Australien Tag

Posted On September 1, 2020By Alf MayerIn Crimemag, CrimeMag September 2020

Alf Mayer bei Garry Disher

Hirsch ist zurück Ein Treffen und ein Interview mit Garry Disher – von Alf Mayer „Hope Hill Drive“, jetzt Ende August im Unionsverlag erschienen, war in Australien ein Bestseller, der bisher größte kommerzielle Erfolg für Garry Disher, dies nach rund 50 Romanen und in seinem siebzigsten Lebensjahr, mit dem Setting seines Herkunftsorts, einem kleinen, kargen Kaff im Weizen & Wolle-Land drei Stunden nördlich von Adelaide. Im Hinterland. „Peace“, so der australische Originaltitel, mit der Silhouette eines Ponys hinter Stacheldraht (im Roman kommt eine Tierverstümmelung vor), war bei meiner Ankunft inRead More
Why not plan your own trip to Australia? I have begun to read fiction geographically. Picking a country and then immersing yourself in its literature has a lot to be said for it. Like a slow bicycle tour from one small town to another there is enough time to get to know the countryside well. There is the opportunity for unplanned trips down lanes and byways not always obvious on the tourist maps. People you meet on the way, often locals and well informed, suggest places they think you mightRead More
Is it just a month ago that I was asked to write about the fires consuming the Australian earth and psyche? Now we’re onto the second horse of the apocalypse – pestilence. It feels strange to be commenting on these things month by month – like I’m offering punditry on our looming extinction. A couple of weeks ago I joked with my wife, Kath, that I was thinking of self-isolating. ‘What’s new?’ she said. As a writer and a generally anti-social person the reclusivity has been my MO for aRead More
Ein Einschnitt wie Tschernobyl Exklusiv aus Australien – Ein CrimeMag-Schwerpunkt zu den Bränden in Australien, kuratiert von Alf Mayer Die ursprünglichen Reisepläne hätten ihn direkt ins Feuer geführt. Eigentlich wollte CrimeMag Co-Herausgeber Alf Mayer von Sydney aus die Küste entlang nach Melbourne zockeln, entschied sich dann zugunsten eines Wiedersehens mit Tasmanien für einen anderen Reiseverlauf. Aber auch so waren die Brände Dauerthema. Sie bewegen die ganze Nation, sind ein Einschnitt wie Tschernobyl, die politischen Folgen noch gar nicht abzusehen. Die Front der Klimawandel-Leugner ist im Heimatland der Murdoch-Presse, die 58Read More
An Interview with Adrian Hyland – by Alf Mayer Centered around policeman Roger Wood, Adrian Hyland’s Kinglake-350 is a masterpiece of writing about a catastrophe – the worst bushfire disaster in Australia’s history, Black Saturday, 7 February 2009. As the firestorm engulfed the community, Roger Wood risked his life, again and again, to try and save people.With the fire raging all around, he phoned home to warn his wife what was coming. She screamed that the fire had already hit their property. Then the line went dead… Adrian Hyland takes aRead More
These are the opening pages of Canticle Creek, a work in progress. The narrator is Possum, a fifteen-year-old girl, returning to her home after a bushfire.                            AFTERBURN It was mid afternoon on the second day before I could sneak out of the hospital. I flagged the minister down, persuaded him to take me back to Bluehouse, but there was a road block at the bottom of the hill and a stone-faced cop who wasn’t taking any nonsense. “Crime scene, mate.” “She lives up there,” the minister explained, nodding at me.Read More
Was australischen Touristen verborgen bleibt, gräbt Tim Winton aus Von Iris Tscharf Australien. Ein schönes Land, oder? Sieht in Reisebroschüren so richtig zauberhaft aus mit den schillernden Fischen, den Schildkröten, den Mantarochen oder den Korallen im Great Barrier Reef. Den Krokodilen, den Delfinen und plüschigen Getier wie Kängurus, Koalabären und den süßen Wombats. Oder die mächtigen Wasserfälle im Kimberley Canyon wirken selbst auf Fotos atemberaubend schön. Von schneeweißen Sandstränden und putzig aussehenden Beuteltieren findet man in Tim Wintons Roman nichts. Der australische Autor zeigt sein Land nämlich von einer Seite, dieRead More
Dies Haus des Kummers Helen Garner macht in ihrem Gerichtsroman „Drei Söhne“ ihre Leser zu Angehörigen einer von Trauer geschlagenen Familie. Eine Kurzrezension von Alf Mayer – und dann Helen Garner selbst in einem Textauszug. „Ich sah es in den Nachrichten. Nacht. Gebüsch. Wasser, verschwommene Lichter, ein Hubschrauber. Männer mit Warnwesten und Schutzhelmen. Hier war etwas Schlimmes passiert. Etwas Fürchterliches: Lieber Gott, lass es einen Unfall gewesen sein.“ Das notiert die Australierin Helen Garner auf Seite zwei ihres True-Crime-Buches „Drei Söhne“ (This House of Grief), einem Meilenstein des Genres. EinRead More
Düsteres jetzt, Düsteres damals in Downunder Die beliebte junge Lehrerin Rosalind Ryan wird in der australischen Kleinstadt  Smithson ermordet – ausgerechnet nach der Schultheater-Premiere ihrer eigenen modernen „Romeo und Julia“-Version. Die junge Detective Gemma Woodstock soll den Fall aufklären – doch eigentlich ist sie befangen, da sie Rosalind noch selbst auf der Highschool gekannt hatte. Aus der attraktiven Pädagogin war nie jemand so richtig schlau geworden: Sie besaß zwar ein unwiderstehlichen Sendungsbewußtsein, wirkte aber auch extrem manipulativ und selbstherrlich. Die Autorin Sarah Bailey entfaltet in „Dark Lake“ ein hochemotionales  Beziehungs-Panorama, inRead More

Posted On August 15, 2018By Peter MuenderIn Crimemag, CrimeMag August 2018

Jane Harper: Ins Dunkel

Wenn der Betriebsausflug zum Zickenkrieg und Survival-Trip wird Im letzten Jahr erschien Jane Harpers erster Thriller „The Dry“, jetzt legt die australische Journalistin schon den nächsten Roman vor: „Ins Dunkel“ beschreibt die Auflösungserscheinungen einer Frauengruppe, die mit den gruppendynamischen Turbulenzen und der Desorientierung angesichts einer übermächtigen Natur (O-Titel: „Force of Nature“) einhergehen. – Von Peter Münder. Kann es gutgehen, wenn die Firma ihre Mitarbeiterinnen zwangsbeglücken will mit einem Betriebsausflug in den Busch ? Der Weekend-Trip ins australische Giralang-Massiv soll, wie das heute so angesagt ist, das Teambuilding bei Bailey Tennants optimieren.Read More
Und ewig kreischt der Kookaburra Ihr „drittes Leben“ wollte die australische Skript-Writerin Brigitte Serra auf einer idyllischen Insel verbringen: Weg vom hektischen, gefährlichen Melbourne, in Ruhe mit den Kindern und ihrem zweiten Mann – ohne Stress und ihre düsteren Phobien. Tania Chandler hatte schon in „Das Zweite Leben“ beschrieben, dass sich dieser Traum von harmonischer Naturverbundenheit und friedlichem Miteinander letztlich als unerreichbare Utopie entpuppt. Von Peter Münder  In ihrem ersten Leben als Tabledancer in Melbourne war Brigitte das exhibitionistische Zurschaustellen ihrer anatomischen Alleinstellungsmerkmale zwar zur prickelnden Gewohnheit geworden. Doch dieRead More

Posted On August 15, 2017By Sonja HartlIn Bücher, Crimemag

Roman: Tania Chandler: Zwei Leben

Ein starker Sog von Sonja Hartl Ach ja, man kennt sie ja, diese psychologischen Thriller mit einer Ehefrau, die sich irgendwie nicht richtig an irgendetwas erinnern kann und dann gerät ihr Leben aus den Fugen. Dachte ich. Aber irgendwann sagte ich mir auch mal, dass ich bei australischen Spannungsromanen nun wirklich einfach mal alles lesen könnte, was übersetzt erscheint und damit hätte ich dann ein weiteres Land, in dem ich mich gut auskenne. Wie Irland. Oder Finnland. Oder irgendwann hoffentlich mal Frankreich. Also nahm ich Tania Chandlers „Zwei Leben“ mitRead More
Die Substanz, um sich durchzusetzen … Dieses Interview erschien zuerst am 10. April auf dem WDR-Blog von Ulrich Noller. Candice Fox´ Roman „Fall“, der heute erscheint, ist der letzte Teil ihrer Hades-Trilogie. Der Publizist und Literaturwissenschaftler Thomas Wörtche, geboren 1954, ist der Mann, dem wir es zu verdanken haben, dass diese außergewöhnliche Autorin aus Australien seit ein paar Jahren auch auf Deutsch zu lesen ist. Wörtche hat lange mit dem Schweizer Unionsverlag zusammen gearbeitet, mit seiner metro-Reihe machte er viele (oft unkonventionelle) AutorInnen aus aller Welt in Deutschland bekannt. Nach einemRead More

Posted On Mai 17, 2016By David Whish-WilsonIn Crimemag, Primärtext

Essay: David Whish-Wilson: Salt Boy

Salt Boy ‘Entitlement 1’ Salt and stainless steel. 155 cm tall. Bathers Beach, Fremantle/ Western Australia. In der CrimeMag-Reihe „crime fiction from down under“ darf David Whish-Wilson nicht fehlen. Mit nur zwei Kriminalromanen – „Line of Sight“ (2010) und „Zero at the Bone“ (2013) – hat er sich einen ausgezeichneten Ruf erworben. „Old Scores“, sein drittes Buch mit dem desillusionierten Ex-Polizisten Frank Swann, erscheint in Oktober 2016 in Australien. Seine in Perth spielenden, scharf geschliffenen und elegant-kühlen Hardboiled-Romane lesen sich, wie Chandler über Los Angeles geschrieben hätte, wäre er einRead More
Flüchtlingspolitik mit einem Twist – Ein Porträt der australischen Aktivistin Shen Narayanasamy. Von Chloe Hooper In Australien ist es Realität, woran bei uns die Flüchtlingsgegner und humanistisch Eingeschränkten arbeiten – die Abwehr der Asylsuchenden schon weit vor der Landesgrenze. „We have the shark patrol“, sagte mir ein Australier in einem Pub; fremdenfeindliche Parolen wie die mit der „Hai-Polizei“ bringen Wählerstimmen und halten die konservative und neoliberale Regierung im Amt. Seit 2013 fängt die australische Marine mit der „Aktion Souveräne Grenzen“ („Sovereign Borders“) Bootsflüchtlinge systematisch ab und zwingt sie zur Umkehr,Read More
Die sublimierte Kunst des konzentrierten Kurztrips –Slow Travel geht sicher anders, aber wer die Tipps der New York Times-Reihe „36 Hours“ studiert, versteht sofort, was die wesentlichen Qualitäten einer fremden Stadt oder einer Insel ausmachen. Der aktuelle Band dreht sich um Asien, Australien & Ozeanien. Von Peter Münder. Bildungsreise, Slow Travel, Dark Tourism (siehe CM vom 10.4.13) – diese Tourismus-Kategorien sollte man vergessen, wenn man sich auf die hier beschriebenen „36 Hours“-Trips einlässt. Denn man muss sich notgedrungen auf einige herausragende Sehenswürdigkeiten beschränken. Lange Bahnreisen, vom Railway-Spezialisten Paul Theroux („TheRead More

Posted On November 9, 2011By Stella SinatraIn Litmag, Stella Sinatras URknall

Stella Sinatras URknall

Ewige Liebe 1 bild / 100 worte Schnitt zum Sternenhimmel: Australien fliegt in einer perfekten Boomerang-Bewegung zurück zu unserem Planeten. Beim Eintritt in die Atmosphäre entzündet sich sein totes Restgehölz. Schnitt zur Erde: Die Ozeane sind dabei, das Loch, wo einst Australien war, mit Salzwasser zu füllen. In diesen Gigatümpel fällt nun – PLATSCH! – das kontinentale Brandgeschoss. Satellitenbild: Rauchwolken vernebeln die Südhemisphäre, Tsunamis rasen um den Erdball. Schnitt zum Erdmittelpunkt, in Hellboys Saloon sitzt die Dame in Lila:„Sie Unhold! Was haben Sie getan?“ – „Sweet Jane, wovon reden SieRead More

Posted On November 2, 2011By Stella SinatraIn Litmag, Stella Sinatras URknall

Stella Sinatras URknall

Hölle 1 bild / 100 worte Hellboy betrachtet sich im Spiegel: „Ich erinnere mich an die Wärme der Hölle meiner Kindheit. Ich erinnere mich an die Wiegenlieder von Beelzebub. Ich erinnere mich an meinen wahren Namen, der sich im beschränkten Menschen-Blabla nicht aussprechen lässt. Ich erinnere mich an ihre Wangen, Milch und Rosen. Ich erinnere mich an ihren lila Anzug und den roten, roten Mund. Warum habe ich ihn nicht geküsst? Warum hat sie Australien mir vorgezogen? 34 Millionen Humanoiden und die gesamte Tier- und Pflanzenwelt verendeten elendiglich, als ichRead More

Posted On Oktober 26, 2011By Stella SinatraIn Litmag, Stella Sinatras URknall

Stella Sinatras URknall

Gravitation 1 bild / 100 worte Ihre Augen sind dunkel, ihre Wangen Milch und Rosen, lila der Asbestanzug, den sie sich für die Reise zum Erdmittelpunkt hat anfertigen lassen. Auf einem Drittel des Tunnelweges kommt ihr Lava entgegen. Hey! Lava-lava-lava come back to me! Vergebens: Unerbittlich zerrt die Erdgravitation die Dichterin zum Planetenkern. Auf der Erdoberfläche, quasi als Tunneleffekt, stehen sämtliche Magnetfelder Kopf. In der Erdenmitte wartet lodernd: Hellboy. „Unsere Verbindung“, so der Höllenspross zur Dame, „schuf der Himmel.“ „Mein Begehr“, erwidert Miss Jane Austen, „gilt mehr Australien.“ „Welches AustralienRead More

Posted On Mai 25, 2011By Stella SinatraIn Litmag, Stella Sinatras URknall

Stella Sinatras URknall

Tamam shud 1 bild / 100 worte Zeit: 1. Dezember 1948; Ort: Somerton Strand in Adelaide, Australien; X bezeichnet die Stelle, wo die Leiche gefunden wurde. Der Mann war Anfang 40, in guter körperlicher Verfassung, Todesursache: Gift. In einer geheimen Tasche seiner Hose fand sich ein Papierfetzen, herausgerissen aus einer Übersetzung des „Robaiyat“ von Omar Khayyam (12. Jh.) mit den persischen Worten: TAMAM SHUD („fertig“), möglicherweise die Spur zum Schlüssel für eine kodierte Botschaft, die bis heute unlesbar bleibt… „Der Forschung Meister, die zum Dunkel drangen – Der Tugend Leuchten,Read More