Gedichte Tag

Posted On Juni 1, 2021By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag Juni 2021, News

Markus Pohlmeyer: Corona 12

„Nun versteh ich den Menschen erst, da ich fern von ihmund in Einsamkeit lebe!“[1]Hölderlin 1 Marx – Kierkegaard – Freud: Personae Der Kierkegaard-Forscher K. Nordentoft habe sich, so eine seiner ehemaligen Schülerinnen, im Himmel eine Begegnung zwischen Freud, Marx und Kierkegaard gewünscht. Letztlich muss das der Liebe Gott arrangieren, aber hier unten wage ich folgenden Versuch – verschiedene Masken also, die ich anziehen werde: MarxWarum sind wir soÜberrascht? Es geht dochLetztlich nur um UnterdrückungUnd Ausbeutung. FreudEs variierenNur die Legitimationen wechselnderIdeologien, Religionen, KastenOder Egos. (So denken sich gewisseAffen immer neue MythenRead More

Posted On April 1, 2021By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag April 2021

Markus Pohlmeyer – Corona X

(… klingt fastwie Akte X) 1 Auf demAlten Friedhof,Am Mittag Mein SchattenWandernd mitDen SchattenDer Bäume Hinter unsDie Sonne 2 Die ZeitErinnert sichAn die Toten,Verwundert,Als wäre sieEin TeilVon ihnen Gewesen. IchWundere michÜber das Leben,Verwundet,So als ob esMeines wäre.Allzu vertraut,Um das FremdeDarin zu vergessen.Wunder und Wunde. 3 Testen live Lange, lange Schlange; ich armes SchweinMit Schwerbehinderung; kein Stuhl.Los, mit Handy sich anmelden … okay, mein HandyKann das nicht, außerdem gibt es hier keine Verbindung.Fazit: Pech gehabt. Und was eine Kollegin erlebte: von A nach BGeschickt, von B zu C durch die halbeRead More

Posted On März 1, 2021By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag März 2021

Markus Pohlmeyer: Corona-Zyklus IX

1 Corona ZwingtUnsHinter Masken Reißt sie zugleichDer gesamtenGesellschaft VomGesicht (Was früher wieGeschmiert lief oderWegefaket wurde, dasRächt sich brutal: DieseNegativ-AuslesenNachOben Die in BürokratienTransparent-blindeStatthabendeSerienmäßig gesteigerteProduktion von OhnmachtUndVertuschung Freiheit fürLehre und Forschung?Totgespart. Geiz seiSo was von geil.Hat sich ja jetztRichtig gutIn der PandemieAusgezahlt. Fabrikation vonDementia digitalis[1] bzw.Beförderung des Weltunwissens:Strom kommt aus der Steckdose.Die Kuh aus der MilchUnd dem Supermarkt.Und wenn ich spazieren gehe,Muss ich aufpassen, nicht vomRand der Scheibe zu fallen.Wäre sowieso wichtiger, dieRichtige Meinung zu haben. Und der Liebe GottKnipst abends dieSterne an. Krass,Wie viele Follower Der hat … PS: Vielleicht könnteRead More
Franz Dobler: Ich will doch immer nur kriegen was ich haben will (Gedichte 1991 – 2020) (AM) Am Anfang, sagt Franz Dobler in dem in diesem Buch enthaltenen – SENSATIONELLEN – Interview, das Herausgeber Manfred Rothenberger mit ihm geführt hat (Textauszug hier weiter unten), am Anfang wisse er nie, was in einem Text alles drinsteckt. Er fängt mit einem Bild an oder einem Moment, korrigiert, überarbeitet, schmeißt die Hälfte wieder weg, manchmal ist das Bild unscharf und er muss erst dahinterkommen, was da eigentlich alles drinsteckt. „Ah, ok, da hinten,Read More
Corona-Gedichte 4 1…ist so still. Da!Mauersegler sirren,Rasende,Schwarze FunkenÜber rötlicheDächer hinweg. Stille. In purpurnenSchleiern wogtEin weißerMond vorbei.Alle Farben desSommers, desAbends: lila, Rosa, helles Blau,Dunkleres BlauKommen, schwinden.Der Mond Leuchtend: vonHier einGlühwürmchenIm Baum der Nacht.Aber auch Schatten,Kraternarben,Fossilien aus ZeitGravitationEnergieMasse. Sein Licht wandert,WandertDurch ein finsteresTal zu mir. MeineNeuronen übersetzen,Suchen Bilder, deuten:Die Nacht nahm fastAlles, alles. Jetzt bin ichAllein mit dem Mond. Es ist so still. Zerstörung machte ihn,Diese karge, ferne,Schönheit. Ein Flüstern,Ständig, stille Sätze,Traumartig,Reiht Kosmos An Kosmos, Dichten meine Seele,Sich auflösend, zuSammeln sich, Als wäre ich dort … 2Dichter, das bin ich also,Oder auch nicht.Werde es von TagRead More
Einsamkeit in Zeiten von Corona  (Inspiriert von einer Zeile bei Tomas Tranströmer) 1Vor Deiner Tür Schlange stehenAber unsichtbarBin ich habe Keinen KörperGleich dem Winde Nur ein Hauch Ich … ich weine, Du hörst es nicht. Zu viel Lärmen derAnderen Wartenden 2Das Glück, Vergessen zu werden,Dies Unglück. Die Gnade, Vergessen zu können. Der Schmerz,Vergessen zu haben. 3Dieser Schock, dass Wälder, Alleen, Seen,Meere und Wolken, SonnenuntergängeUnd Morgennebel, Schmetterlinge undNachtigallen die gleichen GefühleAuslösen wie Menschen. Dass ZahlenMein Universum beschreiben. 4Eine vollkommene Schönheit sehen …Und darüber nur ein unvollkommenesGedicht schreiben können. 5Selbst die Toten Vergaßen meiner:Wo gingt ihr hin?  Oft gehe ich allein über den Alten Friedhof. Als obRead More