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Posted On September 22, 2005By Joerg von BilavskyIn Musikmag

SZ – Diskothek 2000

Jahrtausendjammer Rund um den Globus wurde geböllert und gejubelt. Die Menschen prosteten sich das neue Jahrtausend schön und erhofften sich eine bessere Zukunft. Die stellte sich aber genauso wenig ein wie eine musikalische Revolution. „Es war kein Jahr, in dem etwas wirklich Neues begann“, lautet denn auch das negative Fazit der SZ-DJs. „Scham“ überkommt SZ-Redakteur Tobias Kniebe, wenn er auf das Jahr 2000 zurückblickt. Wieso eigentlich? Ist er etwa höchstpersönlich für die erfolgreichen, aber peinlichen Eintagsfliegen Rednex oder Bomfunk MC verantwortlich? Oder für die Mainstream-Garanten John Bon Jovi und BritneyRead More

Posted On September 9, 2005By Joerg von BilavskyIn Musikmag

SZ-Diskothek – 1993

Hip oder Hop? Bewirkten Gruppen wie „N.W.A.“ mit ihrem rauen Gangsta-Rap wirklich einen „fast kompletten Paradigmenwechsel“ in der noch kurzen Geschichte des HipHops? Oder waren der Newcomer Beck und die Grunge-Ikonen von Nirvana stilbildende Größen des Popjahres 1993? Die SZ-Diskothek ist davon überzeugt. Hat er oder hat er nicht? Hat Michael Jackson das Bett mit einem 13-jährigen Jungen geteilt? Diese Frage bewegte bereits 1993 die Gemüter seiner Fans und Feinde. Sein musikalischer Ruhm stand zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht mehr in Frage. Im Februar diesen Jahres erhielt der nicht einmal 33-jährigeRead More

Posted On September 8, 2005By Thomas WoertcheIn Musikmag

Bill Evans: Soulgrass

Nur vom Feinsten So ist das manchmal: Was in der Theorie abscheulich anmutet, kann in der Praxis zu ganz liebenswerten und schönen Resultaten führen. Nachdenkliche Gemüter könnten auf die Idee kommen, dass crossover oder fusion oder wie auch immer gemischte Musik manchmal das Ergebnis von rein statistischer Kombinatorik sein mag: Wir nehmen alles, was anscheinend nicht zusammenpasst, und mischen es, bis der Notenschlüssel pfeift. Also zum Beispiel Bluegrass inklusive Fiedel, Banjo, Dobro, Mandoline und modern jazz. Natürlich muss sowas in Nashville aufgenommen werden, am besten mit lebenden Legenden. Und huchRead More

Posted On September 1, 2005By Thomas WoertcheIn Musikmag

Julian Priester Pepo Mtoto: Love, Love

Sun-Ra-Assoziation Hier sind die 60s näher als die 70s, und am Ende zerfasert die Elektronik experimentierfreudig jede Art von Gemütlichkeit, ohne ins Disharmonische abzugleiten. „Bitches Brew” goes Sun Ra? Hört man „Love, Love”, den ersten der beiden Tracks dieses schon 1973 eingespielten Albums des Posaunisten Julian Priester (der damals gerade den Suaheli-Namen Pepo Mtoto angenommen hatte), ist diese Assoziation unausweichlich. Nicht bloß, weil Priester lange bei Sun Ra gespielt hat, sondern weil „Bitches Brew” und die Folgen von Weather Report & Co. einfach das grosse Paradigma der Zeit waren. SoRead More

Posted On August 16, 2005By Joerg von BilavskyIn Musikmag

SZ Diskothek – 1968

„We Want The World And We Want It Now!” (The Doors) Protestbewegung und Rockmusik bildeten 1968 eine explosive Mischung. Studenten schrieben sich die Parolen ihrer Idole auf die Fahnen und kämpften – den rebellischen Sound im Blut – für eine bessere Welt. Die Herausgeber der SZ-Diskothek suchen nach dem revolutionären Potenzial der Musik dieses Jahres und machen überraschende Entdeckungen. Eine ganze Woche zierte diese Zeile aus dem Doors-Song „When The Music’s Over“ die New Yorker Columbia University. Ausgewählt von Studenten, die im April 1968 ihre Hochschule besetzt hielten, um fürRead More

Posted On August 11, 2005By Joerg von BilavskyIn Musikmag

SZ Diskothek – 1958

„Klassische Musik ist prima, um dabei einzuschlafen“ (Elvis Presley) „Summertime Blues“ von Eddie Cochran hätte diese 58er-Kompilation ebenso wie das geniale Rock-’n’-Roll-Instrumental „Tequila“ von den Champs um ein paar wichtige musikalische Facetten bereichert. Aber man kann nicht alles haben. Doch das, was man bekommt, deckt so ziemlich alle Stimmungslagen dieses Popjahres ab. Mit solch markigen Statements sprach der frischgebackene G.I. Elvis Presley seinen jugendlichen Fans in Deutschland aus dem Herzen. Die konnten mit Bach, Beethoven und Mozart nichts anfangen und begehrten mit Radau und Randale gegen die spießige Elterngeneration auf.Read More

Posted On Juni 23, 2005By Thomas WoertcheIn Musikmag

Hernán Lugano Tango Jazz Trio: Porteño Blue

Argentinischer Blues Lugano beweist mal wieder, dass das, was sich spielerisch und leicht und elegant anhört, nur dann glücken kann, wenn es perfekt gekonnt wird. Tempus fugit. „Tango Walk“, die letzte CD von Hernán Lugano, die er mit einem Quintett um den grandiosen schwedischen Trompeter Gustavo Bergalli eingespielt hatte, liegt schon wieder neun Jahre zurück. Für die außergewöhnliche Qualität der Musik spricht, dass ich mich noch ganz genau und bestens daran erinnere – ein Wiederhören hat das sofort belegt. Jetzt also legt Lugano zusammen mit Ernesto Zeppa am Schlagzeug undRead More

Posted On Juni 16, 2005By Joerg von BilavskyIn Musikmag

The Dissociatives: dito

Traumpfade Ein Klangteppich mit suggestiver Ausstrahlung eröffnet das erste Album des australischen Popduos „The Dissociatives“. Man wähnt sich auf den Traumpfaden der Aborigines, wenn die ersten Töne von „We’re Much Preferred Customers“ erklingen. Und die geheimnisvoll angehauchte, chorisch multiplizierte und immer wieder verfremdete Stimme des ehemaligen Frontmanns von „Silverchair“ gibt sofort den experimentellen Ton an, der die ganze Platte beherrscht und keine Sekunde Langeweile aufkommen lässt. Nachdem vom fünften Kontinent nur Lobeshymnen nach Europa gedrungen waren, durfte man auf die australischen Ausnahmemusiker mehr als gespannt sein. Und was Daniel JohnsRead More

Posted On Juni 16, 2005By Joerg von BilavskyIn Musikmag

SZ Diskothek

Salonfähig Nach ihren erfolgreichen Editions-Ausflügen in die literarischen, klassischen und cineastischen Gefilde der Hochkultur wagt sich die Süddeutsche Zeitung mit den 1000 Songs ihrer POP-Anthologie jetzt in die Niederungen der Massenkultur. Doch auch bei der SZ-Diskothek gilt: Understatement statt Mainstream. „Sex, Drugs and Rock’n Roll”. Mit diesem Schlachtruf trieben die musikfanatischen Jugendlichen in früheren Jahrzehnten ihre Eltern noch zur Weißglut. Doch aus den Teens und Twens von damals sind mittlerweile Thirty- und Fortysomethings geworden, die von der Phonoindustrie als besonders „kaufwillig“ eingestuft und nun auch von den Feuilletonisten der auflagenstärkstenRead More

Posted On Juni 9, 2005By Thomas WoertcheIn Musikmag

Gebhard Ullmann: Essencia

Sinnlich und kommunikativ Ullmann zaubert satte, wollüstige Sounds mit Tenor- und Sopransax und Bassklarinette, widmet sich zutiefst emphatisch schönen Melodielinien in den verschiedensten Idiomen. Gibt es so etwas wie musikalische Faulheit? Also die Faulheit, die Ohren aufzumachen und zu hören? Vermutlich, denn anders könnten die Dauerdenunziationen von free music, improvisierter Musik, free jazz oder wie auch immer die Labels heißen, als unhörbar, unsinnlich, verkopft, egoman, unkommunikativ und so weiter und so fort nicht greifen. Dadurch entsteht Verlust. Zum Beispiel der Verlust, „Essencia“, eine Trio-Produktion des Holzbläsers und Komponisten Gebhard Ullmann,Read More

Posted On Juni 2, 2005By Thomas WoertcheIn Musikmag

Albert Ayler Trio: Live on the Riviera

Spirituelle Einheit Keine Verschwörung: Gerade die Live-Aufnahmen aus Frankreich vom Juli 1970 zeigen Albert Ayler ironischerweise noch einmal in sehr guter Form. Im November 1970 wurde Albert Aylers Leiche aus dem East River gefischt. Verschwörungstheoretikers Lieblingsdebatte, ob er ermordet wurde oder nicht, wollen wir hier nicht aufwärmen. Er ist schlicht und einfach ertrunken und Selbstmord ist die wahrscheinlichste Ursache. Acht Jahre lang hatten die Platten des Saxophonisten aus Cleveland, Ohio die Jazzwelt durcheinandergewirbelt. Aus dem großen Zertrümmerer und gleichzeitigen Innovator war am Ende eine schlechte esoterische Kopie seiner selbst geworden.Read More

Posted On April 28, 2005By Joerg von BilavskyIn Musikmag

Funny van Dannen: Nebelmaschine

Harmonisch und kontrastreich Der Musiker, Maler und Schriftsteller Funny van Dannen sammelt seine Ideen abseits der ausgetretenen Liedermacherpfade. Was er im Dickicht des ganz normalen Wahnsinns gefunden hat, bekommen wir auf seinem neuesten Album „Nebelmaschine“ zu hören. „Das Lied muss funktionieren“, hat Funny van Dannen alias Franz-Josef Hagmans in einem Interview mit Arte einmal gesagt. Doch wie funktionieren seine eingängig komponierten und vielzitierten Lieder? Musikalisch nach Schema F. „Es gibt bestimmte Harmoniefolgen, die immer funktionieren. Wenn man auf die kommt, und die passen zu den Worten, dann geht das, aberRead More

Posted On April 14, 2005By Thomas WoertcheIn Musikmag

V.A.: Stranded. Early Songs of Emigration

Authentische Hybride Irische, norwegische, jiddische, griechische, deutsche, polnische, serbo-kroatische, portugiesische, finnische, ukrainische etc. etc. Titel, und allesamt so populär, dass sich darauf eine jeweils eigene Plattenindustrie aufbauen und eine Zeit lang halten konnte. Hinter Musik-Anthologien, die der unwahrscheinliche Musikarchäologe, -ethnologe, -ausgräber, -sammler und -jäger Christoph Wagner (und was er sonst noch alles ist!) veranstaltet, bin ich her wie der Teufel hinter der armen Seele. Kann man sich doch fast blind darauf verlassen, dass sie unterhaltsam sind (sowieso), überraschend, ein wenig bizarr und eminent lehrreich. Diesmal hat er in einem SchallplattenladenRead More

Posted On April 7, 2005By Thomas WoertcheIn Bücher, Musikmag

Peter Niklas Wilson (Hg): Jazz-Klassiker

Veritables Standardwerk „Jazz-Klassiker“ ist ein must. Für Leute, die diese Musik gerade entdecken, für Leute, die verlässliche Informationen suchen, für Leute, die Substantielles über Jazz lernen wollen und für Leute, die meinen, schon alles zu kennen und alles schon selbst gedacht zu haben. Also für alle. „Das Geheimnis der großen Jazzmusiker ist, dass sie das Wesen des Jazz offenlegen, ohne es zu verkünden“. Dieser kluge Satz eröffnet den Artikel über Billie Holiday, könnte aber auch gut als Motto für die 98 Porträts von Jazz Klassikern stehen, die unter der HerausgeberschaftRead More

Posted On März 10, 2005By Thomas WoertcheIn Musikmag

Tommy Smith Sextet: Evolution

Wonnen kluger Sprödigkeit In dieser Produktion geht es um die Verwebung, um die Kommunikation der einzelnen, sehr individuellen Stimmen. Am Anfang ein paar erratische Phrasen von John Scofields Gitarre. Dann steigen John Pattitucci (Bass) und Bill Stewart (Drums) ein und bilden einen erst tastenden, dann stramm midtempo marschierenden Rhythmus, dann ein kurzes Thema, unisono von den beiden Tenoristen Smith und Joe Lovano vorgetragen, und dann erst einmal ein single note-Solo von Scofield, dann ein in diesem postbop-Milieu erstaunlich bluesiges Pianosolo von John Taylor – erstmal weiß man nicht so genau,Read More

Posted On März 3, 2005By Thomas WoertcheIn Bücher, Musikmag

Studs Terkel: Giganten des Jazz

Große Liebeserklärung an den Jazz Geschrieben mit Verve und Drive von jemandem, dem die Musik und ihre Protagonisten mehr am Herzen liegen als Spezialistentum, als akribische biographische Forschung. Man könnte das Buch zum Beispiel so besprechen: Was soll uns eine Portraitsammlung von 13 Jazzgrößen aus dem Jahr 1957 bringen, die biographisch und in ihrer Wertung dieser „Giganten“ nichts Neues bietet? Und sich obendrein eines putzigen Anekdotismus´ bedient, der manchmal daherkommt wie Genre-Bildchen von Norman Rockwell. Da hämmert der kleine Dizzy Gillespie mit seinen „kleinen Wurstfingern“ auf dem elterlichen Klavier herumRead More

Posted On Februar 24, 2005By Joerg von BilavskyIn Musikmag

V.A.: Kaminer und Gurzhy präsentieren Russendisko Hits 2

Sound der Slawen Russland scheint Fremden düster und verschlossen. Doch tief im Innern des Vielvölkerstaates glüht es gewaltig. Davon zeugen wieder einmal die gesammelten Ohrwürmer von Wladimir Kaminer und Yuriy Gurzhy. Zu hören auf Russendisko Hits 2. Die Russendisko ist mittlerweile nicht nur in Deutschland zu einem Markenzeichen geworden. Sie erfreut sich auch bei Nachahmern im Ausland immer größerer Beliebtheit. Zum finanziellen Verdruss der Macher Wladimir Kaminer und Yuriy Gurzhy, wie sie im Booklet der neuen CD mit ironischem Augenzwinkern zu verstehen geben. Die Titelanmeldung beim Patentamt scheiterte letztlich anRead More

Posted On Februar 10, 2005By Thomas WoertcheIn Musikmag

Ingo Marmulla: Everytime It Rains

Überraschende, kontrastreich gesetzte Vielfalt CDs wie diese werden vermutlich immer mit den Groß-Konzepten der Majors inkompatibel bleiben. Der Production Designer bei einem Major Label hätte diese CD vermutlich so nicht durchgehen lassen. Denn Ingo Marmullas „Everytime it rains“ setzt programmatisch auf Vielfalt, ohne eben diese Vielfalt als Marketing-Konzept glatt und gefällig zu inszenieren. Statt dessen fegt der Recklinghauser Gitarrist, der seine Meriten mit u.a. Gunter Hampel, Theo Jörgensmann und vor allem Benny Bailey verdient hat, mit einer hochkarätigen Truppe durch die Stile: Das geht von einer angerockten Ballade wie demRead More

Posted On Oktober 7, 2004By Thomas WoertcheIn Musikmag

Joe Haider Trio: A Sunday in Switzerland

Große Piano-Kunst Ist der Pianist Joe Haider ein komischer Vogel, weil er sich seit Jahrzehnten keinen Deut um Moden und Trends, Entwicklungen und Zeitgeist schert? Weil er seit Jahrzehnten sein Genie pflegt, einfache Melodien in große Piano-Kunst umzusetzen, und sich dabei höchstens um die Qualität seiner Mitmusiker und die der Aufnahme schert? Rhetorische Fragen natürlich. Und immer noch, eben seit Jahrzehnten, freue ich mich auf jede neue Produktion und gerate bei ihm nie in die Routine des „Kennen-wir-doch-schon-lange“. Diesmal hat er sich mit dem Bassisten Giorgos Antoniou und dem SchlagzeugerRead More

Posted On September 29, 2004By Thomas WoertcheIn Musikmag

Branford Marsalis Quartet: Eternal

Extrem kreativer Umgang mit Tradition Marsalis´ voller, warmer Tenorsound kost die Harmonien, abseits von Kitsch und Klischee. Man muss puristische Veranstaltungen nicht immer nur auf ideologische Implikationen abklopfen. Im Fall von Wynton Marsalis war und ist man schon eher versucht, das zu tun. Aber seit Bruder Branford 1984 mit „Scenes in the City“ debütierte, hatte ich bei ihm seltsamerweise nie ein solches Bedürfnis – auch wenn er noch so sehr unter die technisch perfekten, aber ausdruckslosen young lions gerechnet wurde. Zwanzig Jahre später, tempus fugit, bin ich immer noch undRead More

Posted On September 16, 2004By Thomas WoertcheIn Musikmag

Patricia Barber: A Fortnight in France

Ein leicht unangenehmes Pathos des eminent Bedeutsamen Patricia Barber ist, das kann man hier schön hören, eine sehr eigenwillige, sehr prägnante Pianistin und hat an dieser Rolle hörbar großen Spaß. Wenn Patricia Barber so weitermacht, dann wird sie bald zum Durs Grünbein des Songwriter-Gewerbes. Zumindest befürchte ich das, wenn ich die Drohung lese, sie arbeite gerade Ovids Metamorphosen zu Songs um. Jooh …. Bis es so weit ist, gibt es Live-Aufnahmen von drei Stationen ihrer Frankreich-Tournee im März und April dieses Jahres, zusammen mit Neal Alger an der Gitarre, MichaelRead More

Posted On September 10, 2004By Thomas WoertcheIn Musikmag

Gypsy Schaeffer

Hochreflektierte Musik im leichten, vergnüglichen Bereich Um abenteuerlichen Interpretationen gleich das Wasser abzugraben: Ja, „Gypsy Schaeffer“ war eines von Jelly Roll Mortons Lieblings-Hangouts in New Orleans, und dieses Gypsy Schaeffer hier ist ein Quartett aus Boston und gleichzeitig dessen erste CD. Das Quartett besteht aus Saxophonisten Andy Voelker, dem Bassisten Edward Perez, dem Schlagzeuger Chris Punis und last but nt least aus dem Posaunisten Joel Yennior, der uns schon in der Formation von Fellipe Salles sehr positiv aufgefallen ist. Weil er, wie auch hier schön zu hören ist, erstens einRead More

Posted On September 10, 2004By Thomas WoertcheIn Musikmag

Charlie Haden: Land of the Sun

Lateinamerikanische Musik klischeefrei Bei aller erfreulichen Begeisterung für lateinamerikanische Musik, die bei uns nun schon erklecklich lange anhält – manchmal könnte man den Eindruck haben, von Feuerland bis zur Baja würde non stop Salsa gespielt und Son. Fröhlich, flockig, uptempo. Falsch! Das dachte sich auch der mit lateinamerikanischer Musik nun wahrlich bewanderte Charlie Haden und präsentiert mit „Land of the Sun“ eine CD, die drei große zeitgenössische mexikanische Komponisten vorstellt: Agustín Lara del Pino, Armando Manzanero und – mit der Mehrzahl der Tracks – den 1995 gestorbenen José Sabre Marroquín.Read More

Posted On August 29, 2004By Thomas WoertcheIn Musikmag

Ed Thigpen Scantet: #1

Offensichtliche Magie Präzision und Understatement am Schlagzeug – das ist Ed Thigpen. Und Perfektion, die warm und lebendig daherkommt. Sein Scantet, das aus den skandinavischen Musikern Jens Winther (tp), Thomas Franck (ts), Kasper Villaume (p) und Jesper Bodilsen (dr) besteht, scheint nichts anderes im Sinn zu haben, als klangliche Wollust in diesem Sinn herzustellen. Perfektes Ensemblespiel, perfekte, unaufdringliche Arrangements und jede Menge blitzende Ideen (zum Beispiel das plötzliche nach-vorne-Spielen von Villaumes Piano). Großen Wert legen alle Beiteiligten (und die Produktion, natürlich) auf den natürlichen Klang der Instrumente: Warmes Metall, sattesRead More

Posted On August 19, 2004By Thomas WoertcheIn Musikmag

Archie Shepp & The New York Contemporary Five

Optimistische Energie Übergangsphasen sind immer spannend. Deswegen begrüssen wir sehr die 24 bit remastered-Fassung der beiden alten Storyville-LPs des Konzerts, das Shepp & Co. am 15. November 1963 im Jazzhus Montmartre zu Kopenhagen eingespielt haben. Ornettes Coleman`s New Thing war das Paradigma dieser Jahre – und Colemans Geist schwebt auch hier über den Tönen. Und sein Intimus Don Cherry bildet die personelle Verbindung. John Tchicai ist am Altsaxophon zu hören, Don Moore am Bass und J.C. Moses am Schlagzeug. Shepps Tenorsaxophon passt noch perfekt in dieses Milieu (denn auch ColemansRead More

Posted On August 19, 2004By Thomas WoertcheIn Bücher, Musikmag

Alyn Shipton: A New History of Jazz

Sinnvoll und nützlich Interessant, und damit mit dem nötigen Distinktionsgewinn gegenüber den anderen Übersichtsveranstaltungen ausgestattet, sind Shiptons Akzentuierungen. Brauchen wir noch eine „History of Jazz“, bevor es endlich eine einzige, verlässliche, haltbare, definitive „Geschichte des Jazz“ gibt? Also ein Nachschlagewerk, das sämtliche Macken und Desiderate von „That´s Jazz“, Berendt, Polillo, Burns/Ward, Joost, Reclam und so weiter und so fort vermeidet? Einen Thesaurus, der alle Einzelstudien, Label-Geschichten, Musiker-Monographien, discographische Exerzitien, Interview-Bände, Sozialgeschichten, Krankheitsgeschichten lesbar zusammenfasst und auf den Punkt bringt? Doch ach, je mehr solcher Einzelteile entstehen, desto schwieriger wird natürlichRead More