Geschrieben am 13. März 2015 von für Crimemag, Kolumnen und Themen

Hinter der Linie, vor dem Spieltag (25)

Mara Braun_neuHinter der Linie, vor dem 25. Spieltag

– Eine Fußballkolumne von Mara Braun.

Es dürfte sich herumgesprochen haben, dass die Kolumnistin Ihres Vertrauens eine mehr als bekennende Anhängerin von Mainz-05 ist (und das Wort Anhängerin wird hier bloß genutzt, weil Fan keine mir bekannte weibliche Form hat). Als solche musste ich von einigen mir in der Sache gleichgesinnten Fußballfans vergangene Woche Prügel dafür einstecken, einen Sieg der Frankfurter Eintracht prophezeit zu haben. Ganz offensichtlich haben die Betroffenen sich lediglich meinen Zahlenspielen gewidmet und darauf verzichtet, die Kolumne auch zu lesen – sonst wären ihnen meine Einlassungen zu Werder Bremen und der umgekehrten Psychologie aufgefallen: Quod erat undsoweiter, kann ich da nur sagen.

Apropos undsoweiter, wie geht es eigentlich weiter beim VfB Stuttgart? Zwar hat Robin Dutt kürzlich betont, man werde die Saison definitiv mit Huub Stevens beenden, aber er hat sich ja auch als DFB-Sportdirektor verabschiedet, weil der Trainerjob nun mal seine Berufung ist, um drei Sekunden später als Sportchef in Stuttgart zu verkünden, sein Platz sei halt nicht auf der Trainerbank. Will sagen, was fängt man mit den Beteuerungen eines Mannes an, dessen Aussagen in ihrer Halbwertzeit bislang häufig der eines rohen Eis in der andalusischen Sonne ähnelten? Sie sind, wie das Ei nach dem Sonnenbad, mit erhöhter Vorsicht zu genießen.

Eintracht-Trauma: Europa gebucht, Sandhausen bekommen

Der 25. Spieltag nun bringt tatsächlich lediglich eine Partie mit sich, bei der die Abstiegsangst wohl außen vor bleiben dürfte: Die Bayern können im Zweifelsfall noch vor Ostern Meister werden, während den „Bremer Wonderboys“ selbst ein verlorenes Spiel dann und wann laut Trainer Skripnik inzwischen vollkommen wumpe ist, weil von ihrer Situation in der Tabelle „die halbe Lia träumt“ – wo der Mann recht hat, hat er eben recht. Wenn dagegen Köln in Dortmund antritt, ist trotz des Sieges am letzten Wochenende für die Domstädter noch gar nichts in trockenen Tüchern, die Mainzer bangen beim Ausflug nach Augsburg ebenso weiter wie der HSV in Hoffenheim und bei Frankfurt gegen Paderborn ist auch noch nichts geritzt – die Frankfurter haben schließlich eine bewegte Vergangenheit von Serien, in denen sie ihre Sehnsucht nach Europa am Ende in den Niederungen der zweiten Liga führte.

Ein Abrutschen eben dort hin wollen auch der SC Freiburg bei den Wölfen und Hannover 96 gegen Gladbach weiter mit allen Mitteln verhindern, während die Hertha im Olympiastadion mit Schalke einen Gast empfängt, dessen Leistungen etwa so verlässlich vorauszusagen sind wie … Entschuldigung, aber da muss ich passen. Bleibt festzuhalten, mit einem Sieg könnte sich an diesem Wochenende so ziemlich die halbe Liga ein bisschen Luft verschaffen. Aber es gehört nun mal zu den Gesetzen des Fußballs, dass genau dann das eigene Team eigentlich immer eine Pleite kassiert. Also schadet es nichts, sich darauf einfach schon mal einzustellen – damit, umgekehrte Psychologie und so, am Ende genau das Gegenteil passiert.

Die Ergebnisse im Überblick
Leverkusen – Stuttgart 3:1
Augsburg – Mainz 1:0
Hoffenheim – HSV 2:2
Hertha – Schalke 1:4
Bremen – Bayern 2:3
Frankfurt – Paderborn 1:0
Dortmund – Köln 2:1
Wolfsburg – Freiburg 3:1
Gladbach – Hannover 2:1

Mara Braun

Mara Braun, geboren 1978 in Heidelberg, aufgewachsen im hessischen Odenwald mit einem Abstecher nach Mississippi, seit 1998 in Mainz am Rhein. Studium der Filmwissenschaft & Publizistik. Journalistin, Autorin, Fußballbegeisterte, Bücherwurm, Überzeugungstäterin. Im September 2013 erschien „111 Gründe, Mainz 05 zu lieben“ und am 15. Januar 2015 „111 Gründe, an die große Liebe zu glauben“ (beide Schwarzkopf & Schwarzkopf). Mara Braun bei Facebook, bei Twitter, im Blog.

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