Posted On 13. Juni 2015 By In Carlos, Crimemag With 933 Views

Carlos

carlos42

Nun also, Demokratie. Carlos hatte Ihnen die Wahl gelassen. Sie haben gewählt. Das haben Sie jetzt davon:

Nun also. Der Wunsch meiner Leserinnen und Leser ist mir Befehl! (Warum aber gleich zwei Herren Lagerfeld für einen Fußballer hielten, stimmt ratlos.)

Mit Sammer und Lagerfeld im Puff – Geständnisse des sexsüchtigen Beamten CS

Wir treffen CS. (Name geändert) in einer kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung in einem tristen Stadtteil einer mittelgroßen deutschen Großstadt. „Entschuldigen Sie die Unordnung!“, begrüßt uns der Beamte, „aber wenn ein Leben aus den Fugen ist, sieht man das der Wohnung an.“
Wir haben monatelang recherchiert und unzählige E-Mails verschickt. Mehrere geplante Treffen sagte CS kurzfristig ab, aber schließlich wurde unsere Hartnäckigkeit belohnt und wir waren am Ziel. Heute würden wir mehr erfahren. Mehr erfahren über die unglaubliche Pufffreundschaft zwischen der Fußball-Ikone Sammer, dem Modezar Lagerfeld und dem Beamten CS.

CM: Wann haben Sie denn Sammer und Lagerfeld kennengelernt? Und war das in einem Puff?
CS: (nickt)

CM: Im Puff also.
CS: Das muss um 2005, 2006 gewesen sein. Sammer war auf jeden Fall noch nicht bei Bayern.

CM: Wie haben Sie sich kennengelernt.
CS: Ich war vorher noch nicht oft im Puff gewesen. Sie wissen, dass ich Beamter bin. Da hat man eine Vorbildfunktion. An diesem Tag aber konnte ich nicht widerstehen, es passte einfach alles zusammen. Meine Frau war verreist. Und so weiter.

sektglas (c) anne kuhlmeyerCM: Kommen wir zu dem Zusammentreffen, der Freundschaft.
CS: Lagerfeld hat im Puff nie diesen Zopf an und auch nicht diese Brille auf. Aber an der Bar zahlte er seinen Erdbeersekt mit der Scheckkarte und die Bardame sagte: „Danke Herr Lagerfeld.“ Da war es heraus. Er sah mich erschrocken an und sagte: „Um Gottes Willen, sagen Sie das niemandem!“ Und ich sagte: „Da können Sie sicher sein, ich bin Beamter und unterliege der Dienstverschwiegenheit.“ Er bedankte sich. Kurz darauf bemerkte ich, dass ich alles Geld Lydia gegeben hatte.

CM: Einer Prostituierten?
CS: Nein, meiner Frau, bitte ändern Sie den Namen.

CM: Gut, Sie hatten also alles Geld Laura geben.
CS: Genau. Dann zahlte Lagerfeld für mich – wir merkten, dass wir einander viel geben konnten. Wir wurden Freunde.

CM: Allgemein geht man davon aus, dass Lagerfeld schwul ist.
CS: Darüber möchte ich nicht sprechen.

CM: Und Sammer?
CS: Der saß eines Tages einfach dabei und fragte, ob wir seine Freunde werden wollten. Er war nackt. Aber wir dachten, warum nicht? So wurden wir Freunde.

CM: Wie hat man sich diese Freundschaft vorzustellen.
CS: Ganz normal: Wir grillen, Karl zeigt uns seine neuesten Kleider, Matthias zieht sie an …

CM: Er zieht sie an?
CS: Wenn sie ihm gefallen. Naja, ansonsten treffen wir uns im Puff. Wir treffen uns fast immer im Puff.

CM: Sie sagten, Ihr Leben sei aus den Fugen.
CS: Ja, aber das mit der Puffsache nichts zu tun, das hat mit meinem Bruder Bernhard …

CM: Wir ändern den Namen: Adolf.
CS: Danke … Also, da müssen Sie Adolf fragen.

CM: Gehen Sie heute noch in den Puff?
CS: Ja, ich denke schon, aber dass ich heute die Freunde treffe, ist unwahrscheinlich. Matthias hat einen Zahnarzttermin und Karl ist in Paris. Könnten Sie auch die beiden Namen ändern?

CM: Gerne! Dann grüßen Sie Kurt Lagerfeld und Manuel Sammer eben ganz herzlich, wenn Sie sie das nächste Mal sehen.
CS: Oh, hoffentlich vergesse ich das nicht. Aber ich versuche, dran zu denken!

CM: Wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Carlo Schäfer

Mehr von Carlos gibt es hier. Zu seinen eBooks Das Bimmel ist ein hochloder Diffel. Aus den »Carlos«-Kolumnen. und  Tod dreier Männer bei CulturBooks. Foto: Sektglas (c) Anne Kuhlmeyer.

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