Geschrieben am 10. Mai 2020 von für Allgemein, Litmag, SHUT DOWN 2020

Regina Mühlhäuser: gedenken virtuell


Culturmag Special SHUT DOWN 2020


gedenken virtuell

19. april 2020 | mahn- und gedenkstätte frauenkonzentrationslager ravensbrück. ehemaliger appellplatz. auf meinem labtop-bildschirm. mit meinem küchenfenster. in fürstenberg scheint die sonne. in hamburg auch. inger christensen: fragment of a springtime. its like looking at an old painting whose background is always being crossed by a row of figures. 75. jahrestag kriegsende und befreiung. ohne körperliche anwesenheit am historischen ort. die stimmung für gedenken will sich nicht recht einstellen. während der festreden gehe ich zum kleiderschrank, überlege, ob ich was anderes anziehen soll, zumindest obenrum. warum eigentlich? um die form zu wahren oder um mir vorzustellen, ich könnte mit den anderen vor ihren bildschirmen in kontakt treten? kann diese erfahrung eigentlich verlorengehen, wie es ist, sich mit den überlebenden und anderen besucher*innen auszutauschen, sich auszuhalten, sich zu berühren? ruth klüger: zerreißproben: die brücke ist neu, es gibt keine andere, das holz ist morsch, es gibt kein anderes. brücken sind immer gefährdet. man kann sie nur sicherer machen. zusammen.


Regina Mühlhäuser



Regina Mühlhäuser ist Historikerin und Autorin bei der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur. Ihre Arbeiten konzentrieren sich auf Geschlecht und Sexualität in kriegerischen Konflikten. Sie koordiniert die „International Research Group ,Sexual Violence in Armed Conflict'“. http://www.warandgender.nethttps://www.his-online.de/en/staff/person-details/person/regina-muehlhaeuser/, Twitter @remueh.


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