Geschrieben am 1. Februar 2024 von für Crimemag, CrimeMag Februar 2024

Schatzsuche Februar 2024 – Lesestoff

Eine Vielzahl von Krimi-Neuheiten …

… erscheinen jeden Monat, dazu Graphic Novels (vulgo: Comics) und DVDs und BluRays. 

Unmöglich, das alles zu überblicken und zu rezensieren. 

CrimeMag siebt und schürft deshalb für Sie und weist hier regelmäßig mit Hilfe der befreundeten Buchhandlungen

Chatwins (Berlin), 
Wendeltreppe (Frankfurt)
und Buchladen in der Osterstraße (Hamburg)

auf interessante Neuerscheinungen hin. 

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Bitte denken Sie daran, dass gerade in diesen Zeiten Ihre lokalen Buchhandlungen besonderer Unterstützung und Solidarität bedürfen. Lieber dort bestellen als bei amazon. Man kann das nicht oft genug sagen – und tun.

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Claudia Denker von der Krimiabteilung im Chatwins in Berlin-Schöneberg:

Ich bin ganz aufgeregt! Am 17.02. erscheint ein neues Buch des Krimipreisträgers Franz Dobler, zwar kein Krimi, aber alles, was er schreibt, ist einfach großartig! Also: »Ein Sohn von zwei Müttern« (Tropen) – einfach kaufen! 

Spaß habe ich bereits am »Schelmenroman« von Gerhard Henschel (Hoffmann und Campe), ist ja der Wahnsinn, bereits der 10. Roman um Martin Schlosser! Wir sind schon im Jahre 1994. (In dieser Ausgabe von Joachim Feldmann besprochen – d. Red.)

Aber nun zu den Krimis, und zwar gleich mal zu dem neuen Roman von Max Annas. Einem neuen Max Annas, einem historischen: »Berlin, Siegesallee« (Rowohlt). 1914. Es geht um Rache, Freundschaft, und dann soll auch noch der Kaiser sterben. Ich habe das Buch mit Vergnügen gelesen und freue mich auf die Buchpräsentation am 15.02. in Berlin (Afrika-Haus).

Bis Seite 100 bin ich bereits gekommen: ganz, ganz düster, aber auch ganz besonders gut, wow: Hervé Le Corre»Durch die dunkelste Nacht« (Suhrkamp, deutsch von Anne Thomas). Selber Verlag, gleichzeitig erschienen ist »Paris Requiem« von Chris Lloyd, das zweite Buch mit Eddie Giral (deutsch von Stefan Lux) und wo wir gerade dabei sind, im Februar erscheint ebenfalls bei Suhrkamp ein zweiter Fall für Alice Vega, »Abgetaucht« von Louisa Luna (deutsch von Karin Diemerling).

Muss dringend noch gelesen werden: »Höllenfeuer« von Peter Grandl (Piper) und auf meinem Lesestapel liegt noch ein Psychothriller von Federico Axat»In den Stunden einer Nacht« (btb, deutsch von Matthias Strobel).

Und dann noch eine deutsche Erstausgabe von James Lee Burke ohne Robicheaux und Hackberry Holland: »Das verlorene Paradies« (Heyne, deutsch von Daniel Müller). Oh, da bin ich sehr gespannt.

Diese kleinen feinen Bücher aus dem Septime-Verlag haben es mir mittlerweile angetan, deshalb: Markus Bundi: »Wilde Tiere«, auf die Leseliste. Und genauso »Notizen zu einer Hinrichtung« von Danya Kukafka (Aufbau/Blumenbar, deutsch von Andrea O’Brien). Der Klappentext zu dem Titel hat mich sofort gekriegt.

Ist doch für alle etwas Schönes dabei!

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Jutta Wilkesmann und Hildegard Gansmüller, Wendeltreppe, Frankfurt:

Hier unsere Empfehlungen:

Ron Corbett: Cape Diamond (Polar, übersetzt von Harriet Fricke)

M.W. Craven: Der Botaniker (Droemer, üb: Marie-Luise Bezzenberger)

Katharina Schendel: Mord im Dorf der Esel (HarperCollins)

Triona Walsh: Schneesturm (Fischer , üb: Birgit Schmitz)

Satu Rämö: Hildur – Die Spur im Fjord (Heyne, üb: Gabriele Schrey-Vasara)

Kevin Major: One for the Rock (Pendragon, üb: Norbert Jakober)

… wie immer bunt gemischt!

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Torsten Meinicke, Buchladen in der Osterstraße, Hamburg:

Hier das Ergebnis meiner Schatzsuche für den Februar:

– Les Edgerton, Primat des Überlebens (Ü: Ango Laina und Angelika Müller), Pulp Master 2023, 341 S., 16 Euro: Jake Bishop ist aus dem Knast entlassen und plant die Eröffnung eines Friseursalons. Doch dann bittet ihn sein alter Knastkumpel Walker um Hilfe bei einem einfachen Bruch. Und dann gibt es Tote. Und das reichlich. Ohne spoilern zu wollen, aber ich glaube, nur der Schwiegervater von Jake überlebt. Ein schönes und dreckiges Pulp Master-Buchl

– Dan Jones, Essex Dogs (Ü: Heike Schlatterer und Wolfram Ströle), C. H. Beck 2024, 496 S., 26 Euro: Juli 1346. Zehn Söldner unterwegs im Hundertjährigen Krieg. Auftakt einer Trilogie von Dan Jones, besttätowierter Historiker und Mittelalter-Kenner. Schweigende walisische Langbogenschützen, ein saufender Priester, der bärenstarke Scotsman. Schwerter, Plünderungen, Brandschatzereien. Kurzum, eine reich gedeckte Schlachteplatte. Erscheint Mitte Februar.

– Paula Rodriguez, Dringliche Angelegenheiten (Ü: Peter Kultzen), Unionsverlag 2023, 24 S., Euro: Ein Krimidebut aus Argentinien. Ein Zug entgleist (wie das ganze Land). Hugo, unter Mordverdacht stehend, sitzt drin. Schräg, besonders, Dildo-Tupperware-Party inklusive. (Siehe dazu auch Alf Mayer in unserer Dezember-Ausgabe – d. Red.)

– Joe Thomas, Brazilian Psycho (Ü: Alexander Wagner), BTB 2024, 638 S., 18 Euro: Der Vergleich mit Winslow und Ellroy ist nicht zu hoch gegriffen. Ein großes Opus über Politik und Korruption in Sao Paulo von der Regierung Lula bis zur Herrschaft Bolsonaros. Das umfangreiche Personenverzeichnis ist durchaus hilfreich, um den Überblick zu behalten.

– Georg Meier, Tombstone Blues (Arbeitstitel), noch nicht veröffentlichtes Manuskript, 208 S.: Dexter Coleman war im Vietnamkrieg und auch im Knast. Der Rache und der Liebe wegen kehrt er nach Deutschland zurück. Viel Blues, reichlich Bourbon und ein hoher Bodycount. Pulp Fiction in Gießen an der Lahn, mit Witz und Tempo. Interessierte Verlage dürfen sich gern bei mir melden.

Gute Lektüre wünscht

Torsten Meinicke

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