‘Musikmag’
Fehlfarben: Xenophonie
Als der Dramatiker Heiner Müller in einem seiner zahlreichen, kongenialen Gespräche mit Alexander Kluge sein eigenes Wirken kommentieren sollte, stellte er mit leiser Stimme fest, er sei vor allem ein Landvermesser. Auch Peter Hein, Frontmann von „Düsseldorf’s Finest“, den Fehlfarben, beschreibt seine bevorzugte Tätigkeit auf „Bundesagentur“: „[…] der das Land vermisst“. Ronald Klein über das neue Album “Xenophonie”.
Gossip: A Joyful Noise
Ausverkauf? Verrat gar? Christina Mohr nimmt Gossip in Schutz, denn zur Verbreitung der überaus realen Utopie einer besseren, toleranteren, cooleren Welt gehören auch die große Show und PR-Maßnahmen.
Extra Life: Dream Seeds
Nach dem von der Kritik hochgelobten “Made Flesh” legen die Experimentalrocker von Extra Life ihr neues Album vor. Tina Manske spürt ein angenehmes Frösteln.
Richard Hawley: Standing At The Sky’s Edge
Richard Hawley ist ja für vieles bekannt – als Ex-Gitarrist der legendären Brit-Pop-Band Pulp und in den letzten Jahren auch als Crooner, dessen musikalischer Himmel stets voller Geigen hing. Das war schön, sogar so schön, dass er 2006 mit „Coles Corner“ für den renommierten britischen Mercury Prize nominiert wurde. In Erwartung eines weiteren Schmachtfetzens über seine geliebte Heimatstadt Sheffield bekommt der Hörer bei Hawleys siebenten Album „Standing At The Sky’s Edge“ erst einmal den Mund nicht zu. Janine Andert sagt: Wow!
Blitzbeats: Ebo Taylor, Poliça, Squarepusher, Santigold, My Bloody Valentine
Neue Platten von und mit Ebo Taylor, Poliça, Squarepusher, Santigold und My Bloody Valentine, gehört von Tina Manske (TM) und Christina Mohr (MO).
Light Asylum: dito
Als Tina Manske die Musiker von Light Asylum zum ersten Mal hörte, retteten sie als Vorband das CocoRosie-Konzert. Jetzt erscheint ihre erste CD, ein wunderbares Elektrostück.
Tu Fawning: A Monument
Dieses Album ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Monument, findet Janine Andert. Es übertrifft für sie sogar noch den Vorgänger „Hearts On Hold“, und der war schon ein Meisterwerk beklemmender Melancholie mit Hoffnungsschimmer.
Blitzbeats
Neue Platten von und mit Etienne de Crécy, Caligola, Locas in Love und Superpunk, gehört von Janine Andert (JA) und Tina Manske (TM).
Interview mit Sandow
Vor fünf Jahren meldeten sich SANDOW mit dem für ihre Verhältnisse elektronisch verspielten Album „Kiong – Gefährten der Liebe“ (2007) nach acht Jahren Funkstille zurück. Nach Umbesetzungen und einer Live-DVD (2008) veröffentlicht das Quartett mit „Im Feuer“ das Album zum dreißigsten Jubiläum: Ein Hörspiel statt neuer Songs. Roland Klein sprach mit Mastermind Kai-Uwe Kohlschmidt über den Hintergrund der außergewöhnlichen Platte.
Marks/Tannenbaum: I Want My MTV: The Uncensored Story of the Music Video Revolution
MTV killt den Radio-Star … und der Video-Star ist als nächstes fällig – Sobald Musik im Fernsehen spielt, also für Augen statt Ohren, läuft anscheinend nichts ohne die Nostalgietröte – wie eine Festschrift zu 30 Jahren MTV suggeriert. Von Ann Wood. Schaltet man heutzutage den Fernseher auf MTV, dann wird man mit großer Wahrscheinlichkeit nicht [...]
Mohr Music: Tanz in den (Techno-)Mai
Rechtzeitig zum Tanz in den Mai: Mohr Music diesmal mit einem Streifzug durch neue Techno-Releases. Vorgestellt werden zwei Bücher und jede Menge Musik von 2 Bears, Glitterbug, Mobilee, Addison Groove, Personal Space und Marbert Rocel. Aufarbeitung der Berliner Techno-Geschichte „Der Würfler“ und „der Rassler“ sind keine Figuren aus einem verschollenen Edgar Wallace-Film, sondern Protagonisten der [...]
Blitzbeats
Neue Platten von und mit Steve Bug („Gunslingers and Greenhorns“), Reece („Gagarin Returns“), The Impellers („This Is Not A Drill“) und Nehl Aelin („Le Monde Saha“), gehört von Ronald Klein (RK). Homogener Sampler (RK) Es ist weit über zehn Jahre her, dass im „Haus des Reisens“ am Alexanderplatz, zwar mitten im Zentrum gelegen, aber damals [...]
Sergio Mendoza y La Orkesta: Mambo Mexicano
Wie sagt man: Liebe auf den ersten Ton? Oder Liebe auf den ersten Akkord? Naja, so ähnlich. Von Thomas Wörtche.
Kleine ZeitverschwÄndung: Die Ärzte 1984 im Berlin-Film Richy Guitar
Ist das noch Punkrock? BelaFarinRod melden sich zurück. Und fluten das weltweite Netz mit 32 Videoclips, die ratzfatz an vier Tagen für das neue Album mit dem Titel “auch” gedreht wurden. Es sind eben schwierige Zeiten für Musiker, wenn Die Ärzte gleich mal eben den kompletten Longplayer via YouTube verschenken. Spaßige Clips, gefüllt mit schrägen Monstern, smarten Anzugträgern und lauten Gitarren. „Wir wollten dem Ganzen mal einen neuen Schliff geben“, sagt Bassist Rodrigo „Rod“ Gonzáles. Wohl wissend, dass die Filmkarriere für Die Ärzte bereits im Jahr 1984 begann. Damals noch im Team: Rods inzwischen ungeliebter Vorvorgänger Hans Runge, besser bekannt als „Sahnie“ – im Spielfilm Richy Guitar. Von Thomas Backs
Mittekill: All But Bored, Weak And Old
Berlin-Mitte ist tot, alles verwelkt und alles nur noch ironisch gemeint? Friedrich Greiling alias Mittekill fühlt sich trotzdem wohl als Checker. Von Tina Manske
Ray Lugo: We Walk Around Like This
Ray Lugos erste Solo-Platte „We Walk Around Like This“ bündelt unterschiedliche Einflüsse und verschließt sich selbstbewusst den Schubladen. Von Ronald Klein.
Blitzbeats
Neue Platten von und mit Woog Riots, Orbital, Mark Stewart, Logic + Olivia, Mona Mur/En Esch, Meeco, Battles, Oliver Koletzki und The School of Seven Bells, gehört von Ronald Klein (RK), Tina Manske (TM) und Christina Mohr (MO).
The Mars Volta: Noctourniquet
Sehr hübsch: Cedric Bixler-Zavala, bei The Mars Volta für die Lyrics und die Vokalmelodien zuständig, behauptet gegenüber der Presse, er könne sich emotional noch nicht so richtig mit dem neuen Album anfreunden. “Es ist wie ein Mädchen, in das man sich nie verlieben wird”, zitiert ihn der Rolling Stone. Das ist lustig und natürlich nicht besonders ernst zu nehmen. Von Tina Manske
Blitzbeats
Neue Platten von und mit Doctorella, Amadou & Mariam, Micatone, Frankie Rose, Crybaby, The Floorettes, Blood Red Shoes und White Rabbits, gehört von Tina Manske (TM) und Christina Mohr (MO).
Kommentar: Erregender Aufreger von Sven Regener
Ok, uns wird geraten, vor einem Multi-Konzern wie Google misstrauisch zu sein, auch weil die Zeiten früher besser waren, als Konzerne wie EMI/Thorn, Bertelsmann, Sony, Time-Warner et al. dafür sorgten, dass Musik viel abwechslungsreicher war als heute … wo es anscheinend nur noch Schlager und Rock gibt. // Klingt so, als würde sich hier einer mit dem Fernsehen auf dem Laufenden halten. Nicht sehr wild, nicht sehr indie … und auch nicht Rock&Roll. Matthias Penzel über Sven Regeners öffentlichen Wutanfall und die Reationen darauf.







