Markus Pohlmeyer Tag

– Ein Fragment. Die Profiteure Machen wir uns nichts vor. „So lange der Krieg als eine Möglichkeit überhaupt in Betracht kommt, d. h. also, so lange es Berufszweige gibt, die auf die Möglichkeit eines Krieges gestellt sind, ferner so lange es auch nur einen Menschen gibt, der durch den Krieg seinen Reichtum vergrößern oder solchen erwerben kann und der zu gleicher Zeit die Macht hat oder den Einfluß, einen Krieg herbeizuführen, genau so lange wird es Kriege geben.“[1] „Die Frühe Neuzeit kennt die Erfindung der kriegsentscheidenden Feuerwaffen, aber auch diejenigeRead More

Posted On April 1, 2022By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag April 2022

Markus Pohlmeyer: Cixin Liu „Supernova“

Vom Ende und Anfang der Welt Dargestellt in Spielszenen – Ein Essay. „Als es geschah, war die Erde ein Planet im Universum.“[1] Es? Und Planet im Universum? Was denn sonst? Banal … Oh nein. Denn „Supernova“ – die deutsche Übersetzung des ersten Romans von Cixin Liu (2003), dem Autor von ‚Trisolaris‘ – spielt ein erschreckendes Gedankenexperiment durch: Was wäre, wenn die Auswirkungen einer Supernova in unserer kosmischen Nachbarschaft die Erde erreichten und nicht nur das Klima veränderten,[2] sondern auch alle Menschen älter als 13 aufgrund der Strahlung zum Tode verdammten?Read More
Den Menschen, die ausUnd vor Russland fliehen I Ich war Einst Werde sein Einst Werde gewesen sein II Kierkegaard[1] Da spricht jemandIn seinem BuchVon einer Liebe,Die liebt mit demBewussten Risiko,Nie, nie erwidert werdenZu können, und dieNicht anders kann,Dass sie rein gar nichtsZurück will.So gibt es fürDas DuKeine größereFreiheit. III Vergil[2] Vergil, geleiteDu Meine SeeleDer du weinst mit Den ZerbrochenenUndDen Zerbrechenden Geleite du meine SeeleDurch die Tränen der WeltDurch Tränen um die Welt Mich IV Persius[3] Lehre mich diese Welt zerreißenMit Versen! Wer war denn so irre und gabIrren Atomwaffen, werRead More
Künstliche Intelligenz und Empathie Gedanken zu „Ich bin dein Mensch“[1] (2021, Regie: Maria Schrader) Alf Mayer zum Geburtstag gewidmet Es gibt in der Science Fiction eine Zeit für riesige Sandwürmer, finstere Aliens, gigantische Raumschiffe und sterbende Imperien. Und es gibt eine Science Fiction, die das alles nicht benötigt. Tom (von einem Menschen gespielt: Dan Stevens) ist ein Experiment, ist künstlich und noch verbesserungswürdig, wie sich bei der ersten Begegnung mit seiner Testperson, der Wissenschaftlerin Alma (Maren Eggert. Anmerkung: lat. alma mater = die gütige Mutter; auch eine Bezeichnung für Universität)Read More

Posted On Februar 1, 2022By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag Februar 2022

Markus Pohlmeyer: Spider-Man Vol. 1

Eine Rezension David Mandel, Ralph Macchio: Marvel Comics Library. Spider-Man. Vol. 1. 1962–1964. Famous First Edition: Nummerierte Erstauflage von 5.000 Exemplaren. Ausgabe: Englisch. Verlag Taschen, Köln 2021. Hardcover, Format 28 x 39,5 cm, 4,83 kg, 698 Seiten, 150 Euro. Verlagsinformationen hier. Dieses Riesenbuch ist ein kleines Schatzkästchen – vor allem mit dem Wunder der ersten Spider-Man-Story aus ‚Amazing Fantasy 15 Aug.‘: „Es ist eindeutig eine der besten Herkunftsgeschichten in der Historie der Comics, niedergeschrieben auf gerade einmal 11 Seiten.“[1] Doch was ist das Neue? Kurz, was unterscheidet Peter Parker-Spider-Man beispielsweis von Clark Kent-Superman? Es „[…]Read More

Posted On Februar 1, 2022By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag Februar 2022

Die Graphic Novel „Moby Dick“

Nach dem Werk v. H. Melville, Zeichnungen von B. Sienkiewicz, Textadaption: D. Chichester – B. Sienkiewicz, Bielefeld 2022 (SPLITTER). I Wie ein Werk zusammenfassen, das z.B. in der grandiosen Übersetzung von Friedhelm Rathjen[1] über 800 Seiten vorweist? Dies magisch-dämonische Labyrinth über einen gequälten Übermenschen und seiner Jagd auf einen gequälten Weißen Wal. Ein Seeungeheuer von einem Roman: wüst, wild und weit wie das Meer. Welt in Literatur und zugleich Weltliteratur. Unter anderem. „Die ganze Menschheit scheint durch dieses Buch zu ziehen; Moby-Dick erscheint wie ein Enzyklopädie von ‚Helden, Heiligen, HalbgötternRead More

Posted On November 1, 2021By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag November 2021

Markus Pohlmeyer: 11/21 (Gedichte)

Rückkehr nach Corona 1 Erinnerung Unsere Städte waren Lärm.Es kehrte zurück, wasWir draußen vernichtet hatten: Stille,Unterbrochen nur vomRauschen eines Blattes, vonDes Vogels Sang, vom:Und dem LichtDes Mondes. AllesSo Still. Jetzt kehren wir zurück,Lärmend. 2 Venedig, memoria Wir tanzten.Die Stadt standWie auf einem Spiegel.Als der Mond seineMelancholiaIn die WasserGleiten ließ: LichtperlenAn meinen schwarzen Händen. 3 Nachdenklich Selbst die Leere zwischenPlaneten, Sternen und Galaxien,Die Leere selbst in den AtomenIstVoller Geometrie 4 Haiku Sommerabend –Dieser Schwarm Dohlen:Wehende Blätter im Wind. Ich musste lernen,Dass Raum zeit istUnd Zeit raum. In Ellipsen kreisenDie Planeten geradeUmRead More

Posted On November 1, 2021By Die RedaktionIn Crimemag, CrimeMag November 2021

Bloody Chops November 2021

Kurzbesprechungen – fiction Kurzbesprechungen von fiction – Joachim Feldmann (JF), Alf Mayer (AM), Frank Rumpel (rum) und Thomas Wörtche (TW) über: Am Erker Heft 81: Mit verbundenen Augen. Geschichten vom FilmAngelika Felenda: AufmarschMattis Ferber: Mörderische AusleseJake Hinkson: Verdorrtes LandKatja Kleiber: Das Kind mit der KnarreRegina Nössler: KatzbachMarkus Pohlmeyer: Als ich zu den Sternen ging. Vierter Teil: Die Corona-Zyklen VII-XIIHeinrich Steinfest: Amsterdamer NovelleStuart Turton: Der Tod und das dunkle Meer Eine Leiche im Wohnzimmer – was tun? (TW) Regina Nössler gehört zu den spannendsten deutschsprachigen Autorinnen, was beileibe nicht auf das Genre beschränktRead More

Posted On April 1, 2021By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag April 2021

Markus Pohlmeyer – Corona X

(… klingt fastwie Akte X) 1 Auf demAlten Friedhof,Am Mittag Mein SchattenWandernd mitDen SchattenDer Bäume Hinter unsDie Sonne 2 Die ZeitErinnert sichAn die Toten,Verwundert,Als wäre sieEin TeilVon ihnen Gewesen. IchWundere michÜber das Leben,Verwundet,So als ob esMeines wäre.Allzu vertraut,Um das FremdeDarin zu vergessen.Wunder und Wunde. 3 Testen live Lange, lange Schlange; ich armes SchweinMit Schwerbehinderung; kein Stuhl.Los, mit Handy sich anmelden … okay, mein HandyKann das nicht, außerdem gibt es hier keine Verbindung.Fazit: Pech gehabt. Und was eine Kollegin erlebte: von A nach BGeschickt, von B zu C durch die halbeRead More
Alf Mayer über fünf Tröstungen in dieser Zeit Christian Y. Schmidt: Coronavirus Updates Beijing EditionMarkus Pohlmeyer: Als ich zu den Sternen ging. Dritter Teil: Die Corona-Zyklen I–VIJan Sulzer: Abgeriegelt: Schweizer Grenzen Im Corona-Lockdown 2020Johann Christoph Volkamer: ZitrusfrüchteJan Schwochow: Die Welt verstehen mit 264 Infografiken Keiner so wie er Christian Y. Schmidt war und ist von der Pandemie wahrscheinlich noch etwas mehr betroffen als die meisten anderen Deutschen. Bereits im Januar 2020 erlebte er den ersten Lockdown in Peking selbst mit und berichtete auch in deutschen Medien darüber. Damals schien das alles nochRead More
Loraine Peck (e) –Ivy Pochoda (e) –Markus Pohlmeyer – Ivy Pochoda This was quite a year of reading and television. Too much and too little. A few things that really stood out for me included thrillers by Elizabeth Hand and Smith Henderson & Jon Marc Smith. I had read the first of Hand’s Cass Neary series, Generation Loss, which features the best anti-heroine and old school New York vibes in print. The fourth installment, The Book of Lamps and Banners includes absolutely everything I love in books—drugs, magical books, nefarious behavior, cold climates, andRead More
Einsamkeit in Zeiten von Corona  (Inspiriert von einer Zeile bei Tomas Tranströmer) 1Vor Deiner Tür Schlange stehenAber unsichtbarBin ich habe Keinen KörperGleich dem Winde Nur ein Hauch Ich … ich weine, Du hörst es nicht. Zu viel Lärmen derAnderen Wartenden 2Das Glück, Vergessen zu werden,Dies Unglück. Die Gnade, Vergessen zu können. Der Schmerz,Vergessen zu haben. 3Dieser Schock, dass Wälder, Alleen, Seen,Meere und Wolken, SonnenuntergängeUnd Morgennebel, Schmetterlinge undNachtigallen die gleichen GefühleAuslösen wie Menschen. Dass ZahlenMein Universum beschreiben. 4Eine vollkommene Schönheit sehen …Und darüber nur ein unvollkommenesGedicht schreiben können. 5Selbst die Toten Vergaßen meiner:Wo gingt ihr hin?  Oft gehe ich allein über den Alten Friedhof. Als obRead More

Posted On Mai 10, 2020By Markus PohlmeyerIn Allgemein, Litmag, SHUT DOWN 2020

Markus Pohlmeyer: Shut Down-Haikus

Culturmag Special SHUT DOWN 2020 SHUT DOWN-HAIKUS Mein Bruder schickte mir neulich ein Foto von einemKirschbaum aus unserem Garten. Ach, das wirdEin melancholisches Corona- Haiku Kirsche im Frühling.Gleich unserem Leben: Wunderschön,Aber vom Winde und Zufall so leicht zu pflücken. Mein Bruder korrigierte, das sei doch einPflaumenbaum. Also Ein weiteres (Nicht-)Haiku Ich freue michAuf reife Pflaumen schon,Wie sie eingebettet inKuchen - O welche Wonn’!  Was für ein Leben! -Und mit StreuselnEin wenig GlückHerbeizaubern.Wunderschön: Ein Riesenstück …Oder zwei? Dazu Sahne –Das wäre fast kaumNoch auszuhalten! Schade, aberJetzt tut’s erst ma neBanane. DieRead More
Ivy Pochoda –Markus Pohlmeyer –Andreas Pflüger –Robert Rescue – Ivy Pochoda Hands down the most exciting book and surprising book I read this year was The Godmother by Hannelore Cayre—a French novel, recently published in America. It’s a razor sharp, witty, informative novel about a single mother who is Tunisian / Jewish and works as an Arabic translator for the Parisian drug squad. It’s rare to see a middle aged woman at the forefront of a crime novel in which she is treated as as well-rounded person, an active participant,Read More

Posted On Oktober 3, 2019By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag Oktober 2019

Markus Pohlmeyer: „Die Wege des Herrn“

Buddhismus, Feuerholz und Cicero Ein Essay von Markus Pohlmeyer I Es ist schwer, der Komplexität von Herrens Veje (Die Wege des Herrn)[1] gerecht zu werden. Für diesen Essay beschränke ich mich darum vor allem nur auf eine Folge, und zwar aus folgenden Gründen: 1) Der religiöse Diskurs, der – obwohl lokal – anders gar nicht kann, als zugleich auch ein gesellschaftlicher (Authentisches Christsein in einer dänischen Staatskirche?) und geopolitischer zu sein, vor allem hier durch den Krieg in Irak, wird durch einen Exkurs in den Buddhismus erweitert. 2) Es scheintRead More

Posted On August 5, 2019By Die RedaktionIn Litmag, NATUR Special, Specials

Gedichte unter freiem Himmel

Gedichte von Ludwig Fischer, Ingrid Mylo, Roland Oßwald, Markus Pohlmeyer und Monika Geier featuring Christian Morgenstern Zweige im Haar Wer sprachvom bitteren Schatten des Nußbaums?Als wir mit Himbeeren wiederkamen,vom Wald, und mit Holzböcken,stolz auf die Kratzer,verschmierte Lippen, Zweige im Haar,als wir über Juckpulver lachten,über Fahrradstürze, verloreneHalmaspiele, als wir so taten,als hätten Zettel unter der Schulbanknichts zu tunmit Verrat, nichts mit Tränen.Schon damals. Schatten und Schmerz.Und die Schärfe,die sich verliert mitden Metern, mit den Minuten.Dort, wo die Grenze des Dunklennur noch ein Tändeln ist mit der Vegetation,läßt sich vergessen,woher die Traurigkeit rührt.Read More
  Murali Perumal Ivy Pochoda Markus Pohlmeyer Robert Rescue Robert Rosenwald Murali Perumal Es ist ein warmes, beruhigendes Gefühl, wenn ich auf der Straße immer mehr fremden Menschen begegne, die mir ohne Grund zulächeln oder die mein Lächeln erwidern.  In einer Zeit, in der Menschen und Nationen sich mehr und mehr abschotten, nationalitischer werden und scheinbar „Fremde“ ausgrenzen, tut es einfach mal verdammt gut zu sehen, dass es doch einige deutsche Mitbürgerinnen und Mitbürger gibt, die bei aller Spaltung unserer Gesellschaft, aus ihrer Bequemlichkeit herauskommen, auf die Straße hinausgehen undRead More
Bücher – kurz serviert Kurzbesprechungen von fiction und non fiction. Alf Mayer (AM), Markus Pohlmeyer (MP), Frank Rumpel (rum) und Thomas Wörtche (TW) über:  ATAK: Der naive Krieg. Kunst, Trauma, Propaganda Klaus Bergdolt: Kriminell, korrupt, katholisch? Italiener im deutschen Vorurteil Peter Fischer, Eva Lermer: Das Unbehagen im Frieden Tom Franklin: Krumme Type, krumme Type Christian Geissler: kamalatta. romantisches fragment Isabelle Giordano: Catherine Deneuve. Film für Film Mick Herron: Slow Horses McSweeney’s Nr. 54: The End of Trust Cloé Mehdi: Nicht ist verloren Ryū Murakami: In Liebe, Dein Vaterland: Die Invasion Lucía Puenzo: Die manRead More
Etwas in der Erde zu finden, das ein Weltbild erschüttert Saurier, Wilder Westen, Raubtierkapitalismus und (fast) theologische Dispute – Eine Rezension von Markus Pohlmeyer Michael Crichtons (1942-2008) posthum publizierter Roman „Dragon Teeth“[1]von 1974 ist eine mehrfache Zeitreise: zurück zu den Anfängen von Jurassic Park, zurück zu den Anfängen der Paläontologie in Nordamerika überhaupt.[2]Und zurück zu den Indianerkriegen, zurück in den Wilden Westen, der – brutal, schmutzig, voller Revolverhelden und Desperados – nur ein Abbild des Kampfes zwischen den Fossilienjägern Cope und Marsh darstellt – oder des Raubtierkapitalismus an der Ostküste. „Die FigurRead More
  Allegorese I Gründonnerstag Überfischte Meere Vermüllte Strände Karfreitag Millionen Kinder Ohne Schule, Millionen auf der Flucht, Getötet, versklavt: Eines liegt am Strand, Die Welt geht Vorüber und interessiert. Ostersamstag Volle Gräber, Weinende Frauen. Den letzten Fisch, Das letzte Boot Wir teilen. II In der tiefsten Tiefsee Zwei Gerippe, Ineinander verfugt: Das eine Von einem Wal, Von einem Menschen Das andere: Verstehe Dies Gleichnis! Elegie colt und ständer, ständer und colt: dollars, noch feucht vom blute der toten indianer, sklaven und … (werbepause:peng, peng, peng!) … schüler, schülerinnen, lehrerinnen undRead More
Als ich zu den Sternen ging … (2. Fassung) Die Blätter am Hang rauschen Regengemurmel … Wellenschwer … Ich lief auf einem Meeresgrund Von einst, über mir schwebten Ichtyosaurier, ein Liopleurodon Schnappt nach Luft, seine mächtigen Flossen wie Schwingen eines Über mich hinweggleitenden Flugzeuges; ein Luftschiff macht fest An einem erloschenen Vulkan, Umringt von Moby Dicks Und Delphinen; die Erde hebt sich, Faltet Gebirge, faltet den Himalaya, Sie werden sinken, driften, Wieder eingeschmolzen, umgeschmolzen Zu den Wegen, die ich jetzt gehe, Blätter rauschten Regen: ein Echo Jenes fernen Meeres; hinterRead More

Posted On Juli 21, 2018By Markus PohlmeyerIn Litmag, News, ReiseMag 2018, Specials

Markus Pohlmeyer: Reisender Dichter

    Markus Pohlmeyer Reisender Dichter Culturmag-Leser kennen Markus Pohlmeyer als Essayisten; das ReiseMag 2018 freut sich nun, ihn als Dichter vorzustellen, als Reisenden, der seine Eindrücke in lyrischen Schnappschüssen festhält. Die vier Gedichte, die wir unten vorstellen, erschienen allesamt im Igelverlag in dem Lyrikband: Als ich zu den Sternen ging (2016). Wir danken Autor und Verlag für die freundliche Erlaubnis zum Nachdruck.  Read More

Posted On Dezember 6, 2017By Markus PohlmeyerIn Klassiker Special 2017, Litmag, Specials

Thomas Mann: Joseph und seine Brüder

  Markus Pohlmeyer Die Huld(a) auf dem Felde oder: Ein arroganter Engel, ein irrender Held und ein impliziter Esel. Gedanken – weitab vom Wege – zu Thomas Manns „Joseph und seine Brüder“[1] 1. Summary Joseph wird von Israel zu seinen Brüdern geschickt. 2. Die Interlinearübersetzung „Da-fand-ihn (ein)Mann, und-siehe er-(war)-umherirrend im-Feld. Und-es-fragte-ihn der-Mann, sagend: Was-suchst-du? Da-sprach-er: Meine-Brüder ich (bin)-suchend! Sag-doch mir, wo sie (sind)weidend! Darauf-sagte der-Mann: Sie-sind-aufgebrochen von-hier, denn ich-hörte sie-sagend: Laßt-uns-gehen nach-Dotan! Da-ging Josef nach seinen-Brüdern, und-er-fand-sie in-Dotan.“[2] 3. Im Roman Und in der einbändigen Ausgabe Thomas Mann: Joseph undRead More
Reise-Klassiker: Miniaturen Back to the Roots! Neun Miniaturen befassen sich mit den Klassikern der Reise-Literatur – Von Seneca über de Sade in Italien bis zur chinesischen Reise von Christian Y. Schmidt, von Kerouac auf der Straße, und Charles Willeford als Hobo auf den Schienen über O’Brian auf dem Meer bis Carl Hoffmann überall. Auch der weitgereisteste unter den Reise-Autoren ist dabei, ein Mann, der in der Mitte seines Lebens sich im Wald verirrte und in der Hölle landete… Go, Dante! Jack Kerouac: „On the Road“ (Erstveröffentlichung: 1957) Was Unterwegssein mit SexRead More
Die Neue Welt oder Lucky Luke: Das gelobte Land Von Markus Pohlmeyer Prolog Erstes Bild des neuen Lucky Luke-Bandes[1]: der Titel ragt in eine friedliche Viehherde; Jolly Jumper grast; Lucky Luke unter einem Baum, mit einem Strohhalm im Mund[2] – und in der Gedankenblase: „Herrlich, dieses einsame Leben fernab von jedem unnützen Geschwätz …“[3]; und rechts unten, in einer gelben Raute: „Der Westen… unendliche Weiten … Nichts als Natur …“[4] (Okay, der Weltraum … unendliche Weiten …; Western und Science Fiction als die zwei Großnarrationen der Postmoderne![5]) In jene IdylleRead More
Joris Hoefnagel, illuminator
Auf dem Weg zum Essay. Ein Essay In einem schönen Nachtrag zu unserm Special Essay Special einige Gedanken von Markus Pohlmeyer, überaus produktiver Essayist bei Culturmag, zur Verfertigung des Essay an sich. Wir leben in einem intertextuellen Zitaten-Multiversum – das ist schön und anstrengend zugleich (man könnte ja jemanden überlesen, überhört, übersehen haben)! Aber ich, der Einzelne, freue mich, daran partizipieren zu können. Ohne mühselig durch Europa auf der Suche nach Handschriften zu reisen, um diese dann in Bibliotheken abzuschreiben. Cicero und Seneca gibt es heute einfacher. Dennoch und wieRead More