
Strange Things
„Wer wärst du, wenn niemand deine Geschichte kennen würde?“, steht als Motto vor dem Kapitel „Mörder“ im Gedichtband „Zwischen Kuss und Klinge: Ein etwas anderer Gedichtband“. Die 25jährige Autorin Larissa-Kyra Birkhan lässt darin Ted Bundy, John Wane Gacy, Jeffrey Dahmer und Ed Ghein mit je einem Gedicht und in Ich-Form zu Wort kommen. Das Dahmer-Gedicht schließt so:
Du denkst, du kennst jetzt meine Geschichte?
Oh, ich habe noch nicht mal richtig begonnen
Wenn du den Rest gerne hören möchtest
kannst du jederzeit zu mir zum Essen kommen
Zum Mörder-Kapitel gehören auch „Ein erster und letzter Liebesbrief“ (an eben solche Serienmörder) und ein Rat der Autorin an ihre Leserinnen und Leser. Sie will entlarven, wie man sich schnell in Obsession befindet – und sie will, dass man sich die Frage stellt, „Liebe ich wirklich wie in Larissas Liebesgedichten? Oder bin ich in der Abhängigkeit gefangen wie in Larissas Mördergeschichten?“
Der ohne Übertreibung gesagt wirklich etwas andere Gedichtband mit seiner (nicht nur visuellen) Dark-Romance-Ästhetik ist tatsächlich eine Gratwanderung zwischen Kuss und Klinge. Oder wie die Autorin es selbst formuliert: „Was passiert, wenn eine junge Frau, die im Gerichtssaal eines Totschlagprozesses sitzt, zuvor ein duales Studium bei der Polizei, danach Archäologie studiert hat, momentan psychologische Forensik studiert und gleichzeitig Gedichte über Liebe schreibt?“
Seeing is believing.
Larissa-Kyra Birkhan: Zwischen Kuss und Klinge: Ein etwas anderer Gedichtband. BoD, Hamburg 2026. Hardcover kaschiert,214 Seiten, 34,99 Euro. – Die Autorin bei Books on Demand hier.












