Christian Kracht Tag

Posted On November 2, 2016By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Roman: Christian Kracht: Die Toten

Konzentriertes Meisterwek Christian Kracht gilt als eine der bedeutendsten Stimmen der Gegenwartsliteratur und polarisiert doch immer wieder die Kritiker – so entfachte er mit seinem 2012 erschienenen Kolonialismus-Roman „Imperium“ eine große Debatte um seine mögliche Nähe zu rechtem Gedankengut, Menschenverachtung und Rassismus. In seinem neuen Roman begibt sich Kracht nun direkt in die Höhle des Löwen und erzählt in der Zeit des in Deutschland und auch in Japan aufblühenden Faschismus vom „Kino als Krieg mit anderen Mitteln“, vom Kampf um die kulturelle Hegemonie. Ausgangspunkt einer „zelluloidenen Achse“ zwischen Tokio undRead More
Glasperlenspiele im Blütenstaubzimmer – Versuch einer Verteidigung aus aktuellem Anlass. Von Joe Paul Kroll. Als ob man es nicht schon schwer genug hätte, als Kritiker. Parasitär verhalte man sich zum Werk, hallt es einem von pikierten Kunstschaffenden ebenso entgegen wie von Zeitgenossen, die das aus dem Sandkasten bekannte „mach’s doch erstmal besser“ für ein gültiges letztes Wort halten. Und dann noch Kritik zum Gegenstand der Kritik zu machen? Bibeltextlich nicht ganz zutreffende, aber der Tendenz nach unmissverständliche Hinweise auf die Sünde Onans muss man sich gefallen lassen. So auch, wennRead More

Posted On Februar 29, 2012By Joe Paul KrollIn Bücher, Litmag

Christian Kracht: Imperium

Der Ritter der Kokosnuss – (Aktualisiert am 2.3.) In einem der ersten Interviews, das Christian Kracht 1995 zum Erscheinen seines Debütromans „Faserland“ gab, ließ sich der damals noch nicht einmal dreißigjährige Autor nicht nur zu abfälligen Bemerkungen über die SPD oder Busfahrer hinreißen, sondern auch zu Sätzen wie: „Der bevorstehende Verfall eines Wertesystems oder einer Gesellschaft kündigt sich immer durch das massenhafte Entstehen sauschlechter Alltagsästhetik an.“* Man erahnt also, wie Kracht in den Ruch geraten konnte, ein ziemlich übler Schnösel zu sein. Von Joe Paul Kroll Zementiert wurde diese WahrnehmungRead More
„My diction reads as if I had zeliged into Holly Golightly“ – Es sei das vorliegende Buch, so die Herausgeber, „das Modell eines Künstlerbriefwechsels“. Was haben wir unter dieser merkwürdigen Formulierung zu verstehen? Im Englischen könnte man das wohl so sagen – „the model of a charmless man“, also ein archetypischer Vertreter seiner Spezies. Aber würde man im Deutschen nicht viel eher vom „Muster(-beispiel)“ einer literarischen Gattung sprechen? Von Joe Paul Kroll Doch diese auf den ersten Blick etwas unrunde Wendung führt uns vielleicht näher an den Wesenskern dieses BuchesRead More