Amsterdam. Was für eine Stadt, nichts als Gestank. Trotzdem herrlich. – Einen Sommermonat lang in Amsterdam. Frank Göhre hat die Kriminalromane von Bill Moody und Janwillem van de Wetering neu gelesen und mit seinen Eindrücken vom Leben in der Grachtenmetropole ergänzt (zu Teil I). Zweite Folge I was down in Amsterdam Almost hurt myself to death I pushed myself so hard Just like the redlight girls Well I cried and stopped to smile I thought my career was over And the dealer boys they had to bring me water Mando
Read More Vom King lernen? Wie man glaubwürdig erzählt und wie nicht … Ein paar Gedanken zum Handwerk des Schriftstellens von Ulrich Baron. Es ist nicht immer schön, wenn Schriftsteller sich auch einmal explizit Gedanken über Geschichten im Allgemeinen machen. „Geschichten“, so will uns etwa Zoran Drvenkars Roman „Du“ weismachen, „werden nicht mehr mündlich überliefert, sie werden uns mit rasender Geschwindigkeit in Kilobytes präsentiert, so dass wir den Blick nicht abwenden können. Und wenn es uns zu viel wird, reagieren wir wie die Barbaren und verwandeln dieses Chaos in Mythen.“ Die Älteren
Read More Vladimir Nabokov: „Pale Fire“ (1962) – Klassiker lauern auch da, wo man sie nie vermutet. Das schmälert ihren Rang wahrlich nicht. Henrike Heiland über einen besonders spannendes Beispiel für Kriminalliteratur, außerhalb des Kennzeichnungs-Geheges. Vermutlich ist es ein deutliches Zeichen des Älterwerdens, wenn man immer wieder dieselben Anekdoten aus dem Studium hervorkramt, aber diese finde ich nach wie vor ganz wunderbar: Der Professor hatte uns Nabokovs „Pale Fire“ auf die Leseliste gesetzt und wollte sich mit uns darüber unterhalten. Von den zwanzig Seminarteilnehmern gab es allerdings nur drei, die wussten, wovon
Read More Weißwürste und Lasterhöhlen – 1969 erschien „The Godfather“, ein Megaseller von einem Autor, von dem bislang nur ein paar Spezialisten gehört hatten: Mario Puzo. Unter dem Namen Mario Cleri schrieb er mit „Sechs Gräber bis München“ eine Art Urururahn-Roman zu den „Inglorious Basterds“. Thomas Wörtche hat sich blendend amüsiert … „Five Graves to Cairo“ hieß Billy Wilders grandioser Afrika/Rommel-Kriegsfilm von 1943. 1968 legte der damals noch nicht sehr bekannte Mario Puzo unter dem noch unbekannteren Pseudonym Mario Cleri dann noch ein Grab drauf, spekulierte mit dem Hingucker auf das kommunikative
Read More Überzogene Erwartungen und eine überzogene Konstruktion – Ein von Lesern und Kritikern gleichermaßen geschätzter Kriminalautor wie Michael Connelly schreibt manchmal auch einen eher sehr mittelmäßigen Roman – findet Claus Kerkhoff. Und der neue Harry-Bosch-Roman „Neun Drachen“ („Nine Dragons“, 2009) ist so einer. Die Harry-Bosch-Romane des amerikanische Kriminalautors Michael Connelly gehören zum Feinsten, was die zeitgenössische Kriminalliteratur zu bieten hat. Sie wurden in der Vergangenheit mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, wie z. B. dem Edgar Award for Best First Novel und dem Grand Prix de la Littérature Policière International. Sie sind voller
Read More Bloody Chops – heute angerichtet von Kirsten Reimers (KR) und Thomas Wörtche (TW) Fake the Blues for me (TW) Nach „Shades of Blue“, der sehr persönliche Hommage Bill Moodys an Miles Davis, die auch gleichzeitig eine eher subtile Studie zum Background von Evan Horne, dem Jazz-Piano spielenden Gelegenheitsdetektiv war, jetzt also „Fade to Blue“, der siebte Horne-Roman. Der hat einen klasse Job an Land gezogen, durch Zufall, wie er meint. Er soll einem Hollywood-Superstar – so etwa in der Brad-Pitt-Liga – beibringen, auf der Leinwand auszusehen, als ob er Jazz-Piano
Read More KickAss – Bloody Splinters aus dem täglichen Branchenwahnsinn – Natürlich gehen wir davon aus, dass die drei sicher herzensguten Damen nichts für dieses schicke Plakat können – denn wer möchte schon damit leben, nicht schnell genug vorgelesen zu haben und dann sterben die Leute einfach so weg in Ost-Afrika, meine Güte … Um den Stress durchzuhalten, gibt es vorher noch ein leckeres Drei-Gänge-Menü: (Quelle: http://www.neleneuhaus.de/) Thomas Wörtche
Read More Die Morgue von Georg Heym Die Wärter schleichen auf den Sohlen leise, Wo durch das Tuch es weiß von Schädeln blinkt. Wir, Tote, sammeln uns zur letzten Reise Durch Wüsten weit und Meer und Winterwind. Wir thronen hoch auf kahlen Katafalken, Mit schwarzen Lappen garstig überdeckt. Der Mörtel fällt. Und aus der Decke Balken Auf uns ein Christus große Hände streckt. Vorbei ist unsre Zeit. Es ist vollbracht. Wir sind herunter. Seht, wir sind nun tot. In weißen Augen wohnt uns schon die Nacht, Wir schauen nimmermehr ein Morgenrot. Tretet
Read More In unserer Online-Galerie stellen wir in regelmäßigen Abständen Bilder interessanter Künstlerinnen und Künstler vor. Diesmal zeigen wir Arbeiten des Hamburger Künstlers Martin Nill. Square City: Wächter Square City (Ausschnit) Inhabitants of Square City: Klonk, Klonk, Klonk & Klonk Square City: Feld Inhabitants of Square City: Der Enthörnte Inhabitants of Square City: Der Tätowierte Inhabitants of Square City: Huhn Inhabitants of Square City: Loch mit Krawatte Dioramen: Tod am Tisch Bruch mit dem Idyll Martin Nill wurde 1962 In Aurich geboren, er hat in Hamburg Kunst studiert und lebt und arbeitet
Read More Faster, Harder, Louder Isabel Bogdan begibt sich für CULTurMAG ins Handgemenge mit den Dingen und probiert skurrile, abseitige und ganz normale Sachen aus. Letztes Wochenende war sie auf der Jahrestagung der IG Metall in Wacken. Kurz vor knapp kommt dann doch noch eine Mail von meinem CulturMag-Redakteur Jan: Wir sind für Wacken akkreditiert. Ach Du Scheiße! Und jetzt? Schön und gut, es war meine Idee gewesen, aber da war es noch lange hin und würde wahrscheinlich eh nicht klappen … und jetzt wird es plötzlich ernst. Nach Wacken. Ich. Zu
Read More Posted On August 10, 2011By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
Roman mit Knalleffekt – Nach seinem grandiosen Monumentalwerk „Waltenberg“ legt der in Tunesien geborene und in Frankreich aufgewachsene Hédi Kaddour einen zunächst irritierenden und dann mit einem genialischen Knalleffekt überzeugenden Roman vor. Von Karsten Herrmann Auch in „Savoir-vivre“ begegnen uns mit dem Journalisten Max Goffard und der amerikanischen Sängerin Lena Hellström zwei alte Bekannte aus „Waltenberg“ wieder. 1930 sind sie zusammen in London: Sie probt mit einem jungen Pianisten, der zugleich ihr Liebhaber ist, für eine Konzertreihe mit Schumann-Liedern, er ist auf der Jagd nach einer guten Story. Nach einer
Read More Verrisse sind oft nicht ganz fair. Manchmal sogar richtig unfair. So wie bei uns: Gunter Gerlach stößt sich an Büchern, die anderen gut gefallen – dabei hat er sie noch nicht einmal zu Ende gelesen … Heute: Alex Capus: Léon und Louise Im Auftrag der Regierung zur Ruhigstellung der Bevölkerung Ich weiß ja, der Streit zwischen mir und Maja hat mit einem Adjektiv angefangen. Damit beginnen immer die Missverständnisse. Jeder hat eine andere Vorstellung davon. Wenn es in unserer Beziehung ein wenig kriselt, schiebt mir Maja meist einen Liebesroman über
Read More Posted On August 10, 2011By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Der Maler und sein Modell – Martin Mosebach über den Maler Peter Schermuly. Von Carl Wilhelm Macke. Der Plot dieses Buches ist denkbar einfach und schnell dargestellt. Über viele Jahre hinweg sucht ein Schriftsteller einen Maler auf, um sich von ihm immer wieder porträtieren zu lassen. Und der Schriftsteller versucht dabei in Worte zu fassen, was den Maler bewog, das Modell so und nicht anders zu porträtieren. Sehr viel mehr geschieht in diesem Buch nicht. Lässt man sich aber in aller Ruhe und Konzentration auf dieses nicht besonders umfangreiche Buch
Read More Neues Universum 1 bild / 100 worte Ein Kind wird geboren und wächst die ersten Jahre seines Lebens heran, unbewusst stumpf wie Gemüse, während die Außenwelt sich auf den Kopf stellt, um sein Universum zu vollenden. Jetzt neu auch mit RBT und relativen Lokalitäten! Energie und Impuls im Verbund mit 3D: Wir stehen kurz davor, hinter den Vorhang des Scheins zu schauen. Und ist da wer? Jawohl, Lewis Carroll, stark ergraut, sitzt an einem Steinway-Flügel und spielt die Mondscheinsonate für Alice. Ihre roten Schuhe klacken: Ich will nach Hause! –
Read More Frohe Botschaft Im Freudenhaus des lieben Gotts, da gibt es viele Stuben, ist Raum für Schwanz, ist Platz für Votz’, für Lust mit Maid und Buben. Das Haus betritt der Christ erregt, und da die Zimmer schon belegt, sucht er sein Heil auf Fluren. Kniet mal vor der, beugt sich vor dem – vor Strichern und vor Huren. Bi ist die Sexualität, dreifaltig ist die Güte. Bet’, daß das Haus noch lange steht, und daß es Gott behüte! Da könnten die Herren Bischöfe und Kardinäle wie z.B. Meissner, Krenn, Mixa
Read More Amsterdam. Was für eine Stadt, nichts als Gestank. Trotzdem herrlich. – Einen Sommermonat lang in Amsterdam. Frank Göhre hat die Kriminalromane von Nicolas Freeling und Janwillem van de Wetering neu gelesen und mit seinen Eindrücken vom Leben in der Grachtenmetropole ergänzt. Erste Folge Komm wir fahren nach Amsterdam. Ich weiß, dass uns nichts passieren kann. Cora: Amsterdam Als er Anfang der sechziger Jahre nach Amsterdam kam, hatte er erst einmal nur Ärger. Er wurde verhaftet. Er wurde verhört. „Name?“ „Freeling.“ „Vorname?“ „Nicolas.“ „Geboren?“ „3. März 1927 in London.“ „Britischer Staatsbürger?“
Read More Liebes CrimeMag-Publikum, die Sommerpause ist vorbei, der Sommer hoffentlich nicht. CrimeMag steigt wieder ein, volle Kanne. Wir beginnen heute mit einem Amsterdam-Projekt in vier Teilen von Frank Göhre, der einige Zeit dort war und sich die Stadt durch verschiedene Prismen angeschaut, die heute Nicolas Freeling heißen und Janwillem van de Wetering. Nicht gut bekommen ist der Nicht-Sommer dem armen Carlo, weswegen er uns heute mit ein paar spitzen Splittern zur Lage des täglichen Wahnsinns versorgt. Über Petros Markaris und die Finanzkrise haben viele schon geschrieben, als der einschlägige Thriller „Faule
Read More Objektophilie!!! – Auch wenn der Sommer nicht so recht in Fahrt kommt, er macht Carlo doch schon arg zu schaffen – deswegen heute statt langer Elaborate gemischte Splitter!!!! Es reicht nicht immer für einen Text. Manchmal sind’s nur Splitter, die einem durch den Hirnkasten fliegen. Reicht das? Muss halt. Als Gott Nordhessen erschaffen hat, hatte er einen sitzen. Ballack sollte jetzt sofort, ach ich weiß auch nicht … Im Ostseebad Hohwacht wirbt eine Bastelstube mit einer aus Steinen zusammengeklebten, kaum als solche zu erkennenden Krabbe und den Worten: „Was man
Read More Mit Vorschuss und Souflaki – Petros Markaris liefert mit „Faule Kredite“ den passenden Krimi zur Griechenland-Krise. Aber hatte er das Land lebenslustiger Vorschusskünstler nicht immer schon in einer Perma-Krise gesehen? Wann war Athen denn schon mal krisenfrei? Von Peter Münder Nun auch noch ein Wettskandal in der ersten Fußball-Liga mit lebenslangen Sperren für die Präsidenten und saftigen Strafen von je 300 000 Euro für die beiden Vereine AO Kavala und Olympiakos Volos, wie die Zeitungen gerade meldeten – die griechische Krise scheint inzwischen alle Bereiche des Alltags zu unterwandern und
Read More „Destiny Titles“ oder Was tun gegen die neue Seuche? – Ein neues Buch von Claus Cornelius Fischer und ein paar sehr grundsätzliche Gedanken über Titelgebung und andere Malaisen. Von Klaus Kamberger. Das musste ja mal so kommen. Wir müssen es uns nur etwa so vorstellen: Da hockt in einem unserer richtungsweisenden Buchverlage eine hochmotivierte Truppe von superkreativen Marketing-Fuzzis auf ihren Designer-Stühlen und verbrainstormt die ultimative und noch nie da gewesene Idee, wie man den Hauptverkaufstitel im neuen Programm so in die Hirne aller Bücherfreaks gebrannt kriegt, dass sie gar nicht
Read More Vorsicht, Blutsauger! – Basiert der Dracula-Mythos auf klassischen antisemitischen Stereotypen? Michael Wuliger pfählt politische Metaphern. Er stammt aus Osteuropa, trägt schwarze Kleidung, scheut das christliche Symbol des Kreuzes und praktiziert heimlich blutrünstige Rituale. Die Rede ist von Dracula. 1897 veröffentlichte der irische Schriftsteller Bram Stoker seinen gleichnamigen Horrorroman und schuf damit einen bis heute populären Mythos. Unzählige Vampirromane sind seitdem geschrieben worden, zuletzt Stephenie Meyers erfolgreiche Bis(s)-Bestsellerreihe. Auch Dutzende Filme haben das Blutsaugermotiv aufgegriffen, angefangen bei Friedrich Wilhelm Murnaus Klassiker „Nosferatu“, Symphonie des Grauens aus dem Jahr 1922, über Francis
Read More Nein, ich will nicht. – Kann ein Satz ein ganzes Buch vermiesen? Ja, kann er! Warum, das begründet Henrike Heiland an einem Satz von Adrian Hyland. Ich will nicht weiterlesen. Ich habe etwas über eine halbe Seite geschafft, und dann habe ich das Buch weggelegt. Ich weiß, es ist eigentlich Gunter Gerlachs Aufgabe, Bücher nicht zu Ende lesen und dann zu erklären, warum er sie nicht zu Ende gelesen hat, aber heute bin ich mal dran, heute mache ich den Gerlach. Dabei fing alles ganz gut an: Den ersten Hyland
Read More Crime Triptychon: Leben, Sterben und Tod – James Sallis ist eine der eigenwilligsten und interessantesten Stimmen der amerikanischen Kriminalliteratur. Bei der KrimiZeit-Bestenliste ist er praktisch gesetzt. Seine Romane sind nicht einfach zu lesen, sie lohnen aber die Mühe. Das stellt er mit seinem neuen Roman „Der Killer stirbt“ wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis – findet Claus Kerkhoff. In Kriminalromanen geht es häufig um Verbrechen und den Tod. Menschen kommen zu Tode; manchmal ist es ein Unglücksfall, manchmal wird jemand umgebracht aus Leidenschaft oder Eifersucht und manchmal sind es Vorsatz, Gier
Read More Südafrika und der freie Westen – Wenn man nicht aufpasst, prägen die grobmotorischen Blut-und-Modderschocker von Roger Smith das Bild der südafrikanischen Kriminalliteratur. Nichts abwegiger als das – gibt es doch Malla Nunn. Thomas Wörtche hat ihren aktuellen Roman gelesen … Die Fußball-WM ist vorbei, der Alltag hat Südafrika wieder, der literarische Hype ist durch – man braucht kein Prophet sein, um das vorauszusehen. Ein Jahr nach dem Getöse muss man glücklicherweise Romane vom Kap nicht mehr benevolent einordnen, sie loben, weil sie, angeblich überraschenderweise, aus einer Ecke kommen, in der
Read More Bloody Chops – kurz, knapp und eher rare, heute von Henrike Heiland (HH), Kirsten Reimers (KR), Claus Kerkhoff (Kerk), Joachim Feldmann (JF) und Thomas Wörtche (TW) Fast, aber nur fast … (HH) Ein Ex-Polizist wird getötet. Hauptverdächtige: seine vierzehnjährige Tochter, die sich ritzt und alle Anzeichen von sexuellem Missbrauch aufweist. Außerdem: Ein Lehrer, der den jungen Mädchen vielleicht zu nahe kommt. Und eine Gerichtsverhandlung gegen Neonazis. Keine Frage, Robotham schreibt spannend, er kann Dialoge, er hat mit Joe O’Loughlin, dem Parkinson-geplagten Psychologie-Professor, eine gute Hauptfigur, und ihm sieht man die
Read More The Black Plague By Eric Burdon Ohohohohoh [gregorian chants] The bell tolls The black plague has struck Diseased eyes roll upwards As if knowing which direction their souls will travel (bring out your dead) A woman in black cries As the deathly procession passes by And monks moan en masse Ohohohohohoh [gregorian chants] The yet clean peasant pounds upon the castle door For it is safer inside the walls Their knocking pounds a dull tone across the quiet, deserted courtyard The bodies of unfortuates bloat in the hot sun outside
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