Comic Tag

Posted On April 3, 2013By Brigitte HelblingIn Comic, Litmag

Orang X: Heavy Metal

Aufhören, wenn’s am Schönsten ist – Zum letzten Mal nun also Orang: Die zehnte Ausgabe des Comic-Magazins kommt in Schwarz und Schimmelgrün daher, mit metallic-silbernen Rahmenlinien. Brutstätte der 170 Seiten starken Broschur bleibt Hamburg, der Herausgeber ist auch diesmal Sascha Hommer, der die Schwanengesangs-Nummer genutzt hat, um in diversen Interviews noch einmal Konzept und Historie eines 10-jährigen Verlaufs zu erläutern. Von einer „Plattform für studentische Arbeiten“ (2003) hat sich Orang zum eigenwilligen Blick auf das Schaffen junger, mehrheitlich deutschsprachiger Zeichner erweitert, von denen heute viele nicht mehr (und der eineRead More

Posted On November 21, 2012By Brigitte HelblingIn Comic, Litmag

Anke Feuchtenberger: Die Spaziergängerin

Spazieren mit und ohne Hund – Anke Feuchtenberger, seit über 20 Jahren eine der stärksten Stimmen der alternativen Comic-Szene, ist nach längerem wieder bei Reprodukt Verlag im Programm. „Die Spaziergängerin“ führt in viele Gegenden, Brigitte Helbling hat sie erkundet. Zu Anke Feuchtenberger gehören Hunde, das macht sie zu einer Spaziergängerin aus Notwendigkeit, Überzeugung und Leidenschaft, und Hunde zu einem ihrer stärksten Bildmotiven. (Ihre echten Hunde, nebenbei, überzeugen selbst Hunde-Skeptiker durch bemerkenswerte Eleganz und Wohlerzogenheit.) Auch in Feuchtenbergers neustem Buch, „Die Spaziergängerin“, eine Sammlung von Comic-Impressionen aus verschiedenen Ländern und Städten,Read More

Posted On Oktober 1, 2012By Charlotte von BausznernIn Comic, Litmag

Festivaltagebuch (IV): Sinkflug aus dem Hyperraum

Letzte Empfängerdaten vom Comicfestival Hamburg an Charlotte von Bausznern: Eine wirre Astronautin – zurückgekehrt von einer ausgedehnten Raumfahrt. Etwas wehmütig. Nee echt jetzt, nachdem ich die Herausforderung von Nachtfeiern UND Tagebuchschreiben nur mit Schlagseite überstanden hab, lässt sich eines sagen: Das Hamburger Comic-Festival produziert postfestivalöse Löcher. Da kann man reinfallen. Dann nimmt man alle kleinen mitgebrachten Geschenke in die Hand, setzt sich auf den Hochstuhl und sagt: danke. Aber der Reihe nach. Kein Allinclusivereiseplan würde einer dermassen hinterhältigen, bestechenden Dramaturgie unterliegen. Nur von Comicastronauten kann man erwarten, dass sie auchRead More

Posted On September 30, 2012By Charlotte von BausznernIn Comic, Litmag

Festivaltagebuch (III): In Erwartung der Supernova

Neue Empfängerdaten vom Planetenhopping am Comicfestival Hamburg von/an Charlotte von Bausznern: III.I: Kaffee und Kuchen  Die zwei Stufen zum Börsenplaneten des Hamburger Comicfestivals sind mehr in feuchtes Nebelgeschwader getaucht denn strahlendes Zentralgestirn. Aber was kümmert das uns Astronauten, er kann ja fliegen, der Börsenplanet. Je schlechter das Wetter, desto besser der Background. 14.15 Uhr: Die Oberfläche dieses Planeten ist Unglaublich laut, Herrensahne, Drops, Earth unplugged, Zirp und Oh. Oder auch: Viel Gefaltetes in Zeiten der Krise. Im Kölibri sind zuerst die Tische mit den kleinen handkopierten Sternchen an der Reihe,Read More

Posted On September 29, 2012By Charlotte von BausznernIn Comic, Litmag

Festivaltagebuch (II): Venus, Jupiter, Pluto und Saturn

Neue Empfängerdaten vom Planetenhopping am Comicfestival Hamburg von/an Charlotte von Bausznern: II.I Mittagessen: ausgefallen. Mit aufkeimendem Hungerast im Panterkäfig, wo keine wilden Tiere wohnen. Britta Kussin kann das: Beiläufiges in Elementares verwandeln. Bildfolgen, die eine Geschichte ergeben, die nach dem letzten Panel noch weiter geht. Mimiken und Menschen abbilden, die nicht überkippen wie Kaffeemilch bei der gestressten Kellnerin. Tiere als Moment verwenden, ohne emotionale Pappnasen draus zu machen. Ich wage mal zu sagen: Absichtlich am Handwerk Vorbeigekritzeltes bleibt halt bloss schräg. Mehr Wärme bitte. II.II Das Abendessen von gestern kommtRead More

Posted On September 28, 2012By Charlotte von BausznernIn Comic, Litmag

Festivaltagebuch (I): Satelliten-Signalismus

Erste Empfängerdaten aus dem Hamburger Comicfestival. Ein Festivaltagebuch von/an Charlotte von Bausznern. Guten Morgen, ihr alle, die ihr um diese Zeit aufsteht, mit ein paar Bleistiftstrichen mehr im Gesicht zur Espressokanne in der Küche schlurft und anfangt, aufzuwachen. Es gibt ein Tagesprogramm für heute. Satelliten sind Flugkörper, genauer: Raumflugkörper zwischen Schwerkraft und Fliehkraft, sie umkreisen etwas Grundsätzliches, sind ausgerüstet mit Messgeräten und Augen und senden ihre Signale zurück zum Grundsätzlichen. Gestern ab 17 Uhr unter einem angegammelten Himmel muss es erhöhte Funkstörungen gegeben haben, die Luft zwischen Marktstrasse, Balduinstrasse, Hein-Köllisch-Platz,Read More

Posted On November 30, 2011By Birgit HaustedtIn Comic, Litmag

Michael Onfray / Maximilien Le Roy: Nietzsche

Nietzsche als Comic-Held – Die ersten sechs Seiten kommen ganz ohne Text aus, dann folgt ein Dialog, der mit „Papa“ beginnt und mit „Ja, Mama“ endet. Es handelt sich nicht um ein Bilderbuch für Kinder, sondern um ein neues Werk über Nietzsche. Einen Comic. (Lesebericht von: Birgit Haustedt) Der Autor von „Nietzsche“ ist der französische Philosoph Michel Onfray, gezeichnet hat das Werk Maximilien Le Roy. Die beiden folgen damit einem Trend: Literatur und Philosophie wird Thema von Comics – von Dantes „Divina Commedia“ bis zu einer „Einführung in den Buddhismus“.Read More

Posted On November 9, 2011By Anna HelblingIn Comic, Litmag

Craig Thompson: Habibi

Von Schrift und Liebe – Satte 672 Seiten auf meinem Schreibtisch, 1,7 Kilo in your face. Zwischen weinroten Buchdeckeln mit goldenen Verzierungen: „Habibi“, das neuste Graphic Novel von Craig Thompson, das zeitgleich auf Englisch, Deutsch und Französisch erschienen ist (oder erscheinen sollte: die französische Ausgabe hat sich verzögert). Von diesem Werk reden spätestens seit der Buchmesse in Frankfurt viele, und keineswegs nur die Feuilletons. Dieser Craig Thompson! Schon sein letzter Graphic Novel „Blankets“ war ein Schwergewicht. Auf immerhin 582 Seiten beschrieb die autobiographische Coming-Of-Age-Geschichte den jungen Craig, sein Hadern mitRead More

Posted On September 7, 2011By Brigitte HelblingIn Litmag

9/11 und der Comic

Der Homer, auf den wir warten – Als am 11. September 2001 morgens um viertel vor neun das erste Flugzeug in einen der beiden Türme des World Trade Center flog, saß ich in Hamburg in meiner Küche und ging mit einem Kollegen in Leipzig am Telefon die gemeinsame Übersetzung des 4. Bandes der Comic-Mini-Serie Body Bags von Jason Pearson durch… 9/11 ist nun fast zehn Jahre her. Datum und selbst Stunde verbindet sich für viele Menschen in Europa mit einem ganz persönlichen biografischen Moment – dem Augenblick, wo man denRead More

Posted On August 31, 2011By Charlotte von BausznernIn Comic, Litmag

Bastien Vivès: In meinen Augen

Liebe ist bunt – Auf dieses Buch habe ich lange gewartet. Nicht erst seit Bastien Vivès‘ grandiosem Debüt „Der Geschmack von Chlor“. Viel länger habe ich nach so etwas gelechzt. Mindestens seit es Graphic Novels für mich gibt. Also seit Blankets, meiner Bildertaumel-Entjungferung: verschneite Einsamkeit und schwirrendes Verliebtsein auf ach so vielen Seiten. Vivès‘ zweiter auf Deutsch erschienener Band „In meinen Augen“ ist, was die Temperatur angeht, quasi das Gegenteil. Natürlich, auch diese Geschichte zweier Verliebter und ihrer kurzen, beinahe flüchtigen Beziehung endet. Auch Vivès’ Zeichnungen leben von der Melancholie.Read More

Posted On August 24, 2011By Tom ThelenIn Comic, Litmag, Rubriken

Tracy White: Irgendwie Dazwischen

Ein Comic wie ein Schoßgebet – „Eine zu 95% wahre Lebensgeschichte“ ist der Untertitel zu „Irgendwie Dazwischen“ von Tracy White. Die Graphic Novel erzählt die Geschichte der Depression der 17-jährigen Stacy Black, von ihrem Zusammenbruch und dem Aufenthalt in einer Klinik. Von Tom Thelen. Der Komplex des Authentischen ist für Rezipienten ästhetischer Produkte immer schwer zu bewältigen. Die vermeintlich direkte Abbildung des Lebens der Künstler hat höchst ambivalente Folgen: Es entsteht Voyeurismus, der gleichzeitig Lust und Peinlichkeit zur Folge hat. Es wird womöglich Bewunderung evoziert, ob der Kraft oder desRead More