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Sydney, rabenschwarz – Zwei nationale Krimi-Preise unmittelbar hintereinander: Als bisher einzige australische Autorin kann Candice Fox einen Ned Kelly Award für das beste Debüt und sogleich darauf folgend für den besten Kriminalroman des Jahres vorweisen – für „Hades“ und „Eden“. Die Lorbeeren sind verdient, findet Alf Mayer, der die Autorin in Sydney traf und innerhalb unserer Reihe „crime fiction from down under“ vorstellt. „Hades“ wäre auch eine Wucht, wenn es sich nicht um ein Debüt handeln würde, so aber ist es ein noch erstaunlicheres Buch. Es passiert nicht oft, dassRead More
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—CNBC Television WHAT COULD POSSIBLY GO WRONG?  FIFTY THOUSAND gun fanatics demand loaded firearms be permitted in a crowded arena where the Republican Party meets this summer for what promises to be a combustible presidential nominating convention. How America Got Punk’d Bang! Bang! You’re dead in Cleveland? by Thomas Adcock Copyright © 2016 – Thomas Adcock NEW YORK CITY, near America Over the course of seven days in late March, fifty thousand trigger-itching paranoiacs signed an internet petition demanding their “right” to carry loaded guns onto the assembly floor of the quadrennialRead More
HEINZ STRUNK Der goldene Handschuh

Posted On April 15, 2016By Knut CordsenIn Bücher, Crimemag, News

Roman: Heinz Strunk: Der goldene Handschuh

Empathisches Porträt eines Erniedrigten Von Knut Cordsen „Der goldene Handschuh“ heißt eine 24-Stunden-Kaschemme auf St. Pauli, in der Heinz Strunk seinen gleichnamigen Roman spielen lässt. So traurig seine Geschichte rund um den Serienmörder Fritz Honka auch ist: Strunk macht daraus ein urkomisches Meisterstück. Vor Jahrzehnten war es Hubert Fichte, der auf der Hamburger Reeperbahn den Außenseitern oder den Prostituierten lauschte und deren Lebensgeschichten zu Romanen wie etwa „Die Palette“ verdichtete. „Die Palette“ war die Geschichte eines Kellerlokals. Etwas Ähnliches, die Geschichte einer 24-Stunden-Kaschemme auf St. Pauli und ihrer Gäste, legtRead More
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Im Land der letzten Dinge von Jürgen Neubauer In einem Kapitel seines neuen Buchs Eine Geschichte der Gewalt: Leben und Sterben in Zentralamerika beschreibt der salvadorianische Journalist Óscar Martínez, wie die Anwohner einer ärmlichen Straße von San Salvador aus ihren Häuschen fliehen. Panisch zerren sie Matratzen und Tische aus ihren schmalen Türen und verladen sie auf Pritschenwagen, um sich zu Verwandten in anderen Stadtteilen zu flüchten. Die Szene wird live im Fernsehen übertragen, und vor laufenden Kameras erklären einige verschreckte Anwohner den Grund ihrer Flucht: Einige Wochen zuvor waren vier FrauenRead More
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Posted On April 15, 2016By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag, News

Roman: Urban Waite: Keine Zeit für Gnade

Grenzgebiete und ethische Grauzonen Von Peter Münder Urban Waite hatte schon in „Schreckensbleich“ und „Wüste der Toten“ kriminelle Aktivitäten an der amerikanisch-kanadischen Grenze beschrieben, die verheerende emotionale Auswirkungen auf familiäre Beziehungen hatten. Im neuesten Band „Keine Zeit für Gnade“ steht ein Vater-Sohn Konflikt im Mittelpunkt, den die beiden Protagonisten einfach nicht in den Griff bekommen. „The Terror of Living“ lautete der Originaltitel des 2011 als „Schreckensbleich“ in deutscher Übersetzung veröffentlichten Thrillers von Urban Waite (Vgl. Culturmag hier), in dem die Brutalität des  Konflikts von Wunschdenken und erbarmungsloser Alltagsrealität thematisiert wurde.Read More
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Posted On April 15, 2016By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Roman: Juan Villoro: Das dritte Leben

Dekadenz im Dschungel Von Frank Rumpel Warum sich im Urlaub nicht einfach mal entführen lassen? Des ultimativen Kitzels wegen, der sich womöglich beim Basejump schon nicht mehr einstellen mag. Zu wenig Lebensgefahr. Deswegen dringen ab und an ein paar bewaffnete Guerilleros – verkleidete Schauspieler, die die Gelegenheit nutzen, mal gut bezahlt brutal zu sein – in die Pyramide ein, um aus dem Luxusressort an der mexikanischen Karibikküste ein paar Gäste zu verschleppen, denen eine Exkursion in die eigene Angst als die ultimative Urlaubsform gilt. Aquarienfische machen Töne Ausgedacht hat sichRead More
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Posted On April 15, 2016By Die RedaktionIn Bücher, Crimemag

Bloody Chops: April 2016

Bloody Chops im April 2016 – Zerlegt und serviert von: Joachim Feldmann (JF), Alf Mayer (AM), Alexander Roth (AR), Frank Rumpel (rum), Thomas Wörtche (TW) – über Sigismund Krzyżanowski, Pierre Lagrange, Ioan Grillo, Schünemann & Volic, Elliott Chaze, Brian Panowich, Ross Thomas, Chris Holm, Christine Lehmann, Paolo Bacigalupi, Steven A. Westlake. Wörter sind böse (AM) Der Club der Buchstabenmörder ist eine Geheimgesellschaft im Moskau der 1920er Jahre, deren Mitglieder sich jeden Samstag in einem Raum voller leerer Bücherregale treffen, um sich Geschichten zu erzählen, jede noch phantastischer als die andere. Nichts davon darf zu PapierRead More
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Spritzer und Schlieren Gebildete Serialkiller, die aus den höchsten und lautersten Gründen morden, gehören zum Grundbestand des „Bösen“ in allen medialen Darreichungsformen. Manche sind so böse, dass sie schon wieder komisch sind. Die Graphic Novel „Ich, der Mörder“ von Antonio Altarriba & Keko erzählt von einem ganz besonders exquisiten Exemplar. Thomas Wörtche watet durchs Blut. Diskursgestütztes Serienmorden ist vom Marquis de Sade über Thomas de Quincey bis zu Bret Easton Ellis und Thomas Harris ein alter Hut. Allerlei mehr oder minder krause, anscheinend kontextlose Theoreme aus Philosophie, Theologie, Soziologie, AnthropologieRead More
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Posted On April 15, 2016By Alf MayerIn Bücher, Comic, Crimemag, News

Comic: Pasalic/ Kühne: Turmspringer

Ein Superheld aus Berlin Alf Mayer sah den Vorläufer dieser Graphic Novel vor zehn Jahren als Animationsfilm, war damals schon beeindruckt. Nun liegt die Nullnummer als exklusives Hardcover vor. Ein unbekannter Held, ein Supermann – heute, hier in Berlin: Konrat Morgen, ehemaliger Kampfmittelräumer, jetzt Innendienst nach Sprengunfall. Den Namen „Turmspringer“ hat ihm die Presse verpasst. Damals nach seinem Sprung von der Domkuppel in den Kanal. Am Anfang stand der Spaß, eine Superheldengeschichte aus Berlin zu erzählen, über einen deutschen Protagonisten, über seinen Umgang mit Superkraft, Macht und Verantwortung. Sein erstesRead More
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Fiktionale Vigilanten vor 1970 Ein Filmbuch, das sich mit Gewalt und Selbstjustiz befasst und sich bei seinen Grabungen immer wieder auf den hierzulande leider nie übersetzten und nur wenig bekannten Kulturwissenschaftler Richard Slotkin bezieht, der die Zivilisationsgeschichte der modernen Vereinigten Staaten auf eine Kultur der Gewalt gegründet sieht, das kann nicht ganz verkehrt sein, findet CrimeMag und läss statt einer Rezension einfach den Autor Peter Vogl selbst mit einem Kapitelauszug für sich sprechen. Erschienen ist das Buch im kleinen und mutigen Filmbuchverlag Mühlbeyer, der unlängst eine umfassende zweibändige Studie zurRead More
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Posted On April 15, 2016By Marcus MuenteferingIn Crimemag, Kolumnen und Themen, News

Bloody Questions: Simone Buchholz

The Crime Questionnaire (Vol. 14). Simone Buchholz von Marcus Müntefering – Was die Hamburger Krimi-Schriftstellerin Simone Buchholz angeht, bin ich etwas befangen. Wir leben beide in Hamburgs trotz aller Musicals, Oliver-Jones-Kieztouren und Kioskfusel-Sauferei attraktivstem Stadtteil, in St. Pauli. Wir kennen uns (erstaunlicherweise erst seit Kurzem) und mögen uns. Deshalb wäre jede Lobhudelei auf das Schaffen von Simone zwar absolut verdient, aber ziemlich unangemessen. Deshalb hier nur der Hinweis auf ihren neuen Kriminalroman „Blaue Nacht“, es ist der sechste, in dem die Hamburger Staatsanwältin Chastity Riley (Dieser Name! Klingt, als wäreRead More

Posted On April 14, 2016By Stella SinatraIn Allgemein, Stella Sinatras URknall

Stella Sinatras URknall

REPEAT REPEAT 1 bild / 100 worte Das Protokoll ist simpel: Die Natur selbst weiß den Zustand nicht. Sozusagen. Ungefähr. Sagn-mer mal so… Sifting! – Doch jetzt gibt es Attacken, auf die beiden, Alice und Bob, ja schau, Wittgenstein mit Eve, Hand in Hand am Strand. TSCHILP. (Strandspatzen). SCHLACHACH. SCHLACHACH. SCHLACHACH. (Wellen schlarpen übern Sand). SLURP. (In weiter Ferne frisst ein schwarzes Loch einen Stern). Die Kommunikation ist absolut sicher, die Welt ist alles, was möglich ist (vor der Messung), und alles streng symbolisch. Erst die Messung erzeugt die Realität!Read More
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90.000 Neuerscheinungen gibt es jedes Jahr auf dem deutschen Buchmarkt. Viel zu viele! Ein guter Grund für Michael Höfler, zu versuchen, sein neues Buchprojekt unter die Leute zu bringen. Ein Bericht. „100 Gründe, keine Bücher mehr zu schreiben“. Diesen Buchtitel wollte ich auf der Leipziger Buchmesse an den Verlag bringen. Der Widerspruch darin sollte neugierig machen und die Branche die zur Veröffentlichung nötige Selbstironie aufbringen. Zur Sicherheit hatte ich aber auch gute Argumente dabei: Welche Bedeutung hatte es noch, ein Buch zu schreiben bei 90.000 weggedruckten Neuerscheinungen pro Jahr? BeiRead More
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Erinnern leicht gemacht. Ein Blick zurück, auch in eigener Sache. Eine Schweizer Buchhändlerin und eine deutsche Lektorin kaufen sich einen traditionsreichen Zürcher Verlag. Die eine nimmt dafür das Erbe ihrer Mutter, die andere investiert den großzügigen Bonus für ihre vorherige Verlagstätigkeit und gibt später nach dem Tode meiner Mutter noch ein kleines Stückchen hinzu. Die eine ist fortan die Zahl, zuständig für die Finanzen, für den Verkauf und die Autorenhonorare, die andere ist das Wort, zuständig für das Programm, die Werbung und die Lizenzen. Zweieinhalb Jahrzehnte lenken sie die GeschickeRead More
Malla Nunn Tal des Schweigens
Stauseemonster, Zulu-Schönheit und sexy Norah – Mehr Transparenz wird häufig gefordert, wenn es um Juryentscheidungen geht. Die gibt es hier: Drei Juroren der Litprom-Bestenliste, Anita Djafari, Katharina Borchardt und Thomas Wörtche, haben sich zusammengesetzt und drei Titel, die in der näheren Auswahl für den aktuellen Weltempfänger standen, diskutiert. Dabei waren sie nur manchmal einer Meinung. ■ Anita Djafari: Schön, dass wir zufällig drei Autorinnen ausgesucht haben. Wir haben ja beim Weltempfänger keine Frauenquote, das verbietet sich. Wobei ich den Thriller Sieben Jahre Nacht von Jeong Yu-jeong zunächst einem Autor zugeschrieben habe.Read More
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Posted On April 1, 2016By Karsten HerrmannIn Litmag, News, Porträts / Interviews

Rasha Khayat im Interview

Rasha Khayat, geboren 1978 in Dortmund, wuchs in Jeddah, Saudi-Arabien, auf. Als sie elf war, siedelte ihre Familie nach Deutschland zurück. Sie studierte Vergleichende Literaturwissenschaften, Germanistik und Philosophie in Bonn. Rasha Khayat lebt in Hamburg und arbeitet als freie Autorin, Übersetzerin und Lektorin. Sie betreibt den Blog „West-östliche Diva“. Karsten Herrmann hat sich mit der Autorin über ihren ersten Roman „Weil wir längst woanders sind“ (Dumont) unterhalten. Karsten Herrmann: Mit offensichtlich starken autobiographischen Bezügen kreist Ihr Debütroman um die Frage, was Heimat bedeutet und wie man bzw. frau mit zweiRead More
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Posted On April 1, 2016By Brigitte HelblingIn Comic, Litmag, News

Comics: Jul Gordon: Le Parc // Sascha Hommer: In China

Wunderschön und ziemlich fremd: Zwei neue Comics von Jul Gordon und Sascha Hommer von Brigitte Helbling Neulich schaute ich einem Freund zu, wie er sich in Jul Gordons Comic „Le Parc“ verliebte. Er schlug das Buch auf, sah sich den Park aus dem Titel in nächtlicher Großaufnahme an. Blätterte weiter, hielt ein bei der Panel-Serie mit gymnastischen Übungen. Pause. Beschleunigung in Richtung hinten, im mittleren Tempo zurück, Vollbremsung bei der Doppelseite, auf der sich ein Rollstuhlfahrer in pointillistischem Schlaf verliert… „Wer ist das? Wo hast du das her?“ Ich erklärteRead More
Helmut Newton Glossies
Verspielter Provokateur hinter der Kamera von Peter Münder Der Fotograf Helmut Newton (1920-2004) wollte mit seinen Bildern den modischen Zeitgeist zwischen London, Paris und New York einfangen. Mit seinem Faible für entblößte High Heel-Amazonen und erotisch aufgeladene Posen verschaffte er sich den Ruf, mit seinen Fotos die Grenzen des guten Geschmacks ausloten zu wollen. Zu seiner ästhetischen Bilder-Inszenierung gehörte aber auch eine subtile Ironie, mit der er für verblüffende Effekte sorgte, wie der große, jetzt bei Taschen erschienene Bildband „Pages from the Glossies“ (Facsimiles 1956-1998) demonstriert. Als Helmut Newton 1963Read More
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Sehr bekömmlich – Thomas Wörtche über Christoph Ribbats perspektivreiche Montage „Im Restaurant“, die vergnüglich und lehrreich die Diversität der Gastronomie sichtbar werden lässt. Essen ist in der Tat, wie die anderen Essentials der menschlichen Existenz, ein „soziales Totalphänomen“. Dieser Begriff stammt von Marcel Mauss und beschreibt im Grunde eine Evidenz. Anders als die klassischen Gastrosophien seit Brillat-Savarin (also ungefähr die Reihe über Eugen von Vaerst, Karl Friedrich von Rumohr, Alfred Walterspiel bis zu Harald Lemke, um nur einige zu nennen) beschäftigt sich der Anglist Christoph Ribbat nicht so sehr mitRead More
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Posted On April 1, 2016By Andreas PittlerIn Bücher, Litmag, News

Roman: T. Coraghessan Boyle: Grün ist die Hoffnung

Vergebene Liebesmüh -T. Coraghessan Boyles Klassiker „Budding Prospects“ ist bei Hanser in einer Neuübersetzung erschienen. Die großartige Prosa hat in 30 Jahren nichts von ihrer überwältigenden Kraft eingebüßt. Von Andreas Pittler Ich erinnere mich noch sehr gut an meine erste Erfahrung mit T.C. Boyle. Damals arbeitete ich bei der Wiener Wochenzeitung „Falter“ in der Kulturabteilung, und weil ich dort als Experte für irische Literatur galt, legte mir der Ressortleiter eines Tages Boyles „Grün ist die Hoffnung“ in der Übersetzung von Werner Richter auf den Tisch. Dies mit der Bemerkung, derRead More
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Europa ist eine Fata Morgana – „Blödmaschinen. Die Fabrikation der Stupidität“ hieß 2011 ihr Frontalangriff auf die Kulturindustrie, 2014 gefolgt vom großen Pamphlet „Geld frisst Kunst. Kunst frisst Geld“. Nun richten Markus Metz und Georg Seeßlen, seit vielen Jahren im Bayerischen Rundfunk und bei diversen Büchern ein gut eingespieltes Team, ihr Augenmerk auf die sogenannte Flüchtlingskrise und deren politische und kulturelle Semantik und Ikonographie. Es ist eine schonungslose Bestandsaufnahme. Alf Mayer hat sich das Buch „Hass und Hoffnung“ zu Gemüte geführt – und lässt die Autoren des Originaltons wegen dannRead More
Frank Goosen Förster

Posted On April 1, 2016By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Roman: Frank Goosen: Förster, mein Förster

Ein Hoch auf die Tanzkapelle Schmidt! – Frank Goosen, das ist für manche womöglich nur der Kabarettist mit dem unerschütterlichen Faible für den VfL Bochum, der seit einer Weile in der zweiten Liga mal dümpelndet, mal kämpft. Der Mann, der gerne gerufen wird, wenn es um das Ruhrgebiet oder um Fußball oder am besten noch die Kombination aus beidem geht. Keine Frage, mit „Liegen lernen“, vor allem aber „Radio Heimat“ und „Sommerfest“ hat sich Goosen als Chronist des Reviers etabliert – und bei manchen in der Schublade festgesetzt. Von FrankRead More
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Von trinkenden Putzfrauen, Notaufnahmen und Nonnen von Zoë Beck Von Wiederentdeckung kann man bei Lucia Berlin kaum sprechen, zu ihren Lebzeiten hatte sie nur eine kleine, wenn auch erlesene Fangemeinde. Erst Jahre nach ihrem Tod schaffte sie es überraschend, wenngleich mehr als verdient, in die New York Times-Bestsellerliste und wurde von der Kritik mit Jubel aufgenommen. Vergleiche mit sämtlichen nordamerikanischen Größen (Carver, Munroe, etc.) der Kurzgeschichte wurden bemüht. Man spricht nun vom „bestgehüteten Geheimnis der amerikanischen Literatur“. Als hätte jemand sie versteckt, beschützt, dabei wurde sie nur schlicht von der großen KritikRead More
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„So wird ein Gedanke zur Realität“ – von Florian Kniffka Phantastik – das ist die Literatur der Einbildungskraft. Hier bricht sie sich in ihrer freien Form Bahn und schert sich nicht um das Wirkliche oder auch nur um das Wahrscheinliche. Dass sie dem Unwirklichen eine Gestalt im menschlichen Vorstellungsvermögen gibt, das ist ihre besondere Eigenart. Die Materien, durch welche sie die Produktion der Einbildungskraft in die Welt gelangen lässt, sind nicht vorgeschrieben. Hier müsste nicht mehr nur von einer Literatur, sondern von einer allgemeinen Kunst der Einbildungskraft gesprochen werden. WennRead More
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Posted On April 1, 2016By Tina ManskeIn Bücher, Litmag, News

Roman: Karen Duve: Macht

Zukunft mit Tradition –„Macht“ entführt uns in das Jahr 2031. Die Erde steht vor dem finalen Kollaps. Die Politik, an deren Hauptschalthebeln nun Frauen sitzen, versucht mit Notmaßnahmen das Ende noch hinauszuzögern. Fleisch oder Benzin zum Beispiel gibt es nur im Tausch gegen CO2-Gutscheine, mit denen ein reger Handel betrieben wird. Die Jungbrunnenpille Ephebo lässt alte Menschen ganz schnell wieder jung und spritzig wirken, zum Preis eines extrem erhöhen Risikos, in den nächsten Jahren an Krebs zu erkranken. Smartphones sind von riesigen Compunikatoren ersetzt worden, statt gegooglet wird geshammt, manRead More
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Unterwegs in außerzeitlichen Dimensionen – Slammer-Star Elias Hirschl betritt mit zwei Romanen innerhalb von zwei Jahren die Bühne der Literatur. Von Senta Wagner. Mit monströsen Titeln schafft man es locker auf die jährliche Longlist des „Ungewöhnlichsten Buchtitels“. Auch Elias Hirschls Roman namens „Meine Freunde haben Adolf Hitler getötet und alles, was sie mir mitgebracht haben, ist dieses lausige T-Shirt“ dürfte gute Chancen haben. Das T-Shirt ist ein Schnäppchen vom Souvenirstand, dem einzigen dieser Art, den es nur in diesem genauso ungewöhnlichen Buch gibt. Auch der Autor hat eines abbekommen (FotoRead More