Posted On November 3, 2005 By In Musikmag

SZ-Diskothek – 1989

Neue Wege Während sich mit dem Fall der Berliner Mauer der Osten und der Westen aufeinander zu bewegten, drifteten mit dem sich abzeichnenden Siegeszug des Techno und des Hip-Hop die Popkulturen Europas und Amerikas immer weiter auseinander. Diesen Schluss zieht zumindest Andrian Kreye in der SZ-Diskothek zum Popjahr 1989. „Angesichts der ganz real revolutionären Kräfte schien die subversive Kraft des Pop versiegt“, urteilt Andrian Kreye, Amerika-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, über das Popjahr 1989. Pop und Rock erstarrten seiner Interpretation zufolge zur „sinnentleerten Pose“. Selbstverständlich zelebrierten R.E.M. und Nirvana denn auchRead More
Heiligt der Zweck alle Mitten? Sihem Bensedrine und Omar Mestri attackieren den „Übergang zur Demokratie” in den Maghreb-Staaten. Wurde mal wieder ‚der Bock zum Gärtner gemacht?’ Ausgerechnet in Tunesien findet ab dem 17. November der UN-Gipfel über die Freiheit der Medien und den ungehinderten weltweiten Informationsaustausch statt. Weit und breit ist etwa von den in Mitteleuropa geltenden Standards an Presse- und Meinungsfreiheit in Tunesien nichts zu spüren. Zwar verweist die Regierung Ben Ali unentwegt auf ihr Grundgesetz, nach dem jeder Bürger des Landes sagen und schreiben kann, was er will,Read More
Freier Fall Wie in „Top Job“ oder die „Die letzte Wette“ richtet Jason Starr auch in seinem vierten Roman „Hard Feelings“ sein Augenmerk auf scheiternde Existenzen. Minutiös beschreibt er den nicht aufzuhaltenden Fall eines New Yorker Top-Verkäufers. „Die Menschen in Manhattan schaffen sich dauernd selbst ihre Probleme, die sie davon abhalten, sich mit erschreckenderen, unlösbaren Problemen der Welt zu befassen.“ Dieser Satz aus Woody Allens filmischer Hommage an den bekanntesten Stadtteil New Yorks ist auch nach 25 Jahren noch wahr. In gewisser Weise trifft er nämlich auch auf die FigurenRead More
Die Vitalität der Gefahr „Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um“ ist seit jeher die Rechtfertigung der Mutlosen für ihr komatöses Dahindämmern im Stillstand. Dass, wer die Gefahr sucht, ganz im Gegenteil darin mit all seinen Sinnen erwacht, weiß Andreas Altmann. Der kischpreisgekrönte Reiseschriftsteller beschreibt in seinen Reportagen den Urgrund des Reisens: zu spüren, dass man am Leben ist. Der mobile Autor hat viel gesehen, er berichtet aus Asien, Afrika und Südamerika. Und aus Europa ohnehin: Vor zwei Jahren ging er zu Fuß von Paris nach Berlin und erzählteRead More

Posted On Oktober 3, 2005 By In Bücher, Litmag

A.L. Kennedy: Paradies

Zwischen Paradies und Delirium „Die Wirklichkeit – nichts als Schrecken steckt darin.“ Diese negative Bilanz von Ich und Welt führt in das Zentrum des neuen Romans der ebenso hochgelobten wie eigenwilligen schottischen Autorin A.L. Kennedy. Ihre Protagonistin Hannah Luckraft ist Ende dreißig, hält sich mit Aushilfsjobs über Wasser und ist eine überzeugte Alkoholikerin mit schmuddeligen Pubs als zweiter Heimat: „Das Trinken macht mich frei. Das ist keine Qual. Das ist ein Geschenk.“ Nach dem Filmriss ist bei ihr vor dem Filmriss und danach beginnt die mühselige Rekonstruktion des Ichs, derRead More