‘Vaginaphobia’ Scourge of America’s Right-Wing Scaredy-Cats by Thomas Adcock Copyright © 2014 – Thomas Adcock NEW YORK, near America Proudly obsessed with Victorian-era notions of feminine probity, the men of America’s amalgamated Republican Tea Party are hell-bent on siring a new nation of government-enforced misogyny. Evidenced by their rhetoric and legislative conduct, true-believing party men holding public office feel called to noble purpose: as godly guardians of vaginal virtue. Like other unhealthy preoccupations, vaginaphobia dwells in the sweaty darkness of inchoate fear. Reason and rationality do not penetrate the scaredy-cat
Read More Amorphe Realitäten – Es ist kein Kriminalroman, den der in Wien aufgewachsene, seit vielen Jahren in Stuttgart lebende Autor Heinrich Steinfest da geschrieben hat. Das ist wenig überraschend, zeichnete sich diese Entwicklung doch schon seit Längerem in seinen Romanen ab. Den Schritt weg vom Genre scheint er nun endgültig vollzogen zu haben ‒ aber das ist ganz sicher kein Makel. Im Gegenteil: In „Der Allesforscher“ ist der Erzähler Steinfest stark wie nie. Frank Rumpel mag das Buch. Am Anfang steht ein explodierender Wal. Ein Pottwal ist in Tainan gestrandet, einer
Read More Eine Bruchlandung – Kem Nunns erster Roman seit zehn Jahren – eine Rezension von Alf Mayer. Schon vor Don Winslow gab es Surf Noir zum Niederknien. 1984 ritt der Kalifornier Kem Nunn mit „Tapping the Souce“ (Wellenjagd) auf einer perfekten Welle in die „Hall of Fame“ der Kriminalliteratur. Es folgten „Unassigned Territory“, „Pomona Queen“, das seinen Erstling noch übertreffende „Dogs of Winter“ (1997) und zuletzt „Tijuna Straits“ (2004). Dann wurde es still um Kem Nunn. Elmore Leonard hatte das Debüt folgendermaßen begrüßt: „God bless Kem Nunn, one of a rare
Read More Ronaldo entführt Meisner – Irgendwie scheint es schwer in Mode gekommen zu sein, andere Leute im Keller zu halten. Im richtigen Leben und in Romanen. Wir konstatieren das erst mal. Vielleicht gibt es sogar ein neues Subgenre – den Leute-im-Keller-Krimi. Anne Kuhlmeyer hat „30 Keller“ von Stephan Kaluza gelesen. Meisner ist Multimilliardär. Kurz vor Weihnachten wird er von seinem Maybach am Genfer See entlang zu seiner Multimilliardärsvilla geschaukelt. Meisner ist naturgemäß einer, der alles hat. Neben den Dingen hat er eine Ehefrau, die er erschlagen möchte und überhaupt noch nie leiden konnte,
Read More Bloody Chops – schnell, unparteiisch und gerecht Heute choppen Joachim Feldmann (JF) Jan Costin Wagners „Tage des letzten Schnees“, Alf Mayer (AM) Robert B. Parkers „Die Tote im Paradies“ &“ Eiskalt“ und Sophie Sumburane (SoSu) William Shaws „Abbey Road Murder Song“. Kunstgewerbe? (JF) Wer ein Kapitel seines Romans mit den Worten „Zur selben Zeit, in einer Geschichte, die nicht erzählt wird“ überschreibt, lässt keinen Zweifel an seinem Kunstanspruch, lädt die Formulierung doch zu wilden Spekulationen über die Fallstricke des Narrativen ein. Oder, um es mit einem klassischen Satz aus dem
Read More Wir denken bei Thailand automatisch an Sex-Business, Sex-Tourismus, Korruption und organisierte Kriminalität. Von außen. Christopher G. Moore lebt in dieser Gesellschaft. Heute: Gewalt gehört zur evolutionären Ausstattung von Homo sapiens und ist bei allen gesellschaftlichen Prozesse im Spiel. Dennoch scheint dieser Planet ein immer gewalttätigerer Ort zu werden. Christopher G. Moore über ein Kernthema von Realität und Kultur Violence: The next big leap Crime authors deal in the currency of violent behavior. Every society has violent actors. Mostly they play the part of villains, except when they are portrayed as
Read More Hinter der Linie, vor dem 26. Spieltag – Eine Fußballkolumne von Mara Braun. Als bei der Berichterstattung zur Champions League am Mittwoch im ZDF kurz der Eindruck aufkam, man sehe die „Heute Show“, lag das nicht an Oliver Welke, der beide Formate moderiert. Für Heiterkeit bis kurz vor der Schnappatmung sorgte vielmehr Oliver Kahn mit der leidenschaftslos vorgetragenen Aussage, Auseinandersetzungen im Fußball sollten doch bitte auf einer sachlichen Ebene stattfinden. Sachlichkeit, das war ja bekanntermaßen eine der Kernkompetenzen des Fußballers Oliver Kahn. Zum Nachdenken regte schon eher ein Satz des
Read More Das leichtsinnige Mietzel von Wilhelm Busch Schau unser Mietzel, unser gutes! Was hat das für ein lieb Gesicht. – Und raufen, balgen – nein, das tut es, Nein, nein! – das tut das Mietzel nicht. Ist so ein herzensgutes Kätzchen; Tut niemals einem was zuleid, So daß sogar das Gimpelmätzchen Ganz ohne alle Furchtsamkeit. Ja, selbst der Schnauz, der doch ein grimmer Griesgrämlichalter Knabe ist, Erlaubt dem Mietzel, daß es immer Mit ihm aus einer Schüssel frißt. Es war auch wirklich so possierlich, Wenn so für sich das kleine Ding
Read More Ach, Amazon – Teil 2 – Buchmesse Leipzig 2014, und ich werde zitiert mit „Find ich gut“, als es um Amazon Publishing geht. Nur lobende Worte hätte ich gefunden. Damit das so nicht hängen bleibt, braucht es den notwendigen Kontext. Ich war zu der Diskussionsrunde „Words & Money“ geladen. Außer mir noch Georg M. Oswald (Berlin Verlag), Mathias Gatza (fiktion.cc) und John Mitchinson (Unbound). Wer nicht mitdiskutieren konnte, war Laurenz Bolliger, der für die Kindle Singles bei Amazon zuständig ist. Was wir sehr schade fanden. Was auch Laurenz Bolliger schade
Read More Hinter der Linie, vor dem 25. Spieltag – Eine Fußballkolumne von Mara Braun. Eigentlich sind in Sachen Uli Hoeneß-Prozess alle Wortspiele mit Fußballbezug bereits gemacht worden, in der Regel sogar mehrfach – und vermutlich streiten sich Witzbolde auf Twitter und Facebook bis zur ersten Hafterleichterung darüber, wer der jeweils rechtmäßige Urheber ist. Weil, auf Sachen wie „Hoeneß im Abseits“ oder „die längste Nachspielzeit in der Geschichte der Bundesliga“ können ja unmöglich zwei brillante Köpfe gleichzeitig kommen … Einen habe ich trotzdem noch: Der Gerichtsprozess war wie ein Spiel, bei dem
Read More Der Heimatdichter vom Glockenbach ‒ Martin Arz segelt immer haarscharf unter dem Radarschirm der breiteren Wahrnehmung. Das ist ganz und gar falsch und schade, weil er zu den interessantesten deutschen Kriminalautoren gehört. Klaus Kamberger erklärt, warum … Es kann ja nie falsch sein, wenn einer nur über das schreibt, was er auch wirklich kennt. Und wenn er dann auch noch liebt, worüber er sich auslässt, muss das auch kein Schaden sein. Allerdings sollte das Verhältnis zwischen dem Autor und seinem Gegenstand wiederum nicht so innig werden, dass am Ende der
Read More Liebes CrimeMag-Publikum, wir möchten Sie heute auf Martin Arz aufmerksam machen, dessen Kriminalromane aus München sträflich unterschätzt werden. Klaus Kamberger stellt sie Ihnen vor. Carlos sorgt sich um das Abendland, was wir gut verstehen können ‒ also reguliert er es ein wenig. Die politische Lage in der Ukraine macht uns Sorgen, Thomas Adcock betrachtet die Situation mit den Augen eines kritischen New Yorkers. Zoë Beck liest gerne Bücher. Aber auch solche, deren Anfänge misslungen, abscheulich oder schlicht öde sind? Der bekennende Robert Wilson-Fan Alf Mayer mag nicht auf die deutsche
Read More Es schmerzt ‒ das tut es immer, wenn Carlos sich um das Abendland sorgt, so wie nur er sich sorgen kann: Es gilt Fragen zu stellen, das lehrt uns die die abendländische Kultur: Ist Khedira rechtzeitig fit? Sind Eier gut oder schlecht fürs Blutfett? Ist Christus gen Himmel aufgefahren, und wenn ja, fliegt er noch? Ist Guido Westerwelle wirklich der bestgescheiterte Dummkopf der Republikgeschichte oder ist es eine Art Scharade, undurchdachte List, blöde Trollerei? Soll man die Sprachpflege reaktionären Besserwissern überlassen, zuvörderst der zum Oberlehrer verfrankensteinte Udo Jürgens Jünger, der
Read More Who Lies? Who Dies? Who pays? Who profits? by Thomas Adcock Copyright © 2014 – Thomas Adcock NEW YORK, near America The tiresome ballet of war is a pas de deux in which opposing sides claim to uphold all that is moral and civilized. First comes the performers’ entrée. Next—the adagio, variations, and coda. Thus goes a deadly dance as old as dirt: Enter the schemers, and their lies. Trumpets announce a parade of the very latest in military arts required to cull the combatant populations of their young men
Read More Ilsebill salzte nach. Letztens stieß ich eine kleine Diskussion darüber an, wann man als LeserIn ein Buch weglegen kann oder darf, wie auch immer. Meine etwas harsche Behauptung, man könne bereits anhand der ersten Seite entscheiden, ob man ein Buch weiterlesen wolle, wurde natürlich bemäkelt, und ich denke – falsch verstanden. Es hieß, wenn gleich auf den ersten Seiten Spannung sein müsse, dann würde doch nur noch Einheitsbrei herauskommen, es gäbe keine Experimente mehr, keinen Individualismus. Genau das meine ich nicht. Es ist das Immergleiche, das mich vom Lesen abhält.
Read More Auf Seite 20 ist die Tochter tot ‒ Robert Wilsons Thriller „You Will Never Find Me“, von Alf Mayer Ich weiß nicht, wann ich zuletzt mehr Herzklopfen und Pulsrasen verspürt, mehr unter Strom gesetzt worden bin, ein spannenderes Buch gelesen habe. Robert Wilson fährt Vollgas in dem gerade in England herausgekommenen „You Will Never Find Me“, der Fortsetzung von „Stirb für mich“, die Ende September 2014 bei Page & Turner auf Deutsch erscheinen wird. Wilson liest am 17. März in Köln, am 18. März in München und am 19. März
Read More Quarantäne auf dem Kreuzfahrer ‒ Einen mysteriösen Todesfall auf einem Kreuzfahrtschiff im Hamburger Hafen soll Kommissar Adam Danowski ermitteln. Er wird aber wegen Seuchengefahr isoliert und an der ernsthaften Aufklärung des Falles gehindert. Ein spannender Krimi von Till Raether, der am Schluss leider streckenweise in den Slapstick-Modus abdriftet. Rezensiert von Peter Münder. Ausgerechnet „Große Freiheit“ heißt der Kreuzfahrer, der im Hamburger Hafen mit einer Leiche an Bord festliegt. Den Toten, den man möglichst schnell von Bord schaffen will, lassen die Behörden aber erst nach gründlichen Untersuchungen und der Verhängung strengster
Read More Posted On März 8, 2014By Doris WieserIn Crimemag
Doppelmord im brasilianischen Winter ‒ Eine flotte, leichte Lektüre mit intellektuellem Touch bietet Gustavo Machado in seinem Debütroman „Unter dem Augusthimmel“. Auch die Standardzutaten Sex & Crime kommen nicht zu kurz und werden vage in eine politische Situation eingebettet, in der die Polizei Verdächtigte foltert und die Regierungspartei ihre Tentakel in alle gesellschaftlichen Ebenen ausbreitet. Doris Wieser ist skeptisch. Protagonist Otto ist Maler und als solcher meist knapp bei Kasse. Sein Jugendfreund Teo, hoher Beamter und Mitglied in der linken Regierungspartei, beschafft ihm einen Job in einer Art Volkshochschule. Dort
Read More Wir denken bei Thailand automatisch an Sex-Business, Sex-Tourismus, Korruption und organisierte Kriminalität. Von außen. Christopher G. Moore lebt in dieser Gesellschaft. Heute: Gerichtssäle sollten sankrosankte Orte der Gerechtigkeit sein, Richter unparteiische Diener der Justitia. Was aber passiert, wenn die Praxis tagtäglich etwas ganz anderes zeigt? Christopher G. Moore – gelernter Jurist – über harte Realitäten, nicht nur in Thailand: Judging the Judges: Distrust and the rise of Violence against Courts Judges are expected to be impartial storytellers, weaving their narratives from the evidence presented to them, considering previous cases with
Read More Hinter der Linie, vor dem 24. Spieltag – Eine Fußballkolumne von Mara Braun. Voilà, die letzten elf Spieltage der Saison sind angebrochen. Bitte merken Sie sich für diese kommenden Wochen den Begriff Kellerduell – oder lassen Sie es vielleicht auch bleiben, so oder so wird er bis Mitte Mai nicht mehr aus der Top Fünf der Wörter zu vertreiben sein, die Sportjournalisten bei der Anmoderation der Spielbeiträge benutzen … Weitere Dauerbrenner sind der stets gefährdete Ligadino, das klassische Derby und in der jetzigen Saisonphase auch gerne eine Kombination aus mehreren
Read More Krimilesungen vom 08.03.2014 bis 22.03.2014 Unser Veranstaltungskalender bietet Ihnen eine feine Auswahl an interessanten Autoren, die sich zurzeit auf Lesereise befinden. Friedrich Ani liest: 08.03.2014 Vereinsheim, München, Beginn 19:30 Uhr 12.03.2014 Jazzclub BIX, Stuttgart, Beginn 20:00 Uhr 13.03.2014 Krimi-Club im Landgericht, Leipzig, Beginn 19:00 Uhr 16.03.2014 Buchhandlung Ludwig, Leipzig (Hauptbahnhof), Beginn 16:00 Uhr 18.03.2014 Aula der Ernst-Barlauch-Schulen, München, Beginn 19:30 Uhr Weitere Informationen finden Sie hier. Zoë Beck mit „Brixton Hill“: 13.03.2014 Krimi-Club im Landgericht, Leipzig, Beginn 19:00
Read More Die Braut von Korinth von Johann Wolfgang von Goethe Nach Korinthus von Athen gezogen Kam ein Jüngling, dort noch unbekannt. Einen Bürger hofft’ er sich gewogen; Beide Väter waren gastverwandt, Hatte frühe schon Töchterchen und Sohn Braut und Bräutigam voraus genannt. Aber wird er auch willkommen scheinen, Wenn er teuer nicht die Gunst erkauft? Er ist noch ein Heide mit den Seinen, Und sie sind schon Christen und getauft. Keimt ein Glaube neu, Wird oft Lieb und Treu Wie ein böses Unkraut ausgerauft. Und schon lag das ganze Haus im
Read More Alf Mayers Moving Targets: Bertrand Tavernier-Spezial Ein CinemaScope zu „Capitaine Conan“ und Bertrand Tavernier. Auf diesen Film habe ich 17 Jahre lang gewartet. Brummende Multiplexe mit mehr als zehn Leinwänden im Dauerbetrieb, über 500 Starts im Kinojahr, aber viele Filme, oft nicht die schlechtesten, fallen durch den Rost. Auf den Festivals schreiben die Kritiker über ein imaginäres Kino, das es in der Realität nicht gibt. 1980 ließ ich Georg Seeßlen aus einem normalen Multiplex berichten, das sorgte für einen Aufschrei in der Zunft und wäre heute noch ein Unding. Kritiker
Read More Liebes CrimeMag-Publikum, heute erlauben wir uns, ohne besonderen Anlass, einen der wichtigsten Film(noir)-Regisseure aller Zeiten zu feiern, auch um Maßstäbe im Tagesgeschäft im Auge zu behalten: Alf Mayer über Bertrand Tavernier. Um den täglichen Wahnsinn im Auge zu behalten, haben wir Carlos – und der ist postolympisch drauf und bastelt sein Podium der nervigsten Dauerstrolche. Mit makrostruktureller Gewalt auch gegen die eigene Bevölkerung beschäftigt sich Thomas Adcock und porträtiert die Macht- und Geldelite der USA. Nicht schön … Eyre Price hingegen hat mit „Road Kill“ einen Roman geschrieben, in dem
Read More Lumpentrio infernale Olympia war gestern, heute ist Carlos dran und ehrt die aktuellen Top-Vollpfosten unserer Tage: Die letzte Siegerehrung im olympischen Winter werde ich vornehmen, und zwar jetzt: Geehrt werden die drei allergrößten derzeitigen Halunken deutscher Zunge, ein Lumpentrio infernale, Dreieinigkeit ex negativo, ach was: einfach drei Knalldeppen, Luftikusse, Schaumschläger und Hundsfotten kardinaler, grundgemeiner Provenienz. So. Wir kommen zum dritten, dem Brunzeplatz. Da dürfte er erstaunt sei, der Thilo Sarrazin, ja, enttäuscht. Aber immerhin: Auf’s Podium hat er es geschafft. Es gehört schon eine gewisse Chuzpe dazu, das, was Gutmenschenhasser
Read More ‘Let Them Eat Nothing’ Three blind mice of callous conduct by Thomas Adcock Copyright © 2014 – Thomas Adcock NEW YORK, near America Like much of the third world, the United States is ruled by a trinity of plutocrats, corporate oligarchs, and political hirelings. As we may conclude from the horrors of history, such confederation is the classic story of three blind mice: an imperious Rodentia unable to envision the consequences of their callous conduct. They blunder forward in simple-minded pursuit of profit and power, to the ultimate detriment of
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