1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne, 1 Jahr lang: Ab Juni erscheint bei CULTurMAG wöchentlich für ein Jahr Michael Zellers SEH-REISE in zweiundfünfzig Ausfahrten, ein „Tagebuch in Bildern”: Betrachtungen zu Kunst und Leben, von den ägyptischen Pharaonen über die griechisch-römische Antike und das Mittelalter bis in die unmittelbare Gegenwart. Heute: Egon Schiele: Selbstbildnis mit Lampionfrüchten. (Alle Folgen hier). Neunzehnte Ausfahrt Eine Woche lang habe ich fragend in dieses Gesicht eines Jünglings geschaut. Was für ein Blick ist das? Die Starrheit seiner großen dunklen Pupillen, widerläufig zur Richtung des Gesichts, leicht
Read More Der amerikanische Autor und Edgar-Gewinner Thomas Adcock hat in den vergangenen Wochen exklusiv für CULTurMAG in einer wöchentlichen Kolumne den US-Wahlkampf begleitet. Nun ist die Entscheidung gefallen, Präsident Obama wird eine zweite Amtszeit das Land regieren. In der letzten Folge seines “Campaign Diarys” zieht Thomas Adcock eine erste Billanz des Wahlkampfs und des Ausgangs der Wahl. REJECTED by American voters last week (from left to right): the disastrous presidency of George W. Bush; homophobia; the stupidity of Sarah Palin; anti-science boobs; the proto-fascist Tea Party; the fetus obsessed; right-wing blowhard
Read More Hundert Bilder Ein 1 bild / 100 worte Wort. Danke, Li Tzu Chien, und qoSlIj DatIvjaj, Stella!
Read More Empfindsam und noch empfindsamer Für den alten aberglauben und für so kluge ohren, fürs radar der sommernächte unter den linden, für die häßlichkeit des eigenen antlitzes schlugen einst die menschen die fledermaus ans tor. Mit dem stift durchdrangen sie die dünne haut der flügel, die kleine leiche hing zerknittert in der stille, und das schamvolle entsetzen, seidenglatt, rauschte lange auf den kleinen fallschirmen der glocken. Warum trag ich dieses marterbild in mir, und warum prüfe ich, bevor in einem neuen haus ich um nachtlager bitte, aufmerksam und lange die pfosten
Read More Posted On November 14, 2012By Tina ManskeIn Musikmag
In den Royal Studios in Memphis hat Cody Chesnutt ein schön altmodisches Soulalbum aufgenommen, das klingt, als stamme es direkt aus den 70ern. Von Tina Manske
Read More Posted On November 14, 2012By Monique SchmiedlIn Musikmag
Woher kennt man das nur? Während man, noch vor sich hinwundernd, das Booklet durchblättert bleibt man plötzlich an einem Namen hängen: Kevin Parker, der Kopf von Tame Impala. Klar! Monique Schmiedl über das neue Album von Melody Prochet alias Melody's Echo Chamber.
Read More Posted On November 14, 2012By Die RedaktionIn Musikmag
Neue Platten von und mit Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen, Lambchop, Madness, Skye, Andrew Poppy, Horseback & Locrian, Fanga / Maalem Abdallah Guinea, Stubborn Heart, Hans Unstern und Adrian Crowley, gehört von Thomas Backs (TB), Ronald Klein (RK), Julian Klosik (JK), Tina Manske (TM), Christina Mohr (MO) und Monique Schmiedl (MS).
Read More Alf Mayers „Blutige Ernte“: Die Verhältnisse zum Tanzen bringen – Aus Anlass der „Backup-Männer“: Warum man Ross Thomas lesen muss. Rundum vorbildlich als Edition, das sind die von Alexander Wewerka herausgegeben, sorgfältig (und oftmals erstmals vollständig) übersetzten Romane von Ross Thomas (1926–1995). Insgesamt 25 oftmals komödiantische Thriller hat dieser Ausnahmeautor geschrieben, im Alexander-Verlag ist jetzt der zehnte Band erschienen: „Die Backup-Männer“ (The Backup Men) von 1971, auf Deutsch ehemals bei Ullstein gekürzt unter dem Titel „Was ich nicht weiß, macht mich nicht kalt“. Es ist der dritte der insgesamt vier
Read More Posted On November 10, 2012By Die RedaktionIn Crimemag
Liebes CrimeMag-Publikum, anlässlich der Neuausgabe von „Die Backup-Männer“ erinnert Alf Mayer daran, dass Ross Thomas auch ein großer Komödien-Schreiber war. Carlos geht der immer spannenden Frage nach, was Dichtung ist und was Wahrheit. Sie, liebe Leser, können ihm dabei helfen! Der Herbst ist Hochzeit für Lesereisen internationaler Großautoren – Henrike Heiland hat sich zwei davon im direkten Vergleich angesehen: John Katzenbach und Don Winslow. Elfriede Müller bespricht „Der Aufstand der Ungenießbaren“ von Edo Popović und unterstreicht, wie wichtig der Blick nach Südosten ist. Völlig ungenießbar hingegen findet Frank Göhre, wie
Read More Dichtung & Wahrheit, immer wieder ein Thema, also auch eines für Carlos – bitte sehr: Richtige Autoren … … finden ihre Inspiration beim Betrachten einer anmutigen Straßenkurve oder eines serbischen Kriegsverbrechers (Handke), beim Durchdringen der Weltpolitik, behaglich ein Pfeifchen schmauchend (Grass), beim postmodernen Dahinleben plus italienisch essen (allerhand Jungvolk), im Saufen (alle). Der Krimiautor, zu diesen feinen Naturen im Verhältnis Pinzette – Abrissbirne stehend, inspiriert sich durch: Saufen und Polizeiberichte. Lange habe ich sie nicht mehr betrachtet, die etwas verschraubt abgefassten Karfunkeltexte über das Böse in meiner Region. Heute aber
Read More Posted On November 10, 2012By Henrike HeilandIn Crimemag
Im Herbst ist der Zirkus unterwegs, Autoren aus aller Welt werden eingeflogen, um ihre neuen Bücher zu bewerben, und ziehen mit ihrem Tross (Presseladies, nette Moderatoren und vorlesende Schauspieler) durch die Lande. Fürs Lesepublikum ist das meistens große Klasse, vor allem, wenn ein paar big names kurz hintereinander vorbeikommen. Henrike Heiland hat sich zwei Beispiele angeschaut: Battle of the Bestsellers Mittwoch, 31.10. John Katzenbach liest im Kriminaltheater Berlin aus „Der Wolf“. Moderiert von Margarete von Schwarzkopf, deutsch gelesen von Rainer Strecker. Donnerstag, 1.11. Don Winslow liest im Festsaal Kreuzberg aus
Read More „Welche Regierung braucht schon glückliche und kluge Menschen?“ Auf der kriminalliterarischen Europa-Karte gibt es ein paar weiße Flecken. Der Balkan gehört dazu. Nicht, weil es dort keine spannenden Bücher und Autoren gäbe, sondern weil sie auf unserem Markt viel zu wenig vorkommen. Das ist schade, wie Elfriede Müller anhand von Edo Popović demonstriert. Edo Popović ist durch seine Kriegsreportagen und schnoddrigen Romane über die Schwierigkeit des Älterwerdens in einer zerstörten Gesellschaft bekannt. Sein neuer Roman „Der Aufstand der Ungenießbaren“ unterscheidet sich von seinen bisherigen Texten durch den Mangel an Schnoddrigkeit
Read More KickAss – Bloody Splinters aus dem täglichen Branchenwahnsinn – 1999 erschien in der Reihe DuMont Noir als Band Nr. 6 „Das große Umlegen“ von George P. Pelecanos. Bedauerlicherweise bezeichnete der Herausgeber Martin Compart diesen Roman als den ersten „seiner historischen Washington-Trilogie“. Er konnte damals noch nicht wissen, dass Pelecanos seinen Zyklus erst nach einem vierten Buch abschließen würde. Das wurde 2000 in den USA veröffentlicht, aber da war die Reihe bei DuMont bereits eingestellt worden. Doch seitdem gibt es „Shame the Devil“, den letzten Roman der „Washington-Noir-Serie“ oder auch des
Read More Posted On November 10, 2012By Die RedaktionIn Crimemag
– Wer steckt hinter James Hadley Chase? Kein Geringerer als Graham Greene. Das sagen zumindest Les Polarophiles Tranquilles, ein französischer Verein, der sich seit zehn Jahren ambitioniert des Kriminalromans annimmt. Des klassischen Kriminalromans wohlgemerkt, der als Schmuddelgenre früher von der Literaturkritik mit spitzen Fingern angefasst oder gleich hochnäsig übersehen wurde und der heute trotz der Krimi-Woge, die uns überschwemmt, im aufgeregten Geplapper der Krimi-Neuerscheinungen erneut vergessen wird. Zu Unrecht, wie die Polarophiles Tranquilles meinen, und die daher Werke fast vergessener Autoren aus dem Bücherregal ziehen, abstauben und sie für einen
Read More Götterdämmerung: „The Wire“ und „Battlestar Galactica“. Ein Essay von Markus Pohlmeyer „The Wire“ Meine absolute Lieblingsserie ist zurzeit „The Wire“ (2002–2008). Unvorstellbar, wie mein mediales Leben nach dem Ende der 5. Staffel weitergehen soll. Seufz! Das kann auch „Fringe“ mit seinem Paralleluniversum nicht raushauen. Worum geht es? Um Baltimore: Drogen, Polizei, Hafen, Rathaus und Schule. In den postmodernen Ruinen einer untergehenden Weltmacht bewegen sich menschliche Ruinen. Gut Cop, böser Cop, guter Gangster, böser Gangster (meistens Farbige). Alle können alles sein. Beispielsweise bricht ein Schüler für seinen Mathematiklehrer dessen Auto auf
Read More „Blutadler“ in der ARD – Eine der Krimi-Gurken des Jahres Hamburg: Samstagabend, 3. November 2012, 20:15 Uhr, ARD-Fernsehen – im ZDF „Wetten dass“ mit mehr als zehn Millionen Zuschauern. Wetten, dass da nicht der beste Film des Jahres zu erwarten ist, sondern „etwas zum Versenden“? Dass es aber dann so grottenschlecht wurde, das ist schon rekordverdächtig. Ganz klar ein heißer Kandidat für die „Rotten Tomatoes“ oder die Krimi-Gurke des Jahres, das war die Degeto-Schmonzette „Blutadler“, nach einem in Hamburg spielenden Roman des Schotten Craig Russell, mit einem unter dem Einfluss
Read More Posted On November 10, 2012By Claudia FiedlerIn Crimemag
Krimilesungen vom 10. bis 24.11.12 Unser Veranstaltungskalender bietet Ihnen eine feine Auswahl an interessanten Autoren, die sich zurzeit auf Lesereise befinden. Wolfgang Schorlau liest aus „Die letzte Flucht“ 14.11.2012 Bildungsverein der KPÖ Steiermark, Graz 16.11.2012 Buchhandlung Thalia, Pforzheim Weitere Informationen finden Sie hier. Volker Kutscher stellt sein Buch „Die Akte Vaterland“ vor 15.11.2012 Klarenbach-Buchhandlung, Köln, Beginn 20:00 Uhr 21.11.2012 Buchhandlung Decius, Hildesheim, Beginn 20:00 Uhr 22.11.2012 Buchhandlung Decius, Uelzen, Beginn 19:30 Uhr Alles Weitere finden Sie hier. Petros Markaris liest aus „Zahltag“ (Platz 6 der
Read More Ich kümmere mich drum von Nils Koppruch Komm rein und setz dich ich hab hier was für dich Karten für’s theater und ne maske fürs gesicht Ein rotes taschenmesser eine uhr aus edelstahl Elektronische geräte ein fast frischer räucheraal Verlass dich drauf ich besorg dir was du brauchst Einen alten eimer eine jacke, kaum gebraucht Ich kenn die ganzen ecken wo man was bekomm Und ich weiß genau die preise und wo es sich lohnt Refr.: Ich kümmere mich darum sag nur was dir fehlt Ich besorg dir einen mörder
Read More Posted On November 7, 2012By Birgit HaustedtIn Bücher, Litmag
Versammeltes weibliches Wissen – Für ihre in „Der Augenblick“ versammelten Reportagen hat Gabriele Goettle 26 sehr unterschiedliche Frauen getroffen und sich mit ihnen über ihre Berufs- und Lebensrealitäten unterhalten. Birgit Haustedt über die so entstandenen „Reisen durch den unbekannten Alltag“. In ihrem ersten Buch „Deutsche Sitten“ (1991) griff Gabriele Goettle zu ungewöhnlichen Recherchemethoden. Einmal klaute sie drei Säcke Kleiderspenden, die ein Lehrerehepaar für die Arbeiterwohlfahrt auf die Straße gestellt hatte. Dann beschrieb sie detailliert Zustand, Farbe, Material plus Etikett der Hosen, Blusen, Mäntel und was sonst noch drin war. Wie
Read More Vermehrt Schönes – ein Hauch von Weltkino – Die Viennale ist vorbei. Ein Rückblick von Senta Wagner. Kinointeressiert muss man schon sein: Ende Oktober geht der Teil der Wiener, der Österreicher und der Welt, der es ist, zwei Wochen lang unermüdlich von morgens bis abends ins Kino, zumindest könnte er das. Ein kultureller Ausnahmezustand herrschte allemal in Wien mit rund 96.000 Kinogängern sowie zahlreichen Gästen von überall her. Es war Viennale-Time und es wurde superlativisch gefeiert. Das jährlich stattfindende Vienna International Film Festival spulte vom 25. Oktober bis 7. November
Read More 1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne, 1 Jahr lang: Ab Juni erscheint bei CULTurMAG wöchentlich für ein Jahr Michael Zellers SEH-REISE in zweiundfünfzig Ausfahrten, ein „Tagebuch in Bildern”: Betrachtungen zu Kunst und Leben, von den ägyptischen Pharaonen über die griechisch-römische Antike und das Mittelalter bis in die unmittelbare Gegenwart. Heute: Ein mittelalterliches Bild es Minnesänger Heinrich Hetzbolt von Weissensee. (Alle Folgen hier). Achtzehnte Ausfahrt Fröhlich waren die Augen-Blicke, wie selten, vollkommen unbeschwert, die ich unter der Woche auf die Kunstkarte in meiner Küche warf und die ich zurück bekam aus
Read More Zwischen Kreuzberger Kiez und Kamakura –Der Berliner Autor Jürgen Ebertowski war schon immer sehr Nippon-affin: Er studierte Japanologie, war Sprachlehrer am Goethe-Institut in Tokio, betrieb in Kreuzberg seine eigene Aikido-Schule und hatte die Nippon-Connection auch in einigen Krimis entwickelt. Den Schauplatz Kamakura hatte er bereits in „Blutwäsche“ beschrieben. Mit mildem, nostalgisch verklärendem Blick ist er nun in „Die Stadt am Meer“ nach Kamakura zurückgekehrt – auf den Spuren des Mediziners Robert Koch, der 1908 von den Japanern in diese Puppenstubenidylle eingeladen wurde. Von Peter Münder. Es ist jetzt genau vier
Read More Posted On November 7, 2012By Christina MohrIn Bücher, Litmag
Drei aktuelle Bücher beschäftigen sich mit der Geschichte und Wirkung von Mode – Christina Mohr hat sie für CULTurMAG gelesen. Mode? Absolut! Es war natürlich ein kluger Mensch, nämlich Oscar Wilde, der konstatierte, dass nur oberflächliche Menschen der Oberfläche keine Beachtung schenken. Seit dem 19. Jahrhundert haben sich die Moden und der Blickwinkel auf selbige zwar -zigmal geändert, aber auch heutzutage gibt es genügend Leute, die betont modisch (= stylish) gekleidete ZeitgenossInnen aufgrund vermuteter Eitelkeit und eben Oberflächlichkeit verachten – wobei die Verachtung auf Gegenseitigkeit beruht: Sowohl Hipster/Fashionistas als auch
Read More Posted On November 7, 2012By Lucy Renner JonesIn Bücher, Litmag
Wie wird deutschsprachige Literatur eigentlich im Ausland aufgenommen? CULTurMAG wirft einen ungewöhnlichen Blick auf aktuelle Neuerscheinungen. Lucy Renner Jones übersetzt (u.a.) deutschsprachige Literatur ins Englische – und klopft für uns in unregelmäßigen Abständen Neuerscheinungen interessanter Autoren auf Ihre Aussichten auf dem englischsprachigen Markt ab. Diesmal hat Sie Clemens J. Setz‘ Roman „Indigo“ gelesen und sich mit Ross Benjamin, dem amerikanischen Übersetzer des jungen österreichischen Autors unterhalten. That rare thing – “So könnte die Zusammenfassung einer Handlung lauten, die sich jeder Zusammenfassung entzieht. Am besten, Sie blättern gleich um und lesen
Read More Inbrünstiges „Inmitten der Welt“ Gott sei Dank bin ich Atheist (Luis Buñuel) Dieu deconstruit. Lui-même. (Jacques Derrida) Ouvertüre – Ver Nancy Nach wie vor erweist sich als schwierig, abzuwägen, womit man es bei dieser aufregend enigmatischen, unverschämt verstiegenen Schreibe, einer Umschrift sämtlicher traditionell eingeschliffener Denkgewohnheiten, zu tun hat. Der man hierzulande im seriösen Wissenschaftsdiskurs nach wie vor nicht gerade mit großer Aufgeschlossenheit begegnet. Handelt es sich im Fall dieses „post-dekonstruktiven Realismus“, wie Jacques Derrida es in seinem ihm gewidmeten Buch „Le Toucher“ (deutsch: Berühren. Jean-Luc Nancy. Berlin 2007) formuliert, um
Read More Vorgetäuschter Tod 1 bild / 100 worte Es ist ein grausig Ding um Rote Riesen, die vom Charakter her zwar sanft sind – mögen Kinder, Hunde, verschenken gern Birnen aus dem eigenen Garten – aber dann, kaum im Weltall angelangt, haben sie nichts Besseres zu tun, als den eigenen Tod vorzutäuschen. – Schwurgläääääh. Ich sterbe! – O Riese, ohne dich kann ich nicht leben. – Tatsächlich? – Jawohl. Und auch nicht ohne deine Birnen. – SchwurrglmppsxxxxxxxxXXX – Es folgt eine Trauerperiode von 34 Jahren (1903 – 1937), bis mal einer
Read More