Geschrieben am 30. April 2014 von für Musikmag

Pixies: Indie Cindy

pixies_indiecindyÄrgernis

–Um es kurz zu machen: Das neue Album der Pixies ist eine Zumutung und Enttäuschung. Jedenfalls für Fans jener Bostoner Band, die zwischen 1987 und 1991, von „Come On, Pilgrim“ bis „Trompe Le Monde“ also, die Independent-Szene in unvergleichlicher Weise aufmischten. Pixies-Songs waren kurz, endet abrupt und fertigten in wenigen Minuten ganze Themenuniversen ab. Mastermind Charles Michael Kittridge Thompson IV alias Black Francis (später solo als Frank Black), Bassistin und Sängerin Kim Deal, Schlagzeuger David Lovering und last, but not least Gitarrist Joey Santiago erschufen einen Sound aus Teenage Angst, Psycho-Surf und hysterischem Post-Punk, der so einflussreich wie unkopierbar war („Monkey Gone to Heaven“, „Gigantic“). Und durch seine Prägnanz Kurzlebigkeit bedingte: Anfang der Neunziger schon waren Pixies Geschichte, Kim Deal gründete The Breeders, Frank Black machte Blues-und Americana-Soloalben.

2004 gab es eine erste Reunion mit sehr intensiven Konzerten, bei denen allerdings nur alte Stücke gespielt wurden. Das war ein großes Glück. Denn „Indie Cindy“ nervt und schmerzt – beziehungsweise langweilt auf eine Art, die man nur kaum mit den alten Pixies zusammenbringt. Fast jeder einzelne Song ist ein müder, auf Mainstream-Format gebürsteter Abklatsch alter Vorbilder, „Havalina“ zum Beispiel heißt heute „Magdalena“; durch „Bagboy“ und „Another Toe in the Ocean“ wehen uninspiriert bewährte Pixies-Ingredienzien wie melodiöse Gitarrenparts und verführerischer Frauen-Backgroundgesang, der nicht mehr von Kim Deal stammt, die noch rechtzeitig ausstieg, bevor ihr Name mit „Indie Cindy“ in direkte Verbindung gebracht werden konnte. „Blue Eyed Hexe“ ist so grässlich (gänzlich unironischer Hardrock-Stampf), dass man lachen müsste, wären das nicht die Pixies, die einem früher mal so viel bedeutet haben. Jetzt schaltet man verärgert das Gerät aus und mag selbst die alten Platten nicht mehr hören.

Dass alle Stücke von „Indie Cindy“ bereits vorab auf drei EPs veröffentlicht wurden und das Album ganz klar einfach nochmal Kohle abwerfen soll, ist ein unverschämtes Ärgernis – aber nicht so schlimm wie die schlechte Musik.

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Christina Mohr

Pixies: Indie Cindy. Pixiesmusic.

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