Geschrieben am 9. März 2011 von für Musikmag

MUNK: The Bird And The Beat

MUNK: The Bird And The BeatD-I-S-C-O!

– Der Anklänge sind viele – House, Latinobeats, Italopop, Funk, Psychadelic, sogar trashige Eurodisco gibt es auf Mathias Modicas neuem Album. Tina Manske gefällt’s.

Mathias Modica hatte unter anderem ja das formidable letzte Album der Sterne produziert und diese bereits auf eine sehr disco-kompatible Spur geschickt. Jetzt erscheint unter dem Projektnamen MUNK – hinter dem sich eine sehr lose Verbindung verschiedener sich im Dunstkreis Modicas aufhaltender Künstler verbirgt – ein neues Album, auf dem Modica sich mit der Unterstützung von verschiedenen Sängerinnen nun wirklich durch das gesamte Spektrum des Discosounds arbeitet. Das gelingt ihm ganz hervorragend, „The Bird And The Beat“ ist von vorne bis hinten sehr unterhaltsam. Zwölf Sängerinnen aus acht verschiedenen Ländern sind zu hören, aufgenommen wurde in Rom, Berlin, Paris und Marseille, gemischt wurde von großen Namen wie Alex Gopher und Etienne de Crécy. Da hätte es das manchmal etwas aufgesetzte Sexyness-Getue der Sängerinnen gar nicht gebraucht.

Trotz all dieser multiplen Einflüsse und Köche, die den Brei potentiell verderben könnten, funktioniert das Album nämlich ganz wunderbar als organische Einheit und können sowohl einzelne Tracks innerhalb eines DJ-Sets wie auch das Gesamtalbum überzeugen. Der Anklänge sind viele – von House über Latinobeats über Italopop über Funk bis hin zu Psychadelic, und auch vor der trashigen Eurodisco macht Modica nicht Halt. Dazu spielt der Multiinstrumentalist unter anderem Klavier, Synthies und Percussions, nicht ohne sich dazu schöne Melodielinien auszudenken. Wie gut das funktioniert, zeigt exemplarisch „Mis labios“: unter straighten House mischt Modica dezente Latinolinien, die dem Song eine ganz andere Richtung geben, eine Unterströmung, die gerade zum Mitwippen zwingt. Und mal ehrlich: Songs wie „Kitchen Call“ oder „Tipsy?“ sind urkomische Tanzbodenkracher. Als nächstes wird Modica als Produzent Nick McCarthys (von Franz Ferdinand) nicht weniger interessantes Soloprojekt Box Codax begleiten – mehr dazu sehr bald an dieser Stelle.

Tina Manske

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