Geschrieben am 1. Dezember 2023 von für Crimemag, CrimeMag Dezember 2023

Schatzsuche Dezember 2023 – Lesestoff

Eine Vielzahl von Krimi-Neuheiten …

… erscheinen jeden Monat, dazu Graphic Novels (vulgo: Comics) und DVDs und BluRays. 

Unmöglich, das alles zu überblicken und zu rezensieren. 

CrimeMag siebt und schürft deshalb für Sie und weist hier regelmäßig mit Hilfe der befreundeten Buchhandlungen Chatwins (Berlin), Wendeltreppe (Frankfurt) und Buchladen in der Osterstraße (Hamburg) auf interessante Neuerscheinungen hin. 

Empfehlungen für DVDs, BluRays und Comics und auch Podcasts geben Katrin Doerksen und Thomas Groh.

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Bitte denken Sie daran, dass gerade in diesen Zeiten Ihre lokalen Buchhandlungen besonderer Unterstützung und Solidarität bedürfen. Lieber dort bestellen als bei amazon. Man kann das nicht oft genug sagen – und tun.

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Claudia Denker von der Krimiabteilung im Chatwins in Berlin-Schöneberg:

Unter den Neuerscheinungen im Monat Dezember habe ich nicht viel gefunden, aber es soll hier ja auch um Weihnachtstipps gehen.

Ein Hardcover hat mich allerdings doch neugierig gemacht. »Erdling« von Emma Braslavsky(Suhrkamp). Sahra Wagenknecht wird von Außerirdischen entführt und Oskar möchte sie zurück? Interessant. Die Autorin hat auch die Vorlage für den Kinofilm »Ich bin dein Mensch« geschrieben. Den mochte ich. 

Ich möchte auf jeden Fall noch lesen: »Der Beifahrer« von Pascal Garnier (Septime) und von Myriam Leroy »Rote Augen« (Edition Nautilus). Erst dachte ich, die Autorin hätte etwas mit Jérôme Leroy zu tun (alle Bücher von ihm bitte auch zu Weihnachten verschenken), scheint aber nicht so zu sein.

Auch bereits erschienen und auf meinem Zettel: »Tanz oder stirb« von Uta-Maria Heim (Gmeiner). – siehe auch unsere Bloody Chops, d. Red.

Mark-Uwe Kling hat zusammen mit seinen Zwillingstöchtern Johanna und Luise nun auch einen Fantasy-Krimi geschrieben: »Der Spurenfinder« (Illustrationen von Bernd Kissel, Ullstein). Das ist dann etwas für Kinder und Erwachsene und wahrscheinlich auch wieder sehr nett, wie auch »Das Klugscheißerchen« (Illustrationen von Astrid Henn, ab 6 J., Carlsen), das im Oktober erschienen ist und jetzt schon der absolute Renner im anlaufenden Weihnachtsgeschäft. 

Und nun schaut im CrimeMag nach weiteren Tipps, kauft viele Bücher in echten Buchhandlungen und habt

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Jutta Wilkesmann und Hildegard Gansmüller, Wendeltreppe, Frankfurt:

Hier unsere Empfehlungen:

Kurt Palm: Der Hai im System (Leykam)

Giovanni Catelli: Camus muss sterben (Emons; übersetzt von Carsten Drecoll)

Regina Nössler: Kellerassel (Konkursbuch)

Kevin Major: One for the Rock (Pendragon; Ü: Norbert Jakober)

Viveca Sten: Kalt und still (dtv: Ü: Dagmar Lendt)

Richard Osman: Ein Teufel stirbt immer zuletzt (List; Ü: Sabine Roth)

Und alle guten Wünsche für die letzten Wochen des Jahres!

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Torsten Meinicke, Buchladen in der Osterstraße, Hamburg:

Gelesen habe ich gerade:
– S.A. Cosby, Der letzte Wolf (Ü: Jürgen Bürger), ars videndi 2023, 380 S., 24 Euro: Titus Crown ist der schwarze Sheriff in Charon Country/Virginia. Erst ein Schulattentat, dann die Entdeckung eines Massengrabs, am Ende ein tolles Finale. Titus Crown macht einiges durch, die Lektüre lohnt aber unbedingt!

– Owen Booth, Die wirklich wahren Abenteuer und außerordentlichen Lehrjahre des Teufelskerls Daniel Bones (Ü: Ulrike Wasel und Klaus Timmermann), mareverlag 2023, 376 S., 25 Euro: Ende des 19. Jahrhunderts tritt der junge Engländer Daniel Bones in den Dienst des „furchtlosen Froschmanns“ Captain Clarke B, Im aufblasbaren Gummianzug geht es über die Flüsse Europas, Begegnungen mit Räuberbanden und Gläubigern inklusive. Sicher, eher ein Roadmovie als ein Krimi, aber süffig und spannend und schräg.

– Pekka Hämäläinen, Der indigene Kontinent. Eine andere Geschichte Amerikas (Ü: Helmut Dierlamm und Werner Roller), Kunstmann 2023, 651. S., 48 Euro: Hämäläinen, Professor für Amerikanische Geschichte in Oxford, erzählt die Geschichte Amerikas konsequent aus indigener Perspektive und kommt dabei zu außergewöhnlichen Ergebnissen. Eine Lektüre, die lohnt, ein Register das – angesichts des Umfangs – sehr hilfreich ist.

– Percival Everett, James (Ü: Nikolaus Stingl), Hanser 2024, 335 S., 26 Euro: Everett dreht Mark Twains „Huckleberry Finn“ auf links, indem er den Sklaven Jim zum Icherzähler macht. Das funktioniert genial, nicht zuletzt aufgrund der übersetzerischen Meisterleistung von Nikolaus Stingl. Unbedingt vormerken, denn das Buch erscheint leider erst im März 2024. Aber das Warten lohnt sich, versprochen!

Und nun: Umsatz! Umsatz! Umsatz! Wir nennen es Weihnachtsgeschäft. Kauft im stationären Buchhandel, denn: Kein Schwein braucht amazon!

Aus dem Buchladen Osterstraße grüßt Torsten Meinicke
(in dieser Saison immer noch ungeschlagen)

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Unsere anderen Schatzgräberinnen und Schatzgräber sind noch im ersten Adventstaumel unterwegs. Hier wird es noch ein wenig Nachschub geben…

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