Lebendig begraben von Gottfried Keller I. Wie poltert es! – Abscheuliches Geroll Von Schutt und Erde, modernden Gebeinen! Ich kann nicht lachen und kann auch nicht weinen, Doch nimmt’s mich wunder, wie das enden soll! Nun wird es still. – Sie trollen sich nach Haus Und lassen mich hier sieben Fuß tief liegen: Nun, Phantasie! laß deine Adler fliegen, Hier schwingen sie wohl nimmer mich hinaus! Das ist jetzt eine wunderliche Zeit! Im dunkeln Grab kein Regen und kein Rühren, Indes der Geist als Holzwurm mag spazieren Im Tannenholz –
Read More Die Mutter der Gangster-Dialoge – George V. Higgins’ „Die Freunde von Eddie Coyle“ von 1971. Ein Klassiker-Check von Alf Mayer. Dieser Satz ist einer der berühmtesten Romananfänge der Kriminalliteratur: „Jackie Brown war sechsundzwanzig und verzog keine Miene, als er sagte, er könne ein paar Waffen besorgen.“ Wie ein Blitz traf dieser Einstieg damals vor über 40 Jahren einen im letzten Jahr als Altmeister zu Grabe getragenen Autor. Als sein Buch, für das es sich zu sterben lohne, benannte der große Elmore Leonard (hier unser Nachruf) die 1971 im New Yorker
Read More Liebes CrimeMag-Publikum, ein neues Jahr damit zu beginnen, sich der Essentials zu versichern, ist sicher nicht ganz falsch. Deswegen heute ein Klassiker-Check von Alf Mayer – auf dem Prüfstand „Die Freunde von Eddie Coyle“, ein Grundlagentext der Kriminalliteratur von 1971. Carlos ist empört, dass man als deutscher Mann nicht einmal mehr seine rassistische, xeno- und homophobe Meinung sagen darf und nennt erschütternde Beispiele. Am 24. und 25. Januar finden im Frankfurter Literaturhaus die „Literaturtage Mittelamerika“ statt. Mit dabei der mexikanische Autor Paco Ignacio Taibo II – Knut Henkel hat ihn getroffen
Read More Es steht schlimm um Deutschland, aber man darf ja nix sagen. Doch, einer darf und muss es tun, natürlich ganz literarisch – Exempel von Carlos. Es wird viel geheult im deutschen Land Wir zahlen in Europa alles und sind daher beim Lebensstandard von Nordkorea angekommen. Die EU knechtet uns entsetzlich, grade, dass man noch das Haus verlassen darf. Es genügt schon, wenn man ein paar Witze über Schwule und Moslems und Juden macht – schon schauen einen sogar Menschen böse an, die weder Schwule, Moslems noch Juden sind, die das
Read More Umtriebig, umstritten und authentisch … ist Paco Ignacio Tabio II. Mexikos rasantester Schriftsteller ist mal wieder auf Lese- und Diskussionsreise in Deutschland. Vorstellen wird er unter anderem seinen Piratenroman „Die Rückkehr der Tiger von Malaysia“; diskutieren über die mexikanischen Realitäten und neue Literatur aus der Region. Knut Henkel hat ihn in Mexiko City getroffen. Ungebetenen Besuch mag Paco Ignacio Taibo II gar nicht. Folgerichtig hat er darauf verzichtet, sein Klingelschild mit einem Namen zu versehen, denn wer es wissen muss, weiß auch so, wo der nunmehr 65-jährige stämmige Mann mit
Read More Wer die Amsel tötet … José Muñoz & Carlo Sampayo haben ein großes, neues Album vorgelegt: „Carlos Gardel. Die Stimme Argentiniens.“ Verbrechen, Musik und Politik gehören bei ihnen immer zusammen – so auch hier. Thomas Wörtche über zwei hierzulande immer noch sträflich unbekannte Künstler und ihre listige Sabotage an verdächtigen Denkschubladen. José Muñoz (Bild) und Carlos Sampayo (Text), die beiden Argentinier aus Buenos Aires mit Wohnsitz in Italien resp. Spanien, gehören zu den großen Konzeptkünstlern des Comics, die endgültig die Auseinanderdividierbarkeit von Bild und Text in dieser Kunst beendet haben.
Read More Kuba & die Sextouristen – Noch im Vollbesitz seiner Kräfte hat Fidel Castro auf einem Treffen lateinamerikanischer Staatschefs 1995 im malerischen Anden-Skiort Bariloche endgültig dafür gesorgt, dass Kuba in den Blickpunkt der Sextouristen geriet: Er erklärte, Dank der Errungenschaften des sozialistischen Gesundheitssystems seien Kubas Prostituierte wenigstens gesund. So sind Krimis, die die geilen Böcke dieser Welt aufs Korn nehmen, denen angesichts von Havannas schönen jungen Mulattinnen und Mulatten der Sabber aus den Mundwinkeln tropft, durchaus aktuell. Die Kanadierin Peggy Blair hat sich an das Thema Kinderprostitution auf der grünen Insel
Read More Das Wandern ist des Mörders Lust … Unauffällige, ganz normale Settings und deren kriminelle Potentiale sind die Spezialität von Regina Nössler. Ihr neuer Roman „Wanderurlaub“ beschäftigt sich genau damit: mit dem normalerweise unspektakulären Wandern. Joachim Feldmann wandert wohlgemut mit … Wer mit der IWO (Internationale Wanderorganisation) auf Tour geht, gehört nicht zu den Ärmeren im Lande. Und das findet der Apotheker Julius auch gut so. Es ist schließlich schon schlimm genug, mit irgendwelchen Pauschaltouristen das Hotel teilen zu müssen. Auch Carina, der ihre Herkunft aus einer Reihenhaussiedlung im Ruhrgebiet noch
Read More „Das kriegt der blödeste Rumäne hin“ Wolfgang Schorlaus Banditen tummeln sich diesmal in der Fleischbranche: „Am zwöften Tag“ heißt der Roman, den Bruno Arich-Gerz für Sie gelesen hat … Den Familienbetrieb im Oldenburgischen gibt es seit drei Generationen, die Probleme erst seit ein paar Jahren. Die Schweine- und Putenmästerei läuft trotz all der Futterzusätze der pharmazeutischen Art nicht rund. Die Kapitulation vor den ganz großen Ausbeinern der Branche – denen, die nicht nur ihr Schlachtvieh ausnehmen, sondern auch am Markt verdrängungswettbewerblich zulangen – liegt nahe. Also nimmt man eine Auszeit,
Read More Krimilesungen vom 11.01.2014 bis 01.02.2014 Unser Veranstaltungskalender bietet Ihnen eine feine Auswahl an interessanten Autoren, die sich zurzeit auf Lesereise befinden. Jacques Berndorf liest aus seinem Krimi „Eifel-Krieg“: 16.01.2014 Kulturraum Bürgerhaus, Naunheim, Beginn 20:00 Uhr 27.01.2014 Event Hall Road Stop, Wuppertal, Beginn 19:00 Uhr Weitere Infos hier. Christopher Brookmyre stellt „Die Kunst des Bankraubs“ vor: 29.01.2014 Zürich, Kaufleuten, Beginn 20:00 Uhr Hier gibt es weitere Infos. Jürgen Ehlers stellt seinen Hamburg-Krimi-Reiseführer vor: 25.01.2014 Zentralbibliothek Hamburg, Beginn 16:00 Uhr Für nähere Informationen hier
Read More The Guns of Brixton by Paul Simonon When they kick out your front door How you gonna come? With your hands on your head Or on the trigger of your gun When the law break in How you gonna go? Shot down on the pavement Or waiting in death row You can crush us You can bruise us But you’ll have to answer to Oh, Guns of Brixton The money feels good And your life you like it well But surely your time will come As in heaven, as in
Read More Crime Fiction – das (multiple) Leit-Medium unserer Tage übt mit seiner Bilderflut und seinen Ikonographierungen die Wahrnehmung von Realitäten ein. Wie vermittelt auch immer. Besonders problematisch wird das, wenn Fiktionen unterstellt wird, sie bildeten Realitäten einfach ab. Man kann so was Ideologiebildung nennen. Alf Mayer hat in diesem Sinn recherchiert und dann einen Brief geschrieben: Stoppt den SEK-Wahnsinn im Fernsehen! Ein offener Brief an die ARD-Programmkonferenz (Durchschlag ans ZDF) Sonntag, 5. Januar 2014, zwei Tatorte hintereinander, Nummer 894 und 895, zweimal satte Quote. 9,3 Millionen Zuschauer bei „Der Eskimo“ und
Read More Liebes CrimeMag-Publikum, mit den besten Wünschen für ein rundum gutes Jahr 2014 sind wir wieder online. Alf Mayer beobachtet mit wachsendem Missvergnügen die SEK-Orgien im „Tatort“ und hat den Verantwortlichen für Ideologiebildung in ARD (und ZDF) einen offenen Brief geschrieben. Carlos ist jüngst 50 Jahre alt geworden. Wir haben ihm versichert, so etwas tue nicht weh. Aber er musste sich ja unbedingt selbst zum Geburtstag gratulieren … Am 24./25. Januar finden in Frankfurt die „Mittelamerika Literaturtage“ statt – ein Thema, das CULTurMAG traditionellerweise am Herzen liegt – und die wir
Read More Happy birthday, Carlos – eine Autogratulation! Ich bin nun also 50 Jahre alt. Nein, ich hadere nicht mit diesem Alter – ich nehme es in Demut an. Ich will nun achtsamer mit meinen Mitmenschen, jedoch auch mit mir umgehen. Will ganz bei mir sein. Gewiss, der Horizont rückt näher, es dräut der Schatten der Sense im einsetzenden Abenddämmer. Aber das ist nicht von Belang. So vieles ist noch zu tun! Noch manch braches Ackerland will gepflügt, besät, gehegt und – vor allem dieses: geerntet werden. (Also metaphorisch gesprochen.) Ich werde
Read More Am 24. und am 25. Januar finden im Frankfurter Literaturhaus die von der LitProm und vom Weltempfänger veranstalteten „Mittelamerika Literaturtage“ statt. Bei uns als Medienpartner, und weil Mittelamerika eines unserer ständigen Themen ist, finden Sie samstags und mittwochs bis dahin einschlägige Artikel zu Autoren und Themen der Veranstaltung, zu der wir Sie herzlich einladen! Héctor Tobar ‒ Ein Porträt Lea Himmelsbach hat sich mit dem Autor und seinem vielschichtigen, spannend zu lesenden Werk beschäftigt. Die Invasion der Papageien Angesichts der laufenden Debatte um die US-amerikanische Einwanderungsreform hat der Journalist und
Read More Who’s Afraid of a PAF? Dead End for the Red Bogeyman by Thomas Adcock Copyright © 2014 – Thomas Adcock NEW YORK, near America Among the first card-carrying communists of my acquaintance was Arvo Kustaa Halberg—better known as Gus Hall, a name he was obliged to invent after being blacklisted from gainful employment due to his role in a bloody general strike by workers in Minneapolis during the spring and summer of 1934, a struggle that forced the city’s corporate establishment and its brutal police force to recognize labor unions.
Read More Ausflug in Chandlers Territorium Wir verstehen das – bei verehrten und geschätzten Autoren mag man nicht immer auf die deutsche Übersetzung warten. Und deswegen hat – kaum ist „A Nasty Piece of Work“ von Robert Littell erschienen – Alf Mayer das Buch schon gelesen ‒ voilà: 79 Jahre alt wurde Robert Littell gerade am 8. Januar. Mit seinem im November in USA erschienenen 18. Roman „A Nasty Piece of Work“ hat er sich selbst ein Geschenk gemacht und nach einer Reihe meisterhafter Thriller, der letzte eine ingeniöse Biografie des jungen
Read More Thanatologie – Nach den Tatortreinigern kommen jetzt die Bestatter und -innen, Kriminalliteratur als Rundumservice für Leichen – wir sind mäßig beeindruckt. Helene Henkes „Totenmaske“ hat zudem noch eine Menge ästhetischer Defizite – Ilaria Urbano ist schon allein deswegen nur sehr, sehr mäßig beeindruckt. Zoe Lenz, eine 21-jährige Bestatterin, die das Unternehmen ihres Großvaters geerbt hat, ist schön und doch sehr verschlossen. Sie wohnt in einem kleinen Dorf im Hunsrück, in der Nähe eines Steinbruchs und der ehemaligen Raketenstation in Kastellaun. Ihr einziger Freund ist Josh, der sogar noch zwei Jahre
Read More Gangster moderne von MC Solaar Yeah, les héros sont des petits voleurs Ils ont juste rajouté quatre ou cinq zeros Ne leur en voulez pas Il est là, large, barge, prés de la berge nage A quitté la cage pour le marivaudage Le marécage est derrière lui, loin Son acte le plus sage est d’avoir tiré sur Le Parrain Dans son quartier, le général Noriega, Est aussi respecté que Jean Bedel Bokassa Nino Brown, Escobar, les bloc-notes de dollars Sont aussi vénérés que Jésus-Christ le soir En pleine crise, Aldo
Read More „Ich blicke nicht gern zurück“ Frank Göhre wird Siebzig. Ein Gespräch über Wurzeln, Quellen, Inspirationen, Techniken, Pläne und Projekte. Außerdem erstmals und exklusiv: Wie ganz am Anfang nur dank des Einsatzes einer halben Flasche Whiskey knapp verhindert werden konnte, dass Frank Göhre, der Vertreter des urbanen Noirs in Deutschland, mit seinen Geschichten in der Lüneburger Heide landete. Von Ulrich Noller Ulrich Noller: Allem Anfang wohnt ein Ende inne. Deshalb, als erste Frage zum Siebzigsten: Gibt’s etwas, das für Dich als Autor überhaupt nicht mehr in Frage kommt? Was ist Deine
Read More Liebes CrimeMag-Publikum, am Montag, den 16. Dezember wird Frank Göhre 70 Jahre alt. CrimeMag gratuliert schon heute unserem Freund und Autor, den wir mit einem kleinen Spezial würdigen möchten – Ulrich Noller hat ihn interviewt, Zoë Beck, D.B. Blettenberg, Tobias Gohlis und Alf Mayer haben sehr persönliche Glückwünsche für ihn. Bei Carlos ist heut schon Weihnachten, beim Schwurbverlag auch – staunen Sie selbst! Einen Klassiker-Check von Lutz Göllner gibt es – Erskine Childers „Rätsel der Sandbank“ und die Fortsetzung von Sam Llewellyn; Frank Rumpel lobt Uta-Maria Heims neuen Roman „Wem
Read More Bratkartoffeln Für Frank Göhre. Von Zoë Beck. Das Haus, in dem ich in Blankenese gewohnt habe, hat sich verändert. Nicht von außen, aber es sind ganz andere Leute drin. Meine Nachbarn, mit denen ich mir die Katze geteilt habe, sind weggezogen. Von mir ist nichts mehr dort. Der türkische Schneider ist auch nicht mehr da, er hatte versucht zu klagen, aber natürlich hat sein Vermieter gewonnen. In dem Lokal gegenüber von Frau Lühmann ist schon wieder Leerstand, aber es sagen sowieso alle, dass auf diesem Lokal ein Fluch liegt. Niemand
Read More Dublette — voll auf den Punkt ‒ Die beeindruckende Trefferquote des Frank Göhre. Von D.B.Blettenberg. Lange bevor ich Frank Göhre auch persönlich kennen und schätzen lernte, habe ich ihn über seine Bücher wahrgenommen. Das ist der Königsweg, auf dem ein guter Schriftsteller seine Leser erreicht, denn die Bücher sind die Stars und haben im Vordergrund zu stehen. Wenn jemand sagt: „Sankt Pauli Nacht …? Kenne ich! Tolles Buch! Von wem ist das noch mal?“ ist das allemal erfreulicher als: „Frank Göhre? Ist das nicht ein Schriftsteller? Was hat der eigentlich
Read More Als ich zum ersten Mal Frank traf, war ich noch nie im Puff gewesen Von Tobias Gohlis. Wenn Frank Göhre auftritt, dann erblickt man einen großen kräftigen Mann. Wer Geister sehen kann, sieht hinter ihm noch einen kleinen zarten dunkelhaarigen mit dem gleichen Initialen FG. Das steht für Friedrich Glauser. Neben der Verehrung für den Stilisten und Schriftsteller Glauser war es Göhres tiefe Empathie mit den Armen, Geschlagenen, mit den Außenseitern und Umhergetriebenen, die ihn auf Glauser stoßen und an ihm festhalten ließ. Eine Wurzel finden, umgehen mit der Heimatlosigkeit
Read More Zeitgenosse Göhre Zu den „sonstigen“ Texten eines außergewöhnlichen Autors. Von Alf Mayer Er hat es wieder getan – und endlich gibt es Nachschub für meine kleine heimliche Sucht. Ja, ich bin ein wenig süchtig. Nachwortsüchtig. Begierig nämlich auch auf jene Texte, die Frank Göhre außerhalb seiner Romane und Erzählungen schreibt, meist eben als Nachworte. Diesmal heißt der Text „Es war einmal St. Pauli“ und rundet im buchstäblichen Sinne den Sammelband „Geile Meile“ ab, den der Pendragon Verlag jetzt zum 70. Geburtstag Frank Göhres herausgebracht hat. 507 Seiten Göhre sind hier
Read More Weihnachten mit Carlos, wie sonst? Es wird Weihnachten. Da muss der Schwurbverlag – wir! ‒ Osterburken endlich mal wieder nachfassen. Es gibt ja super (Lind-)Festivals (siehe hier), die jetzt Schriller und Bumser vereinigen, das inspiriert uns sehr und hart: Daher unsere dekalogische Anthologie: Nikolauser – Todesmauser! Erotischer Weihnachtskurzschriller mit Lokalhumor und Kolorit Vorwort von Pfarrer Jürgen Bibel: Passt auf! Der Engel bengelt drauf! (Ahnen achten, Spenden senden …) Die Rute am Sack! (Karlo Käfer) Bumskamenkoitus am Heiligabendladenschluss (Alf Abend – humorvoll) Schwengel die Engel! (Hans Hass-Horst) Missbrauche Messias mehrmals! (Kardinal
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