Mode Tag

Manifeste einer klugen, selbstbewussten Frau –Manche Biografien lesen sich so unglaublich, als seien sie die Erfindung besonders phantasievoller Drehbuchschreiber – im Falle Helen Hessels war es vielmehr so, dass ihre Geschichte zum Filmemachen inspirierte. Konkret: Die 1886 in Berlin geborene und aufgewachsene Helen Grund, später verheiratet mit Franz Hessel, lebte ein so pralles, kühnes Leben, dass Francois Truffaut es in seinem Klassiker „Jules et Jim“ unsterblich machte. Von Christina Mohr Helen entstammt einer Berliner Bankiersfamilie, wollte zunächst Malerin werden, war Schülerin von Käthe Kollwitz. Als sie 1912 studienhalber nach ParisRead More
Wer für die anstehenden Feiertagen noch inspirierende Lektüre sucht, ist mit den folgenden vier Büchern bestens beraten: Visionäre Modeschöpferinnen, außergewöhnliche Künstlerinnen, spektakuläre Lebensgeschichten, tolle Fotos – was will man mehr? Emilie Flöge – Auf Freiheit zugeschnitten Es ist fast ein bisschen schade, dass der Untertitel der Biografie von Modeschöpferin Emilie Flöge auf deren Beziehung zu Gustav Klimt verweist – als würde ein Buch über Flöge erst durch diesen Umstand legitimiert. Aber es ist ja auch tatsächlich so: Klimt, bedeutendster Vertreter der Wiener Secession, ist weltberühmt, sein Status unbestritten; den NamenRead More
Mode- und Kulturgeschichte at its best – Allen Fashion Weeks und -Blogs zum Trotz gilt hierzulande das Bekenntnis zur Mode noch immer als oberflächlich, nicht authentisch und antiintellektuell. Wer auf seine/ihre inneren Werte verweisen will, zieht sich bewusst nicht-modisch an, um jeglichen Ruch der Haltlosigkeit zu vermeiden. Aber zum Glück gibt es ja Barbara Vinken, Professorin der Vergleichenden Literaturwissenschaft und Romanischen Philologie – und große Modekennerin und -liebhaberin – die in ihrem Buch „Angezogen. Das Geheimnis der Mode“ so manches Vorurteil mit verblüffenden historischen Tatsachen eben als Vorurteil überführt. WirRead More

Posted On Dezember 19, 2012By Christina MohrIn Bücher, Kunst, Litmag

Sammelbesprechung: Neue Bücher zu Kunst und Mode

Vier neue Bücher zu Kunst und Mode, besprochen von Christina Mohr. Fehler is King „Fehler is King“, heißt es bei Knarf Rellöm Trinity und meint, dass aus Perfektionismus keine Kunst, sondern Langeweile entsteht. Und was Knarf für Popmusik statuiert, kann auch auf die Bildende Kunst übertragen werden: perfekte Kunstwerke sind schön, aber auch tendenziell uninteressant. Spannung entsteht durch Reibung – respektive Fehler, Ungereimtheiten, einem zu lang gemalten Hals oder unmögliche Perspektiven. Der Kunsthistoriker Thomas R. Hoffmann hat in dem Band „Das sieht doch keine Sau…“ Kunstwerke aus verschiedenen Epochen zusammengetragen,Read More
Zweimal Mode im Buch – 1994 konstatierte die Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken in ihrem vielzitierten Buch „Mode nach der Mode. Kleid und Geist am Ende des 20. Jahrhunderts“, dass Mode, also Bekleidung, deren Funktion über den reinen Nutzwert hinausreicht, kein gutes Ansehen genieße. Die Beschäftigung mit Mode gelte als eitel und oberflächlich, und schon gar nicht würde der Mode Anerkennung als Kunstform zuteil. Christina Mohr hat sich Modefotos angesehen. Inzwischen sind siebzehn Jahre vergangen, und auch Laien werden erkennen, dass sich auf diesem Gebiet vieles verändert hat. Wurden in den 1990erRead More