Verstörende Dunkelheit, großer Wurf Constanze Matthes über einen schottischen Erstling Der schaurige Anblick erinnert an eine mystische, symbolisch aufgeladene Opferzeremonie. 16 Pferdeköpfe werden mit einem Auge gen Himmel blickend nebst einigen abgetrennten Schweifen kreisförmig in den Acker eingegraben nahe einer Farm gefunden. Die Polizei wird gerufen. Neben dem hiesigen Detective Sergeant Alec Nicols kommt auch Cooper Allen als Spezialistin hinzu. Beide können da noch nicht ahnen, dass sie mit ihren wochenlangen Ermittlungen in den Abgrund der menschlichen Seele blicken werden. Der schottische Autor Greg Buchanan hat mit seinem Debüt „Sechzehn Pferde“ einen
Read More Haarsträubende Entscheidungen Was ihn beim Schreiben wirklich interessiere, sagte der bretonische Autor Tanguy Viel einmal in einem Interview, sei nicht der rohe Handlungsstoff, „sondern der Prozess der Verwandlung: von einer komplizierten, intellektuellen Problematik hin zur Einfachheit der Dinge“. Das kann schiefgehen, doch ein gewiefter Erzähler, wie Tanguy Viel, schafft das in der Regel. In seinem aktuellen Roman erzählt er von Machtmissbrauch und Missverständnissen, von Naivität und radikalen Entscheidungen. Im Zentrum steht eine junge, dunkelhäutige Frau, Anfang 20, die ihre Geschichte zwei Polizisten erzählt. Doch die beiden Beamte sind skeptisch, können kaum
Read More Bitte nicht in Platons Höhle fotografieren! Schon mit der Erfindung der ersten Kameras begannen die kritischen Diskussionen und Spekulationen über Fotografie: Würden diese neuartigen Fotos der klassischen Malerei den Rang ablaufen und die bildende Kunst vielleicht obsolet werden lassen? Würden die in Großserien billig produzierten Kameras – „wie eine Räuberwaffe angepriesen, automatisiert und stets einsatzbereit“, polemisierte Susan Sontag 1977 in ihrem Essay „On Photography“ – uns zumüllen mit einer Bilderwelt, die kaum noch abgespeichert werden kann? Dienen Familienfotos, Reisefotos, Jubiläumsbilder nur der Bestätigung eines melodramatischen Nostalgie-Effekts? Können Kriegs-Fotos abschreckend oder aufklärend
Read More Dunkle irische Geschichte und taffe Frauen Die grüne Insel, Sehnsuchtsort voller Klischees zwischen Kerrygoldkühen und Guinnesschaum, zwischen Folk-Sessions im Pub und Stadionrock von U2, zwischen Torffeuer und Riverdance, hat in seiner bewegten Geschichte auch einige dunkle Kapitel aufzuweisen. Eines der schockierendsten sind die Verbrechen, die unter dem Deckmantel der katholischen Kirche in den Magdalenenheimen für gefallene Mädchen geschahen. Besonders schockierend, weil die Machenschaften der unbarmherzigen Schwestern bis in die 1990er Jahre hinein unentdeckt und ungesühnt blieben, weil viele Augen weggeschaut haben. Anna McPartlins neuer Roman erweckt die Grausamkeit dieser Institutionen
Read More Christian Y. Schmidt: Quarantäne Updates Shanghai. Ein Feldforschungsbericht. Herausgegeben von Hartmut Andryczuk. Hybriden-Verlag, Berlin 2022. 128 Seiten, gebunden, Auflage: 100 Exemplare, signiert und nummeriert, 100 Euro. Mit fünf farbigen Abbildungen sowie Quarantäne-Video (DVD) von Christian Y. Schmidt. Beilage: Originalzeichnung „ROOM 5038“ von Hartmut Andryczuk.Per Paypal hier zu bestellen. Eine kleine Einführung von Alf Mayer sowie ein Textauszug, mit freundlicher Erlaubnis von Autor und Verlag Wenn einer eine Reise tut …, sagte meine Großmutter immer. Wohl kaum ein Deutscher hat die Pandemie so vielfältig erlebt wie Christian Y. Schmidt, der seit 2005
Read More Kleine Intro von Alf Mayer:Im Regal für Kunstfotografie im New Yorker Strand Bookstore fand sich für Amanda Lee Koe der Anstoß, um nicht zu sagen der Nukleus, für ihren ersten nun vorliegenden Roman „Die letzten Strahlen eines Sterns“. Es war ein sonderbares Bild in einer Alfred-Eisenstaedt-Monographie, das drei sehr unterschiedliche Schauspielerinnen zusammen bei einer Party 1928 in Berlin zeigt: nämlich Marlene Dietrich, später eine bleibende Ikone Hollywoods, Anna May Wong, der erste chinesischstämmige US-Filmstar, und Leni Riefenstahl, deren Propagandakunstfilme sie erst berühmt und dann berüchtigt machen sollten. Der Roman zeichnet die Jahrzehnte und
Read More Berlin, die ruhelosen Jahre Wie die Fotografin Brigitte Tast sich treiben ließ – eine Rezension von Alf Mayer Sich absichtlich verirren, in der Stadt herumfahren oder wandern, „und dann rätseln, wo ich wohl angekommen war und wie ich wieder zurückfinden würde“, das war Programm für die Fotografin Brigitte Tast, wenn sie aus ihrem kleinen Dorf bei Hildesheim in den Jahren 1995 – 98 alleine nach Berlin fuhr. Sie gehörte nicht richtig dazu, war eine Zugelaufene, eine Streunerin – und sie fand sich mit ihrer schweren Mamiya C 330 in der
Read More Parchman Farm Well I’m sittin‘ over here on Parchman FarmWell I’m sittin‘ over here on Parchman FarmWell I’m sittin‘ over here on Parchman FarmAnd I ain’t never done no man no harm Well I’m puttin‘ that cotton in an eleven foot sackWell I’m puttin‘ that cotton in an eleven foot sackWell I’m puttin‘ that cotton in an eleven foot sackWith a twelve guage shotgun at my back I’m sittin‘ over here on Number NineI’m sittin‘ over here on Number NineWell I’m sittin‘ over here on Number NineAnd all I did
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