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Posted On März 13, 2004By Frank Schorneck

Véronique Olmi: Nummer sechs

Schicksal und Geschichte Die französische Dramatikerin Véronique Olmi will in dem schmalen Prosawerk Nummer sechs zu viel – trotz beeindruckender lyrischer Intermezzi bleibt ihre Geschichte blass. In Meeresrand, der ersten Erzählung Véronique Olmis, steht eine tragische, ausweglose Reise ans Meer im Mittelpunkt – und auch das zweite Prosawerk der französischen Dramatikerin setzt mit einer nur scheinbar idyllischen Strandszene ein: Die Familie Delbast macht, wie jedes Jahr, mit allen sechs Kindern Urlaub an der See. Doch als man beschließt, ein Familienfoto zu machen, fällt auf, dass die Jüngste, Fanny, verschwunden ist.Read More
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Good Will hunted Mit leichter Hand erzählt Mark Haddon eine tragische Geschichte und fühlt sich auf ganz erstaunliche Weise in das Innenleben eines Autisten ein. Wenn Erwachsene sich in die Erzählperspektive von Kindern und Jugendlichen hineinversetzen, geht das nicht selten schief. Entsprechen diese Kinder dann auch noch nicht den gängigen Klischees, sondern sind verhaltensauffällig oder behindert, so sind die zu umschiffenden Peinlichkeiten und Fettnäpfchen Legion. Da kann es helfen, wenn der Autor nicht aus der Ferne vom Schreibtisch aus die Kinderwelt betritt, sondern wirkliche Lebenserfahrung mit solchen Kindern hat. HowardRead More
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Posted On März 13, 2004By Frank Schorneck

Georg M. Oswald: Im Himmel

Eine Hochzeit und ein Todesfall In seinem zweiten Roman stellt Georg M. Oswald mit wunderbarer Ironie die Welt der Schönen und Reichen bloß. Mit „Alles was zählt“, einer Kriminalgeschichte um Macht, Geld und Erfolg, ist ihm der große Durchbruch gelungen, auch international: Übersetzungen in zwölf Sprachen sind für einen jungen deutschen Autor schon ein beachtlicher Erfolg. Nun also „Im Himmel“ – schon der Titel kann in vielerlei Richtungen gedeutet werden. Ist er eine Anspielung auf die nur scheinbar sorgenfreie Schicki-Micki-Welt, aus der heraus der Ich-Erzähler berichtet, oder ist der siebteRead More
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Posted On März 12, 2004By Frank Schorneck

Anke Velmeke: Luftfische

Bilder für die Einsamkeit Die „Luftfische“ in Anke Velmekes gleichnamigem Debütroman zu angeln, erfordert viel Ruhe und ein hohes Maß an Konzentration. Eben mal auf ein paar Seiten die Angel auszuwerfen, führt zu unbefriedigenden Ergebnissen. AnkeVelmeke, Jahrgang 1963, lebt als freie Übersetzerin, Journalistin und Autorin in der Nähe von Wiesbaden, was schon beinahe ungewöhnlich ist für junge Autoren, die momentan auf den Markt drängen: Kaum eine Biographie kommt ohne die Nennung des Wohn- und Handlungsortes Berlin aus. Und wie um dieses biographische „Manko“ auszugleichen, wartet auch Anke Velmeke – nebenRead More
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Posted On März 12, 2004By Frank Schorneck

Kem Nunn: Wo Legenden sterben

Auf schmalen Kamm geritten Die Wucht, mit der Nunn mit Worten auf den sich brechenden Wellen reiten kann, hätte man sich auch in den Dialogen, im gesamten Spannungsbogen des Romans gewünscht. Die Wellen, die Nunn durchaus mit Sprache schlagen kann, tragen nicht durch das Buch, laufen schaumschlagend ins Leere aus. Surfer haben ihre eigenen Legenden. Und Surfer haben ihr eigenes Vokabular. Das bekommt zu spüren, wer sich mit Kem Nunn auf die Suche nach „Heart Attacks“, einem Wellen-Mythos irgendwo im Norden Kaliforniens, dem letzten „Secret-spot“ begibt. Da wird gefachsimpelt überRead More
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Posted On März 12, 2004By Frank Schorneck

Christopher G.Moore: Haus der Geister

Gute Reiselektüre Christopher G. Moore geht sofort auf den ersten Seiten seines Romans in die Vollen. Eine düstere Bar in Bangkoks Rotlichtbezirk Patpong, ein Barmädchen, das sich einen Aal zwischen die Beine schiebt und eine Leiche, die Stück für Stück an die Flughunde in einem Käfig über der Theke verfüttert wird, das ist sicherlich nichts für zartbesaitete Gemüter. Doch keine Angst, alles ist nur ein Traum und ganz so schlimm ist das Bangkok Moores dann doch nicht. Moores Kriminalromane um den in Thailand arbeitenden Privatdetektiv Vincent Calvino genießen in BangkokRead More
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Posted On März 12, 2004By Frank Schorneck

Rebecca Bradley: Temutma

Kampf gegen unheimliche Mächte Mit viel Einfühlungsvermögen werden flikte zwischen den Mentalitäten der kolonialistischen weißen Polizeikräfte und der in ihrer Existenz bedrohten chinesischen Einwohner in Hongkong. Kann man die meisten Titel in der Reihen „ut metro“ mal im engeren, mal im weiteren Sinne als Kriminalromane bezeichnen, so fällt „Temutma“ aus diesem Genre deutlich heraus. Das Autorenduo lässt von der ersten Zeile an keine Zweifel aufkommen, dass hier der Kampf gegen unheimliche Mächte aufgenommen werden muss. Unter den engen Gängen und verschachtelten Kellerebenen der Kowloon Walled City, einem nahezu rechtsfreien HochhausgebietRead More
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Posted On März 12, 2004By Frank Schorneck

Stephen King: Duddits

Alb-Traumfänger Die Außerirdischen kehren zurück und King lässt es diesmal gehörig krachen. Stephen King goes Akte X – hin und wieder schon hat es den Meister des Unheimlichen zum Motiv der fliegenden Untertassen hingezogen. Vor fast 14 Jahren erschien mit „Tommyknockers“ ein beinahe 700 Seiten starker Roman, in dessen Zentrum ein gestrandetes Raumschiff stand, von dem aus durch Telepathie das Grauen über eine der King-typischen Kleinstadtidyllen kommt – nicht unbedingt das überzeugendste Werk aus des Horror-Königs Feder. Nun kehren die Außerirdischen zurück und diesmal lässt es King gehörig krachen. VierRead More
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Posted On März 12, 2004By Frank Schorneck

Zadie Smith: Zähne zeigen

Grandioses Debüt Zadie Smith beweist einen langen Atem, hält über die gesamte Länge das Niveau aufrecht. Bis in die Nebenfiguren hinein stattet Smith ihre Charaktere mit liebevollen Biographien aus, schafft eine Welt, in die der Leser komplett abtauchen kann. Ich hoffe, dass die folgenden Romane von Zadie Smith halten, was dieser grandiose Erstling verspricht. Eine junge, gut aussehende Autorin aus der Hauptstadt, die vom Feuilleton hofiert und vom Publikum gefeiert wird, deren Erstlingsroman sich in den Buchhandlungen eben dieser Hauptstadt stapelt und deren Konterfei so manches Verkaufsdisplay ziert – wasRead More
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Posted On März 9, 2004By Frank Schorneck

Mongo Beti: Sonne Liebe Tod

Jazz in Zeiten des Wahlbetrugs Mongo Beti ist nicht nur der bislang einzige wirkliche Exot in der ut metro-Reihe, er ist auch derjenige mit dem deutlichsten politischen Anspruch in seiner Literatur. Sein Roman „Sonne Liebe Tod“ ist nur peripher ein „Spannungsroman“. Der Autor ist vielmehr eine politische Stimme aus dem uns in vieler Hinsicht so fernen Kamerun. Und er hat eine eigene Sprache gefunden, eine Sprache, die radikal mit europäischen Erzählgewohnheiten bricht, die sich einen eigenen Rhythmus durch die Geschichte bahnt und den Leser fordert. Der Leser muss sich einlassenRead More
Ulrich Mannes –Tina Manske –Constanze Matthes –Alf Mayer – Ulrich Mannes 2020 ist natürlich auch bei den Kinematheken einiges in die Corona-Spalte gefallen. Wie das verheißungsvolle Programm des Münchner Filmmuseums, das im Frühjahr neben mehreren Regisseurs-Werkschauen eine Hommage an den Produzenten Rob Houwer (MORD UND TOTSCHLAG, TÜRKISCHE FRÜCHTE) zeigen wollte, die man nach großen Anlaufschwierigkeiten endlich auf die Beine gestellt hatte. Während die geplatzten Retros von King Vidor, Radu Gebrea, Vittorio de Sica und Willy Zielke für spätere Termine gesichert werden konnten, ist von Rob Houwer leider nichts mehr zuRead More