Jazz Tag

John Harvey (c) Molly Ernestine Boiling
Looking at Lester There are several, often conflicted, ways of looking at Lester Young, the American tenor player who was born, one of six children, in Woodville, Mississippi, in 1909, and who died, a crumpled, sick man, in March 1959. One comes from the poet, William Matthews, in an interview with Dave Johnson, originally published in the  High Plains Literary Review in 1995. Young was the Donald Barthelme of saxophone storytellers. The work is elliptical, funny, smart, blithe surfaced, and endlessly sad. Another, quite opposite, comes from another tenor saxophonist,Read More
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Posted On Februar 15, 2018By Thomas WoertcheIn Crimemag, CrimeMag Februar 2018

Nachruf: Thomas Wörtche über Bill Moody

Bill Moody – ein Nachruf Am 14. Januar 2018 ist Bill Moody gestorben. Ein Freund von ihm berichtet auf Facebook, er sei bei einem Gig nicht aufgetaucht, seine Co-Musiker seien zu ihm nach Hause und hätten ihn dort tot vorgefunden. Ich male mir aus, dass er eingeschlafen in seinem Sessel saß und noch irgendwas von Bill Evans lief, auf der Anlage. Das würde zu ihm passen. Zum Profi-Drummer Bill Moody, dass nur der Tod ihn an einem Auftritt hindern konnte, zum Menschen Bill Moody, dass er auch noch das SterbenRead More
miles davis tanglewood 1970

Posted On Dezember 6, 2017By Thomas WoertcheIn Klassiker Special 2017, Litmag, News, Specials

Thomas Wörtche: Miles Davis

  Thomas Wörtche Miles Davis Sommer 1970. Es war heiß, sehr heiß. Irgendein Sender – vermutlich der damalige Südwestfunk – spielte eine Musik, die mich wie eine Dampframme traf. Ich wusste nicht, was das war oder wie man das nennen sollte, aber es war anders. Da liefen elegante lange Linien, die aus dem Nichts zu kommen schienen, mal langsam, dann wieder schneller werdend, fast aus dem off, da war nichts von Thema – Solo – Thema – Solo, da pulste ein Rock-Rhythmus und dann waren da die lakonischen, elektronisch moduliertenRead More
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Posted On Juni 15, 2017By Sonja HartlIn Crimemag, Film/Fernsehen

Film: Born to Be Blue

Verspielt! Von Sonja Hartl „It makes me happy“. Diese einfache, ehrliche Erklärung hat Chet Baker (Ethan Hawke) für seine Heroinsucht. Durch den Stoff wird er glücklich, gewinnt Selbstvertrauen und hat das Gefühl, er könne in jede Note, die er spielt, regelrecht hineinkriechen. Am Anfang von Born to Be Blue hat ihn seine Sucht in ein italienisches Gefängnis gebracht. Er liegt auf dem harten, kalten Betonboden und imaginiert eine Trompete, aus deren Schalltrichter eine große Spinne langsam hervorgekrochen kommt. Dann wechselt der Film von Farbe zu Schwarzweiß, Chet erinnert sich anRead More
hentoff gut

Posted On Februar 15, 2017By Die RedaktionIn Crimemag, Nachruf

Nachruf: Nat Hentoff

… and other rebellious passions Thomas Adcock, Bill Moody, Alf Mayer und Thomas Wörtche entbieten ein Farewell. Nat Hentoff, der am 7. Januar 2017 in New York gestorben ist und 91 Jahre alt wurde, war für viele von uns wichtig. Er war Bürgerrechtler, Jazzkenner, Historiker und Autor von zwei Kriminalromanen. All das – darauf beharren wir ja auch bei CrimeMag –passt und gehört zusammen. Er galt als der führende Fachmann für den ersten Zusatz zur Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika (First Amendment, 1791 verabschiedet) – diesen Verfassungsteil lebte er vollRead More
jazz-soundtrackcountryjoe
Das Standardthema Jazz´n Crime kommt in immer neuen Konfigurationen zur Sprache. Das heisst, dass es tief in unserer Kultur sitzt. Für einen Kongreß über Jazz sollte sich Thomas Wörtche schlicht und einfach ein paar Gedanken machen zum Thema „Generic and rhetorical patterns of jazz verbalizations“, bzw. zu deren europäischen Varianten.  Von „Crime“ war da nie die Rede. Zunächst. Und dann ging es plötzlich nicht anders: One more time – jazz´n crime Als ich diesen Artikel konzipierte, war ich ganz am Anfang der Meinung, dass ich etwas zu European patterns ofRead More
Frank-Göhre-_Foto

Posted On August 15, 2016By Frank GoehreIn Crimemag, Kolumne

Kolumne: Frank Göhre: Gelesen. Gehört. Gesehen (9)

Undercover Agent for the Blues Von Frank Göhre Wieder auf Tour Er sitzt vorn auf der Bühne, ein großer, schlaksiger Typ. Er erinnert ein wenig an Michael Madsen, den Mr. Blonde in Tarantinos Reservoir Dogs. Wie er zu Stuck in the middle with you von Stealers Wheel mit dem Rasiermesser um den gefesselten und geknebelten Cop herum tänzelt und ihm ein Ohr abschneidet. Der Mann auf der Bühne aber tickt nicht so. Er wird in wenigen Tagen Siebzig und ruht nach einem durchaus bewegten Leben in sich selbst. Er sitzt im Rampenlicht und trägt zu einem kurzärmeligen Hemd und schlichterRead More