Posted On 28. Februar 2015 By In Carlos, Crimemag With 1038 Views

Carlos

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Prophet Carlos

Carlo kehrt zu den Wurzeln zurück – zum Grimmi. Endlich! Und wird gleich prophetisch.

Ursprünglich war das hier ja eine Krimikolumne, beziehungsweise, es war eigentlich nie eine richtige, zu rabiat hat mir immer wieder Amors Pfeil den Arsch perforiert, haben mich Realgauner (Mappus, Fliege, Westermusch, Pierre Vogel) mehr betört, als das Schindwerk der Krimikritik es je könnte.
Nun aber will ich mal wieder heimkehren in die kuschelige Krimiecke (knuddel, knuddel, gemütlich, wohlig …), und zwar, weil ich den Eindruck habe, dass so der ganz vernichtende Lokalkrimirausch langsam in einen wohlverdienten Kater mündet, in bitteren Schmerz in der Schuldigen Hohlschädel. Es ist eher ein Gefühl, aber „Gefühle sind wichtig“ (Ed von Schleck/U. Hoeneß).

Die Frage ist, was kommt jetzt?
IS-Krimi? Wohl kaum, dafür lässt sich ein fantasiebegabter Studienrat doch nicht den Kopf abschneiden. Pegida? Das sind ganz normale Leute aus der Mitte, die rechts von der Mitte, zur Titte, zum Sack, zack, zack!
Außerdem reicht beides nicht für eine Strömung, besser: eine pappige Soße in der von der verkannten Hausfrau bis zum genialischen Heimatforscher ein jeder trefflich suhlen kann.
IS ist weit weg und Pegida ja irgendwie auch (DDR).

Ich denke, der neue Höllentrip hat schon angefangen, wir sind sozusagen schon drauf, merken’s aber noch nicht. Das ist ja auch beim dritten Weltkrieg so, Antje Vollmer meint, der liefe schon volles Rohr, während der kaschubische Pfeifengrass differenziert, der Weltenbrand habe „vielleicht“ schon angefangen. Diese modernen Streubomben sind wirklich sehr leise.

Es sei verkündet: Die Vermählung von Regionalität und holder Fantasy, gar Magie, am Ende dummem Zeug, wird der nächste Sargnagel des Genres. Und diesmal kann man auch sagen, wer angefangen hat. Es ist die Mannheimer Kollegin Claudia Schmid, die schon 2011 mit ihrem Roman „Die brennenden Lettern“ das neue Genre begründete, ein Werk, welches nun mit bereits der zweiten Auflage röhrend durchstartet:

Der Verlag verrät: Quirin Melchior, ein Heidelberger Lebenskünstler und Fan des Mittelalters, gerät an die geheimnisvolle Ane. Diese Begegnung hat Folgen: Ane bereitet ihn heimlich auf eine Zeitreise vor. Und so landet Quirin mitten in Luthers Disputation an der Heidelberger Universität im Jahre 1518. Er lernt die süddeutschen Reformatoren Paul Fagius und Martin Bucer kennen und wird zu Pauls Beschützer. Der gemeinsame Weg führt sie nach Isny, wo Paul Fagius die erste hebräische Druckerei im deutschen Sprachraum einrichtet. Doch immer ist Zacharias Rugus, sein geheimer und gefährlicher Gegenspieler, in der Nähe.

Anything goes! Jetzt wird sich komplett ausgetobt! (Die Namen! Und sie sind zum Teil sogar echt!) Hurra! Harry Potter meets Altötting.

Und ich mach mit: Anus Hotzenplotz, urberliner Würstchenmacher verliebt sich in die geheimnisvolle Quinta aus Dresden. Durch einen Quantenhops im Raumzeitgewurtstel landen sie im Jahr 2018. Deutschland wird von fiesen Muslimen regiert, nur Dresden leistet noch Widerstand. Gut, dass Anus früher Druide war! Sein Zaubertrank hilft, aber er kann Quinta nach dem Kampf, kann er sie retten, kann er das? Und wer gewinnt die WM?

„Liebevolles Dresdner Lokalkolorit!“ (Der Sachsenhammer)
„Sexy-Quinta erobert die Herzen im Volkssturm!“ (BBB – Berliner bumst braun)
„Viel Magie! Und durchaus realistisch!“ (Das Hexenblättle – St. Georgen im Schw.)
„Wissenschaftlich einwandfrei recherchiert. Sprache top!“ (Der Eso-Bote Luzern)

Carlo Schäfer

Mehr von Carlos gibt es hier. Und zu seinem eBook Tod dreier Männer bei CulturBooks.

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