Carlos Krimischmiede


Superkrimiplot

Folgen Sie auch heute wieder Carlo Schäfer in seine Krimischmiede, in der er auf dem Wahnsinn der Welt herumhämmert, auf dass die Funken sprühen. Das passiert mit schöner Regelmäßigkeit alle 14 Tage …

Es ist jetzt 14 Uhr und vier Minuten, und ich schreibe jetzt so derartig Ruck-Zuck einen Superkrimiplot, dass das Volk mal sehen soll, wer in diesen Dingen deutscher Meister, aber mindestens … Schon 14 Uhr sechs, los geht’s:

Hauptfigur: Kommissar Buabespitz, Mutter Deutsche, verschollener Vater Inder (oder Indianer? Inder – Tamile, also ruseschwarz)! Lebt in Tübingen, hat auch schwäbisches Lokalkolorit, was unheimlich lustig ist, weil er ja als Halbtamile immer noch ganz dunkel ist, und man stelle sich mal vor, da ist also einer, so ein Schokoboy und bestellt sich Maultaschen in der Brühe, das ist lustig, liebenswert, jawoll, so wird’s gemacht!

Er ist geschieden und hat eine Tochter, die er liebt, aber unproblematisch ist es nicht, das Verhältnis, denn die Tochter nimmt die Uni zu leicht, das Leben zu schwer und bisexuell ist sie auch noch, da hat er nix dagegen, aber er macht sich Sorgen, die macht er sich schon immer, und in diesem Fall sind er und seine Ex, die als Kinderärztin, als Professorin für Kinderheilkunde in Stuttgart arbeitet, da sind sie sich einig und können miteinander reden, sind schon noch Freunde, sowieso, wie sich eine Professorin mal in einen Bullen von der FH verknallt hat wissen wir nicht, sagen wir nicht. Und sein Hobby ist die Taubenzucht, und die Tauben, die lässt er fliegen und dann kommen sie wieder und das ist ein Symbol für alles Mögliche. SO!

Der Fall: Auf einem Acker bei Tübingen, null Recherche, einfach Acker, reicht(!), wird eines Morgens, Mittags, Abends (?), NACHTS von einem Mann, der mit dem Hund noch mal raus wollte, kurz vor dem Essen, der Mann, also der Hund und dann der Mann entdecken eine Leiche. UND SELTSAM!!!! (Ginggong 14.15 Uhr) Die Leiche (schöne Frau, ganz schöne Frau!) hat zwar Kleider an (schade!), aber alle Etiketten sind rausgeschnibbelt, nix deutet auf irgendwas, kein Ausweis, aber hallo! Sie hat eine operierte Hasenscharte. Das ist ein Fall für Mahatma, meinen die Kollegen, der Chef meint’s auch, der Chef, manchmal hat er Probleme mit Mahatma, doch, doch, aber ein Unmensch ist er nicht und den ein oder anderen Trollinger zusammen, den hat man dann doch auch schon mal genossen, warum nicht?

Fall für Mahatma also, denn der hat Instinkt (Osten, Weisheit, Yoga, Buddha), zumal die Rechtsmedizin, die findet auch nichts, nur die Todesursache und was war die Todesursache? Aber hallo! Eine Penicillinallergie! Warum das? Und wieso keine Etiketten? Und niemand vermisst, gar nicht, o je! Mahatma grübelt und macht und denkt und tut, zwischendurch Maultaschen (HAHAHAHAHAHAHA!)

Idee: Die Ex, die hat doch über Hasenscharten promoviert, das war doch so, das ist ja wunderbar, her damit! Ex kommt, kuckt, sagt: das war keine übliche Technik, keine normale OP-Technik. OHA! Aber sehr gut, prima gemacht, erstaunlich, sowasnochniegesehen … Tochter kommt ebenfalls, verrückt, Zufall aber auch: Wirklich erfreulich aber auch, kehrt zurück aus Berlin, um Schneiderlehre zu machen! Mädchen wird vernünftig, Eltern kommen sich näher, Superspitzenklasse!

Fremder Mann taucht auf in Tübingen, Mann aus der Nähe Heidelbergs, aber gebürtiger Isländer … (Eynar! Da ist er wieder! Seit 19.9.2009 nicht gesehen! Alles ist für alles gut …)

Also Eynar, ungepflegt, unsympathisch, will Leiche sehen. Soooo geht’s nicht! Nicht jeder kann da jede Leiche sehen, wo kommen wir da hin? Mahatma macht sich Käsespätzle (HIHI! Inder + Spätzle, hihihi), denkt nach – findet die nächsten 200 Seiten lang raus, dass er richtig gedacht hat: OP nicht vom Arzt + falsche Medizin (keine Tötungsabsicht) + plus anonyme Auslegung der Leiche ohne Etiketten = KELLERKIND – KAMPUSCHPRINZIP – FRITZLFALL!!!

Aber wer? Nochmal die Narbe … Sauber genäht, sauber genäht … EIN SCHNEIDER! Aber welcher, gibt so viele … (Sogar die Tochter lernt ja bei einem, aber der ist ja nett und alt und bekannt in der Stadt und gut und. Neinneineinnein …)

Schlüsselmann: Eynar! Befragt und Hopp, gleich kommt’s, nur kurz: Jetzt ist’s 15.15 und ich war auch noch Kaffee holen, trinken, dann pinkeln, sowie Frikadelle gekauft, probiert, weggeschmissen … Jetzt die Lösung:

Eynar war 1990 Gastprofessor in Heidelberg, da wurde ihm sein winziges hasengeschartetes Töchterchen geraubt, schwupp, weg war sie! Frau stirbt an gebrochenem Herzen, er wird halber Narrisch, Karriere im Arsch usw. Und nun liest er von dem Fall, der Polizei traut er nicht mehr, nur Mahatma – Isländer + Inder, das passt irgendwie, warum, egal … Also: Mahatma legt Trollingerunde ein (HAHA!), schmuselt mit Ex-Frau, wird aber erst in Band 3 wieder was, erfährt von Tochter telefonisch, nebenbei, noch grad zum Schluss, dass Lehrmeister Schneider Oswald Schmitt ursprünglich, HALLALLI! Aus HD (Heidelberg!)

Aber jetzt: Nix wie hin, Tochter grad’ noch gerettet! Ja, Sklavin war krank, ja, Hasenscharte selbst geflickt, ja 19 Jahre versklavt, ja, pfui und abermals pfui!

Schluss – Eynar dankt, geht jetzt heim nach Island, hat jetzt Ruhe, Frieden, wäscht sich wieder. Will nur noch angeln und ob denn der Mahatma ihn dort mal besucht, der meint, warum nicht? Ist er doch mit Schokobacken sowieso immer fremd, quasi heimatlos.
Frau fährt wieder nach Stuttgart.
Tochter wieder nach Berlin.
Chef und Mahatma gehen spazieren, herrlicher Herbsttag, großartig und schlimm zugleich:
Die Welt.
Die Tauben fliegen weg, die Tauben kommen zurück.
OM.

Hat jetzt doch ein bisschen länger gedauert, ist zwanzig vor vier. Der Nebel (ja, es ist halt heuer dauernd neblig!) qualmt geradezu durchs Tal.
Ich muss noch einkaufen und bin sowieso ganz schön am Arsch und brauch’ noch ein paar Zeilen, um auf mein selbstauferlegtes Kolumnenmaß zu kommen, also jetzt nicht mehr ganz so viele und die fangen immerhin auch schon an. Wie die füllen?
Wie nur?
SO?
So.
Oder so.
Oder einfach mal eine kürzere Kolumne schreiben.
Warum eigentlich nicht.
Drauf geschissen!

ENDE
OM
OM
ENDE
ENDE
OM
OM

Carlo Schäfer