Posted On 20. April 2013 By In Crimemag, Kolumnen und Themen With 488 Views

Ein Kommentar von Zoë Beck zu Blanvalets Leitfaden für Blogger

Einer der Presseleute bei Blanvalet/Limes/Penhaligon/Social Media etc. ist beim CULTurMAG, wenn überhaupt, eher durch nicht weiter bemerkenswert schlechtes Benehmen aufgefallen. Jetzt hat Sebastian Rothfuss allerdings unter Bloggern eine Debatte losgetreten. Zoë Beck hat sich seinen Leitfaden für Blogger genauer angeschaut und findet: Sollte man drüber reden …

Zoë Beck„Schicken Sie mir ein Buch, ich bin Blogger.“

Letztens gab es ein wenig Ratlosigkeit, weil Sebastian Rothfuss, der bei Random House u. a. für Blanvalet die Pressevertreter betreut und sich um den Bereich Social Media kümmert, einen Leitfaden für Blogger herausgegeben hat. „Einschüchternd“, fanden manche, eine Einschränkung der Pressefreiheit wurde gar auf Facebook diskutiert. Andere erachteten es eher als bedenklich, dass es überhaupt eines Leitfadens für Blogger bedarf.

Die Pressefreiheit ist durch Rothfuss nicht in Gefahr, jedenfalls kann ich keinen Hinweis darauf erkennen. Diskutieren muss man den Zwang, auf einen Online-Buchhändler zu verweisen – das grenzt den Buchhändler ums Eck aus, und den dürfen Verlage natürlich nicht außer Acht lassen. Dass ein solcher Leitfaden notwendig ist, mag manche traurig stimmen, aber irgendwann hat jede/r mal mit dem Bloggen und/oder Rezensieren angefangen. Ich habe mit Mitarbeiterinnen anderer Verlagspresseabteilungen darüber gesprochen, und es zeigte sich, dass das Thema Bemusterung von Bloggern große Unsicherheit auslöst.

Man freut sich über jede Werbung, natürlich, ärgert sich zugleich über die immer mehr werdenden Blogger, die einen guten Weg gefunden zu haben glauben, kostenlos an Bücher zu kommen. Sie bloggen nicht im eigentlichen Sinne. Sie posten nur Klappentext, vielleicht noch das Cover, und oft genug fehlen sogar ein paar Sätze, die die eigene Meinung zum Buch ausdrücken. Nun wird ohnehin gerade immer stärker in ähm Fachkreisen diskutiert, was Social Media Marketing eigentlich bringt.

Die kritischen Stimmen behaupten, es sei vollkommen sinnlos. Auf die Buchbloggerszene übertragen, könnte das heißen: Frau A stellt gerne Bücher vor für ihre fünf bis acht Freundinnen, die ebenfalls gerne lesen. Die Freundinnen finden es super, dass Frau A die Bücher umsonst bekommt. Sie wollen auch umsonst Bücher haben. Und bloggen kann ja nun ein jeder. Frau B und Frau C beschließen deshalb, nicht mehr nur darauf zu warten, bis Frau A ein Buch zu Ende gelesen hat und es endlich verleiht. Sie wollen ebenfalls unter die Blogger gehen. Gekauft wird also schon mal so oder so kein einziges Buch. Und die virale Verbreitung der entsprechenden Rezensionen findet so gut wie nicht statt, weil die entsprechenden Blogs nur von einem kleinen, begrenzten Freundeskreis gelesen werden.

So etwas kann von einem Verlag allerdings überprüft werden anhand der Kommentare im Blog und möglicherweise der Aktivitäten auf Facebook, Twitter etc. Man erkennt ja, wer ein Influencer ist und wer nicht. Das jedoch bedeutet Zeit, die investiert werden muss, und da die Presseabteilungen auch noch andere Aufgaben haben, als Bücher zu verschicken und Blogs zu lesen, ist die Zeit oft sehr knapp. Viele der Punkte, die Rothfuss anführt, lassen durchklingen: Helft mir, effizienter zu werden, damit ich mit euch allen kommunizieren kann!

Freiexemplare for free

Ich bekomme auch oft direkte Anfragen von Bloggern, denen ich gerne nachkomme, auch gerade, wenn das Kontingent beim Verlag erschöpft ist. Und auch wenn mein Kontingent an Freiexemplaren erschöpft ist, was es eigentlich immer ist: Ich bekomme zwanzig Freiexemplare. Ich habe Freunde, Familie, Menschen, die mir bei der Recherche geholfen haben, usw. Die zwanzig sind schneller weg als ich „Oh, ein Buchpaket!“ sagen kann. Das heißt, ich muss für interessierte Blogger die Bücher selbst kaufen, eintüten und auf eigene Rechnung verschicken. Ich mache es, weil ich daran glaube, dass Buchblogs wichtig sind.

Ich ärgere mich dann, wenn ich nie wieder etwas von den Leuten höre, für die ich ein Buch gekauft, signiert und verschickt habe, weil sie mich darum gebeten haben und weil sie darüber unbedingt eine Rezension schreiben wollten. Wenn man gar nichts hört, nicht einmal, dass das Buch z. B. nicht gefallen hat und man deshalb lieber nicht darüber öffentlich schreiben will, fühlt man sich als Autorin ausgenutzt. Wenn das einmal im Jahr passiert – na gut. Wenn das einmal im Monat passiert – na toll.

Sebastian Rothfuss verschickt nicht seine eigenen Bücher, und er wird dafür bezahlt, dass er den Job macht, den er macht. Aber er macht seinen Job vermutlich sehr gerne und mit einer gewissen Hingabe, und er wird sich ebenfalls entsprechend ärgern, wenn ständig Leute Bücher von ihm wollen und er dann keine Rückmeldung bekommt. Rothfuss muss dafür geradestehen, dass er soundso viele Bücher kostenlos rausgegeben hat, die Pressemappe aber schmal bleibt. Die Presseexemplare erscheinen übrigens auch auf unseren Abrechnungen. Der Verlag legt den Autoren Rechenschaft darüber ab, wie viele Exemplare zu Werbezwecken verschickt wurden. Bei einer schlechten Blogausbeute ist es klar, dass einige meinen, Social Media Marketing bringe überhaupt nichts, sei eben einfach nur ein Tool für diejenigen, die Bücher abgreifen wollen.

Liebe Buchblogger, ihr habt eine sehr viel größere Verantwortung mit euren Rezensionen, als ihr denkt. Ihr seid für den guten Ruf der gesamten Buchbloggerszene verantwortlich! (Das musste mal gesagt werden. So.)

Arbeit

Und damit sind wir beim nächsten Punkt: Rezensionen schreiben ist Arbeit. Das Thema hatten wir letztens schon mal. Ich will hier jetzt gar nicht das Fass aufmachen, wer die „richtigeren“ Rezensionen schreibt, die „echten Kritiker“ oder die „Amateure“, ich will nicht mal diesen Gegensatz haben. Wir sind alle alt genug, um zu wissen, von wem wir uns ein Buch empfehlen lassen wollen. Und deshalb wieder: Liebe Buchblogger. Teilt euch mit. Macht etwas Eigenes aus euren Blogs. Zeigt, wer und wie ihr seid. Zeigt euren Leserinnen, warum sie sich auf eure Empfehlungen verlassen können und sollen.

Deshalb erklärt Rothfuss sanft, wie er sich den Aufbau einer Rezension so vorstellt: „Eine Rezension sollte mehr als ein kurzer Tipp oder die Wiedergabe des Klappentextes sein. Eine Inhaltsangabe (ggf. mit Warnhinweisen bei Spoilern), eigene Meinung/Fazit, Autoreninfos, bibliografische Angaben, Bilder, etc. runden eine schöne und interessante Rezension ab.“  Ich wäre an seiner Stelle noch weiter gegangen, aber das Wenige, was er schreibt, schien ja bereits zu verunsichern.

Ich möchte nun gerne wissen, was von Buchblogs, besonders im Bereich des Kriminalromans, erwartet wird. Was von ihnen zu erwarten ist. Und, liebe Buchblogger, verratet mir, warum ihr über Bücher, über Krimis bloggt, was ihr damit erreichen wollt. Lasst uns das alles mal sammeln. Ich bin gespannt.

Zoë Beck

Zoë Becks Homepage und Fanseite bei Facebook.

Tags : , , , , ,

  • Bruno Arich-Gerz

    Ich weiß – ehrlich gesagt – nicht so recht, warum „man“ über Neuerscheinungen, Krimis und anderes, „bloggt“.  Spurenelemente von Narzissmus stecken vermutlich mit drin, dazu ein Gran broadcasting oneself und die Verheißung, sich mit dem Sprung vom/von der passiven Konsumenten/Konsumentin zum/zur aktiven Text(besprechungs)produzenten/-produzentin expertig fühlen zu dürfen. Vom Gehalt her, würde ich meinen, Krimi- und andersgenerische Textbesprechungsblogs pendeln sich irgendwo ein zwischen Amazon-Kundenrezension (wo es sorgsame und sorgfältige Besprechungen gibt, aber auch viel crap) und CulturMag, faust-kultur oder you-name-the-online-magazine (wo immerhin eine Institution Herausgeber/innen dazwischengeschaltet ist und auswählt – wo aber auch nicht alles Gold ist, was glänzt).
    Ich blogge für meinen Teil nicht, und besorge mir die Besprechungsexemplare am liebsten selbst: kaufe sie mir. Nur so bleibt das mit der Unabhängigkeit gewahrt, und ich kann frei und *nicht leitfadengestützt* kritteln, wenn ich es für richtig halte. Das mit dem Selbst-Kaufen und -Entscheiden gilt im übrigen auch gegenüber den Cultur-Magg(l)ern. Ich schlage neuerschienene Titel am liebsten vor, und bediene mich nur selten und eher mit Bauchschmerzen von der redaktionsseitig quartalsmäßig versandten Liste mit eingegangenen Rezensionsexemplaren.

  • http://leanderwattig.de/ Leander Wattig

    Schickst Du echt an jeden Blogger Bücher raus oder filterst Du nach Blog-Relevanz?

    • http://www.facebook.com/zoebeck75 Zoë Beck

      Bisher ging ich naiverweise davon aus, dass sich die Leute wirklich mit den Büchern befassen wollen. Nun. Ich lernte dazu. :)

      • http://leanderwattig.de/ Leander Wattig

        :-)

  • Lesefee86

    Ich habe als Bloggerin mal meine Meinung dazu verfasst: http://lesefee.blogspot.de/2013/04/worte-blogger-unterstutzung-oder.html

    • http://www.facebook.com/zoebeck75 Zoë Beck

      Danke, das ist super. Gerne mehr davon! 

  • Sebastian Rothfuss

    Liebe Zoë Beck,
    vielen Dank für den großartigen Artikel, dem ich rundum zustimme. Vor allem: „Helft mir, effizienter zu werden, damit ich mit euch allen kommunizieren kann!“ – Das ist wirklich mein Hilfeschrei. So manch ein Blogger kann sich nicht vorstellen, dass ich mit etwa 500 Bloggern (Tendenz steigend) zusammenarbeite – zusätzlich zu meiner klassischen Pressearbeit, der Betreuung unserer Social Media-Auftritte und der Öffentlichkeitsarbeit. Daher habe ich auch nicht die Möglichkeit, mir für nette, persönliche, den Rezensionsexemplaren beigelegten Postkarten usw. die Zeit zu nehmen – auch wenn ich es liebend gern täte.
    Nur eine Sache möchte ich klarstellen: In unserem Infoblatt für Blogger steht nicht, dass man mit einem Onlinehänder verlinken muss: „Eine Verlinkung der Rezension mit der Buchseite auf unserer Homepage und/oder zu einem Onlinebuchhändler sollte eingebaut sein, damit neugierige Leser zu unserer Leseprobe gelangen können.“ Es heißt ganz bewusst „sollte“ und bietet für diejenigen, die nicht zu einem Händler verlinken möchten, die Option auch einfach auf unsere Verlagsseite zu verlinken. Viele missverstehen unter „Online-Buchhändler“ leider auch nur amazon. Dabei haben ja sogar die kleinsten Buchhandlungen die Möglichkeit, z.B. über den umbreitwebshop, einen eigenen Onlineauftritt zu realisieren.
    Nochmals DANKE und viele liebe Grüße
    Sebastian Rothfuss

  • Sonja Hartl | Zeilenkino

    Eines vorweg: Ich gehöre zu denen, die es traurig finden, dass ein solcher Leitfaden nötig ist. Und es stimmt mich fast noch trauriger, dass ein Großteil der Empörung entstanden ist, weil die Hinweise nicht genau gelesen wurden. Aber das Thema Empörung im Internet ist ein anderes.

    Weitaus spannender finde ich die Frage, die im letzten Absatz aufgeworfen wird: Warum blogge ich über Bücher und insbesondere über Krimis? Bei mir hat es zwei Gründe: Zum einen beschäftige ich mich auch beruflich mit (Kriminal-)Literatur und bringe längst nicht alle Themen und Bücher bei bezahlenden Auftraggebern unter, oft lese ich viel mehr Bücher für einen Beitrag, muss ein Interview auf wenige Aussagen kürzen usw. Für diese „Überbleibsel“ habe ich auf meinem Blog ein Zuhause, eine Publikationsplattform. Dabei geht es mir weniger um mich, sondern – und das leitet schon zum zweiten Grund über – manchmal möchte ich diesen Büchern etwas Aufmerksamkeit verschaffen. Ich freue mich, wenn ich von Bloglesern, die eigentlich keine Krimis lesen und durch meinen Blogbeitrag doch zu einem gegriffen haben, von dem Buch begeistert sind. Dabei geht es nicht darum, dass die Empfehlung von mir gekommen ist, sondern dass diese oftmals tollen Bücher von weniger bekannten Autoren oder mit Jahre zurückliegendem Erscheinungstermin gelesen werden.

    Für mich bietet das Internet gerade im Bereich der Kriminalliteratur (wie der Genreliteratur im Allgemeinen) so viele Möglichkeiten, die noch lange nicht genutzt werden.

  • http://lesekreis.org/ Heike

    -Schicken Sie mir ein Buch, ich bin Blogger?! Das klingt in der Tat wie eine Drohung.
    Schade, Zoë, scheinbar bist du ein Opfer dieses ominösen Heuschrecken-Schwarms
    geworden, der im letzten Jahr über die Frankfurter Buchmesse herfiel und sich
    ohne Rezensionsexemplar nicht abwimmeln ließ. (Das wurde gestern in diesem Zusammenhang auf einem Blog diskutiert 😉 Dabei habe ich wirklich gedacht,
    dass du besonders webaffin und "social media" bist und dich gegen solche
    Angriffe zu wehren weißt. Nun ja, derartige Erfahrungen prägen vielleicht
    Verlage und Autorinnen und Autoren. Aber es gibt ja jede Menge Alternativen wie
    Inserate, Lesereisen oder Leserunden bei LovelyBooks – alles nicht ganz billig
    – kostet eine moderierte Leserunde nicht so um die 3500 Euro und sind nicht
    wieder Blogs beteiligt, die nur ihre Freundinnen von A bis C erreichen?  Rezensionen und Links lassen sich natürlich
    auch kaufen. Im letzten Jahr erhielt ich ein Angebot für 110 Euro eine
    Rezension plus zwei Links zu veröffentlichen. 
    Die Rezension hätte ich nicht mal verfassen müssen! Es ist gar nicht so
    leicht, da standhaft zu bleiben, oder? Es scheint so, als sei das Verteilen von
    Freiexemplaren an Buchblogger doch noch die günstigste Variante für
    Verlagswerbung. „Helft mir, effizienter zu werden, damit ich mit euch allen
    kommunizieren kann?“, interpretierst du die Richtlinie von Blanvalet. Beim
    ersten Teil des Satzes stimme ich dir voll zu, den Rest würde ich allerdings
    weglassen. Denn von Kommunikation kann ja keine Rede sein, dazu fehlt, wie du
    schreibst, die Zeit, die fürs Verschicken der vielen Bücher draufgeht. Ich kann
    nur nochmals betonen, dass natürlich jeder Verlag derartige
    „Arbeitsrichtlinien“ für Blogs definieren kann, nur hätte ich mir gewünscht,
    direkt darüber informiert zu werden. Eine Mail an alle Blogs oder die Veröffentlichung auf der Verlagsseite wäre wünschenswert gewesen. Ich hätte unter den Voraussetzungen abgelehnt, weil ich mich instrumentalisiert fühle. Aber wo ist das Problem? Viele Blogs haben sich ja darüber gefreut. Wie wäre es mit Workshops zum Verfassen von Rezensionen und einem entsprechenden Zertifikat? 

  • Mareike Höckendorff

    Liebe Zoe Beck,
    vielen Dank für diesen vorsichtig und rücksichtsvoll formulierten Beitrag zum Thema Schreiben in Blogs! Ich finde es sehr wichtig, dass es Leitlinien und Lehrsätze für (Buch-)Blogger gibt. Sämtliche Hostingplattformen vermitteln den Eindruck, dass man mit nur wenigen Klicks zum Starblogger werden kann und das ist schlichtweg nicht richtig. Bloggen ist eine Arbeit und man sollte sich bewusst sein, dass man dabei nie auslernt, sich ständig weiterentwickeln und Tipps annehmen sollte. Für viele Anfänger ist es aber zunächst einfach schwer, diese Tipps zu finden. Ich sehe darum einen Vorteil darin, wenn ein Verlag ein paar Richtlinien aufstellt und diese online veröffentlicht oder den Rezensionsexemplaren beilegt (ich hatte auch schon das Glück von Herrn Rothfuss ein solches Leseexemplar zugeschickt zu bekommen und fühlte mich nicht im Mindesten davon gemaßregelt).
    Ich schreibe selbst in verschiedenen Blogs und möchte darum etwas zu Ihrer Frage nach der Intention sagen. Nach dem Lesen über ein Buch zu schreiben bedeutet für mich eine erneute Auseinandersetzung mit dem Inhalt. Ich frage mich, was mir besonders gut gefallen hat und was gar nicht und welche Gesamtaussage ich für mich mitnehmen kann. Diese schriftliche Reflektion hilft mir auch in meinem beruflichen Alltag als Literaturstudentin und Buchhändlerin. Nun könnte ich ja aber auch ein analoges Lesetagebuch führen – warum also der Blog und damit die Öffentlichkeit? Nun dafür gibt es zwei Gründe. Erstens sorgt Öffentlichkeit für einen gewissen Druck (ein Blog will gepflegt werden, sonst bleiben die Leser aus), der mich dazu bringt, mich auch wirklich hinzusetzen und zu schreiben. Zweitens – und hier sehe ich den wirklich herausragenden Vorteil von Blogs (auch und vor allem gegenüber Amazon-Rezensionen) – können Blogleser kommentieren. Man kommt also ins Gespräch über die Bücher. Zu der Meinung des Bloggers gesellen sich andere Ansichten und manchmal entstehen richtig schöne Literaturdiskussionen. Das ist es, was ich am Bloggen besonders mag und darin sehe ich auch den entscheidenden Vorteil der Blogosphäre gegenüber Veröffentlichungen in Printmedien.
    Liebe Grüße,
    Mareike Höckendorff

  • http://twitter.com/Lesekreis Lesekreis

     Schicken Sie mir ein Buch, ich bin Blogger?! Das
    klingt in der Tat wie eine Drohung. Schade, Zoë, scheinbar bist du ein Opfer
    dieses ominösen Heuschrecken-Schwarms geworden, der im letzten Jahr über die
    Frankfurter Buchmesse herfiel und sich ohne Rezensionsexemplar nicht abwimmeln
    ließ. (Das wurde gestern in diesem Zusammenhang auf einem Blog diskutiert 😉
    Dabei habe ich wirklich gedacht, dass du besonders webaffin und „social
    media“ bist und dich gegen solche Angriffe zu wehren weißt. Nun ja,
    derartige Erfahrungen prägen vielleicht Verlage und Autorinnen und Autoren.
    Aber es gibt ja jede Menge Alternativen wie Inserate, Lesereisen oder
    Leserunden bei LovelyBooks – alles nicht ganz billig – kostet eine moderierte
    Leserunde nicht so um die 3500 Euro und sind nicht wieder Blogs beteiligt, die
    nur ihre Freundinnen von A bis C erreichen und nicht garantieren können, dass die Freundinnen D bis Z für Umsatz sorgen?  Rezensionen und Links lassen
    sich natürlich auch kaufen. Im letzten Jahr erhielt ich ein Angebot für 110
    Euro eine Rezension plus zwei Links zu veröffentlichen.  Die Rezension
    hätte ich nicht mal verfassen müssen! Es ist gar nicht so leicht, da standhaft
    zu bleiben, oder? Es scheint so, als sei das Verteilen von Freiexemplaren an
    Buchblogger doch noch die günstigste Variante für Verlagswerbung. „Helft mir,
    effizienter zu werden, damit ich mit euch allen kommunizieren kann?“,
    interpretierst du die Richtlinie von Blanvalet. Beim ersten Teil des Satzes
    stimme ich dir voll zu, den Rest würde ich allerdings weglassen. Denn von
    Kommunikation kann ja keine Rede sein, dazu fehlt, wie du schreibst, die Zeit,
    die fürs Verschicken der vielen Bücher draufgeht. Ich kann nur nochmals
    betonen, dass natürlich jeder Verlag derartige „Arbeitsrichtlinien“ für Blogs
    definieren kann, nur hätte ich mir gewünscht, direkt darüber informiert zu
    werden. Eine Mail an alle Blogs oder die Veröffentlichung auf der Verlagsseite
    wäre wünschenswert gewesen. Ich hätte unter den Voraussetzungen abgelehnt, weil
    ich mich instrumentalisiert fühle. Aber wo ist das Problem? Viele Blogs haben
    sich ja darüber gefreut und fühlen sich „sanft“ gelenkt. Wie wäre es mit Workshops zum Verfassen von
    Rezensionen mit einem schönen Zertifakt in Form eines Widgets zum Integrieren auf dem Blog zum Abschluss!?
    Liebe Grüße, Heike
    P.S.: hoffe, das erscheint jetzt nicht doppelt, aber ich habe wohl zunächst einen leeren Kommentar gepostet, sorry!

  • Erika on Tour

    Hier mal meine Meinung dazu: http://bit.ly/17nsIxx

    Liebe Grüße
    Erika

  • Alice Gabathuler

    Ich lebe in der Schweiz. Ein Buchpaket nach Deutschland kostet mich 15 CHF (Minimalpreis der Post, nicht verhandelbar). Das Buch müsste ich kaufen, da ich meine Freiexemplare ziemlich schnell verschenkt habe. Kurz: Eine einzige Rezi würde mich 22 – 24 Euro (Posttaxen und Buch) kosten. Dafür muss ich ca. 22 meiner Bücher verkaufen. Langer Rede kurzer Sinn: Ich verschenke und verlose keine Bücher mehr (ausser die Freiexemplare und die nur an Leute, denen ich sie portofrei in die Hand drücken kann). Es ist schlicht zu teuer.
    Mein Verlag beliefert Blogger – ich weiss jedoch nicht, nach welchen Kriterien. Wenn sich Blogger an mich wenden, verweise ich auf den Verlag. Bei Buchbloggern, die ich kenne, lege ich beim Verlag ein gutes Wort ein und die schicken dann auch ein Rezensionsexemplar.

  • Claudia Junger „Krimi & Co.“

    Liebe Zoë,

    toller Artikel.

    Ich blogge, weil es mir Spaß macht. Ich finde es sehr interessant zu sehen, ob Menschen meine Meinung über bestimmte Bücher teilen oder komplett anderer Meinung sind. Außerdem freut es mich jedesmal, wenn einer meiner Tipps gut ankommt. Da mir Indies am Herz liegen, stelle ich die Autoren auch gerne vor. Das war es schon. :)

    Liebe Grüße

    Claudia

  • Edith N.

    Ich schreibe seit 30 Jahren Buchbesprechungen. Frueher fuer Zeitschriften und Zeitungen, heute fuer meine/unsere Blogs und fuer diverse buchaffine Internetforen.

    Angefangen hat es, als mir Hobby-Autoren ihre Tierbuecher schickten mit der Bitte, sie doch auf unserer Tiergeschichtenseite vorzustellen. Hab ich gemacht. Dann kamen Buecher zu anderen Themen, Buecher aus namhaften Verlagen … und irgendwann wurde das zum Selbstlaeufer. Autoren und Verlage schicken mir ihre Buecher und ich schiebe immer eine Bugwelle von rund 20 ungelesenen Werken vor mir her. Ich mache mir Arbeit. Ich lese alles ganz gruendlich. Ich mache Notizen, ich mache mich schlau. Und ich mache den „Vorleser“ fuer unsere Leser. „Da schaut her, dieses Buch lohnt sich aus diesem oder jenem Grund. Oder das lohnt sich weniger, weil es diese oder jene Schwaechen hat.

    Ich mache Textvarianten fuer die Blogs, fuer die Internetforen und noch eine weitere fuer Amazon. Da gehen Tage meiner Freizeit ins Land.

    Warum mache ich das? Weil ich es kann. Weil es Spass macht. Weil ich dadurch Genres und Autoren kennen lerne,
    auf die ich nie von selber gekommen waere. Weil ich so schwer nein sagen kann. Weil ich mich freue wenn Leute meine Texte gerne lesen und meinen Empfehlungen
    folgen. Und vielleicht auch, weil ich mir ein bisschen wichtig vorkomme, wenn mir Autoren und Verlage ihre Werke schicken und wenn meine Texte in Verlagskatalogen oder auf Autorenhomepages zitiert werden.

    Als wenn ich nicht schon genug Arbeit haette, fordere ich ab und zu auch aktiv Buecher von Verlagen an, die
    mich nicht schon automatisch beliefern. Ich sage, wer ich bin und was ich mache, verlinke meine „Rezensionsplattformen“ und liste die Verlage auf, die mich auf ihren Rezensentenlisten fuehren. Bekomme ich das Buch, fein. Bekomme ich es nicht, auch gut. Zeit gespart.