Geschrieben am 31. Dezember 2020 von für Highlights, Highlights 2020

CulturMag Highlights 2020, Teil 11 (Noack – Nössler – Nowatzki – Ott)

Andrea Noack –
Regina Nössler –
Frank Nowatzki –
Roland Oßwald –
Dominique Ott –

„Was für ein glänzend geschriebenes Buch“ (Alf Mayer)

Andrea Noack

Früher waren die Weihnachtstage die Zeit der großen Mehrteiler: LederstrumpfDer SeewolfDer Graf von Monte ChristoTom Sawyer & Huckleberry Finn… der Teller mit den Weihnachtsplätzchen, Marzipankartoffeln und Blätterkrokant-Tannenzapfen stand auf dem Tisch, die Familie war in seltener Eintracht und Völlerei versammelt vor den großen Abenteuern und Schmachtfetzen der Fernsehgeschichte. In der Regel mit männlichen Helden. Heute können wir uns theoretisch jeden Tag einen Mehrteiler reinziehen, aber eine derart geballte Weihnachtsstimmung schafft nur die Königin von England. Für mich wird das Highlight des Jahres deshalb die vierte Staffel von The Crowns ein, die ich mir extra dafür aufgespart habe. Die Staffeln eins bis drei waren jedenfalls derart brillant gemachter Fernsehstoff in Kinoqualität, dass man erwarten darf, von Staffel vier ebenso aus den Puschen gefegt zu werden. Die Serie hat alles, was ein monumentales Epos braucht: eine opulente und sehr geschmackvolle Ausstattung, gänsehautfähige Musik von Großmeister Hans Zimmer, überragende Schauspieler, großartige Kamera und Regie, noch größere Bilder, ein Hammer-Drehbuch, jede Menge Figuren mit immensen Problemen und eine Heldin, die sich ständig zwischen Pest und Cholera entscheiden muss. Und dieses Mal kommt auch noch die eiserne Lady hinzu, was die Sache mit Sicherheit nicht einfacher macht.

The Crown, 4 Staffeln à 10 Folgen, Netflix

Weitere Serien-Highlights auf Netflix:
Skylines. Endlich habe ich verstanden, wie Rap funktioniert, und kenne jetzt ein paar einschlägige Namen wie Haftbefehl, Azad und Nura. Die Skyline von Frankfurt am Main, das Sounddesign und Murathan Muslu als Rapper sind zum Niederknien.
Ein unerlaubtes Leben. Wenn der Mafiaboss an Alzheimer erkrankt, läuft einiges aus dem Ruder. Eine neue Variante des Paten-Motivs mit spanischer Grandezza.
Das Damengambit. Sehr attraktive, überaus intelligente Heldin in einem Männersport: vom hochbegabten Waisenkind zur Schachgroßmeisterin, inklusive Suchtproblematik mit Anfängen in der Kindheit.

Auch Vom Wind verweht ist ein wahrhaft episches Abenteuer, Liebesgeschichte, historischer Roman und subversive Literatur in einem. Ohne e im Titel, ganz prosaisch im Sinne der neuen Sachlichkeit der Autorin, kam es in neuer Übersetzung erstmals mit vollständigem Text heraus. Ein 1.284-Seiten-Opus. Die 1.371 Gramm gingen ganz schön auf meine E-Book-Reader-verwöhnten Handgelenke. Zwar gibt es das Buch auch zu einem Viertel des Preises als Kindle-Version, doch aus irgendeinem Grund bekomme ich Vom Wind verweht und E-Book nicht zusammen. Die allabendliche Schwerlast lohnte sich unbedingt. Nicht nur lernen wir hier eine weibliche Antiheldin kennen, die alle Erwartungen an einen edlen Charakter und klassische Schönheit immer wieder enttäuscht, wir erleben auch den amerikanischen Bürgerkrieg ohne Schlachten und Gemetzel, aus der Sicht einer Frau und in seinen verheerenden Auswirkungen auf die Zivilgesellschaft. „Vom Wind verweht ist eines der verkanntesten Bücher der Weltliteratur. Von der ernsten Literaturkritik weitgehend ignoriert, scheinen nur wenige den Gehalt des Werks erkannt zu haben. Viele Leser lasen in den Roman hinein, was sie suchten: eine Verherrlichung des alten Südens, einen Liebesroman mit einer überaus charmanten Heldin etc. Übersehen wurde, dass es sich um einen Antikriegsroman aus weiblicher Perspektive und um einen Coming-of-Age- und Entwicklungsroman handelt; dass es sich um einen Emanzipationsroman handelt, der den Überlebenskampf einer jungen Frau schildert; dass es sich um eine umfassende Chronik der zentralen Epoche der amerikanischen Geschichte handelt – Vorkrieg, Bürgerkrieg und die ebenso einschneidende Zeit der Reconstruction –; schließlich, dass es sich um ein fulminant erzähltes Südstaaten-Epos handelt, in dem die Autorin mit vielen Konventionen der Genre-Literatur, vom Südstaatenroman bis hin zum Liebesroman, bricht und diese Genres auf eine neue Stufe hebt.“ So steht es höchst zutreffend im Nachwort der Übersetzer. Keine Frage, dieses Mammutprojekt hat sich gelohnt und ist außerordentlich gelungen. Respekt. Eine ganz schön lange Zeit verbrachte ich daher mit den Figuren aus dieser alten Welt, jeden Abend freute ich mich auf sie. Doch auch 1.284 Seiten sind irgendwann zu Ende gelesen. Da wurde ich ganz traurig und dachte: Ach, wie schade! Heute Abend treffe ich ja meine Freundin Scarlett O’Hara gar nicht mehr! Sie ist abgereist… nach Tara. 

Margaret MitchellVom Wind verweht. Übersetzt von Liat Himmelheber und Andreas Nohl, München (Verlag Antje Kunstmann) 2020, 38 Euro, Kindle 9,99 Euro

Im Februar wurde ich auf Facebook zu einer Challenge eingeladen: das Cover des Romans Poor Dogs von Ute Cohen in einem Foto nachstellen. Gar nicht so einfach. Deshalb wüsste ich schon gern, wie das Titelfoto aufgenommen wurde. Wurde da etwas getrickst? Die Themen, die der Roman aufgreift, sind vielfältig. Da geht es zum einen um einen entmenschlichten Kapitalismus in der Beraterbranche, zum anderen um einen immer mehr um sich greifenden Typus des perversen Narzissten, der alles, was er kriegen kann, zu seinem Vorteil benutzt. Es geht um die Herkunft aus kleinbürgerlichen Verhältnissen oder aus Nordafrika und die Stolpersteine, die sich durch eine solche Herkunft für den Aufstieg in die Bourgeoisie ergeben. Schließlich geht es um den Konflikt zwischen Berufstätigkeit und Mutterschaft, dem Frauen auch heute noch, man glaubt es kaum, ausgesetzt sind. Das Ganze in einer literarisch herausragenden Sprache, die mich an Flaubert erinnert hat. Poor Dogs hier auf culturmag von Alf Mayer und von mir besprochen.

Ute CohenPoor Dogs, Wien (Septime Verlag) 2020, 22,90 Euro

Ein paar egomanische, narzisstische, technikverliebte Nerds mit wenig Respekt vor Frauen und noch weniger ethischen Standards haben sich im Silicon Valley daran gemacht, blasiert und überheblich die Geschicke unseres Planeten zu bestimmen und sich dabei einen feuchten Kehricht darum zu scheren, was für die Menschheit hilfreich und gut wäre. Hauptsache, der Code ist gut geschrieben. Sie haben gemerkt, dass sie, wenn auch mehr aus Versehen, gigantische Gelddruckmaschinen erfunden haben, und das lassen sie sich nicht so leicht wieder nehmen. Die Autorin, eine ehemalige Verlagslektorin, per Zufall in der Tech-Branche gelandet, hat daraus ein ehrliches, sehr gut geschriebenes Memoir gemacht. Mich hat es daran erinnert, dass auch ich vor vielen Jahren aus Versehen in der falschen Branche gelandet bin, nämlich in der Werbung. Aber im Vergleich zum Uncanny Valley war das ein Paradies.

Anna WienerCode kaputt. Macht und Dekadenz in Silicon Valley, München (Droemer) 2020, 18 Euro

Selbst netflix- und facebooksüchtig, werde ich bei The Social Dilemma natürlich hellhörig – Das Dilemma mit den sozialen Medien. In diesem Dokudrama erzählen uns ein paar Haudegen der ersten Stunde aus dem Silicon Valley, wie wir nach Strich und Faden verarscht werden. Das Motto könnte lauten Die Geister, die ich rief. Tristan Harris, ehemaliger Design Ethiker bei Google, Jaron Lanier, Autor des Buchs Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst, Tim Kendall, ehemaliger Präsident von Pinterest, Cynthia Wong, ehemalige Internetwissenschaftlerin bei Human Rights Watch, einer der Entwickler des Like-Buttons und andere Insider plaudern aus dem Algorithmen-Nähkästchen. Dabei entfaltet die Dokumentation einen ähnlichen Sog wie die Internetfirmen, um die es geht. Entlang der Story eines jungen Mannes, der über sein Smartphone zunehmend in die Fänge der sozialen Medien, speziell von Facebook, gerät, erfahren wir, dass Heerscharen von Ingenieuren nichts anderes tun, als unsere Psyche auszuloten bis in die letzte Dunkelkammer und uns die Abhängigkeit von ihren Plattformen sogar in unsere unbewussten Gewohnheiten einzupflanzen. Einer der wichtigsten Sätze: „Solange du nicht für das Produkt bezahlst, bist du das Produkt.“ Jede einzelne Aktion, die wir im Internet durchführen, wird sorgfältig beobachtet, verfolgt, gemessen und ausgewertet. So kommt es, dass jeder, der bei Google die Anfrage „climate change is….“ eingibt, ein anderes Ergebnis bekommt, je nachdem, wo er wohnt und was er bisher von Google wissen wollte. Auch Facebook erkannte, dass sie die Befindlichkeiten von Menschen in der realen Welt ganz konkret beeinflussen können. Für jemand, der die Welt in seinem Sinne verändern möchte, gibt es deshalb kein wirksameres Tool als Facebook. Leider haben genau die Leute, die das wollen, oft nichts Gutes im Sinn. Tim Kendalls größte Sorge ist es daher, dass es aufgrund von Konflikten zwischen verschiedenen Echokammern zu Bürgerkriegen kommen könnte. 

All das sollten wir wissen. Und wir sollten uns dafür einsetzen, dass diese Konzerne gesetzlich streng reguliert werden. Sonst heißt es bald: „Schachmatt für die Menschheit“. Sagt Tristan Harris, und ich kann das nachvollziehen.

Facebook war natürlich not amused über die Doku und beklagte sich, dass das Engagement des Konzerns gegen Hassrede im Film nicht genug gewürdigt worden sei.

Das Dilemma mit den sozialen MedienThe Social Dilemma, Dokudrama 2020, Regie: Jeff Orlowsky, Sundance Film Festival Official Selection 2020, Netflix 

Noch ein Meilenstein der Übersetzerkunst: Nach langer Zeit gibt es endlich eine adäquate, sehr gelungene deutsche Ausgabe der Éducation Sentimentale von Gustave Flaubert mit dem Titel Lehrjahre der Männlichkeit. Geschichte einer JugendDie Übersetzerin Elisabeth Edl erklärt im Nachwort, warum sie sich für diesen Titel entschieden hat. Ich finde, sie hat Flauberts hoch komplexen Stil sehr gut getroffen.

Gustave FlaubertLehrjahre der Männlichkeit. Geschichte einer Jugend, Übersetzt von Elisabeth Eldl, München (Carl Hanser Verlag) 2020, 42 Euro.

Andrea Noack lebt in Hamburg. Texterin und kreative Projektmanagerin. Kommunikationsfachfrau von der Pike auf. Viele große Agenturen und Marken. Ihr Buch „Die Bestie schläft“ hier bei uns besprochen. Ihre Texte bei uns hier.

Dare Me – Wage es nicht

Frank Nowatzki

Serienhighlight: Dare Me – Wage es nicht (Netflix), ist ein düster verführerisches Drama, das auf Megan Abbotts gleichnamigem Roman basiert. Es dreht sich um die besten Freunde und Cheerleader der High School, Addy Hanlon und Beth Cassidy.

Sie sind beste Freundinnen, doch ihre Beziehung wirkt angespannt, als die neue Trainerin ihre Cheerleaderinnen Squads Colette French die Szene betritt. Wer dachte, dass American Football ein brutaler Sport ist, kann hier gut nachvollziehen, dass auch die Cheerleader hart trainieren und eine eigene Kultur zelebrieren und selbst am Stardom basteln. Dazu eine Prise Pupertät, Gewalt und Sex. Eltern und Polizei haben natürlich keine Ahnung, was sich hinter den Kulissen des Colleges abspielt.

Addy, meistens mit Nachnahmen Hanlon gerufen, wird von Colette verzaubert und die beiden finden sich schnell dabei, Geheimnisse für einander zu bewahren. Aber ihre Dynamik nimmt an Intensität zu, als Colette den Teenager in den Tod von Sarge Will zieht, der in seiner Wohnung ermordet wurde.

Am Ende der ersten Staffel stellen wir fest, dass Colette und ihr Ehemann Matt beteiligt waren, aber wir wissen nicht, was in der Nacht seines Todes tatsächlich passiert ist. Beth ist entschlossen, Colettes Beteiligung an Wills Tod zu beweisen. Dabei riskiert sie auch ihre beste Freundin mit in den Sumpf zu ziehen.

Frank Nowatzki ist der Verleger von PulpMaster. Texte von ihm bei CrimeMag. Gerade in seinem Verlag erschienen: Ted Lewis: Schwere Körperverletzung (Originaltitel: G.B.H.) sowie Tom Franklin: Wilderer (Poachers).

Regina Nössler: Drei meiner Lieblinge 2020

Missing Lisa: „Ist das Hirnflüssigkeit?“, fragt Zoë völlig entsetzt in einer Hütte im Wald, und damit endet eine Episode, die ich spätabends sah. An dem Tag musste ich dringend ins Bett, obwohl mich wirklich sehr beschäftigte, ob Ylena aus der Wandergruppe die Nacht überlebt, ob es sich tatsächlich um Hirnflüssigkeit handelt und ob diese einfach so wie Rotz aus der Nase läuft.

„Missing Lisa“ ist eine belgisch-deutsche Serie in acht Episoden. Fast die komplette Serie spielt auf dem Fernwanderweg Grand Route 5, der von Rotterdam bis nach Nizza führt.

Fünf Jahre zuvor verschwand Lisa auf dem GR 5, den sie allein wanderte, irgendwo in den Vogesen. Bis auf ihre Mutter Karen, die felsenfest davon überzeugt ist, dass Lisa noch lebt, gehen alle von einem Unfall oder eher noch von Suizid aus. Ihre Leiche wurde nie gefunden, und die damaligen Ermittlungen der französischen Polizei sind längst eingestellt. Lisas Freunde Zoë, Michiel, Ylena und Asim, alle Mitte zwanzig, beschließen, im Gedenken an Lisa gemeinsam den GR 5 zu absolvieren (eine Strecke von über 2000 Kilometern). Lisas Vater Piet schließt sich auch an.

Das Ganze kommt am Anfang ein bisschen gemächlich daher, aber man sollte sich nicht täuschen lassen. So wie sich auch von Kilometer zu Kilometer die Landschaft verändert – Niederlande, Belgien, Luxemburg, Schweiz, Frankreich –, wird es immer spannender. Und immer komplexer. Die ersten Lügen und Geheimnisse deuten sich bald an, Konflikte zwischen den Beteiligten treten zutage, Streit, fast jeder will irgendwann mittendrin abbrechen und zurückfahren.

Michiel ist inzwischen Filmemacher und begleitet die Wanderung mit der Kamera (der Film im Film). Als Grundlage dafür dient Lisas Tagebuch. Ihr Tagebuch belegt, dass sie vor fünf Jahren unglücklich war. Im Laufe der Zeit fühlen sich fast alle schuldig an ihrem Unglück – Asim, der eine Liebesbeziehung mit Lisa hatte und sie damals verließ, um als Kämpfer nach Syrien zu gehen. Zoë, die wie ein oberflächliches Partygirl wirkt, das an anderen nicht interessiert ist und Lisa im Stich gelassen hat. Lisas Eltern, die ihr zwanzig Jahre etwas Entscheidendes verheimlicht haben.

Während dieser sehr langen Wanderung sind die Personen allerlei Gefahren ausgesetzt. Blasen, schwere Rucksäcke, Wolkenbrüche, wunde Füße und verstauchte Knöchel sind dabei das Harmloseste. Wir sehen abgefackelte Hütten im Wald und ahnen Böses. Belgische Rednecks, die die Wandergruppe mit Waffen bedrohen. Abgeschnittene Hundeköpfe. Fast-Hinrichtungen. Asim, der sich damals radikalisiert hat, arbeitet inzwischen mit den Behörden zusammen, wird aber als Abtrünniger von Dschihadisten verfolgt, die nicht zimperlich sind.

Piet, Lisas Vater, will weitere Spuren von Lisa finden und befragt dazu in allen möglichen Ortschaften die Leute. Unterstützung erhält er dabei von einem ehemaligen französischen Polizisten, der auch fünf Jahre zuvor an Lisas Suche beteiligt war, aber dem Zuschauer von Anfang an nicht ganz geheuer ist. Natürlich fiebern wir mit und hoffen, dass Lisa noch am Leben ist, obwohl fast alles dagegenspricht. Die Gruppe entdeckt rätselhafte Inschriften an Felswänden und auf Holzkreuzen auf Hügeln, unterzeichnet mit „Lisa“. Viele Informationen und mysteriöse Spuren führen in die Irre, treiben die Wandergruppe aber zugleich weiter voran. Immer mehr mögliche Gründe tun sich auf, warum Lisa damals abgehauen sein könnte und sich weder bei den Eltern noch den Freunden meldete. Alle haben bei irgendetwas gelogen, haben Geheimnisse vor den anderen, die sie aber nach und nach beichten.

Zoë entpuppt sich als weitaus mehr als das oberflächliche Partygirl, Michiel zieht es für seine Filme nicht grundlos oft in Kriegsgebiete, Ylena ist keineswegs so glücklich mit Mann und Kind, wie es anfangs scheint. Die Figuren sind facettenreich, glaubwürdig und „echt“, und ich habe sie im Laufe ihrer langen Wanderung ins Herz geschlossen.

Flandern, Ardennen, Vogesen, französische Alpen, das Wasser am Strand in Nizza, dem Endpunkt des GR 5, in das Zoëihre total zerschundenen Füße taucht. Die sich verändernde Landschaft ist herrlich und Europa, wie ich feststellte, wunderschön. Ich habe „Missing Lisa“ sehr genossen und bekam die ganze Zeit Lust, selbst zu wandern (Zoë trägt übrigens eindeutig die falschen Schuhe). Irgendwo las ich, dass der Produktion nur ein geringes Budget zur Verfügung stand, was ich eher als Qualitätsmerkmal sehe. Es ist raffiniert und richtig gut gemacht, und zusammen mit der unaufdringlichen Musik hat es sich in diesem seltsamen Jahr 2020 für mich ein bisschen wie Urlaub angefühlt. Hach, die Landschaft!

Missing Lisa, Regie: Jan Matthys, deutsche Erstausstrahlung 2020. ZDFneo

Ottessa Moshfegh: Eileen: Hier möchte ich nicht Urlaub machen und schon gar nicht mit Eileen. Keine schöne Landschaft in Ottessa Moshfeghs Roman, es ist trist und deprimierend. Keine schöne Landschaft und keine schönen Gedanken der Protagonistin. Mitte der sechziger Jahre, eine namenlose Kleinstadt in Neuengland, die nur X-ville genannt wird. Eileen ist 24 und wirkt so unreif wie eine 14-Jährige. Sie ist verklemmt, sexuell völlig unerfahren, denkt aber kaum an etwas anderes als an Sex, worauf jedes Mal die Scham folgt. „Von sexueller Erregung wurde mir fast immer übel. Zu Hause hätte ich ein brühheißes Bad nehmen und mich kräftig abschrubben können, aber ich war weit weg von zu Hause. Also öffnete ich die Wagentür, beugte mich hinaus, nahm eine große Handvoll Pulverschnee und stopfte sie mir vorn in die Unterhose. Das war sehr kalt und sehr unangenehm, aber ich ließ den Schnee dort, bis er schmolz.“ Ihren Körper verabscheut sie und ist gleichzeitig fast narzisstisch besessen von ihm.

Eileen lebt zusammen mit ihrem Vater, einem paranoiden Säufer, in einem total heruntergekommenen und verdreckten Haus. Sie arbeitet als Bürokraft in einer Anstalt für straffällig gewordene minderjährige Jungen. Wie es Mitte der Sechziger in einer solchen Anstalt zuging, kann man sich vorstellen. Eileen ist heimlich scharf auf den Aufseher Randy, dessen Haus sie observiert, um zu kontrollieren, ob er weiblichen Besuch bekommt. Ihr einziges Hobby. Der alte Dodge ihres Vaters ist defekt, beim Fahren werden Abgase ins Innere geleitet, sodass Eileen die Wahl hat, im eiskalten Winter die Fenster zu öffnen oder bei geschlossenen Fenstern ohnmächtig zu werden. Sie hegt den Wunsch, eine Art Kleinmädchentraum, aus X-ville zu fliehen.

Das Buch ist gespickt mit unzähligen ekelhaften Beschreibungen ihrer verhassten Körperlichkeit, ihres infantilen Selbstmitleids oder auch ihrer Mordfantasien. Und, nicht zu vergessen, ihrer Darmentleerungen (Eileen nimmt suchtartig dauernd Abführpillen). Überhaupt ernährt sie sich von nicht viel mehr als Abführpillen, Milch, Sandwiches und Alkohol. Sie verabscheut nicht nur sich selbst, sondern auch fast alle anderen, was sich in Sätzen äußert wie: „Ich weiß noch, dass ich an jenem Abend nach Hause fuhr und mir ausmalte, wie ihr Körper unter den Schichten von grauer Wolle und Paisleymustern aussehen musste. Ich stellte mir vor, dass ihr Fleisch an den Knochen hing wie kalte Schweinebauchlappen am Haken in der Metzgerei – dickes, klammes, gelbliches Fett, Speck, der blutleer und hart war, wenn das Fleischermesser hineinhackte.“ Oder auch: „Doris Day ist eine fette Kuh.“ Das Buch ist heftig und unbestreitbar schauderhaft, aber es hat mich, wie ich zugeben muss, auch amüsiert und bestens unterhalten. Wie grauenhaft das Jahrzehnt meiner Geburt doch war. Eines Tages fängt die Harvard-Absolventin Rebecca eine Stelle in der Haftanstalt an. Eileen ist vom ersten Moment an fasziniert von ihr. „Diese Frau musste in einer Zauberwelt voll flauschiger Kissen und goldener Sonnenstrahlen leben, wie Doris Day. Noch nie in meinem Leben hatte ich einen so schönen Menschen gesehen. Natürlich hasste ich sie.“ 

Sie bewundert Rebecca, will so sein wie sie. So etwas geht ja bekanntlich nie gut. Sie freundet sich mit ihr an – oder hält es für Freundschaft. Und ohne es zu merken, wird die unreife, selbstmitleidige Eileen Teil eines Verbrechens und muss X-ville viel schneller verlassen als erwartet.

Ottessa Moshfegh, „Eileen“, deutsche Erstausgabe 2017, Liebeskind, Übersetzung von Anke Caroline Burger.

Anna Burns: Milchmann. Der Roman spielt im nächsten Jahrzehnt des letzten Jahrhunderts, den Siebzigern. Auch in diesem Roman möchte ich nicht Urlaub machen.

Ich muss gestehen, ich brauchte sicher fast hundert Seiten, bis ich in das Buch reinkam. Ich fand es nicht schlecht, nein, auf keinen Fall, auch nicht langweilig, aber – sehr speziell und eigen. Und gewöhnungsbedürftig. Ich ahnte, dass ich etwas verpassen würde, wenn ich nicht weiterlas.

Nordirland, 70er, IRA, Belfast (weder IRA noch Belfast werden namentlich erwähnt), kinderreiche katholische Familien, Verrat, Denunziation, gegenseitiges Misstrauen, soziale Kontrolle und Überwachung allerorts.

Die 18-jährige Protagonistin, deren Name nie genannt wird, sie erzählt als „Ich“ oder ist manchmal „mittlere Schwester“, wird von „Milchmann“ verfolgt, und schnell macht das Gerücht die Runde, sie habe etwas mit ihm. Milchmann gilt als Held, als Widerstandskämpfer und Verweigerer. Das sind die Begriffe, die dauernd fallen, weil sie zu dieser Zeit das Leben aller ausmachen: Unsere Seite – deren Seite. Unsere Religion – deren Religion. Staatsverweigerer – Staatsbefürworter. Verweigerer – Befürworter. Oder schlicht: „wir“ und „die“. Feindlicher Staat, Soldat/Polizist von der anderen Seite der See (oder auch nur von der anderen Seite der Hauptstraße). Mischehen. Die Trennstraße (die die Religionsgemeinschaften voneinander trennt). Es gibt viele Tote zu beklagen, in nahezu jeder Familie. Über sie heißt es: „… war bei der Arbeit von einer Autobombe in den Tod gerissen worden, weil er die falsche Religion am falschen Ort gehabt hatte. So was kam vor.“ Man muss aufpassen, nichts Falsches zu sagen. Dadurch macht man sich möglicherweise verdächtig, mit der gegnerischen Seite zu sympathisieren. James Bond zu mögen, kann hierfür ausreichen. Oder auch ein Gegenstand, z.B. der Kompressor eines Oldtimer-Autos, der „die Flagge des Landes auf der anderen Seite der See“ trägt.

Mittelschwester macht sich nicht die Mühe, ihre Verwandten und Bekannten beim Namen zu nennen. Ist ja bei dem Kinderreichtum vielleicht auch unübersichtlich. Es gibt Schwager Eins (scheußlich und übergriffig), Schwager Zwei (nett, aber vielleicht verrückt), Ältere Schwestern, Kleine Schwestern (Kleine Schwestern sind hinreißend und superschlau, und ich habe einen Narren an ihnen gefressen), Vielleicht-Freund (denn die Ich-Erzählerin und er haben keine richtige, sondern eben nur eine Vielleicht-Beziehung). Dann gibt es noch Gestalten wie die Themenfrauen, den Atomjungen, Irgendwer McIrgendwas, den Mann, der niemanden liebte, das Tablettenmädchen (komplett verrückt). Nicht zu vergessen: Lehrerin. Sie leitet den Französischkurs in der Stadt, in den die Protagonistin einmal die Woche geht. Lehrerin versucht, ihren Schülern beizubringen, dass der Himmel nicht nur blau ist, sondern unendlich viele unterschiedliche Farben haben kann. Das wollen sie Lehrerin erst gar nicht glauben, sind regelrecht empört, denn der Himmel kann nichts anderes als blau sein, das war schon immer so, und dann, als sie die Farben selbst sehen, sind sie geradezu erschüttert. Darauf hatte sie noch nie jemand hingewiesen. Was für eine schöne Metapher und eine meiner Lieblingsszenen.

Hat man sich erst an Anna Burns’ eigenwilligen Stil gewöhnt, an ihre (unterhaltsamen) Ausschweifungen und Umwege, ist es großartig. Wirklich große Literatur und völlig zu Recht mit zwei Preisen ausgezeichnet – und im Übrigen auf fast jeder Seite ungeheuer komisch. Außerdem wirkt „Milchmann“ angesichts des Brexits und des befürchteten wieder aufflammenden Konflikts in Nordirland beunruhigend aktuell.

Anna Burns, „Milchmann“ („Milkman“), Tropen 2020, Übersetzung von Anna-Nina Kroll. 

Regina Nössler ist die Autorin exzellenter Krimialromane, die bei Claudia Gerke im Konkursbuch Verlag erscheinen. Thomas Wörtche bei CrimeMag über Schleierwolken, Alf Mayer 2014 im Frankfurter „Strandgut“ über Wanderurlaub: Oberste Liga.

Robert Oßwald

Ohne ernsthaft einen Blick ins Archiv geworfen zu haben, sondern aus der Hüfte heraus erinnert, ist zum einen eine Joan Sfar Phase im Frühjahr in meinem Bewusstsein verblieben. Ausschlag gab das im Februar erschienene Le dernier juif d’Europe. Im Anschluss habe ich mir alles, was ich von Sfar irgendwo in Griffnähe hatte, nochmal vorgenommen. Die Katze des Rabbiners oder Die kleine Welt des Golem sind in der Sparte Comic aka Graphic Novel echte Langstreckenläufer.

Zum anderen gab es im Herbst eine ausgiebige Tour in die Randzonen des Sagbaren mit Minutes to Go, The Exterminator und Battle Instructions. Autoren: William S. Burroughs, Brion Gysin, Sinclair Beiles, Gregory Corso. Zu lesen sind hier zersplittert utopische Entwürfe vor dem Hintergrund von Machtspielen, Gewalt, Sex, Sucht. Sucht in jeder Form, einschließlich Kontrollsucht. Was gut zum Jahr passte.

Ebenfalls passend zu 2020 – Oder wie es so schön heißt: Das richtige Buch erreicht dich immer zum richtigen Zeitpunkt – lag irgendwann im Sommer „Unverfügbarkeit“ von dem Soziologen Hartmut Rosa auf meinem Schreibtisch. Ein Sachbuch, das sich mit dem zentralen Bestreben der Moderne, die eigene Reichweite zu vergrößern, beschäftigt. Kurz gesagt mit dem Aussterben des poetischen Denkens. Insofern tat es besonders gut, dass im November dann Franz Doblers Gedichtband Ich will doch immer nur kriegen was ich haben will ausgeliefert wurde.

Et puis voilà…

Roland Oßwalds Texte bei uns hier.

Dominique Ott: Kollektives Durchatmen

Aus den ersten drei Monaten 2020 ist mir nicht viel hängen geblieben. Selbst die Berlinale konnte trotz eines überdurchschnittlichen Jahrgangs unter neuer Leitung nicht den wahrscheinlich viel zu großen Erneuerungshoffnungen gerecht werden.

Letztlich sorgte nur Tsai Ming-liangs Rizi (eng. Days) für eine Kinoerfahrung, die ich in der Form nie erlebt hatte, aufbauend auf einer extrem genauen Cadrage, einem Auge fürs kleinste Detail und totaler Entschleunigung. Noch weniger bleibt von den zahlreichen online Veranstaltungen, die trotz einfallsreicher und kreativer Formate nie den Eindruck eines Placebos abschütteln konnten. Dafür umso mehr aus der Sommerpause, dem kurzen Zeitraum, in dem Kultur als (wenn auch gedrosselte) kollektive Erfahrung wieder möglich war.

Das berliner Kino Arsenal führte zunächst die „Black Light“ Filmreihe zum internationalen schwarzen Film fort, die kurz nach ihrem Auftakt im März abgebrochen werden musste. Durch den Fokus auf US-Amerikanisches Kino schien der politische Hintergrund zum Zeitpunkt der Wiederaufnahme angesichts der Nachbeben des Mordes an George Floyd brisanter denn je. Alle Filme, die Kurator Greg de Cuir Jr. quer aus der Filmgeschichte ausgesucht hatte, sind sehenswert, ob explizite Rassismuskritiken von weißen Regisseuren wie Robert Wises Odds against tomorrow und Samuel Fullers White Dog, oder eindringliche Bestandsaufnahmen des Überlebenskampfs von Schwarzen im urbanen Milieu, wie Melvin Van Peebles Sweet Sweetback’s Baadasssss Song und Shirley Clarkes The Cool World.

Unvergesslich auch die Open-Air-Nächte im Filmrauschpalast, der mit einem Spike-Lee-Doppelprogramm den thematischen Anschluss bot. Bedauerlich nur, dass trotz Befugnis und Hygienekonzept wiederholt die Polizei aufmarschierte. Ein Anblick, den man sich gerade nach einem polizeikritischen Film wie Do the right Thing gerne gespart hätte. Grund war die Lärmbeschwerde eines Nachbarn, der wohl nicht wertschätzen kann, dass der Filmrauschpalast sich seit nun dreißig Jahren als einziges Kino in Moabit darum bemüht, Filmkultur in den Kiez zu bringen.

Glücklicherweise ließ sich das kulturdurstige Publikum nicht abschrecken und erschien auch an erstaunlich kalten Spätsommerabenden zahlreich, so auch zur 35mm-Projektion von John Carpenters Escape from New York (dt. Die Klapperschlange). Schwer zu beschreiben, wieso mir das Eintauchen in die gefährlichen New Yorker Straßen dieser düsteren Zukunftsvision des Jahres 1997 so viel Vergnügen bereitet hat. Irgendwo zwischen der Augenklappe von Kurt Russel als wortkarger Bad-Boy-Antiheld ‚Snake‘ und den Kronleuchtern, die sich Isaac Hayes als Anführer der New Yorker Unterwelt ‚Duke‘ auf die Motorhaube seines Cadillacs geschraubt hat, wird die Antwort liegen.

Weitere 35mm-Actionklassiker brachte das Kino Arsenal im September mit einer Retrospektive zu Michael Mann, die sich als Geste in Richtung des großen Publikums versteht. Doch auch die Kinoliebhaberinnen und -liebhaber blieben nicht fern. So wurde die Filmreihe zum Anlass, jenen Regulars halb zufällig wiederzubegegnen, mit denen der Austausch in den kinolosen Monaten ausgeblieben war. Rege Diskussionen mit elektrisierten Blicken folgten auf mehr als einen Kinobesuch, wobei mir erstmals klar wurde, wie sehr das doch gefehlt hatte. Aufgeladen fuhr ich an diesen Abenden nach Hause, gleichermaßen inspiriert von den Filmen wie angeregt vom darauffolgenden Austausch. Mehr noch als die Neuentdeckungen, war es die Wiederentdeckung von HeatCollateral und besonders Miami Vice, die mich überraschte. Bei dieser Gelegenheit, die Filme erstmals auf der großen Leinwand zu erleben, sind sie in meinen Augen nicht nur proportional zur Projektionsfläche gewachsen, sondern auch durch ihr Verhältnis zueinander. Neben der geteilten Kulisse der nächtlichen Großstadt spiegeln die Filme einander in wiederkehrenden Szenarien und Grundmotiven, wie das Streben von zwei Protagonisten gegen den unaufhaltsamen Lauf der Zeit und das Verschwimmen von Kategorien wie ‚Gut‘ und ‚Böse‘. Hingegen sprechen die oft radikalen ästhetischen Unterschiede für Manns Fähigkeit, als Regisseur mit seiner Zeit zu gehen und diese auf Gestaltungsebene zu reflektieren.

Um nicht nur von Kino gesprochen zu haben, sei noch ein Konzert im, oder besser gesagt hinter dem Gretchen erwähnt. Der kleine kreuzberger Club und Konzertraum musste bereits zu Beginn der Pandemie einen Spendenaufruf starten. Im Sommer wurde dann sein Hof mit ein Paar Pflanzen, Teppichen, einer Nebelmaschine und zwei Autoleichen in ein derart märchenhaftes Konzertsetting verwandelt, dass man sich fragen konnte, warum dieser Ort nicht schon viel früher entdeckt wurde. Durch die herbstlichen Windstöße in dieser Großstadtoase bekam der selbstproklamierte ‚Überjazz‘ des jungen Horst Hansen Trios eine genauso zu ihrer ungezügelten Musik wie zur globalen Lage passende Endzeitstimmung. Dass angesichts letzterer dennoch neue Orte des kulturellen Miteinanders entstehen, zeigt nicht nur, wie sehr wir als Gesellschaft danach streben, sondern auch, dass in jeder widrigen Lage ein kreatives Potenzial steckt, sich Kunst und Leben immer wieder aufs Neue herausfordern.

Mit Bu san (eng. Goodbye, Dragon Inn) war es schließlich ein anderer Tsai Ming-liang Film, der mich in das neue Sinema Transtopia lockte, Berlins jüngstes Kino. Dieses temporäre Projekt des weddinger bi’bak-Kollektivs hat mit dem Haus der Statistik einen spannenden Standort gefunden. Am wahrscheinlich letzten Ort am Alexander Platz, der vom Konsumwahn der Nachwendezeit verschont geblieben ist, gab der bröckelnde Bau das richtige Setting, um mit der Reihe „Restart: Sinema“ über soziale Öffentlichkeit nachzudenken. Ein wichtiges Thema in einer sich so rasant wandelnden Stadt wie Berlin, der die Weiterführung dieses Kinoexperiments nur gut tun könnte. Als Beobachtung der verwässernden taiwanesischen Kinokultur, in der das Kino zum Cruising-Spot mit gespenstischen Charakter wird, entfaltet Bu san eine zärtliche Hommage. Gleichzeitig ruft das darin dokumentierte Kinosterben Ängste wach. Denn wenn dieses Jahr mir eins gezeigt hat, dann wie sehr wir das Kino und andere Kulturstätte als sozialen Raum brauchen, als Orte des gemeinsamen Erlebens, aber auch des Austauschs und Dialogs, kurz als Agora.

Dominique Ott hat an der Freien Universität Berlin Filmwissenschaft studiert und 2018 dort seinen Master absolviert. Seine Forschungsinteressen umfassen japanisches Kino, Hong-Kong-Action und Blockbusterkino. Neben Culturmag hat er als freier Autor für den Tagesspiegel, sowie für die Online-Filmmagazine Filmgazette und nach dem film geschrieben. Zudem war er wiederholt bei der Berlinale sowie beim internationalen Kurzfilmfestival interfilm Berlin tätig.
Seine Texte bei uns hier.

Tags : , , , ,