Corona Tag

Posted On April 1, 2021By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag April 2021

Markus Pohlmeyer – Corona X

(… klingt fastwie Akte X) 1 Auf demAlten Friedhof,Am Mittag Mein SchattenWandernd mitDen SchattenDer Bäume Hinter unsDie Sonne 2 Die ZeitErinnert sichAn die Toten,Verwundert,Als wäre sieEin TeilVon ihnen Gewesen. IchWundere michÜber das Leben,Verwundet,So als ob esMeines wäre.Allzu vertraut,Um das FremdeDarin zu vergessen.Wunder und Wunde. 3 Testen live Lange, lange Schlange; ich armes SchweinMit Schwerbehinderung; kein Stuhl.Los, mit Handy sich anmelden … okay, mein HandyKann das nicht, außerdem gibt es hier keine Verbindung.Fazit: Pech gehabt. Und was eine Kollegin erlebte: von A nach BGeschickt, von B zu C durch die halbeRead More
„Guck mal, ich bin gut zu Vögeln!“, sage ich zum Glück nicht. So viel Selbstachtung, diesen traurigsten aller traurigen Kalauer auf meinen Lippen ersterben zu lassen, ist mir immerhin noch geblieben. Obwohl… – Wahrscheinlich wäre der tollste Mann der Welt zur Zeit selbst für dieses ungelenke Zeichen des guten Willens, sowas wie humorvoll zu sein, dankbar.  „Guck mal, ich habe Meisenknödel gekauft!“, sage ich stattdessen zu dem Mann, der im Gegensatz zu mir einen produktiven, sinnerfüllten Tag als nützliches Mitglied der menschlichen Gesellschaft hinter sich hat. „Toll!“, sagt er und blicktRead More
Die Verhältnisse umkehren Ulrich Noller über einen der ersten Corona-Lockdown-Romane „Und, dürfen wir dann demnächst eine spannende Corona-Geschichte erwarten?“ Eine beliebte 2020-Frage an Literatur-, Film- und Fernsehschaffende. Meist im Anschluss an eine Erkundigung, wie es denn so gehe in den nervigen Lockdown-Zeiten. Die Antwort war meist eher verhalten: „Grundsätzlich schon denkbar, klar. Aber jetzt, wo wir mitten drin stecken? Geht gar nicht. Irgendwann – vielleicht …“  Stimmt nicht, möchte man nach der Lektüre der nigerianischen Schriftstellerin Oyinkan Braithwaite hinzufügen. Denn das geht sehr wohl. Sogar ganz hervorragend. „Das Baby istRead More
Analyse ohne Illusionen In unserer August-Ausgabe brachten wir bereits von Georg Seeßlen einen spielverderberischen Einwurf zur Systemrelevanz von Kultur. Jetzt im September erscheint das zugehörige, weiterführende Buch. Es nennt sich Coronakontrolle, oder: Nach der Krise ist vor der Katastrophe und dekliniert den Abschied von den Hoffnungen auf eine bessere Post-Krisen-Welt. Diese Hoffnungen gab es zu Beginn der Pandemie: Die Krise würde zu mehr Einsicht in die Notwendigkeit gesellschaftlich-solidarischer Einrichtungen führen, zu mehr Wertschätzung für Ärzte und Pflegepersonal, zu mehr Solidarität in den Bevölkerungen. Als kleines Nebenprodukt würde sie die FrageRead More
Corona-Gedichte 4 1…ist so still. Da!Mauersegler sirren,Rasende,Schwarze FunkenÜber rötlicheDächer hinweg. Stille. In purpurnenSchleiern wogtEin weißerMond vorbei.Alle Farben desSommers, desAbends: lila, Rosa, helles Blau,Dunkleres BlauKommen, schwinden.Der Mond Leuchtend: vonHier einGlühwürmchenIm Baum der Nacht.Aber auch Schatten,Kraternarben,Fossilien aus ZeitGravitationEnergieMasse. Sein Licht wandert,WandertDurch ein finsteresTal zu mir. MeineNeuronen übersetzen,Suchen Bilder, deuten:Die Nacht nahm fastAlles, alles. Jetzt bin ichAllein mit dem Mond. Es ist so still. Zerstörung machte ihn,Diese karge, ferne,Schönheit. Ein Flüstern,Ständig, stille Sätze,Traumartig,Reiht Kosmos An Kosmos, Dichten meine Seele,Sich auflösend, zuSammeln sich, Als wäre ich dort … 2Dichter, das bin ich also,Oder auch nicht.Werde es von TagRead More

Posted On August 1, 2020By Michael FriedericiIn Crimemag, CrimeMag August 2020

Michael Friederici: Lesekleinkultur nach Corona

Ist das Ende nah? Vorwärts immer, rückwärts nimmer – von Michael Friederici. Leser waren in den letzten Wochen klar im Vorteil. Bücher boten Trost und Beschäftigungstherapie, Reisen trotz geschlossener Grenzen und vor allem ein natürliches „physical distancing“. Goldene Zeiten für das Buch.  Aber trotz aller beschworenen “Systemrelevanz“: Der Lesekultur geht es derzeit wie der Christengemeinde: Sie schrumpft. Ein untrügliches Indiz: Die öffentliche Aufmerksamkeit, von der die Branche lebt, geht rasant zurück. Und das  nicht erst seit, sondern verstärkt durch Corona.  Ein Beispiel: Die „Schwarzen Nächte“, eine Lesereihe,  die ich seit 15 Jahren inRead More
Warum Sie von mir hier keine Besprechung lesen … und Was Sie schon immer über Mütter wissen wollten, aber nicht zu fragen wagten – von Katja Bohnet. Es gibt derzeit viele Fragen. Steigen die Infektionszahlen weiter? Nur im Prekariat der Massenfleischproduktion oder auch bald wieder hier bei mir? Wie ist diese US-amerikanische Tragikomödie überhaupt noch auszuhalten? In welchem Maße sind wir alle Rassist*innen? Buche ich Mallorca oder nicht?  Im Meer der noch unbeantworteten Fragen möchte ich mich heute einer Randgruppe widmen, nämlich mir. Und damit der Frage: Warum lesen Sie hier von mir keine Besprechung? Wieso Randgruppe?, fragen Sie, wenn ich dochRead More
Three voices from Australia, USA and UK Sulari Gentill: May our stories be the embrace Covid19 has truly shaken the world as we understand it, undermined the foundations of capitalism and destabilised all we have built upon them.  But more than that, it has challenged human interaction, taken from us in a time of crisis the ability to comfort each other. The handshake, the hug, the kiss are now dangerous and forbidden, and it seems we must stand alone to face what comes. For me, Covid19 is the second life-threatening crisisRead More

Posted On März 20, 2020By Stella SinatraIn Allgemein, Litmag, Stella Sinatras URknall

Stella Sinatras URknall

Night Walk mit A. 1 bild / 100 worte Was wir auf unserem Spaziergang sahen: Die gesamte Einrichtung einer alten Dame, als Kunstobjekt in eine Zwischenwand gestapelt. In den Hochhäusern ringsum die meisten Fenster hell erleuchtet. Eine Erdgeschosswohnung: Wozu brauchen Menschen soviel Licht? I hate Space, ein Comic, den der Gläubige verbreitet, die Zeichnerin blind. Kann das sein? Let’s google it! Keine Sterne, keine Ahnung, wo die Sterne waren. Es war Nacht, natürlich, nicht spät, Penny noch offen, erstaunlich. Und ziemlich leer. Ja, sie ist blind. Oder was man soRead More