Peter Münder Tag

sil6
Tina Manske Alf Mayer Christina Mohr Christopher G. Moore Peter Münder Marcus Müntefering Tina Manske Comic des Jahres: Spät entdeckt, aber ich unterbreche die Lektüre hier nur gerade kurz, um diese Liste zu schreiben: Brodecks Bericht von Manu Larcenet nach dem Roman von Philippe Claudel. Es ist die Geschichte eines Außenseiters, der in einem kleinen Dorf zum Chronisten eines Verbrechens wird. Die schwarz-weißen Bilder entfalten eine Kraft des Unheimlichen, der man sich nicht entziehen kann. Wenige Worte genügen, um den Leser im Bann zu halten. Konzert des Jahres: Fishbach. Im KreubergerRead More
shakespeare statistics

Posted On Dezember 6, 2017By Peter MuenderIn Klassiker Special 2017, Litmag, News, Specials

Peter Münder: Shakespeare

Peter Münder KLASSIKER Will S. Annäherung an einen gewaltigen Kontinent Für Brecht stellte Shakespeare (1564-1616) ein großes Faszinosum dar, weil der als spontaner Kollektivschreiber mit seinem „unschuldigen Surrealismus“ so komplex und verstörend auf alle Spießbürger wirkte: „Es gibt nichts Dümmeres, als Shakespeare so aufzuführen, daß er klar ist. Er ist von Natur unklar. Er ist absoluter Stoff“. Auch für den großen polnischen Shakespeare-Spezialisten Jan Kott (1914-2001) war der Barde aus Stratford immer der hochbrisante Superstoff und ein Zeitgenosse, der den „Großen Mechanismus“ von Aufstieg und Untergang, vom Intrigieren, Bespitzeln undRead More
traurige tropen kiwi

Posted On Dezember 6, 2017By Peter MuenderIn Klassiker Special 2017, Litmag, Specials

Lévi Strauss: Eine Biografie

Peter Münder REISEN, FORSCHEN, VERZWEIFELN, WEITER FORSCHEN Claude Levi-Strauss (1908-2009) hatte an der Sorbonne Philosophie und Jura studiert, wurde Lehrer in der französischen Provinz und akzeptierte 1935 das Angebot, in Sao Paulo eine Gastprofessor für Soziologie an der neugegründeten Uni zu übernehmen. Seine Feldforschungen bei Indianerstämmen am Mato Grosso verarbeitete der selbstkritische Skeptiker erst zwanzig Jahre später in dem Band , der zum Klassiker wurde und ihn als weltweit anerkannten Ethnologen etablierte: „Traurige Tropen“. Reise-Impressionen, ethnologische Beobachtungen, gesellschaftskritische Reflexionen über den Untergang der westlichen Zivilisation ergeben den faszinierenden Mix, derRead More
d27da8e400c79877e48ca4385f463f7d
„Alleinreisende unzensierte Presseagentur“ im Zug nach nirgendwo Sie bekommt ein Stipendium für Shanghai, will von Hamburg aus aber unbedingt mit der Bahn nach China reisen. Als Schnapsidee bezeichnet Tina Uebel, 48, selbst ihren Plan, den sie aber trotz bürokratischer Visa-Probleme hartnäckig verfolgt. Locker, selbstironisch und scharfsinnig beschreibt sie im Reisebericht „Uebel Unterwegs“ ihre Eindrücke und Kontakte mit Menschen, die aus ihren von Autokraten beherrschten Käfigen entkommen wollen und von der deutschen Bahnreisenden Erhellendes erwarten. Sie will keine Kulturdenkmäler besichtigen und die Leser auch nicht mit betulichen Baedeker-Phrasen behelligen: „Den RestRead More
politicky 3
Angeber, Abenteurer, Ballermann-Dumpfbacken, Masochisten, Glasperlenspieler oder Eskapisten? Warum reisen sie? In seinem Band „Schrecklich schön und weit und wild“ beschäftigt sich der risikofreudige Weltreisende, Lyriker und Romancier („Weiberroman“, „Jenseitsnovelle“) Matthias Politycki mit der Frage „Warum wir reisen und was wir dabei denken“ „Die Menschen haben nicht besonders viel von der Welt gesehen, als sie langsam vorankamen, es ist kaum zu erwarten, daß sie mehr sehen, wenn sie schnell vorankommen!“ John Ruskin, Ruskin in Italy. Letters to his Parents, Edt. H.I. Shapiro, Oxford 1972 (Übers. PM) Erkunden und Forschen, Abenteuer, NaturwunderRead More
depositphotos_12163323-stock-photo-a-stamp-printed-in-italy
Reise-Klassiker: Miniaturen Back to the Roots! Neun Miniaturen befassen sich mit den Klassikern der Reise-Literatur – Von Seneca über de Sade in Italien bis zur chinesischen Reise von Christian Y. Schmidt, von Kerouac auf der Straße, und Charles Willeford als Hobo auf den Schienen über O’Brian auf dem Meer bis Carl Hoffmann überall. Auch der weitgereisteste unter den Reise-Autoren ist dabei, ein Mann, der in der Mitte seines Lebens sich im Wald verirrte und in der Hölle landete… Go, Dante! Jack Kerouac: „On the Road“ (Erstveröffentlichung: 1957) Was Unterwegssein mit SexRead More
feuer

Posted On Dezember 24, 2016By Die RedaktionIn Highlights 2016

CulturMag-Jahreshighlights 2016, Teil 5 (M)

Willkommen zu Teil 5 – mit: Carl Wilhelm Macke, Tina Manske, Alf Mayer, Susanna Mende, Christina Mohr, Christopher G. Moore, Peter Münder, Marcus Müntefering. Unserer großer Jahresrückblick – Bücher, Filme, Musik, TV, Kino, Ausstellungen Alltag und Wahnsinn … wild & unabhängig. Carl Wilhelm Macke Leben in Zeiten des Horrors Erschienen ist das Buch Marguerite Duras Sommer 1980 in deutscher Übersetzung im Jahre 1984. Im Mittelpunkt stehen politische wie sehr persönliche Ereignisse aus dem Jahr 1980.  Im Buchhandel ist es nicht mehr erhältlich. Das eine oder andere Exemplar findet man vielleicht in einem Ramschantiquariat. Und das sollRead More
vogel

Posted On Juni 15, 2016By Die RedaktionIn Crimemag, Editorial

CrimeMag: Editorial Ausgabe Juni 2016

Herzlich willkommen zu unserer letzten CrimeMag-Ausgabe vor der Sommerpause. Am 15. August sind wir dann wieder mit prallem Fangnetz zurück. Hier aber erstmal Ihr aktueller Proviant, quer durch Fauna und Flora des Krimigenres. Unser USA-Korrespondent Thomas Adcock fragt sich „Warum lacht Trump?“, Markus Pohlmeyer erklärt uns, wie Echnaton und Thomas Mann Gott (er)fanden und was das mit Fundamentalismus zu tun hat. Sonja Hartl hat James Grady interviewt, der mit seinem „Die letzten Tages des Condor“ einen der politisch wie literarisch besten Thriller der letzten Jahre vorlegt. Susanna Mende hat sichRead More
editorial black sheep

Posted On Mai 17, 2016By Die RedaktionIn Allgemein, Crimemag, Editorial

CrimeMag: Editorial Ausgabe Mai 2016

Herzlich willkommen zu einer dicken CrimeMag-Ausgabe. Vermutlich werden Sie uns die nächsten Wochen mehrmals besuchen müssen, so umfangreich ist, was wir Ihnen in unserer Mai-Ausgabe auftischen. Da wären alleine in unserem Klassiker-Check fünf Blickwinkel auf Eric Amblers Jahrhundertroman „Die Maske des Dimitrios“, der vor 80 Jahren erschienen ist, aber Zoë Beck, Lena Blaudez, Nele Hoffmann, Alf Mayer und Thomas Wörtche – und möglicherweise ja auch Ihnen – noch immer viel zu sagen hat. Aus dem Jahr 1943 stammt Gerald Kershs „Die Toten schauen zu“, Alexander Roth begründet, warum die deutscheRead More
Kerrigan Sackgasse

Posted On Dezember 5, 2015By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag, News

Roman: Gene Kerrigan: In der Sackgasse

Das große Dubliner Schlachten Nach Gene Kerrigans Noir-Krimi „Die Wut“ erscheint jetzt der bereits 2009 veröffentlichte Band „Dark Times in the City“ in deutscher Übersetzung als „In der Sackgasse“. Kerrigan beschreibt die permanente Ausweitung der Kampfzone Dublin nach dem großen Banken- und Finanz-Crash: Rivalisierende Gangs wollen höhere Renditen einfahren, mehr Marktanteile auf allen Sektoren der OK erobern- so wird der Bandenkrieg immer brutaler und letaler. Von Peter Münder Kleiner Exkurs zur aktuellen, „sauberen“ Business-Kriminalität dieser Tage, die Kerrigan beim Schreiben im Hinterkopf hat: Ein milliardenschwerer Medien-Tycoon bekommt von der StaatsbankRead More
Die Homeruns dollargieriger Dumpfbacken-Doper – Gerade hat die Bundesregierung einen Anti-Doping-Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, der harte Strafen für dopende Leistungssportler, aber auch für beteiligte Ärzte und Dealer vorsieht, da überschlagen sich die Doping-Skandale in den USA: Es geht mal wieder um altbekannte, unbelehrbare Doping-Freaks der Top-Baseball-Liga MBL. Die notorischen Wiederholungstäter verdienen Millionen, waren bereits für mehrere Seasons gesperrt und wollen einfach weitermachen wie bisher. Aber nun beginnt bei vielen Fans und Funktionären ein Umdenken, obwohl der erfolgreiche Sportheld zwar immer schon zum American-Dream-Mythos gehörte. Baseball-Stars wie die dopenden LügnerRead More

Posted On August 20, 2014By Peter MuenderIn Kolumnen und Themen, Litmag

Beckett-Festival in Enniskillen

Happy Days am Lough Erne – Beim Beckett-Festival im nordirischen Enniskillen konnte man das Werk des großen Iren unter allen möglichen Aspekten erleben  oder im Rahmenprogramm Diskussionen, Konzerte und Ausstellungen goutieren. Vielfalt, selten gespielte Stücke, alternative Interpretationen, stimulierende Ambivalenzen standen im Mittelpunkt dieses aufregenden Festivals. Peter Münder war dabei. Als der G-8-Gipfel im letzten Jahr im noblen Lough-Erne-Resort direkt am herrlich gelegenen See und Golfplatz bei Enniskillen tagte, hatte sich die nordirische Kleinstadt damit auch einen Platz auf der weltpolitischen Landkarte erobert. Bis dahin kannte wohl kaum jemand dieses gemütliche,Read More

Posted On Februar 22, 2014By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Michael Connelly: Black Box

Zwischen Archiven und Action – Harry Bosch is back – Michael Connellys Detective für komplizierte Fälle soll einen alten, unerledigten Fall aus der Zeit der Rassenunruhen in L.A. lösen. So wühlt er als akribischer Aktenhuber in vergilbten Unterlagen aus der „Black Box“, bis er schließlich eine heiße Spur findet und sich die Spannung im rasanten Showdown entlädt. Eine Rezension von Peter Münder Neben Michael Connelly, 58, verblassen die meisten Bestseller-Big-Boys: Er kann nicht nur wahnwitzig hohe Auflagen seiner Krimis vorweisen (Gesamtauflage inzwischen ca. 50 Millionen), er operiert auch in mehrerenRead More
„Chandler war zu subtil für mich“ Daniel Woodrell, Autor von „Winters Knochen“ (hier bei cultmag) und „Der Tod von Sweet Mister“, begann seine deutsche Lesetour beim Hamburger Harbour Front Festival. Er sprach mit Peter Münder und Frank Göhre über den mühsamen Weg zum Schreiben. „Bei dem, was wir machten, war es meist nötig, nicht gesehen zu werden“, erklärt der 13-jährige übergewichtige Ich-Erzähler Shuggie in „Der Tod von Sweet Mister“. Erst mal soll er einen Pick-up umlackieren, dann wird er vom sadistischen Stiefvater Red – der bezeichnet ihn nur als „Fettsack“– gezwungen,Read More
Reden ist Silber, brillant reden ist Gold – Dieser Streifzug durch die Geschichte der antiken Rhetorik ist sehr aufschlussreich, auch hinsichtlich der rhetorischen Defizite unserer zeitgenössischen Redner. Von Peter Münder Es ist peinlich und erschütternd, anrührend und extrem irritierend wie diese Panikattacke des stotternden Herzogs von York, „Bertie“, des späteren King George VI., einem zu Herzen geht: Man scheint beim Betrachten des grandiosen Films „The King’s Speech“ direkt in die Seele einer zutiefst verletzten, verunsicherten und verzweifelten Kreatur zu blicken – nur weil statt einer überzeugenden Rede vor den im Wembley-Stadion versammeltenRead More