Kunst, ohne Museum Von Alf Mayer In einer gerechten Welt würde es Preise regnen auf dieses Buch, würde es weithin besprochen, zusätzlich in Galerien und Museen zum Verkauf angeboten, hätten alleine die Stadt Kassel und die ihr zugehörende Gesellschaft einige tausend Exemplare abgenommen, könnten die beiden Autoren mit dem Lohn ihrer gewaltigen Arbeit ein paar Monate ihre Miete finanzieren. In einer gerechten Welt wäre dieses Buch ein Ereignis. Aber es geht in ihm um Kunst. Da sind die Maßstäbe noch extremer außer Kraft, da läuft die Ökonomie des Geldes erst
Read More 1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne: Michael Zellers SEH-REISE! Michael Zeller besitzt einen großen Stapel von Kunstkarten, die er bei seinen Galerie- und Museumsbesuchen angesammelt hat. Jede Woche fischt er eine Karte heraus und hängt sie sich in die Wohnung, wo der Blick immer wieder an ihr hängen bleibt. Was darauf zu sehen ist, welche Beziehung sich zwischen Werk und Autor entwickelt, darüber berichtet Michael Zeller wöchentlich in CULTurMAG. Heute: „Der englische Gruß” von Veit Stoß. Dreihundert Jahre im Sack Um 1500 erfasst den europäischen Menschen eine Erschütterung, deren Ausmaß
Read More Wir denken bei Thailand automatisch an Sex-Business, Sex-Tourismus, Korruption und organisierte Kriminalität. Von außen. Christopher G. Moore lebt und schreibt in dieser Gesellschaft. Vor einiger Zeit haben wir auf Johann Haris fulminantes Buch „Chasing The Dream“ hingewiesen. Heute setzt sich Christopher G. Moore mit dem 100-jährigen „War on Drugs“ auseinander. Anslinger’s 100 Years War I’ve been thinking of winners and loser, peacemakers and warriors, victors and the vanquished. These binary extremes define much of our culture, and much of about the way we think of war and winning. That visceral
Read More NEW YORK CITY, near America The hands-down most appealing and forthright candidate for president of these United States is a wild-haired, mild-mannered, stoop-shouldered 73-year-old Brooklyn-born secular Jew who greatly admires Pope Francis. He hails from the farm state of Vermont, his bride is Irish-Catholic, and he calls himself a socialist. Fearful of scant advertising revenues from his barebones campaign budget—and little in titillation value: the candidate refuses to trade in traditional campaign slander—American corporate media insist that Senator Bernard Sanders, better known with respectful affection as just plain “Bernie,” has
Read More As we know from the mountain range of sociological studies on the topic, men have a hard time making friends with their fellow men. This is especially true for white, heterosexual men; doubly true for shamrocks like myself, warned since our days in short pants to beware of the Dread Emotional Talk. Counsel thus given to a nascent borstal boy: No girly talk for thee, Tommy-boyo. None of that missy-missy, passion-soaked palaver. No siree! You must keep the chatter he-man, laddy-buck. Football and motorcars and power tools—that’s the stuff. Unless
Read More Zur Stelle gewesen Von Wolfram Schütte Das letzte Mal sah ich Gerhard Zwerenz (& sein Frau Ingrid) vor ein paar Jahren am Ausgang des Schwimmbads von Königstein i. T. Königstein liegt am Hang unterhalb des Großen Feldbergs, der höchsten Erhebung des Taunus. Hinter dem Feldberg in Oberreifenberg, auf ca. 800 Metern Höhe & im Winter häufig im Schnee, wohnen die beiden seit Jahrzehnten in ihrem eigenen Haus, das sich der Autor mit seinen Büchern redlich verdient hat. Der in Sachsen geborene Autor ist zwar nie in die „Bundesliga“ der deutschsprachigen
Read More 1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne: Michael Zellers SEH-REISE! Michael Zeller besitzt einen großen Stapel von Kunstkarten, die er bei seinen Galerie- und Museumsbesuchen angesammelt hat. Jede Woche fischt er eine Karte heraus und hängt sie sich in die Wohnung, wo der Blick immer wieder an ihr hängen bleibt. Was darauf zu sehen ist, welche Beziehung sich zwischen Werk und Autor entwickelt, darüber berichtet Michael Zeller wöchentlich in CULTurMAG. Heute: „Äpfel und Orangen” von Paul Cézanne. An Apple a Day Keeps the Doctor Away Mit diesem Berg von Äpfeln und
Read More Hinter der Linie, vor dem 34. Spieltag – Eine Fußballkolumne von Mara Braun. Kaum zu glauben, aber mit diesem Wochenende geht auch die aktuelle Bundesligaserie zu Ende. Lediglich die Vereine, bei denen erst die beiden Relegationsspiele darüber entscheiden, in welcher Liga sie kommende Saison spielen werden, müssen dann noch nachsitzen. Wer das sein wird, ist aktuell völlig offen: Selten mussten im Saisonfinish so viele Mannschaften bis zur sprichwörtlich letzten Sekunde darum bangen, ob sie die Klasse halten oder absteigen, in der Relegation um den Aufstieg kämpfen oder ihren Traum denkbar
Read More As I write, a deputation of White House operatives is secretly en route to the Moscow apartment where Edward Snowden has lived in forced exile since June of 2013, when he exposed gross illegality by the National Security Agency of the United States and was immediately set upon by Pentagon persecutors—the sort of folks who built American torture chambers in Afghanistan and Iraq, where homicides were not unknown. Apparatchiks for the Obama administration will make Mr. Snowden an offer they believe he cannot refuse: Sit tight here in Russia for
Read More Ein Besuch am Set von Büttenwarder. Prolog: Als ich 2007 nach Flensburg kam, kannte ich „Neues aus Büttenwarder“ nicht. 2015 wurde ich im April zu den neuen Dreharbeiten eingeladen, saß im Sonnenschein vor dem Dorfkrug, aß zusammen mit dem Filmteam und sprach mit verschiedenen Schauspielern. Wie selbstverständlich, wie unkompliziert, und mit großer Gastlichkeit empfangen! Und sofort verwickelte mich ‚Killerkralle‘-Kuno (im echten Leben spielt er Sven Walser) in eine Diskussion über die postmodernen, popkulturellen Perspektiven bzw. Implikationen und dystopisch-dekonstruktivistischen Dimensionen von Science Fiction im Kontext des Büttenwarder-Kosmos. Peter Heinrich Brix, gespielt
Read More 1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne: Michael Zellers SEH-REISE! Michael Zeller besitzt einen großen Stapel von Kunstkarten, die er bei seinen Galerie- und Museumsbesuchen angesammelt hat. Jede Woche fischt er eine Karte heraus und hängt sie sich in die Wohnung, wo der Blick immer wieder an ihr hängen bleibt. Was darauf zu sehen ist, welche Beziehung sich zwischen Werk und Autor entwickelt, darüber berichtet Michael Zeller wöchentlich in CULTurMAG. Heute: „Mann und Maus” von Katharina Fritsch. Von Mäusen und Menschen Walter Benjamin war wohl der erste, in Deutschland jedenfalls, der
Read More Neulich hatte ich einen Traum. Mit Bewunderung und zunehmend positiver Fassungslosigkeit folgte ich in diesem Traum den Presseberichten über einen Parteitag. Ich sah dort etwas, was ich schon längst für unmöglich in der deutschen Politik gehalten hatte. Nämlich einen ganz besonderen Begriff. Ich las, träumend, diesen Begriff auf Postern, auf Plakaten, Flyern und sah ihn hinterm Podium groß aufgespannt. Jede Nachrichtensendung brachte diesen Begriff in ihrer Moderation und zeigte ihn mir in ihren Einspielern. Und selbstverständlich verzichtete auch keine der Tageszeitungen darauf, ihn in Wort und/oder Bild zu thematisieren. Jener
Read More NEW YORK CITY, near America In the annals of modern American presidential campaigns, no strategy has been more beneficial to those who own the government than the pernicious pact Big Business has forged with Big Religion. If only for the god of wicked irony, the association would never have developed. Once upon a biblical time, a socially conscious carpenter was appalled on seeing the ancient temple of Jerusalem packed to the rafters with fast-talking sharpies exchanging currency at usurious rates. (A chronicle of sorts—El Greco’s La Expulsión de los mercaderes
Read More Markus Pohlmeyer treibt sich mal wieder rum – zwischen den Genres, zwischen Philosophie, zwischen Theologie und Populärer Kultur. Sein heutiger Essay geht von Ann Leckies Roman „Die Maschinen“ aus und reicht mühelos vom Imperium Roman bis zu Goethes Iphigenie. Lassen Sie sich vergnüglich bilden …. 1) Kauf mich! Das Cover von Die Maschinen. Ein Roman aus der fernen Zukunft[1] (engl. Ancillary Justice. Sinngemäß: Hilfseinheitengerechtigkeit), von Ann Leckie ziert eine beeindruckende Liste von gewonnenen Auszeichnungen: Arthur C. Clarke Award, Hugo Award, Nebula Award … Fortsetzung der Liste siehe bitte Rückseite, die
Read More Hinter der Linie, vor dem 33. Spieltag – Eine Fußballkolumne von Mara Braun. Zwei Spieltage vor Saisonende lohnt sich der Blick zurück auf die Tabellenprognose, die an dieser Stelle zum Auftakt der Rückrunde getätigt wurde. Immerhin scheint das Vertrauen der geschätzten Leserschaft in meine Kristallkugel eher gering zu sein – so zumindest lassen die Rückmeldungen es vermuten. Aber letztlich sind ja die Spieltagsprophezeiungen ohnehin nur amüsante Details, was zählt ist allein die Abschlusstabelle: Da hört der Spaß auf. „Unterm Strich wird bis Mai doch alles gut. Vor allem für die
Read More Die wirklich wahren Stimmen – Das 27. Internationale Jazzfest Gronau. Ein Bericht von Christiane Nitsche. Wenn das mal kein Line-up war: Gregory Porter, Randy Crawford, Maceo Parker, Cécile Verny, Brenda Boykin, Stefanie Heinzmann, Flo Mega und Anja Lücking (um jetzt nur ein paar herauszugreifen). In einem zehntägigen Konzertmarathon. In einem Atemzug. Geht das? Geht das gut? Jazzgrößen von Weltformat, Legenden der Musikgeschichte, die Weisheit der alten Mutter Jazz in einer Reihe mit Hip Hop, Pop, Soul, Alternative und so weiter – noch dazu deutschsprachiger Genese? Und wer ist eigentlich Anja
Read More Hinter der Linie, vor dem 32. Spieltag – Eine Fußballkolumne von Mara Braun. Gewisse Dinge dringen unter normalen Umständen ja nicht an die Öffentlichkeit. Aber was ist in den letzten Wochen im Fußball schon normal? Gar nicht so verwunderlich also, dass dem CULTurMAG exklusiv Aufzeichnungen eines geheimen Meetings einiger Trainer vorliegen. Jürgen Klopp und Pep Guardiola stehen locker plaudernd bei einem Becher Prosecco an der Bar. Markus Weinzierl nähert sich den beiden leicht schwankend mit einem Weizenbier – es ist offensichtlich nicht sein erstes für heute. Weinzierl schwerfällig: „Und, Kloppo,
Read More Auf E-Tour (2): Zeit für was Kurzes – Neue digitale Originalausgaben, frisch durchgewischt von Sophie Sumburane. Diesmal mit Pippa Goldschmidt („Von der Notwendigkeit, den Weltraum zu ordnen”) und Georg Friedrich Kammerer („Alles kaputtschlagen. Eine Schöpfungsgeschichte”). Inzwischen ist meine jüngste Tochter beinahe acht Monate alt. So langsam mache ich nicht mehr den ganzen Tag bubu und baba und mutiere wieder zu einem denkenden, in ganzen Sätzen sprechenden Wesen, das wieder öfter am Schreibtisch sitzt, als hinterm Wickeltisch zu stehen. Denn jetzt wickelt sich mein Baby selbst (Ihres nicht?) und ich freue mich
Read More 1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne: Michael Zellers SEH-REISE! Michael Zeller besitzt einen großen Stapel von Kunstkarten, die er bei seinen Galerie- und Museumsbesuchen angesammelt hat. Jede Woche fischt er eine Karte heraus und hängt sie sich in die Wohnung, wo der Blick immer wieder an ihr hängen bleibt. Was darauf zu sehen ist, welche Beziehung sich zwischen Werk und Autor entwickelt, darüber berichtet Michael Zeller wöchentlich in CULTurMAG. Heute: „Selbstbildnis vor grünen Hintergrund mit blauer Iris” von Paula Becker-Modersohn. Parler Peinture Paris, Frühling 1906, im Atelier von Paula Becker-Modersohn.
Read More Hinter der Linie, vor dem 31. Spieltag – Eine Fußballkolumne von Mara Braun. Einzelne Redaktionsmitglieder und Autoren des CULTurMAG befinden sich nach der letzten Woche noch in einer Art fußballerischer Schockstarre. Erklärung gefällig? Kollege Karsten traut sich nicht, morgens die Augen zu öffnen – aus Angst davor, er könnte den Sieg des HSV am letzten Wochenende bloß geträumt haben. Kollege Wörtche hingegen öffnet seine Augen besonders schnell, in der Hoffnung, das Pokal-Aus war lediglich ein schlimmer Traum. Aber er traut sich anschließend nicht, die Füße aus dem Bett zu schwingen
Read More Grauzonen zwischen Trivialität und Trauma – Salinger und kein Ende: Fünf Jahre nach seinem Tod sind neue Biografien und ein Band mit frühen Kurzgeschichten erschienen. Das selbstfabrizierte Image vom einsamen Eremiten, der sich in Cornish, New Hampshire, angeekelt von der schnöden Welt einigelte, muss übrigens korrigiert werden. Von Peter Münder „Nichts zu veröffentlichen bedeutet wunderbaren Frieden. Veröffentlichungen sind grauenhafte Verletzungen meiner Privatsphäre. Ich liebe das Schreiben. Aber ich schreibe nur für mich selbst und mein eigenes Vergnügen“. JD Salinger (1919-2010), zitiert in der „New York Times“ vom 3. November 1974
Read More Wo sind denn deine Kinder? Es war die Studie einer israelischen Soziologin, die eine Debatte anstieß, die seit einigen Wochen durch Medien, Social Media und sogar das Heute Journal ihre Kreise zieht. 23 Mütter berichteten darin, sie würden es bereuen, Mutter geworden zu sein. Viele andere Mütter offenbaren unter dem Hashtag #RegrettingMotherhood ihre eigenen „Beichten“. Und ich als Mutter? Ich glaube ihnen allen das gern. Sophie Sumburane über überzogene und unerfüllbare Mutterrollen. Es ist ein Tabu zu sagen: Ich bin unglücklich als Mutter. Man hat glücklich zu sein, die Welt
Read More 1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne: Michael Zellers SEH-REISE! Michael Zeller besitzt einen großen Stapel von Kunstkarten, die er bei seinen Galerie- und Museumsbesuchen angesammelt hat. Jede Woche fischt er eine Karte heraus und hängt sie sich in die Wohnung, wo der Blick immer wieder an ihr hängen bleibt. Was darauf zu sehen ist, welche Beziehung sich zwischen Werk und Autor entwickelt, darüber berichtet Michael Zeller wöchentlich in CULTurMAG. Heute: „Gartenlaube” von Aleksander Gierymski. Nächtige Feier des Lichts Lichtdurchflutet und dunkel zugleich – das muss ein Maler erst mal schaffen!
Read More Am 16. April war der „International Holocaust Day“. Während man in vielen Gegenden der Welt feierliche Gedenkstunden abhält, knallt es in Südafrika. CrimeMag berichtet. Bitte beachten Sie, dass das eingebundene Video widerwärtig Gewalt zeigt. 16 April 2015 International Holocaust day – day two of the second round of xenophobia in South Africa by Sandi Baker 16 April 2015 was International Holocaust day, a day that marks the beginning of the Warsaw Ghetto Uprising and is linked to the 27th day of Nisan on the Hebrew calendar which was on 19
Read More Science Fiction: poetologische Versuche CrimeMag kümmert sich traditionellerweise auch um die Nachbargenres. Hier ein Essay zur Science Fiction von Markus Pohlmeyer. „Aufbruch Herbstsonne liegt auf der Fensterbank, Geruch von Rauch in der Luft; Feuerholz ist aufgeschichtet; Behaglichkeit. Noch diesen Winter werden wir die Erde verlassen; ihr im Brüllen der Motoren, ich auf stillere Art.“[1] I ENZENSBERGER und der Mut zur Anarchie Science Fiction[2], das ist Pop, das ist Postmoderne, aber auch und vor allem: Poesie. Und einen a(na)rchaischen Schritt weiter: das Buch bleibt meiner Meinung nach weiterhin immer noch die
Read More Hinter der Linie, vor dem 30. Spieltag – Eine Fußballkolumne von Mara Braun. Sanft streicht der Wind durch die Gassen und trägt bereits den Geruch des nahenden Sommers in sich. Die Aprilsonne wärmt die ersten nackten Kinderarme der Saison, während sie greifen nach Zügeln und Lenkrädern, kleine Hintern sich niederlassen auf kühlen Pferderücken oder in knallroten Feuerwehrautos. Über allem oszilliert ein Lärmen und Lachen, der Geruch nach süßem Popcorn und heißer Bratwurst. Wattewölkchen, die den tiefblauen Himmel kreuzen: Jahrmarkt. Einsteigen, alle Mann einsteigen! Gleich geht’s los! Schnell noch den Chip
Read More