Vietnam Tag

Endlich wieder zugänglich ist nun – in einer DVD-Edition des Filmmuseums München – Wolf-Eckart Bühlers legendärer Vietnamkrieg-Film „Amerasia“ von 1985. Hier seine Aufzeichnungen dazu. Ich bin während des Vietnamkriegs politisch erwachsen geworden. Das ist etwas, was mich biographisch mit diesem Krieg verbindet – weshalb ich auch immer aufmerksam für seine Folgen geblieben bin. Und zu diesen gehört immerhin, ganz global gesprochen, dass die gesamte amerikanische Politik der letzten 10, 15 Jahre sehr eindeutig determiniert ist durch das Trauma Vietnam, das auch heute noch längst nicht überwunden ist. Und wenn ich sage „amerikanische Politik”, dannRead More
Es gibt Filme, die bei einem bleiben, obwohl es schon sehr lange her ist, dass man sie gesehen hat. „Amerasia“ von Wolf-Eckart Bühler ist solch ein Fall. Ich sah ihn 1985, beim Münchner Filmfest, und dann wieder jetzt erst vor wenigen Tagen – dank der gerade eben als DVD erschienenen digitalen Restaurierung des Filmmuseums München. Fast schockierend, wie sehr mir der wie unter Schock stehende Hauptdarsteller John Anderson im Gedächtnis war. Und wie diese eine Episode aus dem Waisenhaus mich nie verlassen hat. Davon weiter unten. „Amerasia“ ist einer derRead More
Review of ‚The Committed‘ by Viet Thanh Nguyen For those who’d enjoyed ‘The Sympathizer’, Nguyen’s debut of 2015 in which he pulled off the perfect literary political thriller, there was a lot of pent up enthusiasm for his new novel. That his first book had been a brilliant take on that highly emotional subject, the Vietnam War, but written not from the perspective of a traumatized American soldier, but rather a Vietnamese/French communist mole in the entourage of an exiled South Vietnamese army general, ensured that it would receive particularRead More

Posted On August 5, 2019By Peter MuenderIn Litmag, NATUR Special, Specials

Peter Münder: Romantik und Apokalpyse

Waldeinsamkeit oder Napalmgeruch am Morgen Zum Naturbegriff zwischen Romantik und „Apocalypse Now“ – von Peter Münder Schon am ersten Tag unserer Radtour durch einsame litauische Wälder – von der Kurischen Nehrung bis nach Vilnius und an die Grenze zu Weißrussland – ging mir der  Ruf des mysteriösen sprechenden Vogels aus Tiecks Novelle „Der Blonde Eckbert“  (von 1797) durch den Kopf: „Waldeinsamkeit! Oh wie mich freut Waldeinsamkeit!“   Das Schwelgen in dieser litauischen Wald-Einsamkeit  war  einerseits der Auslöser eines Glücksgefühls, das die Symbiose von Mensch und Natur zelebrierte, wozu unterwegs auch noch das stundenlange Dösen inRead More
»Mein Name ist Sa. Ich bin deine Frau.«  Der September kam und ging. Der Oktober ging, und die Santa-Ana-Winde kamen. Sie rauschten mit der Wucht der Autos auf dem Freeway in östlicher Richtung von den Bergen herunter und knickten die Halme des Papyrus um, den Mrs. Khanh in Keramiktöpfe neben dem Spalier gepflanzt hatte. Sie erlaubte dem Professor jetzt nicht mehr, seine nachmittäglichen Spaziergänge alleine zu unternehmen. Stattdessen folgte sie ihm diskret im Abstand von fünf, sechs Metern, wobei sie sich wegen des Windes den Hut auf den Kopf drückte.Read More
Könige, Präsidenten, Militärs, Politiker, Waffenschieber, Drogendealer, Terroristen: Ein Kompendium zu Verbrechern des 20. Jahrhundert „Gesichter des Bösen“ heißt das Lexikon, das  in 168 Porträts  die Greueltaten von König Leopold II., Pinochet, Stalin, Hitler, Himmler, Hindenburg, Eichmann, Osama bin Laden, Slobodan Milosevic, Robert Mugabe, US-Präsident McKinley, Mohammed Atta und vielen anderen erfasst. Wie bringt man diese Verbrechen von so unterschiedlichen Figuren auf einen Nenner? Von Peter Münder. Beim ersten Durchblättern des Namensregisters überwiegt die Skepsis: Gehört ein Mann wie der ehemalige US-Präsident William McKinley (1843-1901, Präsident von 1897-1901) überhaupt in dieseRead More