Zoë Beck über die Frauenfrage


„Sei wie das Veilchen im Moose …“

Warum verkaufen sich schlechte Bücher so gut, warum wird deutsche Kriminalliteratur gebasht und warum sind Frauen immer unterrepräsentiert? Das ist die Trinität der Themen, die immer wieder in allen möglichen Zusammenhängen aufkommen und von denen es immer heißt, sie seien längst erledigt. Sind sie aber überhaupt nicht. Zoë Beck hat sich heute der Frauen-Frage angenommen – ein Aufruf!

Dauerthema, sobald ein Haufen deutschsprachiger Krimischreiberlinge zusammensitzt: zu wenige Frauen, die Preise bekommen oder in Best-of-Listen gewählt werden. Dass es mehr Männer sind, ist statistisch belegt. Standardbegründung: zu viele Männer in den Jurys. Standardgegenargument: Mehr Männer als Frauen schreiben bzw. veröffentlichen im deutschsprachigen Raum. Das ist auch statistisch belegt und sägt an der ersten Statistik. So jammert und streitet es sich nun schon seit Jahren und es geht keinen Schritt weiter. Grund genug, sich mal abseits dieser beiden Statistiken umzusehen. Denn an irgendwas muss es ja liegen, dass sich trotz – statistisch belegt – mehr weiblicher Buchkäuferschaft die deutsch schreibenden Damen mit dem Ruhm in der Breite noch so vermeintlich schwer tun.

Quelle: neleneuhaus.de

Es sind wenig Frauen

Es gibt ja genügend Beispiele für erfolgreiche Krimiautorinnen. Nele Neuhaus verkauft sehr viele Bücher, Petra Hammesfahr hält sich seit Anfang der Neunziger mit Erfolg, Ingrid Noll ist Ingrid Noll, Elisabeth Herrmann wird von Kritikern geliebt, Anne Chaplet ebenso, Rita Falk verstopft die Bestsellerliste mit gleich zwei Titeln. Ich entschuldige mich bei allen Kolleginnen, die ihren Namen jetzt nicht gelesen haben. Es gibt nämlich noch viele mehr, die zu erwähnen wären.

Ingrid Noll

Trotzdem, irgendwie ist das Männer-Frauen-Verhältnis noch nicht da, wo es die Gleichberechtigung gerne sehen würde. Schauen wir uns mal ein paar andere Statistiken an. Vor ein paar Monaten zum Beispiel machte sich Konrad Lischka auf Spiegel Online Gedanken darüber, dass und warum so wenig Frauen bei Wikipedia schreiben. Das Ergebnis: Wenig Frauen schreiben bei Wikipedia. Aha. Der Rest ist ratlose Spekulation. Aber auch Fachzeitschriftenredaktionen heben immer mal wieder den Finger und fordern mehr Publikationen von Frauen ein. Für die KrimiZEIT-Bestenliste sucht Tobias Gohlis nach Frauen, die sich als Krimikritikerinnen hervortun und wird nicht immer fündig. Beteiligen sich Frauen zu wenig an der Diskussion, am Diskurs? Mittlerweile studieren in Deutschland genauso viele Frauen wie Männer. Es gibt weniger Promovendinnen und viel weniger Professorinnen als Promovenden und Professoren. Noch eine bekannte Statistik. Warum? Wohin verschwinden die denn alle? In der Familienplanung?

Agatha Christie

Männlein, unsexy

Und weiter geht’s: Vor einem Jahr gab es (mal wieder) Studien zu den niedrigeren Gehältern bei Frauen in Deutschland. Da wurde gesagt, dass Frauen ein niedrigeres Gehalt für sich als gerecht empfinden würden.  Die Frauenbewegung scheitert an den Frauen? Solange heterosexuelle Frauen Männer, die weniger als sie selbst verdienen, unsexy finden (vermutlich nicht sehr repräsentative Umfrage auf diversen Parties, aber immerhin), wird das nichts mit dem Besserverdienen. Personaler sagen gerne, dass sich Frauen unter Wert verkaufen bzw. deutlich bescheidener auftreten als die männlichen Kollegen. So erzählte mal ein Coach, er erlebe es immer wieder, dass eine Frau, die fließend eine Fremdsprache beherrscht, im Fragebogen ankreuzt, sie hätte „gute Kenntnisse“. Ein Mann, der gerade mal fehlerfrei ein Bier in derselben Sprache ordern kann, hält sich für „verhandlungssicher“. Oder verkauft sich einfach nur besser, wie auch immer. Bescheidenheit, die weibliche Tugend. „Sei wie das Veilchen im Moose“, das schrieb man uns noch in die Poesiealben. Spitzenfrau glaubt demnach, weniger als Durchschnittsmann an Verdienst zu verdienen, sagt diese Umfrage.  Und wer mit niedrigen Gehaltsforderungen ins Bewerbungsgespräch geht, der bekommt auch weniger. Kein Chef wird sagen: „Moment, ich leg Ihnen noch mal fünfhundert drauf, Sie bescheidenes Ding.“ Und immer wieder werden Frauen deshalb dahingehend gecoacht, mehr ihre Stärken hervorzuheben, die Schwächen auch mal zu übergehen, stolz zu zeigen, wer sie sind.

Getrude Stein

Das Männer-Frauen-Ding

Männerkram? Jedenfalls scheinen deutlich weniger Frauen an Egomanie und übersteigertem Selbstbewusstsein zu leiden als Männer. Manchmal auch ganz gut. Aber eben nicht immer nur gut.

Um noch ein bisschen weiter mit Dingen zu langweilen, die erst mal nichts mit dem Krimi konkret zu tun haben: Es gibt zwar immer mehr Beziehungen, in denen Frauen mehr verdienen als Männer (bei nur ca. 10% aller deutschen Haushalte ist Frau die Hauptverdienerin), aber diese bemitleidenswerten Kerle, die sich bestimmt von ihren Kumpels anhören müssen, sie stünden unterm Pantoffel, brauchen Rat und Hilfe, siehe hier. Die Männer sollen das Gespräch suchen. Umdenken. Am Ende noch Therapeuten aufsuchen, wenn ich mir das so ansehe. Welche Frau braucht Hilfe, weil sie weniger verdient als ihr Partner, oder am Ende ganz von seinem Geld lebt? Ehrlich gesagt wäre es schön, wenn sich mehr Frauen unwohl in dieser Situation fühlen würden, statt Partnerschaft und Ehe als selbstverständliche Versorgungseinrichtung alternativ zur Erwerbstätigkeit zu sehen, aber das nur am Rande.

Es gibt zwei Berufsfelder, die unproblematisch scheinen: Männer, die entweder künstlerisch tätig sind oder im universitären/akademischen Bereich arbeiten, finden es weniger bis gar nicht besorgniserregend, wenn ihre Frauen das große Geld nach Hause bringen. Der Rest hat ab einem bestimmten Einkommensunterschied mehr als nur Potenzprobleme. (Ich finde die Statistik leider nicht, hoffe aber, sie nachreichen zu können.) Das Männer-Frauen-Ding ist also immer noch ein Männer-Frauen-Ding, auch wenn sich schon was geändert hat. Es muss sich noch mehr ändern, aber nicht nur im Denken der Handvoll bemitleidenswerter Männer, die weniger verdienen. Vielmehr auch bei den Frauen selbst. Was hatten wir bis jetzt? Weniger Bescheidenheit. Ruhig mehr fordern. Lauter sein. Ellenbogen. Mehr Stolz. Mehr Unabhängigkeit. Lösen von im Grunde überkommenen, aber noch immer gesellschaftlich weithin anerkannten Geschlechterrollen. Kurz: Querschießen.

Emily Dickinson

Gefall-Prosa

Ich bin schon beim Krimi. Ich überlege nämlich, ob die fehlende Anerkennung damit zu tun haben kann, dass sehr viele Frauen mit angezogener Handbremse unterwegs sind. Sind es nicht mehr Mädchen in der Schule, die eine schöne Handschrift haben? Und ordentliche Schulhefte? Saubere Mäppchen? Und trotzdem haben die Jungs nachher die besser bezahlten Jobs, schon komisch. Die haben doch nie aufgepasst. Haben sich blutige Nasen geholt bei den Versuchen, die Grenzen auszutesten. Die meisten Frauen holen sich zu selten blutige Nasen, glaube ich. Sie riskieren zu wenig. Sie gehen lieber auf Nummer Sicher. Frauen, heißt es, wollen gefallen und sind deshalb gefällig. Schreiben sie auch so? Die Frage sei erlaubt, weil sie unheimlich wichtig ist für den eigenen Entwicklungsprozess, für das eigene Fortkommen: Schreibe ich diese Geschichte auf jene Art, weil das genau mein Ding ist, oder weil ich doch vor allem anderen denke, dass es so sein muss/erwartet wird und mich deshalb zum Ziel führt? Diese Frage ist schwerer zu beantworten, als man denkt. Jede wird sagen: Klar mach ich mein Ding! Die eigene Stimme aber zu finden, sie herauszuarbeiten, auszubilden, weiterzuführen, zu scheitern und wieder neu anzufangen, zu erkennen, wann man sich verrannt hat und wann man auf dem richtigen Weg ist, ist das Schwerste im Schreibprozess. Diese Arbeit darf ein Schreibleben lang nie aufhören. Nette Sätze aneinanderreihen, die eine logische Geschichte ergeben, vielleicht noch eine rührende und spannende dazu – das ist eine ordentliche Leistung, das ist „Schrift: sehr gut“ in den Kopfnoten, hat aber noch nichts mit dem wahren kreativen Prozess zu tun. Ja, okay, auch uninspirierter Dreck verkauft sich oft genug, während Juwelen wie Blei im Regal der Buchhandlungen liegen. Aber man soll ja nicht nach dem schauen, was schlechter ist, sondern sich immer schön nach oben orientieren. Was hat denn Nachhall? Wenn wir etwas lesen, das uns komplett reinzieht. Das ist nicht allein die Geschichte – oft genug gibt es genau so eine Geschichte noch auf viele andere Arten erzählt, und keiner hat sich dafür interessiert. Es ist das, was man so schwer fassen, so ungenau beschreiben kann. Das „gewisse Etwas“. Was Rita Falk schreibt, ist zum Beispiel nichts, was mich inhaltlich interessiert. Aber ich lese die ersten Seiten und denke: Hey, ich kann die Frau hören. Sie hat etwas sehr Eigenes. Und ich glaube, deshalb bestsellert sie so überwältigend. Was ich eigentlich sagen will, ist: Frauen, traut euch. Versucht doch nicht dauernd zu gefallen. Runter von der Bremse, rauf aufs Gas, probiert euch aus, sucht nach euren Stärken, sagt, was ihr wirklich sagen wollt und hört auf mit dem Scheiß, von dem ihr denkt, er würde von euch erwartet.

Weitermachen!!!

Das heißt nicht, dass es Diskriminierung landauf, landab nicht gibt. Männer, die sich schwertun, Frauen auf Augenhöhe zu begegnen. Und es löst nicht das Problem der immer noch viel zu geringen Zahl an Frauen, die als ernstzunehmende Kritikerinnen unterwegs sind statt als Gefälligkeitsbuchempfehlerinnen, Frauen, die sich fundiert und mutig in die Diskussion stürzen statt Harmonie zu beschwören, die wissen, wie sie networken und am Diskurs teilhaben. Es gibt sie, aber es sind zu wenige, und wenn es so wenige bleiben, dann dürfen wir uns nicht beschweren, dass so viele Männer in Listen auftauchen und Preise nach Hause fahren und überhaupt überall ihre Meinung hinplakatieren.

Irgendwo müssen wir anfangen. Obwohl, andere vor uns haben längst angefangen, eigentlich müssen wir nur da weitermachen. Was ist mit Gertrude Stein? Virginia Woolf? Emily Dickinson? Dorothy Parker? Die kann man ganz deutlich hören. Bis heute noch. Man muss sie nur mal lesen.

Ruth Rendell

Und beim Krimi? Da gibt es auf dem internationalen Genreparkett nicht wenige Frauen: Karin Slaughter, ein Bestsellerlistengarant. Barbara Vine, zu Lebzeiten schon ein Klassiker. P.D. James, mit gefühlten hundertzwanzig Jahren immer noch erfolgreich. Patricia Highsmith wurde zum Synonym für suspense. Agatha Christie hat schon zu Lebzeiten so viele Bücher verkauft, dass keiner von uns sie wirklich einholen kann. Keine ist „so ähnlich wie“, jede hat ihr Markenzeichen. Alles Ausnahmen? Ich denke nicht.

So.

Und jetzt warte ich auf die Tomaten und faulen Eier. Na los.

Zoë Beck

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  • Sonja

    Keine Tomaten und faulen Eier :-), sondern einen herzlichen Dank für diese anregenden Gedanken!

  • http://violine.twoday.net Violine

    Das erinnert mich an eine Diskussion mit Freunden gestern: “Frauen, die sich fundiert und mutig in die Diskussion stürzen statt Harmonie zu beschwören”

    Da ging es nicht um Krimischreiben gestern, sondern um eine Freikirche, in der ich war. Und einen treibt immer noch die Frage um, warum so viele Frauen in dieser speziellen Freikirche sind, wo sie doch so frauenfeindlich ist.
    So viele davon sind die Häschen daheim. Einige sind im Beruf erfolgreich, hohe Ausbildung, aber die alten Gesellschaftsmuster werden nicht in Frage gestellt.

    Ich selbst lese übrigens eher Krimis von Frauen und weniger die von Männern.

    • Zoë Beck

      Ich sah letztens was über eine Tennisspielerin im Fernsehen, über die dann zwei kleine Jungs, die im selben Tennisverein unterrichtet werden, sagten: “Die spielt eher wie ein Mann.” Schön auch vor einiger Zeit die Diskussion über Pianistinnen, “Die braucht man nicht, da Männer sowieso besser spielen”, und als es um Martha Argerich ging: “Die spielt wie drei Männer, die ist toll”.

  • http://www.autorin-anne-kuhlmeyer.de AnneK.

    Sicher. Erst einmal (wie könnte es anders sein,?) prinzipiell einverstanden.

    Trauen wir uns, Mädels, dann wird’s auch was!

    Irgendwann.
    Ob mit der Schreiberei oder im echten Leben.
    Gewiss, unsere Sozialisierung ist ausgerichtet auf Angepasstheit, Harmonie und Konsens. Das wirkt sich aus in Partnerschaft, Familie, sozialen Gruppen, auf allen Ebenen. Nun ist das aber schon fürchterlich lange so, nämlich seit die Menschen auf die Idee mit der Arbeitsteilung kamen. Folgen sind nicht nur soziale, sondern auch physiologische. (Beides wird sich kaum innerhalb von ein, zwei Generationen ändern.)
    Und dann kam die Pharmaindustrie mit der Pille. Mit der Unabhängigkeit vom Kinderkriegen, ändert sich erstmalig unsere Situation.
    Wir dürfen selbst bestimmen. Wie schön! Aber nein, wir MÜSSEN selbst bestimmen. Hilfe! Wie geht das denn?
    Was ich sagen will: Unsere Seele ist scheißkonservativ und bevorzugt nun mal Bekanntes, gleichgültig wie hilfreich und angemessen oder wie blöde es in einer aktuellen Situation ist. Freiheit will gelernt sein, individuelle wie gesellschaftliche.
    Außerdem gehen wir jede Menge Risiken ein, wenn wir uns trauen. Rollen verändern sich, womit die Männer nu auch nich gerade gut zurechtkommen, siehe Schul- und Sozialisierungsprobleme bei den Jungs. Aber es ist keineswegs so, dass Frau mit ihrer tradierten Rolle zufrieden wäre, sonst säßen nicht so viele Hausfrauen auf meiner Couch und haderten mit ihrem „schicksalhaften“ Autonomie-Abhängigkeits-Konflikt. Und diese ganze Diskussion hier erübrigte sich auch.

    Ach, jetzt bin ich ganz abgekommen, von der Schreiberei. Oder nicht?
    Wie der Artikel zeigt, gibt es eine ziemlich große Anzahl an wirtschaftlich erfolgreichen Krimiautorinnen. Gut so. Wenn sich der Trend fortsetzt, werden es noch mehr sein. ABER: Die Forderung besteht darin, nicht nur kommerziell erfolgreich zu sein, sondern sich auch an Kritik und Bewertung zu beteiligen. Um was zu tun? Genau, guten Büchern (mal so undifferenziert gesagt) auf den Weg zu helfen. Na, wenn das mal kein traditionelles Frauending ist, dann weiß ich es aber auch nicht. Es sagt ja niemand, wie das zu tun ist. Vielleicht entwickelt sich eine ganz spezifische Sicht auf die (Kriminal)literatur, eine unabhängige.

    • http://schmollfisch.twoday.net/ Anna

      Ich lese auch “eigentlich” lieber Krimis von Frauen als von Männern. Aber wann kommt eine Autorin daher und traut sich, eine ErmittlerIN wie Kommissar Wallander oder Harry Hole zu erfinden? Deprimiert, raunzig, verfettet, womöglich versoffen? Ich habe noch nie einen Krimi gelesen, in dem eine unattraktive und trotzdem liebeswerte Ermittlerin im Mittelpunkt steht. Barbara Havers, na gut. Aber die ist auch nicht wirklich unattraktiv, sondern bildet es sich bloß ein.

      • Zoë Beck

        Wer will solche Frauen sehen? Frauen sollen doch schön anzusehen sein … Da geht’s doch schon mal los.

      • Else Laudan

        MOMENT, stopp – doch, doch, es gibt welche. Lesetipps zum Thema “Ich habe noch nie einen Krimi gelesen, in dem eine unattraktive und trotzdem liebeswerte Ermittlerin im Mittelpunkt steht”:
        1. allen voran Liza Codys Eva-Wylie-Trilogie (“Was sie nicht umbringt”, “Eva sieht rot”, “Eva langt zu”). Wuchtig, eigen, kurzweilig. Grandios!
        2. Vergesst nicht Lisa Nerz! Die narbengesichtige Kodderschnauze aus Stuttgart tut als Krimi-Serien-Hauptfigur genau das, was hier eingefordert wird: Sie mischt sich überall ein, ist laut, frech, souverän und despektierlich. Und kein bisschen platt oder gefällig! Es gibt 9 Lisa-Nerz-Krimis von Christine Lehmann, alle bei Ariadne.
        Stichwort Ariadne: Diese Reihe, die rund 6-8 Kriminalromane im Jahr bringt, “strickt” ebenfalls hartnäckig am Gegengewicht – gute, brisante und/oder subversive Krimis von Frauen (was übrigens bis heute bei männlichen Manuskripteinsendern für angewiderte Bestürzung sorgt).

      • Zoë Beck

        Natürlich GIBT es sie, aber ich meinte Thema Popularität.

      • TW

        … und gerade CrimeMag (früher der Samstag-ist-Krimitag) hat genau diese Autorinnen immer sehr akzentuiert begleitet – und tut dies weiter ….
        Was mich immer interessiert hat, warum zum Beispiel die Bücher von Helen Zahavi (gewalttätige, nicht liebenswürdiige Frauen) stapelweise aus den Frauenbuchläden zurückgekommen sind … warum die Elisabeth-George-Liebhaberinnen sie nicht mochten, naja …. klar …. Best TW

    • Zoë Beck

      Wie meinst Du, guten Büchern auf den Weg helfen sei ein traditionelles Frauending? Am Diskurs beteiligt sein ist es nämlich nicht …

      • AnneK.

        Ich meinte es allgemeiner, i.S. von Unterstützung und Ermutigung – Sachen, Projekte, Kinder…warum nicht Bücher?… auf den Weg bringen – als “mütterlicher” Fähigkeiten, die auch Männer haben können/dürfen/müssen. Ist nur EIN Aspekt. (Der andere wäre die “väterliche” Forderung, das Ding eben, was Frauen sich weniger trauen.) Aber ein Aspekt, der es Frau vielleicht leichter macht, einzusteigen.

      • Mary

        Miss Marple ist kein hübsches “Püppchen” … versoffen nun unbedingt auch nicht, aber ich finde das bei männl. Protas ehrlich gesagt auch kein gerade sympathischen Charakterzug.

      • Zoë Beck

        @AnneK: Eben nicht “auf den Weg bringen”, sondern wirklich diskutieren. Aufdenwegbringerinnen haben wir schon so viele …
        @Mary: Die Polemik war hoffentlich deutlich. Es ist, auch wieder statistisch belegt, bei den Frauen wichtig, dass sie hübsch anzusehen sind, bei den Männern, was sie leisten. Auch Lektorinnen fordern eine möglichst sympathische Hauptfigur mit hohem Identifikationspotential. Erst, wenn man sich davon löst, wird es m.E. interessant. Aber Autorinnen sollten sich nicht darauf beschränken, weibliche Hauptfiguren auszuführen, sonst sind wir wieder bei “Was gab’s schon, was wäre mal was Neues”. Mir geht es darum, dass gute Bücher geschrieben werden, ordentliches Handwerk erstmal, von dem aus sich etwas Eigenes entwickelt.

  • http://www.claudiakilian.de Sammelmappe

    Es gilt immer wieder gegenseitig Mut machen und sich nach vorne orientieren. Aber manchmal ist es im Alltag schon verdammt schwierig, wenn immer und frau immer wieder mit den gebetsmühlenartigen Vorurteilen konfronitiert ist.
    Deshalb freue ich mich ganz besonders über diesen Artikel.

    • Zoë Beck

      Danke.

  • http://www.friggahaug.inkrit.de frigga haug

    der artikel liest sich sehr gut – aber es fehlen so viele frauen, die wieder und wieder nach vorn geholt werden sollten, damit sich alle darüber freuen können – ich muss zugeben, seit ich frauenkrimis zunächst herausgab (ariadne) jetzt weiter lese, habe ich mühe, krimis von männlichen autoren zu lesen- immer fehlen seele, gefühl und vor allem auch alltag, also unser leben. gibt es eigentlich eine antologie von Frauenkrimis. – immer ncoh lese ich zuweilen Dorothy Sayers – viel lieber als agathe christie), dann auch Forrest, die autorin, die die Frauen in die Polizei brachte, ohne dass sie dabei verloren, und die, die den wunderbaren Pornographiekongress schrieb oder neuerlich monika geier ebenfalls mit einer Kommissarin, diesmal mit 2 kindern, die die wundersame vereinbarkeit von beruf udn familie nicht meistert, oder Pieke Biermann mit ihrem solidarischen Prostituierten-Kollektik – lauter zerreißende themen – wie wäre es, wenn jemand wenigstens eine liste mit den vielen herausgäbe – vielleicht mit stichworten, um was es geht?
    herzlich frigga haug

    • Zoë Beck

      Jede Aufzählung ist unvollständig … natürlich jederzeit lieber Sayers als Christie, aber nach Zahlen und Popularität liegt Christie vorne, es ist hier nur eine Frage des Kontexts.
      Thema Anthologien: Ich schau mich mal um. Was ich hier habe, sind Anthologien zu Geschichten ÜBER Frauen, hier
      http://www.powells.com/biblio/62-9780976715733-0
      oder hier
      http://books.google.com/books?vid=ISBN0192880365 aber ich schau mal weiter.
      Insgesamt sicher ein Thema, über das man weiter nachdenken muss/wird.