardon, wenn seinem Job jemand im Wege steht. Tempo, Leichen und Paketzustellung sind garantiert.
Donald Westlake//Doug Headline, Dortmunder. Fünf gegen eine Bank,illustriert von Jesús Alonso Iglesias, Schreiber+Leser 2026, 128 S., 24,80 Euro: Eine toll gezeichnete Comic-Adaption des Bankräuber-Romans, geschrieben vom Altmeister Donald Westlake. Warum ausrauben, wenn man auch gleich die ganze Bank mitnehmen kann?
Eine schöne fußballfreie Lesezeit wünscht uns allen
Torsten Meinicke
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Tipps aus der Redaktion:

Hologrammatica als Hörspiel
(SH) Detektivroman meets Science Fiction: Der erste Band von Tom Hillenbrands Hologrammatica-Reihe wurde nun von Deutschlandfunk als Hörspielreihe adaptiert. Darin erhält Privatdetektiv Galahad Singh den Auftrag, die verschwundene Computer-Expertin Juliette Perotte zu finden. Aber das ist gar nicht so einfach in einer Welt, in der Gehirne digitalisiert und in andere Körper hochgeladen werden können … Was passiert, wenn Menschen Technologien entwickelt, die sie nicht kontrollieren können, hat sich in der Geschichte schon einige Male gezeigt. Hillenbrand denkt technologische Entwicklungen und wichtige Fragen konsequent weiter – und verpackt sie in spannende Unterhaltung.
Neun Teile, jeweils ungefähr 30 Minuten, ab 6. Juli hier abzurufen.

Happy Valley – In einer kleinen Stadt. Staffel 3
(AM) Auf arte kann man sich gerade wieder über unsere Jugendschutzbestimmungen wundern. Die erste Staffel der rücksichtslos guten britischen Provinz-Serie „Happy Valley“ darf man erst nach 22 Uhr und mit PIN sehen, während nebenan auf Netflix jeder Brutalo-Inhalt rund um die Uhr verfügbar ist. (Wussten Sie, dass die Streaming-Anbieter selbst für ihre Altersklassifikation zuständig sind, und solange das Impressum einen „Jugendschutzbeauftragten“ ausweist, ist eh alles paletti.) Da die 2014–2023 entstandene BBC-Serie eh zu den ewigen Klassikern der Krimiserien gehören wird, lohnt sie sich als DVD. Staffel 3 erscheint am 28. August. Man muss sich ja auch auf etwas am Ende des Sommers freuen können.
Sarah Lancashire als Polizistin Catherine Cawood muss man gesehen haben. Punkt.
Schmal, aber reich – „Wachs“ von Christine Wunnicke
(AM) Der Roman „Wachs“ der gerade mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichneten Christine Wunnicke erscheint am 22. Juli als Taschenbuch (Diogenes). Constanze Matthes beschrieb das Werk bei uns als „meisterhafter historischer Roman, ein vielschichtiges Porträt dieser Zeit und zweier ungewöhnlicher Frauen, und mit einer Handlung, in die man mit allen Sinnen eintaucht… Wunnickes Roman – aus zwei Zeitsträngen bestehend – ist von schmalem Umfang, aber voller besonderer eigenwilliger Figuren und reich an einer intensiven historischen Atmosphäre. „Wachs“ erzählt sowohl von den Jahren vor, während und nach der französischen Revolution als auch von der Zeit der Aufklärung, die die bestehende Ordnung infrage stellt, Verstand, Fortschritt und die Wissenschaft ins Zentrum rückt, Gleichheit und Toleranz fordert.“












