Christoph Schlingensief Tag

Stilleben.steenwick.
Verlust des Verlustes Eine hauntologische Grille – von Georg Seeßlen                                                                  I Unser Denken entsteht aus Unterscheidungen (Tag/Nacht, Lebendig/Tot, Rau/Glatt, Flüssig/Fest usw.) und unser Leben entsteht aus Trennungen (Mutter/Kind, Ich/Welt, Lust/Pflicht, Realität/Magie usw.). Jede Unterscheidung und jede Trennung ist zugleich Gewinn und Verlust. Etwas muss da immer abhanden kommen, aber wo geht es hin? Verlust ist nur spürbar, weil etwas nicht einfach weg ist. Der Kopf und die Kultur sind voll vom Verlorenen. Der Segen und das Verhängnis des Menschen: Dass er aus dem Verlust eine Produktivkraft gemacht hat.  KulturRead More
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Vom Wiedergewinnen verlorener Freiheit — Eine Laudatio von Georg Seeßlen auf den Künstler Christoph Schlingensief. Jetzt im Oktober wurde – posthum und fünf Jahre nach seinem Tod – der Konrad-Wolf-Preis 2015 an Christoph Schlingensief und das von ihm begründete Operndorf in Burkina Faso verliehen. Die Begründung lautete: „Konrad Wolf war ein politischer Filmemacher. Für ihn, von einem großen, skeptischen Projekt des Humanismus inspiriert, war es nicht nur wichtig, was Filme zeigen, sondern auch, was sie bewirken. Daher soll der Preis in seiner geistigen Dimension an einen Filmkünstler gehen, der sichRead More
Seeßlen_Filmemacher Schlingensief
„Mit der Faust auf die Leinwand“ — Immer einen Schritt weitergehen, als es die Vernunft gebietet. Es ist ein wenig wie ein gerade überstandener Hochseillauf, wenn man in den Abgrund Christoph Schlingensief geschaut hat – und sei es als Lektüre. Ein x-beliebiges Kapitel aus Georg Seeßlens „Der Filmemacher – Christoph Schlingensief“ genügt, um einen schwindlig zu machen. Abgründe und lichte Höhen, ein Verrücken der Perspektiven und Gewissheiten. Da legt einer die Axt an uns. Immer wieder, unermüdlich. Unglaublich oft in so einem kurzen, reichen Leben. Von Alf Mayer. Hier beiRead More
KuhlbrodKaspar
Ey, hör doch mal zu! Dietrich Kuhlbrodt über Christoph Schlingensiefs Filme und die Zusammenarbeit mit dem Regisseur, Autor und Aktionskünstler. Schlingensief. Die Zeit der Nachrufe ist vorbei. Die Zeit der Vorworte war nie gekommen. In Schlingensiefs Filmen ging es um Bilder. Die zu finden, und wieder zu verwerfen waren. Worte, Dialoge, gar ein verbindliches Drehbuch, – all das hätte nur gestört. Wie alles Vorgesehene. Noch in den 1990er Jahren. Sophie Roys deklamierte in der Volksbühne einen Schillermonolog. Schlingensief schickte eine Behinderte hin, ihr laut reinzuquatschen. Es funktionierte. Sophie reagierte nichtRead More
Wie wird deutschsprachige Literatur und Kunst eigentlich im Ausland aufgenommen? CULTurMAG wirft einen ungewöhnlichen Blick auf einheimische Autoren und Künstler. Lucy Renner Jones (übersetzt u.a. deutschsprachige Literatur ins Englische) betrachtet in unregelmäßigen Abständen interessante Werke in Hinblick auf ein mögliches Interesse des englischsprachigen Auslands. Diesmal hat Sie sich mit Christoph Schlingensiefs Hörbuch „Ich weiß, ich war’s“ beschäftigt. Angry Sprechtheater in a box Some time ago in Berlin, there was anger. There was fury, gall, and rancour, spleens vented, sabres rattled, stages stamped on in Brecht’s footprints and staccato slogans shoutedRead More