Christian Petzold Tag

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Der nasse Glanz der Scherben Nach einer Vorauswahl und einer Vorschau hier nun der erste Berlinale-Bericht unserer Korrespondentin Katrin Doerksen. Wir berichten weiter. Schauen Sie wieder herein zu uns. Das gab es lange nicht mehr: einen Eröffnungsfilm der Berlinale, der Diskussionen auslöst. In den letzten Jahren waren die Filme meist langweilig, die Frage war höchstens: wie sehr? Nicht so bei Wes Andersons Isle of Dogs. Es bewahrheitet sich nur Minuten nach der Pressevorführung, was schon während des Films zu erahnen ist: die Negativreaktionen reichen auf der Bewertungsskala von exotistisch bis rassistisch, von unsensibelRead More
Double Feature: Trümmer-Time in Germany – Zwei neue deutsche Filme untersuchen die junge Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg. Einmal als verschüchterte Hommage an den Staatsanwalt Fritz Bauer. Einmal als Kulisse für ein intellektuell aufgedonnertes Melodram. Christopher Werth war wenig begeistert. Giulio Ricciarellis “Im Labyrinth des Schweigens” “Im Labyrinth des Schweigens” hat ein wichtiges Leitmotiv. Die Entnazifizierung und wie wenig sie von Erfolg gekrönt war. Fritz Bauer ist dafür eine entscheidende historische Figur, er sorgte dafür, dass es überhaupt 1963 zu einem Auschwitz-Prozess kam. Ganz egal, wie man das “Labyrinth desRead More

Posted On September 25, 2014By Wolfram SchuetteIn Film/Fernsehen, Litmag

Im Kino: Christian Petzolds „Phoenix“

Deutscher Geschichtsunterricht oder: Gespräch mit sich selbst – Christian Petzolds „Phoenix“: ein falsches Melodram als ein richtiges Gedankenspiel. Von Wolfram Schütte Das außerordentlich Schöne an Christian Petzolds brillantem „Phoenix“ ist seine Vieldeutigkeit: eine traumwandlerische Unsicherheit, die dem Thema & Petzold/Farockis künstlerischer Annäherung entspricht. Es ist nicht das Zeichen einer (Aus-)Flucht, wenn Vieles in „Phoenix“ vage bleibt; sondern Ausdruck des geistig-politischen Respekts & des ästhetischen Skrupels Petzolds – im Blick auf das riskant-prekäre Thema. Die Vieldeutigkeit des Films erlaubt den Zuschauern nicht nur, sondern verlangt geradezu von ihnen, sich jeweils selbstRead More