News Category

  The Disappearing Newsroom  Wallace Stroby on Copy Boys, Night Shifts, and the End of an Era In the documentary The Typewriter, The Rifle, & the Movie Camera, writer/director Sam Fuller recalls the first time he ever walked into a newsroom. It was 1924, he was 12, and the newspaper was the now-long-defunct New York Evening Journal on Manhattan’s famed Park Row. “The noise was loud,” Fuller remembers. “Generally telephones ringing and, of course, typewriters clacking. And every once in a while I’d hear ‘Copy! Copy boy! Copy!’ I’d look around, and I’dRead More
 … So when the music’s over … So when the music’s over When the music’s over, yeah When the music’s over Turn out the lights Turn out the lights Turn out the lights Well, the music is your special friend Dance on fire as it intends Music is your only friend Until the end Until the end Until the end  (The Doors / Strange Days) Bei jeder Reise, jeder Rückkehr nach Mississippi kommt sie zurück:  die Wehmut, die Erinnerung an einen einzigartigen Bluesmusiker, an L.C.Ulmer. Meine erste Begegnung mit L.C.UlmerRead More
Willkommen zu unserem Verlust-Special UNO. Verlust ist überall. Er bestimmt uns mehr, als wir wissen (wollen). Wir selbst und die Kultur sind voll des Verlorenen. Zugespitzt lässt sich sagen: Kultur ist Umgang mit Verlust. Und wenn wir lieben, trauern wir auch, „that’s the deal“, betont gerade – absichtsvoll öffentlich – Nick Cave in seinen „Red Hand Files“. Die Idee zu diesem Verlust-Special war ein kleines Korn, entwickelte sich dann immer zwingender. Und breiter. Wir haben das Special zweigeteilt, lesen Sie hier nun die Beiträge unseres Verlust UNO, Anfang Dezember folgt dannRead More
Verlust des Verlustes Eine hauntologische Grille – von Georg Seeßlen                                                                  I Unser Denken entsteht aus Unterscheidungen (Tag/Nacht, Lebendig/Tot, Rau/Glatt, Flüssig/Fest usw.) und unser Leben entsteht aus Trennungen (Mutter/Kind, Ich/Welt, Lust/Pflicht, Realität/Magie usw.). Jede Unterscheidung und jede Trennung ist zugleich Gewinn und Verlust. Etwas muss da immer abhanden kommen, aber wo geht es hin? Verlust ist nur spürbar, weil etwas nicht einfach weg ist. Der Kopf und die Kultur sind voll vom Verlorenen. Der Segen und das Verhängnis des Menschen: Dass er aus dem Verlust eine Produktivkraft gemacht hat.  KulturRead More
Elf Dörfer entfernt Leg die weißen Gladiolen nieder in jener Mulde der Zeit, in der sich im kühlen Zimmer die Nachbarn drängten wie dunkle Boote am Abend des Sturms. Sein Körper lag noch im Bett: doch er war schon seit Stunden nicht mehr der Mann, der Bretter zu Fässern bog, der seinen Sohn verlor im Krieg und seine Tochter an einen Heimatlosen. Nicht mehr der Mann, zu dem die Katze zurückfand, die er ausgesetzt hatte, elf Dörfer entfernt. Einst hielt er dich auf dem Arm: dachtest du. Aber er stand,Read More
“Winning you was easy, but darkness was the price” Schöner sterben mit Leonard. Für Thomas Wörtche – und gewiss nicht nur für ihn – ist Leonard Cohen sozusagen der Schutzpatron des Verlustes. So viel Trost und  Wissen und Lehre in seinen Songs und Worten, in dieser Musik. Im Grunde seit „So long, Marianne“ (1967). “I´ve grown old/in a hundred ways/but my heart is young/& still it plays/on the theme of Love/and the theme of death” (Notebooks – 19-20) Der Verlust des eigenen Lebens ist, egal, wie man dazu steht, ein gravierendesRead More
  Nicht zurückholen, aber erfahrbar machen Alf Mayer über das „Verzeichnis einiger Verluste“ von Judith Schalansky Handschmeichlerisch fühlt dieses Buch sich an, die Anmutung wie ein Stück fein bemooster Marmor oder Schiefer, doch deutlich leichter, längst nicht so schwer, die Farbe ein nach oben von Grau ins Schwarz verlaufendes Moiré, die Schrift Silber. Ein wenig wie eine Grabplatte, aber ohne deren Trauer. Tatsächlich ist es ein seltsam heiteres, ein seltsam elegisches Buch – schön oft bis an die Schmerzgrenze. Eine Gegenrezeptur fürs Zeitalter des schnellen Vergessens. Was interessiert noch etwas von Vorgestern? AberRead More
Subutex und Millenial im Paradise Lost von Ute Cohen Dritter Band. Er stirbt. Mit Vernon Subutex’ Tod versiegt auch jede Hoffnung auf Versöhnung in einer Gesellschaft, in der kein Mensch Kontrolle über sein Leben hat, einer Gesellschaft, in der jeder auf seine Weise trügerischen Hoffnungen erliegt, einer Gesellschaft, in der das Paradies längst verloren ist. Dass der esoterische Klang des zweiten Bandes von Virginie Despentes Trilogie in einer bombastischen Endzeitvision enden würde, wird wohl kaum jemanden verwundern. You want it darker? Despentes killt die letzte Flamme oxytocinverzückter Jünger, lässt dasRead More
Verlieren sortieren? Hazel Rosenstrauch über einen arg vermissten Menschenschlag: die Weltverbesserer der alten Art Den Verlust von Schlüsseln, Geldbörsen, Liebhabern und Freundinnen könnte ich mit Sternchen à la Hotelqualität ordnen, dabei bekämen letztere 5 *****. Sobald es um den Tod lieber Menschen geht, versagt diese Ordnung. Es gibt Verluste, für die ich, angelehnt an Stiftung Warentest, Noten erfinden könnte – 1 – 5,5. Aber bevor ich darüber nachdenke, was mir alles gestohlen bleiben kann, erinnere ich mich an eine Weltsicht, die es nicht mehr gibt und deren Verlust mir gelegentlichRead More
Expect the unexpected Isabella Thermes about mourning her parents and finding solace in her work Arthur Sinclair, the protagonist of my graphic novel, made his first appearance on page in the summer of 2014. Back then, I made the decision and the bold move of leaving London, my home of 11 years and the place where I ultimately had a lot of fun working as a literary agent, to venture to Berlin. That summer marked the beginning of a long „sabbatical“ that I used to outline this project, learn German andRead More
Väter und Mütter  – und was man mit ihnen verliert Verlust oder auch die Angst davor sind das Triebmittel fast aller Bücher, besieht man es sich näher. Frank Schorneck bespricht für uns zwei davon: „Töchter“ von Lucy Fricke und  „Anmut und Feigheit“ von Frank Schulz. I. Im Namen der Väter Eine nicht mehr ganz so junge Frau streift durch Rom, ihr eigentliches Ziel ist ein kleines Städtchen in den Bergen, ganz genau: ein Grab in diesem Ort. Seit zehn Jahren hat sich Betty vorgenommen, dieses Grab zu besuchen, da wird es aufRead More
1. Der Unfall Er hätte tot sein können. Eine Baustelle auf der Landstraße. Eine mobile Ampel auf Rot. Ein wartender Lastwagen. Nebel. Der Wagen traf mit der rechten Seite ungebremst auf den Lastwagen, ein Kotflügel löste sich sofort – Lack und winzige Metallteile stoben in den Nebel hinein und erinnerten im Widerschein des flackernden Rücklichts für einen Sekundenbruchteil an festlichen Zauber –, krachte gegen eine Leitplanke, überschlug sich, flog an dem etwas nach vorne geschobenen Lastwagen vorbei, drehte sich um die eigene Achse, schlitterte über die Straße, wobei die Fahrertür anRead More
Bauarbeiten Wenn die Welt unser Haus ist, müssen wir sie wie ein Haus erhalten, Schäden beheben, vorsorgen, Konflikte konstruktiv lösen. Es ist eine Metapher, die Hoffnung, Sorgen und Nöte verdeutlicht. Die Hoffnung, Gesellschaft gemeinsam zu machen, so gerecht und ausgewogen, dass sie für uns alle ein gut bewohnbarer Lebensraum sein könnte: ein Haus für alle. Die Sorge, dass wir Menschen der Welt, unserem Haus, längst irreparable Schäden zugefügt haben durch Raubbau an der Natur. Das Dach ist leck, die Mauern morsch. Was tun? Die Not der Umstände, dass unser HausRead More
Treppen Nebenan im Treppenhaus wohnt diese schöne Transe, mit der ich vor knapp zwanzig Jahren mal auf einer Tanzfläche geknutscht habe. Er ist eine wirklich schöne Transe, so schillernd, wie man sie selten sieht. Er ist fast zwei Meter groß, hat breite Schultern und schmale Hüften, lange Beine und sogar eine Art Taille. Die kurzen Haare sind platinblond gefärbt, sie haben die gleiche Farbe wie seine Perlenketten, er trägt meistens hellgraue Kleider und silberne Schuhe, und seine Hände sind elegant geschnitten wie Frauenhände und gleichzeitig groß und stark wie Männerhände.Read More

Posted On August 1, 2018By Anne GoldmannIn Litmag, News, Specials, Story-Special 2018

Story: Anne Goldmann: Dunkle Ecken

Dach Wenn das Haus fertig ist, sagt Eske, kommt der Tod. Hinter mir fährt die Schaufel knirschend in den Sand, rumpelt die Mischmaschine. Hinter ihr stehen die Söhne auf dem Gerüst vor dem Zubau. Nichts bleibt, wie es ist. Wieder rennen Kinder kreischend den Zaun entlang, der unsere Gärten trennt. Seit Jahren warte ich auf ein Wunder. Ich hasse das dumpfe Dröhnen des Stemmeisens, das ohne Not neue Wunden in die Wände schlägt und sie zum Zittern bringt, das Gebrüll des Bautrockners, den Zementgeruch feuchten Betons. Dann stapeln sich FarbeimerRead More

Posted On Juli 21, 2018By Redaktion CMIn Allgemein, Editorial, Litmag, News, ReiseMag 2018, Specials

Editorial ReiseMag 2018

Editorial „Wir lesen, um uns Gedanken und Wissen anzueignen; Reisen ist ein Buch, das der Schöpfer selbst geschrieben hat, und es enthält höhere Weisheit als das gedruckte Wort des Menschen.“ Mary Shelley schrieb das auf einem ihrer Streifzüge durch Deutschland und Italien, 1842. Dieses ReiseMag kommt dreigleisig zu Ihnen. Zum einen versammelt es eine Galerie von Reisetexten, die mindestens hundert Jahre alt sind, und in vielem eben aufmerksamer als die heutige „Sharing“-Kultur. Zum anderen gibt es Einblicke „backstage“: die Lehrjahre einer Reiseschriftstellerin, ein Reisetagebuch, Porträts von Reiseautoren und eines Verlagshauses: derRead More

Posted On Juli 21, 2018By Frank GoehreIn Litmag, News, ReiseMag 2018, Specials

Frank Göhre über Raymond Roussel

  Der lang ersehnte Weg ins Paranoide   von Frank Göhre Vor 85 Jahren, in der Nacht vom 13. auf den 14. Juli 1933, verstarb im „Grand Hôtel et Des Palmes“ in Palermo der französische Wortspieler, Erfinder und Weltreisende Raymond Roussel. Frank Göhre, Krimi-Autor, Drehbuchschreiber und hochgeschätzter Culturmag-Mitarbeiter, berichtet über diesen sehr besonderen Reisenden.   „Er weist uns den langersehnten Weg ins Paranoide.“ (Salvador Dali) Er ist ein gut aussehender Mann Ende Vierzig. Ein schlanker Mann mit vollem Haar und sorgfältig gestutzten Schnäuzer. Zu einer weit geschnittenen grau in grauRead More
  Um ehrlich zu sein… von Petra Reski   Um ehrlich zu sein: Die meisten von ihnen hielt ich für Kotzbrocken. Neulich habe ich nach langer Zeit wieder an sie gedacht, an die Starautorenriege, die Korrespondentenkoryphäen und die Ressortleiter, auf deren gramgebeugten Schultern die Last der westlichen Hemisphäre ruhte. An die Kriegsreporter, die nach jeder Rückkehr von der Pfütze berichteten, in die sie sich verdurstend geworfen hatten. Monumente des Journalismus. Mir war es scheißegal, dass sie den Nationalsozialismus, Vietnam und die Hitler-Tagebücher überlebt hatten. Ich wollte nur schreiben. Ich hatteRead More

Posted On Juli 21, 2018By Anke FeuchtenbergerIn Litmag, News, ReiseMag 2018, Specials

Anke Feuchtenberger: Der singende Maulwurf

    Der singende Maulwurf von Anke Feuchtenberger   Der singende Maulwurf ist ein grafischer Essay, der 2011 während eines Aufenthalts in der Villa Massimo in Rom entstand. Die Residenz der Künstlerin und Comic-Zeichnerin in Rom wurde ermöglicht vom Goethe-Institut Italien. Mehr über Anke Feuchtenberger findet sich auf ihrer Wikipedia-Seite. Am 1. September eröffnet „Tracht und Bleiche“, eine Altararbeit der Künstlerin für das LWL Museum in Münster.            Read More
  Elke Auer NEW YORK I feel you // NEW YORK Field View   Alle Bilder wurden im Februar, März und April 2017, von Elke Auer während eines dreimonatigen Aufenthalts in New York, im Rahmen eines vom Bundeskanzleramt Österreich ermöglichten Stipendiums für künstlerische Fotografie, aufgenommen. Alle bis auf das Foto des New York Times Artikels mit dem Titel „Manhood in the Age of Trump” das von Toni Kochensparger gemacht wurde. Toni Kochensparger ist eine in New York lebende Poetin und Performerin aus Ohio und gemeinsam haben die Künstlerinnen Anfang JuliRead More

Posted On Juli 21, 2018By Markus PohlmeyerIn Litmag, News, ReiseMag 2018, Specials

Markus Pohlmeyer: Reisender Dichter

    Markus Pohlmeyer Reisender Dichter Culturmag-Leser kennen Markus Pohlmeyer als Essayisten; das ReiseMag 2018 freut sich nun, ihn als Dichter vorzustellen, als Reisenden, der seine Eindrücke in lyrischen Schnappschüssen festhält. Die vier Gedichte, die wir unten vorstellen, erschienen allesamt im Igelverlag in dem Lyrikband: Als ich zu den Sternen ging (2016). Wir danken Autor und Verlag für die freundliche Erlaubnis zum Nachdruck.  Read More
  Joanna Kopp: Südamerikanisches Tagebuch Die erste große Reise durch die Welt: Ein besonderer Moment – und im ganzen Leben nicht mehr wiederholbar. Wir haben Joanna Kopp, die nach ihrem Matura-Abschluss nach Südamerika gefahren ist, gebeten, uns Ausschnitte aus ihrem Tagebuch zur Verfügung zu stellen. Joanna kommt aus dem Tessin, der italienischen Schweiz, ihre Eltern sind Deutschschweizer. Die Einträge zur ersten Etappe ihrer Reise, eine Tour durch Patagonien, hat sie freundlicherweise für uns aus dem Italienischen ins Deutsche übersetzt. 20.02.2018 – Buenos Aires (ARGENTINIEN) Wow, ich bin in Buenos Aires!Read More
  A Country for Old Men von Brigitte Helbling     Im Januar 2018 waren sie überall, zumindest kam es mir so vor. In Cafés, in Theatern, in Ausstellungen, an den Hauswänden… Es war nicht so, als hätte es sie davor nicht gegeben. Sie waren nur augenfälliger, sie nahmen weit mehr Raum ein. Lag es daran, dass mein Farsi endlich einigermaßen alltagstauglich war? Schließlich waren diese alten Männer schon bei meinen ersten Besuchen im Iran da gewesen, genauso wie der Staat, für den sie einstanden, ob aus Notwendigkeit oder ausRead More
Willkommen woanders „Lesen heißt, die Welt erfahren – Kultur kennt keine Grenzen“, lautet ein Claim von Corso, „Die Welt will entdeckt werden“, lockt die Edition Erdmann. Beide Verlage erzählen mit ihren Büchern von den Abenteuern und  Schönheiten der Ferne, der eine mit historischen Reiseberichten, der anderen mit literarischen Texten zur Welterfahrung. „Willkommen woanders“ steht auf manchen der Bücher, das Motto kann für sie alle gelten. Alf Mayer porträtiert die Verlage und ihren Verleger Lothar Wekel. Sie sind ein gutes Bild, die wilden Papageien mit ihrem leuchtend grünen Gefieder im Biebricher Schlosspark, durch denRead More
Otto E. Ehlers vorgeschlagen von Christian Y. Schmidt, dessen Protagonist in seinem postdadaistischen Roman „Der letzte Hülsenbeck“ – Rezensionen von Georg Seeßlen und Dietmar Dath hier und hier – selbst ein Reiseschriftsteller ist, der irgendwann die Lust am Reisen verlor und meistens nur noch virtuell unterwegs war, was aber zu Hause in den Redaktionen nicht auffiel. Einmal trifft er auf einer Berliner Party den Redakteur, der ihn betreut hat. Die Stelle geht so: „Ich war den Typen gerade losgeworden, da kam schon der nächste an. Es war Richard Rössiger, der Redakteur eines populärenRead More

Posted On Juni 3, 2018By Ute CohenIn Litmag, News, TABUMAG

Ute Cohen: Editorial TABU-Mag

Wollt ihr das totale Tabu? Ende der Achtziger: Das Tabu befindet sich im gesellschaftlichen Niedergang. Seit Jahrzehnten siecht es vor sich hin. Nach dem Einzug des Rock’n’Roll in Europa versetzten ihm die Achtundsechziger endgültigen einen Nackenschlag. Es folgte ein Abgesang auf Ordnung und Regelwerk. Punk und Postpunk versetzten der Zukunft einen Tritt in den Hintern. Fortan vegetierte das Tabu nur noch als Spiel vor sich hin. Bei Spieleabenden vergnügten sich die Prä-Millenials en privé mit der Erklärung von Tabubegriffen wie „Eisbär“. Ein Zähl- und ein Quietschmeister wachten gestreng über dieRead More