KickAss – Bloody Splinters aus dem täglichen Branchenwahnsinn – 1999 erschien in der Reihe DuMont Noir als Band Nr. 6 „Das große Umlegen“ von George P. Pelecanos. Bedauerlicherweise bezeichnete der Herausgeber Martin Compart diesen Roman als den ersten „seiner historischen Washington-Trilogie“. Er konnte damals noch nicht wissen, dass Pelecanos seinen Zyklus erst nach einem vierten Buch abschließen würde. Das wurde 2000 in den USA veröffentlicht, aber da war die Reihe bei DuMont bereits eingestellt worden. Doch seitdem gibt es „Shame the Devil“, den letzten Roman der „Washington-Noir-Serie“ oder auch des
Read More Im Rahmen unseres kleinen Daniel-Woodrell-Specials präsentieren wir Ihnen einen schönen Essay von Frank Göhre über die sogenannte „Bayou-Trilogie“. Welcome to Frogtown Die Stadt liegt dicht an den Louisiana-Sümpfen, und das hier ist ein ganz spezieller Sumpf, mon ami. Es ist der Marais du Croche. Das heißt soviel wie ‚hinterhältiger Sumpf‘. Ein riesiges, endloses schwarzes Monster, sag ich dir. Voller Untiefen und glitschiger Wesen und Sumpflöchern mit Strudeln, und überall sieht es gleich aus, so dass die meisten Leute sich gar nicht merken können, was wo ist und wie man wieder
Read More Frank Göhre war in Palermo. Er hat im „Grand Hotel et Des Palmes“ gewohnt. Der Aufenthalt hat ihn zu einer Textcollage über ein Gipfeltreffen der Mafia angeregt. Familientreffen im Grand Hotel – Albert Anastasia, ein hochrangiges Mitglied der Cosa Nostra in New York und Anführer der Cambino Familie, betritt am Freitag, dem 25. Oktober 1957, kurz nach zehn Uhr vormittags den Friseursalon des Park Central Hotels in New York. Er nimmt auf dem Stuhl Nummer Vier Platz: Er döste vor sich hin, während der Friseur seiner Arbeit nachging. Der Stuhl
Read More Wer will, der darf? – Bettina Raddatz debütierte mit „Der Spitzenkandidat“ und machte damit Hoffnung auf gute Politkrimis. Frank Göhre sieht nach dem zweiten Roman, „Die Staatskanzlei“ die Hoffnung schwinden … Einen Krimi glaubt jeder schreiben zu können, die pensionierte Grundschullehrerin ebenso wie der noch im städtischen Katasteramt beschäftigte Beamte. Journalisten und vor allem Germanisten mit und ohne Hochschulabschluss sind per se davon überzeugt und Personen mit entsprechender Berufserfahrung – Kriminologen, Gerichtsmediziner, Juristen u.a. – stehen ihnen da in nichts nach. Doch der Sachverstand der einen und die gern beschworene
Read More Die Geburt der Kriminalliteratur aus dem Geiste des Dadaismus ist ein ständiger Subtext von CrimeMag. Hier ein neues Mosaik-Steinchen einer faszinierenden Verbindung – von Frank Göhre. Verzahnt und verheert sind alle alten Böcke Friedrich Glauser im Dada-Zürich Er ist jung, noch nicht volljährig. Er hat ein schmales Gesicht, dunkles, glattes Haar und unter den dichten Augenbrauen blicken die großen Augen ein wenig melancholisch. Bekleidet ist er mit einem schwarzen Dreiteiler und darauf abgestimmter Krawatte. Seiner ersten Zimmerwirtin in der Bolleystraße 7 stellt er sich als Frédéric Glauser vor, nach Zürich
Read More Es rumpelt – Neben Walter Serner war auch Friedrich Glauser an der Geburt des Kriminalromans aus dem Geiste des Dadaismus beteiligt. Jetzt gibt es ein neues Glauser-Biopic, also einen neuen Film über sein Leben. Glauser-Spezialist Frank Göhre ist extra nach Zürich gereist, aber o weh … Es ist Lunch Time in Zürich. Es gibt „Kino zum z´ Mittag“, Lunch Kino am Bellevue, 12.15 Uhr. Im Saal gehen die Lichter aus, und auf der Leinwand ist es Nacht. Der Film beginnt mit dem Blick aus einem Zimmer ins mondbeschienene Außen. „Münsingen
Read More Posted On Januar 14, 2012By Frank GoehreIn Crimemag
Am 4. August 2011 wird im Londoner Stadtteil Tottenham der 29-jährige Mark Duggan von einem Polizeibeamten erschossen. Sein Tod löst bei den Bewohnern des Bezirks Wut und Empörung aus. Es kommt zu Krawallen und gewalttätigen Ausschreitungen. Für Frank Göhre war das der Anlass, noch einmal die Kriminalromane von Victor Headley zu lesen. Tatort: Londons Randbezirke „Tottenham brennt“ titelt Spiegel Online und berichtet: „Eine aufgebrachte Menschenmenge setzte mehrere Polizeifahrzeuge, einen Doppeldeckerbus sowie mehrere Gebäude in Brand. Polizisten wurden mit Molotow-Cocktails und Ziegelsteinen beworfen, acht von ihnen wurden verletzt, einer schwer am
Read More Das Kochen ist des Fernsehens Lust. Sonntag war der 1. Advent, und auf vielen Tischen brannte ein Lichtlein im Nadelkranz. Es gab Zimtstern, Nuss und Mandelkern, auch Lebkuchenherzen und anderes süßes Gebäck. Da tut es gut, sich montags wieder herzhafter Kost zuzuwenden. Die Öffentlich-Rechtlichen wissen Rat. Frank Göhre hat es gesehen … 28. 11. 2011. Im Ersten, 12.15 Uhr: Das ARD-Buffet. In dieser Woche begrüßt uns Fatma Mittler-Solak im Studio. Fatma Mittler-Solak ist eine deutsche Fernsehmoderatorin türkischer Abstammung. Sie ist seit dem 31. Oktober zurück aus der Babypause und hat
Read More Un Flic – Am 8. November wird [[Alain Delon]] – als Fabio Montale in der Verfilmung von [[Jean-Claude Izzo]]s Marseille Trilogie zu sehen – 76 Jahre alt. „Der eiskalte Engel“ spielte in Jean-Pierre Melvilles letzten Film „Un Flic“ als Polizist die Kehrseite des von Melville stilisierten Gangsters. Frank Göhre hat sich „Un Flic“ – zurzeit nur als Optimum Home Entertainment DVD in Französisch mit englischen Untertiteln – zum wiederholten Mal angesehen. Der Wagen fährt die Champs-Élysées hinunter. Es ist Nacht. Das hat man oft in französischen Filmen. Die Nacht bricht
Read More New York 1967/68: Die Müllabfuhr streikt. Ravi Shankar spielt Sitar im Lincoln Center. Pacino beschimpft im Theater die Zuhörer. Allen Ginsberg liest vor mehr als tausend Leuten. Roland Kirk bläst auf drei Saxophonen gleichzeitig, und Carl Weissner ist breit oder mit irgendwas vollgeknallt. Er hat ein Fulbright-Stipendium. Er lebt von fünf Dollar am Tag. Er hängt in Hotels und Drugstores ab, liest, übersetzt und notiert. Er liest so ziemlich alle greifbaren Publikationen der Underground-Literaten, die Beat- und Cut-up-Autoren. Er übersetzt Andy Warhol, Allen Ginsberg, William S. Burroughs und auch schon
Read More Vom Leben und vom Lernen – Er hat gern gegessen, kräftig und gut. Er kochte die Spaghetti in frisch gewonnener Fleischbrühe und entkorkte dabei schon die erste Flasche. Er war ein ausdauernder Trinker, und seine Geschichten bei Tisch waren weitaus mehr als Anekdoten über die Freuden und Leiden eines freien Autors im getrennten und im vereinten Deutschland. Von Frank Göhre Am 15. Dezember 2010 ist er gestorben – Peter O. Chotjewitz, der Pit. Der grandiose Erzähler und Chronist eines halben Jahrhunderts wurde 76 Jahre alt. Er hatte Krebs und er
Read More Posted On Oktober 13, 2011By Frank GoehreIn Litmag
– Die Schauspielerin Marion Michael, berühmt geworden mit dem Film „Liane, das Mädchen aus dem Urwald“, 1956, wurde am 17. Oktober 1940 geboren und starb 2007, vier Tage vor ihrem 67. Geburtstag in Gartz in der Uckermark. Frank Göhre hat ihr für „Spotlight“ ein fiktives Porträt gewidmet. Schlussakkord oder: Ich weiß, was mit Liane, dem Mädchen aus dem Urwald, geschah. Mit knapp 15 begann es, und mit 20 war bereits alles vorbei. Es geschah auf der hinlänglich bekannten Strecke zwischen Nizza und Monaco. Der weiße Sportwagen kam von der Straße
Read More Das Geheimnis der Constanze Rick – Heute in Spotlight, der TV-Kritik des CULTurMAG: Die VOX-Sendung „Prominent“, angeschaut von Frank Göhre. Sie kommt ins Bild. Sie ist immer top gekleidet, mit Kostüm oder mit Rock und Pullover. Sie stöckelt heran und für einen Moment ist sie in voller Größe zu sehen. Das ist neu. Lange Zeit war sie eine Dame ohne Unterleib, mit dem Notebook auf einem Designersofa sitzend und „sinnierend die Hand an den Mund gelegt“ (Medienblogger Stefan Niggemeier). Aus dem Off ist jetzt zu hören: „Herzlich willkommen. Mein Name
Read More Ein BR-Fernsehtag. Das Programm. Mittwoch, 7. September 2011 Die kursiv eingefügten Passagen sind Äußerungen des neuen BR-Intendanten Ulrich Wilhelm, zuvor Angela Merkels Regierungssprecher, entnommen dem ZEIT-Gespräch mit Giovanni di Lorenzo, in „Die Zeit“ vom 1. September 2011 6.00: Telekolleg. Chemie für Biologie. Systematik organischer Stoffe: „… der Kampf ums Überleben tobte.“ 6.30: Unser Land Bayern. „Nürnberger Tand“. Spielzeug von Gestern und Heute. 7.00: Panoramabilder/Bergwetter: Tegelberg, Ehrwald, Zugspitze, Lech-Arlberg, Galtür, Obergurgl, Ötztal, Hochzeiger Pitztal, Kanzelwand, Hochgraf, Hintertuxer Gletscher-Sommerberg, Penkenjoch, Fügen, Spieljoch, Zillertal, Rofan, Alpbach, Schatzberg, Nebelhorn, Brixen im Thale, Unterberghorn, Steinplatte,
Read More Posted On August 27, 2011By Frank GoehreIn Crimemag
Amsterdam. Was für eine Stadt, nichts als Gestank. Trotzdem herrlich. Der Sommer geht zu Ende und damit leider auch die Amsterdam-Serie von Frank Göhre, ade an Janwillem van de Wetering und Nicolas Freeling … (Zu Teil 1 und 2 und 3.) Vierte Folge Wenn ich wieder komm, dann bring ich dir Tulpen aus Amsterdam, tausend rote, tausend gelbe, alle wünschen dir dasselbe, was mein Mund nicht sagen kann, sagen Tulpen aus Amsterdam. Mieke Telkamp, Tulpen aus Amsterdam Er managte seine Amsterdamer Firma. In der freien Zeit schrieb er sowohl die
Read More Amsterdam. Was für eine Stadt, nichts als Gestank. Trotzdem herrlich. Heute begegnen Frank Göhre neben Janwillem van de Wetering Anselm Kiefer, Selma Eikelenboom-Schieveld und Lee Fong (zu Teil 1 und 2). Dritte Folge Oh, wham bam, oh Amsterdam Yeah yeah yeah Van Halen, Amsterdam Jeden Tag schlendern schwule Paare an der Souterrainwohnung vorbei. Einheimische und Amsterdam-Besucher aus Europa und Übersee. Sie trinken im Bistro gegenüber einen Kaffee oder ziehen weiter zur Zimmer- und Wohnungsvermittlung „True Love“ in der Prinsenstraat. Manche haben Hunde dabei. Sämtliche Rassen. Ein Aushang verbietet: Poep! Keine
Read More Amsterdam. Was für eine Stadt, nichts als Gestank. Trotzdem herrlich. – Einen Sommermonat lang in Amsterdam. Frank Göhre hat die Kriminalromane von Bill Moody und Janwillem van de Wetering neu gelesen und mit seinen Eindrücken vom Leben in der Grachtenmetropole ergänzt (zu Teil I). Zweite Folge I was down in Amsterdam Almost hurt myself to death I pushed myself so hard Just like the redlight girls Well I cried and stopped to smile I thought my career was over And the dealer boys they had to bring me water Mando
Read More Amsterdam. Was für eine Stadt, nichts als Gestank. Trotzdem herrlich. – Einen Sommermonat lang in Amsterdam. Frank Göhre hat die Kriminalromane von Nicolas Freeling und Janwillem van de Wetering neu gelesen und mit seinen Eindrücken vom Leben in der Grachtenmetropole ergänzt. Erste Folge Komm wir fahren nach Amsterdam. Ich weiß, dass uns nichts passieren kann. Cora: Amsterdam Als er Anfang der sechziger Jahre nach Amsterdam kam, hatte er erst einmal nur Ärger. Er wurde verhaftet. Er wurde verhört. „Name?“ „Freeling.“ „Vorname?“ „Nicolas.“ „Geboren?“ „3. März 1927 in London.“ „Britischer Staatsbürger?“
Read More Ein tödlicher Job – Eine Erinnerung an Ernest Tidyman, der vor 40 Jahren sein Debüt als Drehbuchautor hatte. Von Frank Göhre. – Anfang der Siebzigerjahre lebte der Regisseur Martin Scorsese („Good Fellas“, „Casino“, „Departed“ u.a.) für einige Zeit in Los Angeles. Im Haus des Produzenten Fred Weintraub lernte er dessen Tochter Sandy kennen und lieben. Am Abend ihrer ersten Verabredung gingen sie ins Kino: Shaft Who’s the black private dick That’s a sex machine to all the chicks? (Shaft!) Shaft ist ein schwarzer New Yorker Detektiv – stolz, stark, ultracool
Read More Ich mag ihn Auf der Skala der „beliebtesten“ Mörder steht Charlie Manson sicher ganz weit oben. Ganz in der Nähe von Hannibal Lecter, so möchte man beinahe meinen, wenn man Michal Welles Devotionalie liest. Frank Göhre hat sie für CrimeMag gelesen. Und ist ziemlich angefressen … „Hör mir zu, Frau, ich erzähl dir jetzt mal was … Bitte versuch, mich zu verstehen … Ich will dir einen Rat geben … Schreib das Buch, verdammt noch mal. Bring es endlich raus.“ So beschwört Charles Manson, 76, „des Mordes für schuldig befunden“
Read More Aus dem Leben und Treiben eines wahren Pop-Poeten – „Auf keinen“, befindet die Kunstfigur „Sven“. „Auf jeden“, fordert sein Widerpart „HH“. Oder auch umgekehrt. Doch „die Welt ist alles, was der Fall ist“, heißt es bei dem Philosoph Ludwig Wittgenstein, und der reist insgeheim mit. Frank Göhre hat Sven Regeners Logbuch „Meine Jahre mit Hamburg-Heiner“ gelesen. So geht es von Berlin aus auf Tour – als Texter, Sänger, Gitarrist und Trompeter der Band „Element of Crime“ und Bestseller-Autor der „Lehmann“-Trilogie, Hamburg-Heiner, lies und sprich „HH“, zumeist nervend am Telefon, und
Read More Die Methoden des Machtkampfes Osborn im Klassiker-Check, Teil 2 – In diesem Frühjahr erscheinen in einer Neuauflage zwei lange vergriffene Klassiker amerikanischer Spannungsliteratur: James Dickey, Flussfahrt (280 Seite. 14 Euro. Seeling Verlag, Frankfurt) und David Osborn, Jagdzeit (272 Seiten. 10,95 Euro. Pendragon Verlag, Bielefeld). Beide Romane haben einen vergleichbaren Ausgangspunkt. Beide wurden Weltbestseller und beide wurden verfilmt – der eine mit Burt Reynolds, der andere mit Peter Fonda in der Hauptrolle. Der eine Film ist längst ein Klassiker, der andere ein weitgehend vergessenes B-Movie. Für sein Nachwort zu „Jagdzeit“ hat
Read More Die Methoden des Machtkampfes – In diesem Frühjahr erscheinen in einer Neuauflage zwei lange vergriffene Klassiker amerikanischer Spannungsliteratur: James Dickey, Flussfahrt (280 Seiten, 14 Euro, Seeling Verlag, Frankfurt) und David Osborn, Jagdzeit (272 Seiten, 10,95 Euro, Pendragon Verlag, Bielefeld). Beide Romane haben einen vergleichbaren Ausgangspunkt. Beide wurden Weltbestseller und beide wurden verfilmt – der eine mit Burt Reynolds, der andere mit Peter Fonda in der Hauptrolle. Der eine Film ist längst ein Klassiker, der andere ein weitgehend vergessenes B-Movie. Für sein Nachwort zu „Jagdzeit“ hat sich Frank Göhre auf Spurensuche
Read More Le vin de l´assassin / Der Wein des Mörders (Auszug) von Charles Baudelaire: Je l´ai jetée au fond d´un puits, Et j´ai meme poussé sur elle Tous les pavés de la margelle. – Je l´oublierai si je le puis! Ich stieß sie in den Brunnenschacht Und warf auf sie sehr froh und munter Die Mauersteine noch hinunter. – Vielleicht vergeß ich sie heut Nacht! (Übersetzung: Carl Fischer, 1960) Charles Baudelaire greift mit diesem Vers ein Motiv des „Lykanthrop“ (Wolfmann) Pétrus Borel auf, der, 1809 geboren, – Mario Praz in „Liebe,
Read More Michael Connelly, Dennis Lehane und Georg Pelecanos bekennen, nachhaltig von ihm beeinflusst zu sein. Bei Deutschlands Autoren und Lesern ist er weitgehend unbekannt. Frank Göhre spürt auf dem „Highway To Hell“ dem amerikanischen Krimiautor James Crumley und dem wilden Leben seiner Protagonisten nach.
Read More Der Rezensent hat eine Frage an den Verlag, die sich viele Menschen stellen. FRANK GÖHRE spricht sie aus.
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