All posts by Iris Tscharf

Wenn von Männern unterschätzte Frauen die Macht übernehmen Von Iris Tscharf So langsam kriechen sie heraus. Die Frauen, die in Krimis und Thrillern meist nur die Opferrolle überhaben – oder vielleicht mal als Ermittlerin agieren, die übernehmen jetzt auch schon mal ganze Drogenkartelle wie in „Lola“ von Melissa Scrivner (Suhrkamp Verlag, 2018). Auch Harley, das kleine McKenna-Mädchen aus „River of Violence“ von Tess Sharpe (dtv, 2019), zieht inzwischen die Strippen eines Drogen- und Waffenschmuggelclans. Nur weiß das noch niemand, was auch gut ist, denn Harley schlägt einen ganz anderen WegRead More
Und es war doch die Mafia Dallas, 22. November 1963. Strahlender Sonnenschein begleitet die Präsidentenlimousine durch die Straßen Dallas. Beim Abbiegen der Wagenkolonne in eine dreispurige Unterführung werden drei Schüsse abgefeuert. Der US-Präsident John F. Kennedy ist tot. Erschossen. Amerika in Schockstarre. Dieses Attentat ging nicht nur in die Weltgeschichte ein, sondern heizte auch zahlreiche Verschwörungstheorien an. Offiziell erschoss Lee Harvey Oswald den Präsidenten, doch ausgerechnet dieser Einzeltäter wird zwei Tage später vom Nachtclub-Besitzer Jack Ruby in Polizeigewahrsam ermordet. Neben der offiziellen (realen) Theorie gibt es auch zahlreiche Verschwörungstheorien. EinigeRead More
Mexiko: Das Land der Verschwundenen Von Iris Tscharf Denkt man an Mexiko, fällt einem, je nachdem, entweder Folkloristisches (Sombreros, Kakteen, Tortillas und Tequila) ein oder die ganzen Narco-Sagas, oder der monströse Grenzzaun der USA zu Mexiko mit den illegalen Grenzgängern. Wer dazu zum Beispiel Sam Hawkens Roman „Kojoten“ (Polar Verlag, 2015) gelesen hat (nur eines der vielen kritischen Mexiko-Narrative der letzten Jahre), denkt wahrscheinlich sofort an die Mesquitebäume, auf dessen Äste Frauenunterhosen hängen. Die Vergewaltigungsbäume. Aber nichts davon kommt in „Die Verschwundenen“ vor. Wir sind, wie auch Sam Hawken, keineRead More
Die Zeit nach der Mauer ist die Schuld der Alten Zehntausend Kilometer Beton. Auf der Meerseite bis zu fünf Meter hoch. Drei Meter breit. Alle drei Kilometer ein Wachhaus, dazu noch Treppen, Kasernen, Ausfahrtsschleusen, Lagerräume, Zugangswege. Ein Ungestüm inmitten von Kälte und Dunkelheit ist die Mauer, die in naher Zukunft im Roman von John Lanchester Großbritannien von der Außenwelt abschottet. Sie stielt den Meerblick. Sie bietet keinen Schutz. Sie sorgt für Angst und Schrecken vor und hinter der Mauer. Und Tote. Auf beiden Seiten. Vor, hinter, und auf der Mauer.Read More
Eine Geschichte der Verzweiflung und des Verfalls Rezension von Iris Tscharf Es gibt so Gegenden, die wirken auf den ersten Blick gar nicht mal so übel. Vielleicht sogar schön mit all den Kranichen, Schildkröten und Waschbären, den viktorianischen Häusern und den hölzernen Kirchtürmen. Lebendig mit den „Wagenladungen voller Kids“ und der pulsierenden Bassmusik auf den Parkflächen. Wenn man genauer hinsieht, ist McComb aber doch nur ein trostloses Kaff irgendwo im Süden Mississippis. Vielleicht wirkt es ein bisschen heruntergekommen mit all den Typen in den Muskelshirts und Jogginghosen, den Zimmern ohneRead More
Ein Coup unter schlechtem Stern Von Iris Tscharf Spanien ächzt unter einer Wirtschaftskrise und nicht nur der Fischhändler Víctor, genannt Chiquitín, quält sich mit den Finanzen, sondern auch seine Kumpels Yunque, Chato und Guapo suchen nach Einkommensmöglichkeiten. Da kommt das Angebot zu einem Bankraub in Marrakesch gerade recht. Dort findet bald ein Treffen der Juwelierhändler statt und der geplante Coup hört sich fast zu einfach an. Das wäre nämlich ihr Anteil an dem sechs Millionen-Euro-Coup. Wenn alles nach Plan liefe … Es klingt alles total easy: Ein Trip in BegleitungRead More