Roman Tag

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Ute Cohen und Joachim Feldmann haben sich unabhängig voneinander diesen Roman angesehen und sind beide sehr angetan. Die goldenen Zwanziger … Von Ute Cohen Ein jüdischer Bankier, der sich bei seiner Walküren-Geliebten mit Schweinswürsten überfrisst, der aufgespießte Rotschopf einer polnischen Kostümbildnerin und ein weißer Porzellanaffe – Kerstin Ehmers historischer Krimi Der weiße Affe spielt im Berlin der 20er-Jahre, einem Moloch, der an Maupassants Paris und David-Lynch-Grotesken erinnert.  Der Plot erscheint zunächst simpel: Der Bankier Eduard Fromm wird ermordet im Treppenhaus seiner Geliebten aufgefunden. Der junge, aus der Provinz stammende Kommissar Ariel SpiroRead More
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Posted On Oktober 17, 2017By Katja BohnetIn Bücher, Crimemag

Roman: Ned Beauman: Glow

„Glow“ von Ned Beauman – Eher tell als show Von Katja Bohnet  Bein ab reicht nicht mehr Glow heißt der heiße Scheiß, der high macht, ohne Low. In der Stadt London gehen die Partydrogen niemals aus. Genau so wie die Partys, genau so wie die Raves. Raf ist ein junger Typ, der unter einem verschobenen Tag- und Nachtrhythmus leidet. Sein Tag ist nicht vierundzwanzig, sondern fünfundzwanzig Stunden lang. Raf hatte noch nie einen richtigen Job, aber er wollte programmieren lernen. Damals schrieb er ein Programm, das die Lebens-Rhythmus-Schieflage berechnen kann.Read More
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Posted On Oktober 17, 2017By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Roman: Norbert Horst: Kaltes Land

Reichlich Polizeijargon Von Frank Rumpel Näher kommt man wohl nicht ran, an den schnöden Polizeialltag, als in Norbert Horsts Romanen. Seine Brötchen verdient der Autor als Kriminalkommissar, weiß also, über was er da schreibt, auch wenn er jahrelang nicht mehr selbst ermittelte, sondern Kollegen fortbildete und Pressearbeit machte. Wahrscheinlich kann er es gerade deshalb umso besser. Ein Insider also, der es schafft, den Anschein von Authentizität zu vermitteln und wieder mal eine packende, durchaus realtitätstüchtige Geschichte erzählt, in der Flüchtlinge zur leichten Beute skrupelloser Menschenhändler werden. Der karriereresistente Kommissar ThomasRead More
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Posted On Oktober 17, 2017By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Roman: Till Raether: Neunauge

Leichenfrei nach Mumien-Fund im Schulkeller  Auch der vierte Fall von Till Raethers hypersensiblem Kommissar Adam Danowski hat es in sich: Wie soll er jetzt in „Neunauge“ aufklären, wer für das Entsorgen mumifizierter Leichen in Hamburger Schulkellern verantwortlich ist? Von Peter Münder Der therapieresistente Danowski soll sein „Glückstagebuch“ vor dem Schlafengehen regelmäßig aktualisieren – optimal wären Einträge zu  drei Dingen, die ihn am Tag glücklich gemacht hatten. Damit soll er sich aus „negativen Gedankenspiralen“ befreien, wie die Therapeutin erklärt. Aber dieses zwangsverordnete Tagebuchführen macht ihn ebenso wahnsinnig wie das Grübeln darüber,Read More
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Posted On September 19, 2017By Ute CohenIn Bücher, Crimemag

Roman: Benjamin Whitmer: Im Westen nichts

WILDROMANTISCHE, VOGELFREIE SCHEISSE Von Ute Cohen Countrysongs können einem das Hirn mindestens genauso aus dem Schädel blasen wie eine 38er. Verlierergeschichten ohne Happy End betäuben mit Galoppsound in Endlosschleife. Benjamin Whitmers „Im Westen nichts“ ist wie einer dieser Songs, die man in- und auswendig zu kennen glaubt, am liebsten wegdrücken möchte und dann doch bis zum Schluss anhört, die Wut im Bauch, der Handrücken verschämt die Tränen wegwischend. Das Setting ist nichts Neues: Pike, ein verwitterter, vom Leben gezeichneter Bulle bricht auf, den Tod seiner Tochter zu rächen. Sarah, verlassenRead More
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Posted On September 19, 2017By Sonja HartlIn Bücher, Crimemag

Roman: Karan Mahajan: In Gesellschaft kleiner Bomben

Erschütterungen Von Sonja Hartl Dieses Buch stellt viele Fragen: Sind große Bombenanschläge wirklich schlimmer als kleine? Sie fordern mehr Opfer, brennen sich in unser Gedächtnis ein, verschaffen mehr Aufmerksamkeit – aber wie bemisst man eigentlich den Schaden? In Toten? In Schlagzeilen? Oder in den Folgen, die sie haben? Und wie beurteilt man diese Folgen, sind sie nicht eventuell nachträglich hergestellte Kausalitäten, die den Eindruck erwecken sollen, dass im Rückblick alles Sinn ergibt und als scheinbar unweigerliche Konsequenz bestimmte Ereignisse so eintreten mussten? Oder wird damit nicht vielmehr verschleiert, dass esRead More
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Posted On September 19, 2017By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Roman: Christian von Ditfurth: Giftflut

Terror-Anschläge auf Brücken, Fähren und den Eurotunnel: Was Ist die Botschaft? Irgendwas mit Wasser? Mit seinem dritten Band um Kommissar de Both liefert Christian von Ditfurth nach „Heldenfabrik“ und „Zwei Sekunden“ wieder einen gelungenen  Thriller: So eigenwillig, brillant und originell wie seine Hauptfigur ist auch „Giftflut“ angelegt. Von Peter Münder Besonders zimperlich bei der Beschreibung mörderischer Gemetzel war Christian von Ditfurth, 64, noch nie: Sieben Vorsitzende eines Chemiekonzerns werden bei einer Sitzung von einem angeheuerten Killerkommando ermordet; ein Bombenattentat wird auf den Konvoi der Kanzlerin und des russischen Präsidenten mittenRead More
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Heute: Stuart MacBride von Marcus Müntefering Muss man eigentlich 2017 noch etwas sagen zu Stuart MacBride aus Aberdeen? Inzwischen sollte doch jeder anglophile Krimileser seine Reihe um den aufgrund einer Mehr-als-Nahtod-Erfahrung Lazarus genannten Polizisten Logan McRae und seine Vorgesetzte Roberta Steel, die dauerfluchende Lesbe mit zweifelhaften Ernährungsgewohnheiten, kennen. Sollte. Irgendwie wird MacBride gern übersehen, bekommt in Deutschland kaum einen Fuß auf die Erde – Rankin hat die Hardcover und die besseren Übersetzer, bekommt mehr Rezensionen und taucht wenigstens gelegentlich mal in der Krimi-Bestenliste der “FAS” auf (an mir liegt’s nicht!).Read More
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Posted On September 19, 2017By Frank SchorneckIn Bücher, Crimemag

Roman: Graham Norton: Ein irischer Dorfpolizist

Grüner wird’s nicht von Frank Schorneck „Es war in der Einwohnerschaft von Duneen weitgehend akzeptiert, dass, sollte ein Verbrechen geschehen und es Sergeant Collins gelingen, den Täter festzunehmen, dieser Verhaftung wohl kaum eine Verfolgung zu Fuß vorausginge.“ – Sergeant PJ Collins war schon dick, bevor er seinen Dienst in Duneen antrat, einem südirischen Kaff, das verschlafen zu nennen noch ein Euphemismus wäre. Ein Polizeialltag, der zwischen den reichhaltigen, von der fürsorglichen Haushälterin zubereiteten Mahlzeiten noch so manche zusätzliche Leckerei bereit hält und ansonsten weder geistige noch körperliche Beweglichkeit erfordert, hatRead More
Der Sympathisant von Viet Thanh Nguyen

Posted On August 15, 2017By Viet Thanh NguyenIn Crimemag

Primärtext: Viet Thanh Nguyen: Der Sympathisant

„So ist das mit den Dingen, die gefährlich sind…“ CrimeMag-Lesern ist er bereits wohlbekannt: unser Autor Viet Thanh Nguyen, dessen Erstling – aus dem wir hier den Anfang veröffentlichen dürfen – sowohl den Pulitzer-Preis als beste „fiction“ wie auch den Edgar (Allen Poe Award) als beste „crime novel“ des Jahres errungen hat. Sein eleganter und kluger Vietnam-Thriller „Der Sympathisant“ ist rundum eine Freude, und beweist, dass die Zeit großer Politthriller keineswegs zuende ist, sondern eine Zukunft hat. Herzlich willkommen damit in Germany, dear Viet! Viet Thanh Nguyen bisher bei CrimeMag: Essay: „I am a refugee.“ MitRead More
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Posted On August 15, 2017By Michael WuligerIn Bücher, Crimemag

Roman: Sam Bourne: Der Präsident

Eine Kugel für Trump Kann man Donald Trump eigentlich noch toppen? Schwierig, schwierig, Sam Bourne hat es in seinem Roman „Der Präsident“ versucht, aber ist gescheitert. Mike Wuliger ist enttäuscht. Die amerikanischen Demoskopen stellen eine Frage leider nie: Wie viele Bürger träumen davon, dass ihren derzeitigen Präsidenten der Schlag treffen möge, notfalls auch die Kugel eines Attentäters? Die zustimmenden Antworten wären möglicherweise höher als Trumps aktuelle Popularitätswerte. In Sam Bournes “Der Präsident” – der englische Originaltitel heißt “To kill the President” – scheint dieser Wunsch in Erfüllung zu gehen. WeilRead More
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Posted On August 15, 2017By Anne KuhlmeyerIn Bücher, Crimemag

Roman: Zoë Beck: Die Lieferantin

Schmerzfreiheit und Schlaf für alle! Von Anne Kuhlmeyer Unter Umständen gibt es keine Alternative für einen gebeutelten Gastronomen, als den persönlichen Schutzgelderpresser im eigenen Betonboden zu versenken, selbst wenn man sich damit akustische Intrusionen einhandelt oder sich die Gewaltexzesse im postbrexitischen Königreich zur Last legen muss, wie Leigh – freundlich, kompetent, schwul – das egozentrisch tut. Denn der Erpresser hatte eine alteingesessene, exzellent vernetzte Organisation hinter sich, die sich nicht gern in die Suppe spucken lässt. Schon gar nicht von jemand Neuem, der ihr den Gewinn aus Drogengeschäften schmälert undRead More
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Posted On August 15, 2017By Sonja HartlIn Bücher, Crimemag

Roman: Stuart Neville: Der vierte Mann

Irland und der Nationalsozialismus Von Sonja Hartl „Rattenlinien“ heißen jene Fluchtlinien, die führende Vertreter des Nationalsozialismus und Angehörige der SS nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs genutzt haben, um aus dem Land zu kommen. Einige ihrer Gesinnungsgenossen hatten sehr früh erkannt, dass der Zusammenbruch bevorsteht und sich abgesetzt. Dann organisierten sie vom Ausland aus Fluchtrouten für ihre Verbündeten, „mit Unterstützung der Kirche oder dem ein oder anderen Regierungsmitglied. Ein Empfehlungsschreiben, ein paar Devisen, um die Reise zu erleichtern, und Bargeld, um ein neues Leben zu beginnen.“ So steht es inRead More
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Die Formation eines Subgenres Von Thomas Wörtche Als ich mich neulich mit Junichiro Tanizalkis Meisterwerk „Der Schlüssel“ beschäftigt hatte, der sich unter anderem mit den Gender-Rollen der modernen japanischen Gesellschaft beschäftigt, fiel mir auf, wie geschichtsvergessen auch die Traditionslinie kriminalliteraturschreibender Frauen aktuell geworden ist. Deswegen sei hier noch einmal und nachdrücklich auf Masako Togawa hingewiesen, die zudem mit dem Titel ihres Erstlings, „Der Hauptschlüssel“ auf Tanizaki anspielt, aber sich gleichzeitig von männlichen Vorbildern loslöst und in einen globalen weiblichen Diskurs eintritt. Der Mann, der nachts rastlos durch Tokio streift, istRead More
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Posted On August 15, 2017By Katja BohnetIn Bücher, Crimemag

Roman: Lisa Sandlin: Ein Job für Delpha

Tausche Schaukelstuhl gegen Bein Von Katja Bohnet Texas, Hitze, Staub Noir. Es ist still. Vielleicht wird leise gesprochen, vielleicht bauscht ein leichter Windzug die Gardinen auf. Es ist heiß, Schweiß verklebt Staub auf der Haut. Die Nacht bringt keine Abkühlung. Zwei Möglichkeiten: Grelles Licht, ein Knall, harte Action, Achterbahn. Oder es bleibt dunkel, leise, drückend heiß. Wenn der Morgen kommt, ist jemand tot, jemand reich, jemand muss sich trennen, jemand geht. Lisa Sandlin wählt Tor 2. Sie erzählt leise, dennoch direkt. Die LeserInnen, die den Kriminalroman gerne hart und schrägRead More
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Posted On August 15, 2017By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Roman: Don Winslow: Corruption

Wie wird man zur Ratte? Langsam über rote Linien kriechen!  Don Winslows „Corruption“ zeigt eine zur Selbstzerstörung führerende Grenzüberschreitung. Von Peter Münder. Zu Don Winslows Krimi-Lieblingsklassikern gehören Chester Himes, Robert B. Parker, Raymond Chandler und Elmore Leonard: „Die haben Krimis in Musik verwandelt“, erklärte Winslow jetzt der New York Times. Alle fünf Jahre liest er nochmal Klassiker wie „Krieg und Frieden“ oder „Die Brüder Karamasow“; zu einem Autoren-Dinner würde er auf jeden Fall Shakespeare, Raymond Chandler und George Eliot einladen. Keine Frage: Der 63jährige Winslow hatte schon immer ein großesRead More
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Posted On August 15, 2017By Sonja HartlIn Bücher, Crimemag

Roman: Tania Chandler: Zwei Leben

Ein starker Sog von Sonja Hartl Ach ja, man kennt sie ja, diese psychologischen Thriller mit einer Ehefrau, die sich irgendwie nicht richtig an irgendetwas erinnern kann und dann gerät ihr Leben aus den Fugen. Dachte ich. Aber irgendwann sagte ich mir auch mal, dass ich bei australischen Spannungsromanen nun wirklich einfach mal alles lesen könnte, was übersetzt erscheint und damit hätte ich dann ein weiteres Land, in dem ich mich gut auskenne. Wie Irland. Oder Finnland. Oder irgendwann hoffentlich mal Frankreich. Also nahm ich Tania Chandlers „Zwei Leben“ mitRead More
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Posted On August 15, 2017By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Roman: Donato Carrisi: Nebelmann

Der Sonderermittler als medienwirksamer Selbstdarsteller: Wenn die Inzenierung wichtiger ist als die Aufklärung In Donato Carrisis „Nebelmann“ geht es zwar um das mysteriöse Verschwinden eines jungen Mädchens, doch Carrisi liefert auch eine fulminante Kritik an einer medial inszenierten Kampagne, die den profilneurotischen Sonderermittler Vogel als prominenten Star verklären soll. Von Peter Münder Als der Psychiater Flores nach Mitternacht mobilisiert wird, um einen Unfallfahrer im Krankenhaus zu verhören, der sich an nichts erinnern kann, ahnt er schon, dass dieser Fall ebenso komplex wie rätselhaft ist. Vor allem auch, weil die ermittelndeRead More
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Posted On Juni 15, 2017By Thomas WoertcheIn Bücher, Crimemag

Roman: Carsten Jensen: Der erste Stein

Shock and Awe Carsten Jensens Roman „Der erste Stein“ reagiert auf den absurden Krieg in Afghanistan. Er verweigert radikal alle Sinnstiftungen und seziert das Gemetzel Schicht für Schicht. So entsteht eine Art salzsäureklarer Polit-Thriller der Kontingenz.  Ein großer Roman, besprochen von Thomas Wörtche. „Der erste Stein“ von Carsten Jensen beginnt wie ein Kriegsroman aus Afghanistan. Erzählt wird vom Schicksal eines dänischen Nato-Kontingents, irgendwo in der Wüstenei der Provinz Kandahar. Der 3. Zug ist in einem vorgeschobenen Camp basiert, von dort aus werden Patrouillen gefahren, es herrscht die übliche Langeweile, punktiertRead More
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Posted On Juni 15, 2017By Thomas WoertcheIn Bücher, Crimemag

Roman: Johannes Groschupf: Lost Boy

Der Sound von Terror Tödliche Akustik – manche Leute geraten in Ekstase, andere fallen tot um. Harmlos und unschuldig ist gar nichts. Johannes Groschupf hat mit seinem Thriller „Lost Boy“ einen sehr originellen und überzeugenden Großstadt-Roman geschrieben, der große Aufmerksamkeit verdient. Eine Rezension von Thomas Wörtche. Labels und Rubriken richten oft Unfug an. Vor allem die Bezeichnungen „Jugendroman“ oder „Young Adult“ neigen dazu, Publikumsgruppen abzugrenzen. Und so rutscht dann ein grandioser Großstadtroman wie Johannes Groschupfs „Lost Boy“   durch die erwachsene Wahrnehmung. Das ist fatal, denn „Lost Boy“ ist ein durchRead More
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Posted On Mai 15, 2017By Thomas WoertcheIn Bücher, Crimemag, News

Roman: Veit Etzold: Dark Web

Die Welt, according to Frodo Beutlin Veit Etzold ist ein Bestseller-Autor. Bestseller sagen eine Menge aus, nicht nur über den Autor, was relativ uninteressant ist, sondern über die jeweiligen Strategien, die solche Texte verwenden. Sein neues Buch, „Dark Web“ hat sich Thomas Wörtche genauer angesehen. Seit ein paar Jahren hört man immer wieder, der Krimi sei politisch. Das ist, angesichts einer langen Tradition „politischer“ Kriminalliteratur eine ziemlich lustige These, die jüngst auch von einem Funktionär der Vereinigung „Das Syndikat“ zu hören war. 1929, als Hammetts „Red Harvest“ erschien, ist jaRead More
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Posted On Mai 15, 2017By Anne KuhlmeyerIn Bücher, Crimemag, News

Roman: Monika Geier: Alles so hell da vorn

Impressionistisch, punkig und knallhart Endlich ist er da! Der siebte Bettina-Boll-Roman von Monika Geier hat Anne Kuhlmeyer begeistert. Schwerer, heißer August. Unter der boshaften Eibe, die Tante Elfriedes Anwesen bewacht, bleibt es ebenso feuchtkalt wie in dem alten Kasten von Haus. Einiges ist in Bettina Bolls Leben passiert seit sie in „Die Hex ist tot“ ermittelte, halbtags, versteht sich. Die Kinder ihrer toten Schwester sind gewachsen, Tante Elfriede liegt auf dem Friedhof und der klapprige Taunus macht’s auch nicht mehr lange. Immerhin hat Boll die Chance, ihr Erbe zu GeldRead More
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Posted On Mai 15, 2017By Katja BohnetIn Bücher, Crimemag

Roman: Carol O’Connell: Es geschah im Dunkeln

Tote Narzissten koksen nicht Von Katja Bohnet Über Klippen hängen Eine Bühnenautor stirbt. Er wird ermordet in seinem eigenen Theaterstück. Bei Carol O’Connells neuestem Roman sitzt der Tote in der ersten Reihe, klar.  Aber Peter Beck ist schon der zweite, der im Zuschauerraum sein Leben lässt. Am Premierentag verstarb eine Frau im Publikum. Nicht schwer zu erraten, dass das Stück auch bei den nächsten Vorstellungen Opfer fordern wird. Eines, zuverlässig jeden Tag. Carol O’Connell mag Cliffhanger. Genau so wie ihre Protagonistin Kathy Mallory: Superwoman, blonde Wildkatze, Computerfreak, Raserin, Detective desRead More
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Rückkehr nach Twin Peaks – Vorbereitungen Von Sonja Hartl „Twin Peaks“ hat mein Leben verändert. Es klingt übertrieben dramatisch, aber so ist. Es reichten damals die Bilder eines Vogels, eines Sägewerks und eines Ortschilds, untermalt von melodramatisch-hinreißend-schmerzlichen Klängen, um mich zu interessieren; der Fund einer weiblichen Leiche und die Ahnung eines unheimlichen großen Ganzen, um mich gefangen zu nehmen. Die erste Folge von „Twin Peaks“ stellte alles auf den Kopf, was ich bis dahin gesehen hatte. Da saß ich nun jeden Freitag in vermutlich ein wenig zu jungen Jahren aufRead More
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Posted On Mai 15, 2017By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Roman: Martin Walker: Grand Prix

Wo ist der 30-Millionen-Dollar Bugatti? Welcher Wein passt zu Flusskrebsen? Martin Walkers „Grand Prix“ ist der neunte Fall für Polizeichef Bruno – es geht um die Suche nach einem extrem seltenen, verschollenen Bugatti Atlantic aus den 1930er Jahren, aber es ist wie bei allen Bruno-Fällen mal wieder eine Hymne auf die französische Provinz, auf kulinarische Köstlichkeiten und die Symbiose von Mensch und Natur, die offenbar nur im Perigord zu finden ist. Von Peter Münder. „Grand Cru“ hieß der zweite Band mit Polizeichef Bruno, „Schwarze Diamanten“ war  Brunos dritter Fall, inRead More
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Posted On Mai 6, 2017By Anne KuhlmeyerIn Bücher, Litmag, News

Roman: Herbjørg Wassmo: Schritt für Schritt

Verpackte Ebereschen & verschwiegene Gewalt Dass dieser autobiographisch gefärbte Roman der norwegischen Schriftstellerin Herbjørg Wassmo in seinem Erscheinungsjahr 2016 nicht die Aufmerksamkeit erhielt, die ihm gebührte, könnte man als symptomatisch verstehen. Von der Unsichtbarkeit der Frauen wird darin erzählt – auf unprätentiöse, bildhafte und dennoch karge Weise, findet Anne Kuhlmeyer, die sich sofort in das Werk verliebt hat. Sie ist siebzehn, als sie ihren Sohn zur Welt bringt. Sie, die Namenlose, will den Sommerflirt, der zu der Schwangerschaft beitrug, nicht heiraten. Aber etwas tun muss sie, einen Beruf finden, damitRead More