Geschrieben am 23. März 2011 von für Litmag

New York Theatre: Neu mit Melba LaRose!

Und jetzt: Trommelwirbel!

„Und wie heißt du wirklich?“ fragt jeder, der die New Yorkerin Melba – einst Schauspielerin im Warhol Umfeld, heute künstlerische Leiterin und Produzentin der Theaterorganisation NY Artists Unlimited – kennenlernt. Melba LaRose. Das kann nur ein Künstlername sein! Ist es aber nicht: Melba heißt wirklich so. Manche Leute haben einfach Glück.

New York ist ein besonderer Ort für Theater: Die Heimat von Broadway, und die Heimat von Legionen von Theaterschaffenden am Off und Off Off Broadway, die im Gegensatz zum kommerziellen Zentrum der Szene von ihrer Arbeit durchgängig nicht leben können. Das hat Folgen – für die Proben, die oft über Monate neben den Geldjobs stattfinden, für die Produktionen selbst, die als „showcase“ für Schauspieler, Regisseure und Autoren darum kämpfen, den Schritt vom Off Off ins Off, oder den Schritt vom Off zum großen Geld am Broadway zu machen. Ein Staatstheatersystem, wie der deutschsprachige Raum es hat, kennt die USA nicht. Ganz besonders inexistent ist es in New York, und trotzdem ist diese Stadt das Zentrum der Theaterwelt. Das braucht einem keiner dort zu sagen, das merkt man auch so – im Gespräch mit Künstlern, bei Melbas wilden, jährlichen „Cringe-Festivals“ („Bad Plays, Bad Musicals, Bad Films“), und bei jedem der Stücke an den zahllosen anderen Theaterfestivals und Aufführungen, die in New York stattfinden. New York: If I can make it there, I’ll make it anywhere sang einst der in New Jersey geborene Frank Sinatra. Wer in den USA Theater machen will, will nach New York.

Melba LaRose ist seit den 1960ern im New Yorker Theaterraum unterwegs – als Schauspielerin, Produzentin, Autorin, Regisseurin und als aufmerksame, leidenschaftliche Beobachterin von allem, das „ihr“ New Yorker Theater hervorbringt. Seit einigen Jahren nimmt Melba zudem regelmäßig an den internationalen Intendanten- und Künstlertreffen des IETM im Europäischen Raum teil. An einem dieser Treffen haben wir sie kennengelernt. Theaterschaffende unter sich reden über Kunst, Aufführungen, Stücke, Schauspieler und Geld, Geld, Geld (oder das Fehlen von Geld) – bei unserer Begegnung war das nicht anders. Als wir sie kürzlich darauf ansprachen, ob sie sich vorstellen könne, regelmäßig für CULTurMAG vom aktuellen Theaterleben in New York zu berichten, sagte sie nicht nur sofort zu; wir waren uns schnell auch einig, dass neben Klatsch und Tratsch, neuen Stücken und aufregenden Aufführungen auch die Bedingungen des Theaterschaffens ein Thema sein soll. Kunst braucht Geld, die Frage stellt sich nicht. Wenn aber das Geld für die Theaterkunst nicht da ist – wie geht man dann vor? Zum Beispiel in New York, dem Zentrum der englischsprachigen Theaterwelt? Das hat uns bei CULTurMAG interessiert.

Und jetzt: TROMMELWIRBEL! Wir freuen uns sehr, Melba LaRose als regelmäßige Reporterin aus Big Apple begrüßen zu dürfen!

Ihren ersten „Theatre-Letter“ fnden Sie hier.

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