Frank Goehre Tag

bücher unscharf
Frank Göhre KLASSIKER SPECIAL 2017: Willkommen! Als Jungbuchhändler in den Siebzigern war ich in den Wochen und Tagen vor Weihnachten extrem gefordert. Von mir selbst. Es galt, die Verlagsneuerscheinungen an die Frau/den Mann zu bringen, vor allem die Titel, die nicht auf der „Spiegel Bestseller“-Liste standen. Diese apodiktische „Verkaufshilfe“ gab es schon damals, und die entsprechenden Romane und Sachbücher quasi vom Stapel weg zu verditschen, war und ist keine Kunst und eher frustrierend. Mein Anspruch und der etlicher Kollegen war, den „neuen Grass/Simmel/Lenz“ nicht kommentarlos über den Tresen zu schieben,Read More
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Mitteilung in eigener Sache Am heutigen Samstag stellen die CulturMag-Mitarbeiter Frank Göhre und Alf Mayer im Hamburger BIRDLAND die Veröffentlichung: „Cops in the City. Ed McBain und das 87.Polizeirevier vor“. Sie sind herzlich eingeladen mit uns zu feiern auf dem Event der Hamburger Saison mit Gustav Peter Wöhler und dem Buggy Braune-Trio. Mehr zu dem Abend finden Sie hier. Wir freuen uns, Sie zu sehen! Viele Grüße, Ihr CrimeMag-TeamRead More
Desperado City – Frank Göhre hat mit „Du fährst nach Hamburg, ich schwör’s dir“ und „Die Härte, der Reichtum und die Weite“ zwei „Heimatfilme“ literarisch montiert. Weltalltag auf dem Kiez. Eine Würdigung von Michael Töteberg. Lucky Luciano, der mächtige Boss der New Yorker Unterwelt, wurde 1936 zu 50 Jahren Zuchthaus verurteilt, aber nach nur neun Jahren begnadigt – wegen „besonderer Verdienste für die Streitkräfte der Vereinigten Staaten“, was immer sich hinter dieser Formulierung verbergen mag. Der Deal galt auch für seine zwei Dutzend engsten „Freunde und Mitarbeiter“, Bedingung war, dassRead More

Posted On Dezember 10, 2014By Frank GoehreIn Bücher, Litmag

DebütantInnen (3): Güntner & Eisel

Frank Göhre wirft einen Blick auf aktuelle Debütromane. Diesmal betrachtet er die Debüts von Verena Güntner und Jens Eisel. Genau hingegöhrt Luis ist Sechzehn und ein dämliches Arschloch. Voll gestört, echt krass drauf oder wie auch immer es Luis selbst sagen würde, natürlich nicht auf sich bezogen, sondern auf irgendeinen anderen Typ, der in seiner Ecke rumeiert. Seine Ecke, das ist eine anonyme Hochhaussiedlung am Stadtrand, das ist ein Freibad und sonst eigentlich nichts. Das ist Luis Spielfeld. Da schließt er seine Fick- und Pisswetten ab („Hab sie gefickt, schöneRead More

Posted On November 19, 2014By Frank GoehreIn Bücher, Litmag

Debütantinnen (Teil 2): Lappert, Trompeter, Pfeifer

Frank Göhre wirft einen Blick auf aktuelle Debütromane. Diesmal betrachtet er die deutschen Autorinnen Simone Lappert, Julia Trompeter und Judith Nika Pfeifer. Genauer Blick Ihr Vorname beginnt und endet mit einem „a“. Es ist ein kurzer Name: Ada. Und ebenso kurz ist ihre Geschichte. Sie endet, wie sie begann. Anfangs nämlich steht Ada im Pyjama am Fenster und kaut auf dem Ende ihres Haarzopfs herum. Und das tut sie auch im Schlusskapitel des Debütromans der Schweizerin Simone Lappert. Nur den Pyjama trägt sie da nicht mehr. Den legt sie inRead More
Lange Nacht des eBooks in Hamburg – An diesem Wochenende finden in Hamburg zwei spannende Veranstaltungen statt: Am Freitag präsentieren sich Hamburger Verlage, Institutionen und Buchhandlungen einen ganzen Abend lang mit Lesungen, Vorträgen und Diskussionen rund ums digitale Lesen auf der Langen Nacht des eBooks. Mit dabei ist auch Hamburgs einziger Digitalverlag, „CulturBooks„: Von 20:00 Uhr – 21:00 Uhr stellen Zoë Beck und Jan Karsten im Büchereck Niendorf ihre Ideen und das Prinzip E-Book vor. Gelesen wird auch – und zwar von Stefan Beuse aus seinem Buch „Warten auf die Löwen“Read More
Frank Göhre wirft einen Blick auf aktuelle Debütromane. Diesmal betrachtet er die deutschen Autorinnen Anne von Canal, Ela Angerer und Christine Koschmieder. Immerkalte Hände „Hier bin ich wieder.“ So meldet sich der im Jahr 2005 siebenundvierzigjährige Barpianist Victor Alexander Laurentius Simonsen, Laurits genannt, zu Wort. Geboren und aufgewachsen ist er in einem reichen Stockholmer Vorort, der Vater ein Klinikarzt, die Mutter nervig und mit „immerkalten Händen“. Er blickt zurück, der nur äußerlich erwachsene, in dem ihm von der Autorin Anne von Canal, Jahrgang 73, zugeschriebenen Denken und Fühlen aber nochRead More
Fünfzig Tage und 50 Nächte im Kongo – Bei diesem Buch macht es Sinn, erst einmal das kluge und informative Nachwort des Publizisten und Verlegers Klaus Bittermann zu lesen. Da nämlich erklärt er, was es mit dem Gonzo-Journalismus auf sich hat und woher der Begriff Gonzo stammt: Bezeichnet werde damit im irischen Boston-Slang derjenige, „der nach einem Saufgelage als letzter aufrecht am Tresen steht“. Gonzo, das heißt auch bizarr und hemmungslos, ist eine Form von subjektiven Journalismus, „wild und hektisch“ geschrieben. Hunter S. Thompsons Reportagen ab Ende der Sechziger JahreRead More

Posted On April 30, 2014By Frank GoehreIn Bücher, Litmag

Frank Göhre: So läuft das nicht

„… sie gingen raus, gemeinsam, das war wichtig“ – Im Aisthesis Verlag ist Frank Göhres früher Roman „So läuft das nicht“ als Neuauflage erschienen. Ein großes Lesevergnügen, findet Anne Kuhlmeyer. Das Ruhrgebiet in der Mitte der 1970er Jahre, als es noch von Kohle und Industrie geprägt war. Jens, Antje, Jule, Otto, Rita, Carsten, Bernadette, Hugo, Fred, Petra und Charly sind eine Clique, junge Leute, die erwachsen werden müssen. Was sie eint, ist das Viertel, aus dem sie stammen, die Jugend und der Zeitgeist. Was sie trennt, ist ihre jeweilige Herkunft,Read More
Tatort Buch – Fernsehdrehbuchautoren gehen in letzter Zeit zunehmend unter die Romanciers. Sascha Arango mit dem Roman „Die Wahrheit und andere Lügen“ und André Georgi mit Tribunal“ liefern solides Handwerk, wenn auch mit unterschiedlichem Erfolg. Frank Göhre hat beide Romane gelesen. Beide sind Drehbuchautoren. Der eine ist seit 10 Jahren im Geschäft, der andere doppelt so lang. Sie liefern gute, mitunter sogar überdurchschnittlich gute Arbeit ab, und wenn sie, und letztlich auch wir als TV-Konsumenten, Glück haben (sprich: mutige Redakteure und kluge Regisseure mit dabei sind), wird daraus dann auch einRead More

Posted On Februar 5, 2014By Frank GoehreIn Bücher, Litmag

David Buckley: Kraftwerk. Die unautorisierte Biografie

Kraftwerk forever – Club Liberitas, Bochum, im Sommer 1969, und ich schrieb damals: „Norbert auf jeden Fall saß da neben mir, und wir saßen ganz vorn, wie immer, und er schlug auf den Tisch, weil ihn die Gruppe auf der Bühne mitriss, umhaut, sagte er, die fünf da hauen mich um! Die fünf aus Krefeld, die sich Organisation nannten. Ein Iraker, Basil Hammoudi, ja, den Namen habe ich behalten, den merkt man sich, wenn man ihn einmal spielen gehört hat. Also, der hockte vor einem Arsenal Klangkörpern, Trommeln und so,Read More

Posted On Dezember 14, 2013By Ulrich NollerIn Crimemag, Kolumnen und Themen

Ulrich Noller im Gespräch mit Frank Göhre

„Ich blicke nicht gern zurück“ Frank Göhre wird Siebzig. Ein Gespräch über Wurzeln, Quellen, Inspirationen, Techniken, Pläne und Projekte. Außerdem erstmals und exklusiv: Wie ganz am Anfang nur dank des Einsatzes einer halben Flasche Whiskey knapp verhindert werden konnte, dass Frank Göhre, der Vertreter des urbanen Noirs in Deutschland, mit seinen Geschichten in der Lüneburger Heide landete. Von Ulrich Noller Ulrich Noller: Allem Anfang wohnt ein Ende inne. Deshalb, als erste Frage zum Siebzigsten: Gibt’s etwas, das für Dich als Autor überhaupt nicht mehr in Frage kommt? Was ist DeineRead More

Posted On Dezember 14, 2013By Die RedaktionIn Crimemag, Editorial

Editorial, 14.12.2013

Liebes CrimeMag-Publikum, am Montag, den 16. Dezember wird Frank Göhre 70 Jahre alt. CrimeMag gratuliert schon heute unserem Freund und Autor, den wir mit einem kleinen Spezial würdigen möchten – Ulrich Noller hat ihn interviewt, Zoë Beck, D.B. Blettenberg, Tobias Gohlis und Alf Mayer haben sehr persönliche Glückwünsche für ihn. Bei Carlos ist heut schon Weihnachten, beim Schwurbverlag auch – staunen Sie selbst! Einen Klassiker-Check von Lutz Göllner gibt es – Erskine Childers „Rätsel der Sandbank“ und die Fortsetzung von Sam Llewellyn; Frank Rumpel lobt Uta-Maria Heims neuen Roman „WemRead More

Posted On Dezember 14, 2013By Zoe BeckIn Crimemag, Kolumnen und Themen

Zoë Beck … für Frank Göhre

Bratkartoffeln Für Frank Göhre. Von Zoë Beck. Das Haus, in dem ich in Blankenese gewohnt habe, hat sich verändert. Nicht von außen, aber es sind ganz andere Leute drin. Meine Nachbarn, mit denen ich mir die Katze geteilt habe, sind weggezogen. Von mir ist nichts mehr dort. Der türkische Schneider ist auch nicht mehr da, er hatte versucht zu klagen, aber natürlich hat sein Vermieter gewonnen. In dem Lokal gegenüber von Frau Lühmann ist schon wieder Leerstand, aber es sagen sowieso alle, dass auf diesem Lokal ein Fluch liegt. NiemandRead More

Posted On Dezember 14, 2013By D.B. BlettenbergIn Crimemag, Kolumnen und Themen

D.B. Blettenberg … für Frank Göhre

Dublette — voll auf den Punkt ‒ Die beeindruckende Trefferquote des Frank Göhre. Von D.B.Blettenberg. Lange bevor ich Frank Göhre auch persönlich kennen und schätzen lernte, habe ich ihn über seine Bücher wahrgenommen. Das ist der Königsweg, auf dem ein guter Schriftsteller seine Leser erreicht, denn die Bücher sind die Stars und haben im Vordergrund zu stehen. Wenn jemand sagt: „Sankt Pauli Nacht …? Kenne ich! Tolles Buch! Von wem ist das noch mal?“ ist das allemal erfreulicher als: „Frank Göhre? Ist das nicht ein Schriftsteller? Was hat der eigentlichRead More

Posted On Dezember 14, 2013By Tobias GohlisIn Crimemag, Kolumnen und Themen

Tobias Gohlis … für Frank Göhre

Als ich zum ersten Mal Frank traf, war ich noch nie im Puff gewesen Von Tobias Gohlis. Wenn Frank Göhre auftritt, dann erblickt man einen großen kräftigen Mann. Wer Geister sehen kann, sieht hinter ihm noch einen kleinen zarten dunkelhaarigen mit dem gleichen Initialen FG. Das steht für Friedrich Glauser. Neben der Verehrung für den Stilisten und Schriftsteller Glauser war es Göhres tiefe Empathie mit den Armen, Geschlagenen, mit den Außenseitern und Umhergetriebenen, die ihn auf Glauser stoßen und an ihm festhalten ließ. Eine Wurzel finden, umgehen mit der HeimatlosigkeitRead More

Posted On Dezember 14, 2013By Alf MayerIn Bücher, Crimemag

Alf Mayer … für Frank Göhre

Zeitgenosse Göhre Zu den „sonstigen“ Texten eines außergewöhnlichen Autors. Von Alf Mayer Er hat es wieder getan – und endlich gibt es Nachschub für meine kleine heimliche Sucht. Ja, ich bin ein wenig süchtig. Nachwortsüchtig. Begierig nämlich auch auf jene Texte, die Frank Göhre außerhalb seiner Romane und Erzählungen schreibt, meist eben als Nachworte. Diesmal heißt der Text „Es war einmal St. Pauli“ und rundet im buchstäblichen Sinne den Sammelband „Geile Meile“ ab, den der Pendragon Verlag jetzt zum 70. Geburtstag Frank Göhres herausgebracht hat. 507 Seiten Göhre sind hierRead More
75. Todestag von Friedrich Glauser Friedrich Glauser starb in den ersten Stunden des 8. Dezembers 1938 in Nervi bei Genua. Seine Urne wurde auf dem Friedhof Manegg in Zürich, Abteilung B, Nummer 74 beigesetzt, in der Nähe des Eingangs Thujastraße. Es ist sein 75. Todestag. Ein Text von Frank Göhre. Heute werde ich sterben, ich weiß dies gewiss. Ich kann nicht mehr. Ich bin schwach. Tagelange Depressionen. Lautlose Tropfen fallen in meinem Kopf. Vater, Reue, Braut, Genuss. Assoziationen, kindlich durchaus. Ich weiß. Mein Vater war ein Gentleman, sehr weiß dieRead More

Posted On November 27, 2013By Frank GoehreIn Bücher, Litmag

Helga M. Novak: Im Schwanenhals

Das Beste aus zwei Jahrzehnten – Am Donnerstag, dem 28. November 2013, wird im Plenarsaal der Berliner Akademie der Künste die Autobiografie „Im Schwanenhals“ von Helga M. Novak vorgestellt. Es lesen die Autorenkollegen Karin Kiwus, Wulf Kirsten, Michael Lentz und Gerd Loschütz. Beginn der Veranstaltung ist 20 Uhr. Frank Göhre über den dritten autobiografische Band der 1935 in Berlin-Köpenick geborenen und nach längeren Aufenthalten in Island, Italien, Jugoslawien, Portugal und Polen jetzt wieder in Brandenburg lebenden Schriftstellerin. Er beginnt mit dem Eingeständnis einer Lüge und endet mit der Frage: „WovorRead More

Posted On Oktober 26, 2013By Die RedaktionIn Crimemag

Hausnachrichten

Interna, Termine, Veranstaltungen – Bei unserer Partnerseite, der Interview Lounge von Kerstin Carlstedt, können Sie unter günstigen Umständen unseren Autor Frank Göhre privat kennenlernen: Treffen Sie Frank Göhre privat! Begleiten Sie unsere Dreharbeiten! Sie möchten den vielfach preisgekrönten Krimi-Autor Frank Göhre privat kennenlernen? Sie würden gern unsere Dreharbeiten mit Frank Göhre in Hamburg begleiten, ihm vielleicht selbst Fragen zu seinem bewegten Leben stellen? Nutzen Sie die Chance einer einmaligen Begegnung mit dem „Klassiker des Noir made in Germany“! Treffen Sie Frank Göhre am Sonntag, 24. November um 11.30 Uhr inRead More

Posted On August 20, 2011By Frank GoehreIn Crimemag, Kolumnen und Themen

Einen Sommermonat lang in Amsterdam (3)

Amsterdam. Was für eine Stadt, nichts als Gestank. Trotzdem herrlich. Heute begegnen Frank Göhre neben Janwillem van de Wetering Anselm Kiefer,  Selma Eikelenboom-Schieveld und Lee Fong (zu Teil 1 und 2). Dritte Folge Oh, wham bam, oh Amsterdam Yeah yeah yeah Van Halen, Amsterdam Jeden Tag schlendern schwule Paare an der Souterrainwohnung vorbei. Einheimische und Amsterdam-Besucher aus Europa und Übersee. Sie trinken im Bistro gegenüber einen Kaffee oder ziehen weiter zur Zimmer- und Wohnungsvermittlung „True Love“ in der Prinsenstraat. Manche haben Hunde dabei. Sämtliche Rassen. Ein Aushang verbietet: Poep! KeineRead More