Geschrieben am 13. November 2013 von für Musikmag

Various: Bloc Party Tapes, Mixed By Kele

various_blocpartytapesExotischer Bandsalat

– Die „Tapes“-Reihe des Berliner Labels !K7 entwickelt sich in deren Portfolio zur festen Größe. Nach The Rapture, The Big Pink und den Foals hat man für die vierte Auflage der Serie nun Kele, den Sänger der britischen Indie-Rocker Bloc Party gewonnen. Ergebnis ist ein Set mit ganz persönlichen Lieblingsstücken und Geheimtipps, abgemischt zu einem ‚Tape‘ mit vielen durchaus überraschenden Momenten. Klingt interessant? Ist es auch!

Vorbild für die Reihe ist das gute alte Mixtape; die beiden Seiten einer Kassette verbinden zwei unterschiedliche Stimmungen und erzählen dabei eine gemeinsame Geschichte. Kele setzt das Konzept geschickt um und gestaltet seine musikalische Reise in etwa wie einen samstäglichen Clubbesuch: beim sphärischen Intro wähnt man sich noch kurz auf der neuen CD von Schiller, relaxt dann beim ersten Getränk und meditativem Postrock (Achtung: Geheimtipp!) der Kanadier von Do Make Say Think, bevor mit der nigerianischen Drum-Legende Tony Allen zum ersten Mal Afro-Beats ins Spiel kommen. Musik aus der Heimat seiner Eltern findet bei Kele ebenso einen Platz wie Electro, Two-Step oder Rap.

Die afrikanischen Drums werden so direkt abgelöst von fetten Beats des britischen Rappers Wiley, der wiederum an einen Two Step Garage Track aus den 90er-Jahren übergibt, später folgt ein exklusiver Remix des Bloc-Party-Tracks „Obscene“ von Kele selbst. Die erste Seite der „Bloc Party Tapes“ ist ein schmackhafter, exotischer Bandsalat mit Zutaten aus mehreren Kontinenten und Jahrzehnten.

Die zweite Seite beginnt wiederum mit Afro-Beats, dem für meinen Geschmack allerdings etwas zu lange geratenen „Shuffering & Shmiling“ von Fela Kuti, gehört dann aber der Tanzfläche. Mit Stücken wie „The Sun Can’t Compare“ von Larry Heard oder „Percolator“ von Jamie Jones dominiert House-Musik und Electro die letzte Hälfte der Tapes, bevor chillige Après-Clubsounds den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Kele möchte mit seiner Auswahl auch die Fans von Bloc Party erreichen, für die manche Klänge gewöhnungsbedürftig sein werden. Musikalische Einflüsse und Lieblingsstücke der Band werden vorgestellt und auf einer musikalischen Reise vermittelt, woher deren Faszination für Dancemusic stammt. Einsteigen lohnt sich!

Heiko Naumann

Various: Bloc Party Tapes, Mixed By Kele. !K7.

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