Litmag Category

Posted On Mai 8, 2013By Carl Wilhelm MackeIn Litmag, LitMag-Lyrik

LitMag-Weltlyrik: Virgilio Giotti

Die Straße Ich seh‘ mir eine Straße meiner Stadt an, durch die ich tausend Male schon gegangen bin, und mir kommt vor, ich habe sie niemals angeschaut. Die blassgelben Fassaden, die Geschäfte, die Bar, Autos und das bisschen hin und Her. Gerade so wie unser Leben: gelebt, am Ende schon und doch so unvertraut. Aus dem Triestiner Italienisch von Hans Raimund   Schreibt jemand in seinem heimatlichen Dialekt, so scheint – zumindest im deutschsprachigen Raum – das Urteil schon festzustehen: fast immer wird Dialektdichtung mit „Heimattümelei“ oder „Naivität“ oder „Kitsch“Read More

Posted On Mai 4, 2013By Tobias GohlisIn Kolumnen und Themen, Litmag

Lutz Schulenburg ist tot

Immer die Nase im Wind Nachruf auf Lutz Schulenburg, Verleger der Edition Nautilus. Von Tobias Gohlis. Er hatte immer ein Päckchen Tabak und einen Stift in der Brusttasche. Die Drahtbrille, durch die er unternehmungslustig, amüsiert und provokant in die Welt guckte – he, wo ist die nächste Herausforderung – und die weiß gewordenen langen Haare waren sein Erkennungszeichen: Lutz Schulenburg, Verleger, seit vierzig Jahren unterwegs im Büchermeer. Buchmessen machten ihm immer Kopfschmerzen. Auch in diesem Jahr dachte er, aus der Leipziger Hektik zurück in der Hamburger Wohnung, die Schmerzen würdenRead More
Das in den Brunnen gefallene Kind ersäuft. Das Münchner Oberlandesgericht & seine Vergabe der Presseplätze zum NSU-Prozess: – das ist offenbar eine ebenso unendliche wie unendlich peinliche Geschichte. Was die Münchner Juristen da vollführen, gleicht den Spitzentanz eines dämlichen Elefanten in einem Porzellanladen. Ein ebenso wahnsinniges wie wahnwitziges Unternehmen. Von Wolfram Schütte Nachdem man in München erst versucht hatte, die Presseplätze nach dem Grundsatz der schnellsten Nachfrage (wie beim Winterschlussverkauf) zu vergeben, war man nun zum Lotto- oder Zufallsprinzip fortgeschritten, also zu der säkularen Form des mittelalterlichen Gottesurteils. Sollte nunRead More

Posted On April 24, 2013By Frank GoehreIn Kolumnen und Themen, Litmag

Frank Göhre: Marrakesch (Teil 1)

Hotel Marrakesch Eine Zeitreise. Von Frank Göhre Es ist durchgehend geöffnet. In den frühen Morgenstunden haben allerdings nur die Orangensaftverkäufer zu tun. Ein großes Glas Saft kostet 4 Dirham, etwa 40 Cent. Danach kann man auf der Terrasse des Café de France Platz nehmen und Kaffee und Croissant ordern, le petit-dejeuner, auf dem „Logenplatz an Afrikas berühmtester Straßenbühne“. Der Blick auf den Djemma el Fna am Morgen. Hubert Fichte korrigiert sich: „Djemma el Fna heißt gar nicht Der Platz der Gehenkten. Djemma heißt Die Moschee, Die Versammlung. Also vielleicht DerRead More
Aleks Scholz ist Autor und Astronom. In seiner Kolumne „Lichtjahre später“ erklärt er regelmäßig alles, was wir über das Universum wissen müssen. Seit Januar 2013 befindet er sich auf einer Irrfahrt über den Nachthimmel. Heute: Nebeljäger. Die Nebel-Spinnerei Die nördliche Hemisphäre hat ein Problem: Es mangelt ihr an Nebeln. Sterne gibt es genug, Planeten auch, aber Nebel kann man lange suchen. Anzahl der Nebel, die mit bloßem Auge sichtbar sind: zwei. Andromeda und Orion, beides winzige Flecken, unscheinbare Features, die allenfalls als Accessoire in Mythen oder als Fußnote in wissenschaftlichenRead More

Posted On April 24, 2013By Peter MuenderIn Bücher, Litmag

Chris Wahl (Edt.): Lektionen in Herzog

Herzogs Vision von ekstatischer Wahrheit – Werner Herzog hatte sich mit Filmen wie „Aguirre“, „Cobra Verde“ oder „Fitzcarraldo“ längst den Ruf eines genialen Extremkünstlers erarbeitet. Doch in den letzten Jahren kaprizierte er sich auf ungewöhnliche Doku-Fiktionen, mit denen er offenbar neue Dimensionen zwischen Realität und Fiktion filmisch darstellen will. Vor allem diese bisher weniger bekannten Aspekte beleuchtet Chris Wahl in seinem faszinierenden Reader „Lektionen in Herzog“. Von Peter Münder. Sein monumentales „Fitzcarraldo“-Projekt drohte zwar mehrmals zu scheitern, doch die verrückte Geschichte vom irischen Kautschukbaron Fitzcarraldo, der mitten im brasilianischen DschungelRead More
1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne, 1 Jahr lang: Ab Juni erscheint bei CULTurMAG wöchentlich für ein Jahr Michael Zellers SEH-REISE in zweiundfünfzig Ausfahrten, ein „Tagebuch in Bildern”: Betrachtungen zu Kunst und Leben, von den ägyptischen Pharaonen über die griechisch-römische Antike und das Mittelalter bis in die unmittelbare Gegenwart. Heute: Mies van der Rohe: Der Pavillon von Barcelona. (Alle Folgen hier). Siebenunddreißigste Ausfahrt An den ersten Besuch im rekonstruierten Pavillon des Ludwig Mies van der Rohe, den er zur Weltausstellung des Jahres 1929 in Barcelona gebaut hat, kann ich mich gutRead More

Posted On April 24, 2013By Senta WagnerIn Bücher, Litmag

Gabriele Kögl: Auf Fett Sieben

Immer schön cremig bleiben – „Auf Fett Sieben“, der vierte Roman der österreichischen Schriftstellerin Gabriele Kögl, stellt die Verhältnisse provokant auf den Kopf: Eine hippe Elterngeneration gibt ihrem Nachwuchs den Rest und nicht andersherum – wie sonst oft. Von Senta Wagner Vornamen sind bekanntermaßen mehr als bloß Vornamen. Soziologen haben das längst durchschaut. Gebildete Schichten haben es zum Beispiel mit der griechischen Mythologie, und so hat es auch die adoleszente Icherzählerin des Romans schlimm erwischt: Sie heißt Iphigenie Elektra Persephone, für ihre Freunde kurz Phigie. Glücklicherweise ist allgemein ein TrendRead More
Citizen-Stranger in a Strange Land: On Being a Foreign Correspondent at Home  By Thomas Adcock NEW YORK, near America In days of yore, when people used stamps and stationery and fountain pens to communicate via public post, my dear friend Gisbert Haefs addressed letters to me in care of a place he christened “New York, near America.” He was confident that mail from Bonn would accordingly reach me, here in my ugly-beautiful city along the eastern coast of the United States. It always did. Thus did Herr Haefs, my comradeRead More

Posted On April 24, 2013By Ulrich NollerIn Bücher, Litmag

Taiye Selasi: Diese Dinge geschehen nicht einfach so

Das verloren geglaubte Glück – Ein Stück Weltliteratur in des Wortes doppelter Bedeutung: Ulrich Noller ist begeistert von Taiye Selasis Debütroman. Kweku stirbt ohne Pantoffeln. Was erstaunlich ist, weil der Mittfünfziger eigentlich niemals ohne Pantoffeln durchs Haus läuft. Anders an diesem Morgen, der seinen Tod bringen soll. Kweku wacht früh auf, schleicht leise aus dem Wohnzimmer seines Hauses in Accra/Ghana, barfuß, hinaus zur Terrasse, in den Garten. Den stechenden Schmerz in seiner Brust registriert Kweku kaum, obwohl er es besser wissen müsste, denn er ist Arzt. Noch eine Stunde hätteRead More
Rädchen in der Syntax Matthias Göritz Spiegelschlaf Vorgestellt von Martin Piekar Spiegelschlaf Doch wovon sprechen wir? Ohne dass du es merkst bist du ins Gehäuse der Syntax getaucht, kleines Rädchen nur, eine Feder, zu winzig Für handelsübliche Schrauben – Fühlst du’s? In einem Moment verlierst du die Sicherheit, im nächsten die Wurt, und dann, ganz am Ende, steckst du fest, nackt, oder besser: entkleidet. In Haut findest du dich im Spiegel wieder, dem altertümlichen Buch, mit dem einst Hexenprozesse, Völkermorde ganze Historien begannen. Spuck’s aus. Deine Worte versinken, dein MundRead More

Posted On April 24, 2013By Elfriede MuellerIn Bücher, Litmag

Reinhard Jirgl: Nichts von euch auf Erden

Die langweilige Apokalypse – Science-Fiction dient häufig zum Ausmalen von Utopien, positiven wie negativen. Wenn einer der geachtetsten deutschsprachigen Autoren sich das 25. Jahrhundert zum Thema nimmt, um daran die gesamte Menschheitsgeschichte anthropologisch abzuhandeln und menschliche Eigenschaften auf ewig festzuklopfen, sind die Erwartungen hoch. Leider erfüllt Jirgl diese nicht, findet Elfriede Müller. Reinhard Jirgl, der für seine Sprache berühmt wurde, verfremdet diese in seinem letzten Roman bis zur Unkenntlichkeit, um die Distanz zur Gegenwart zu verdeutlichen. Das Werk besteht aus einem Prolog, zwei Büchern der Kommentare und zwei Bänden: „DieRead More
Verschiebungen im Wertesystem – Ein Ausspruch der Kanzlerin war es, der Ingo Schulze stutzig machte, der Begriff „Marktkonforme Demokratie“. Müssten es nicht „Demokratiekonforme Märkte“ sein? Steht der Markt wirklich über der Demokratie oder war der Kanzlerin da nur ein Versprecher entfleucht? Diese Verschiebungen im politischen Wertesystem, die sich mit der Finanzkrise vermehrt in unser Denken eingeschlichen haben, interessieren Schulze. In der zu einem Essay ausgearbeiteten Rede „Unsere schönen neuen Kleider“ legt Schulze mehr von diesen, die Wirklichkeit verdrehenden Begriffsfunden vor. Ein Appell wie von dem Kind im Märchen „Des KaisersRead More

Posted On April 24, 2013By Die RedaktionIn Litmag

Hausmitteilung

Interna, Termine und anderes – Die CULTurMAG-Lesereihe im Hamburger Jazz-Club Birdland geht weiter. Im zweiten Teil von „Literatur vs. Jazz“ lesen die Autoren Stefan Beuse und Benjamin Maack, dazu spielt das Sven Kerschek-Trio. Jan Karsten moderiert. Wir freuen uns über Euer/Ihr Kommen. Have fun! Die Redaktion  Read More

Posted On April 24, 2013By Stella SinatraIn Litmag, Stella Sinatras URknall

Stella Sinatras URknall

Goldlöckchen 1 bild / 100 worte „Sehr aufregende Welten“ nennt die Harvard University die beiden Planeten Kepler 62e und Kepler 62f. Sie kreisen um einen Old-Lady-Stern, der ein etwas anderes, rötlich schimmerndes Licht auf ihr Zwillingsdasein im Orbit wirft. Was wir von e und f wissen? Nur soviel: Sie sind zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Die Goldlöckchen-Zone! Aber auch Kepler 69c hängt in seinem Sonnensystem im habitablen Äther ab, eventuell bereits ausgestattet mit Meeren und Kontinenten, Aschenbechern, Bahnübergängen und Liebeshotels! Die Bewohner, nennen wir sie Kepler 69c-linge, haben sichRead More

Posted On April 24, 2013By Carl Wilhelm MackeIn Litmag, Lyrik

LitMag-Weltlyrik: Judith Herzberg

Spätes Paar I. Will there be a fast weißgestrichen Tor between their two such different wilderness? Ein Tor, das quietschend aufgehn kann? Können ihre Lippen den Abstand mildern, Lippen aus so anderer Nahrung gewachsen, um solche andere Wörter geformt? Mund zu Mund, jeder seine Geschichte, mit Müh und Not Sprache. Fließt es zusammen, uneins, wie? Während aus so verschiedenem Gewittern Wasser niederschlägt? Sind sie nicht rührend, erkennbar, des andern verbeulte Reste? Und der Schwelbrand hier und da, der, ausgetreten, doch wieder entflammt, flüchtend, unlöschbar, weiterfressend? Abgefunden, jeder mit sich, aberRead More
„Irgendwann kommen die Dinge von allein zu mir“ Sophie Sumburane hat der Roman „Zerbrochenes Glas“ von Alain Mabanckou gut gefallen. Auf der Leipziger Buchmesse hat sie den Autor getroffen. S: Was inspiriert Sie beim Schreiben? A: Ich glaube, ich schaue öfter zurück in meine Kindheit, ich war das einzige Kind meiner Eltern. Das hat mich dazu angeregt, viel nachzudenken. Ich hatte niemanden zum Spielen, also war ich in meiner Gedankenwelt zu Hause. Um der Einsamkeit zu entkommen, habe ich außerdem sehr viel gelesen. Und ich glaube, wenn man sehr vielRead More

Posted On April 10, 2013By Carlo SchaeferIn Bücher, Litmag

Christa Wolf: Ein Tag im Jahr im neuen Jahrhundert

An jedem 27. September – Christa Wolf hat seit 1960 an jedem 27. September ihren Tag protokolliert und natürlich auch darüber hinaus das Jahr, das vergangene und das kommende, reflektiert. Jetzt ist bei Suhrkamp ein zweiter Band mit diesen Texten veröffentlicht worden: Die Jahre 2001, kurz nach 9/11 bis 2011 kurz vor Wolfs Tod. Carlo Schäfer hat das Buch gelesen. „Unser Lautester“ (so Henscheid), Marcel Reich-Ranicki, hat Christa Wolf, als die Gelegenheit günstig war, jede literarische Qualität abgesprochen, andere sind ihm willig gefolgt. Nun sind die Rezensionen wieder enthusiastisch. DemRead More
Faszination des Schreckens – Der „Dark Tourism“ wird immer populärer – aber auch schriller. Zahlreiche wissenschaftliche Studien und Reportagen wurden dazu veröffentlicht. Zeit für eine Bestandsaufnahme, findet Peter Münder. Mit den üblichen von Millionen Touristen besuchten Reisezielen wie Venedig, Paris, Neuschwanstein oder Disneyland hat der britische TV-Komiker Dom Joly, der seine Kindheit im zerbombten Libanon verbracht hat, nichts am Hut. Er reise lieber abseits ausgetretener Pfade dorthin, wo es weder Starbucks-Filialen noch MacDonalds gebe, erklärt er im Nachwort zu seinem 2010 erschienenen scharfsinnig-satirischen Reportageband „The Dark Tourist“. Also besichtigte erRead More

Posted On April 10, 2013By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Michael Köhlmeier: Die Abenteuer des Joel Spazierer

Ein schelmisches Meisterwerk – Michael Köhlmeiers Schelmenroman umspannt ein halbes Jahrhundert und verknüpft weltgeschichtliche Ereignisse mit dem ebenso außergewöhnlichen wie außermoralischen Leben des Ich-Erzählers – ein grandioses Meisterwerk, das seinesgleichen in der deutschen und internationalen Gegenwartsliteratur sucht. Von Karsten Herrmann Köhlmeiers Ich-Erzähler ist ein alter Freund des bereits aus seinen vorherigen Romanen bekannten Schriftstellers Sebastian Lukasser. Dass dieser, wie es auf der Hand liegen würde, nicht auch dieses Mal den Job des Erzählens übernommen hat, führt der titelgebende Ich-Erzähler selbst aus: „Ich habe ihm die Erlaubnis entzogen, mich erzählend zu retten.Read More
Wie die repressive Toleranz das Kabarett lächerlich macht – Seit geraumer Zeit bemerke ich bei mir einen wachsenden Widerwillen gegen das kabarettistisch-satirische Gewese im deutschen Fernsehen. Immer öfter bleibt ein fader Nachgeschmack zurück, nachdem man sich von „Neues aus der Anstalt“, „Mitternachtsspitzen“ & den zahllosen anderen kabarettistischen Veranstaltungen gleichen oder ähnlichen Typs zum (Ver)Lachen der laufenden politischen Ereignisse & ihrer Protagonisten hat animieren & traktieren lassen. (Manchmal hat es den Anschein, als bestehe das TV-Programm der Öffentlich-Rechtlichen nur noch aus Krimi-Tatorten & Kabarettsendungen). Von Wolfram Schütte Besonders das Bayerische FernsehenRead More
Sterben und leben lassen – Baron Samedi heißt einer der wichtigsten „Loas“ der Haitianischen Voodoo-Religion, der Herrscher über das Totenreich. Hans Christoph Buch gilt als Kenner des immer wieder von Unglücken heimgesuchten karibischen Landes. Sein neuer Roman, „Baron Samstag oder das Leben nach dem Tod“ ist zwar kein Haiti-Roman, oder besser: kein Roman, der sich mit Haiti als Schauplatz begnügte. Trotzdem ist der Titel alles andere als irreführend. Baron Samedi untersteht der Grenzbereich zwischen Leben und Tod, er besiegelt die endgültige Aufnahme ins Totenreich und kann für Auferstehungen sorgen. JoeRead More

Posted On April 10, 2013By Simone KornappelIn Litmag, Neuer Wort Schatz III

Neuer Wort Schatz 3: Norbert Lange

twist and shout Norbert Lange DIE STARE HJERTØYAS  (w) Vorgestellt von Simone Kornappel DIE STARE HJERTØYAS  (w) Haben wir im Stich gelassen, die Stare Hjertøyas; die noch singen …, der Insel ihr Lied noch kratzen …, zitieren der Luft ihr Alphabet nach Schnabel gemalen und setzen Wolkenfragmente von Wolken in Wolkenrahmen. Aus diesem Leim zusammen fügen sie die Welt; an ihren Notenfüßen im Obertonbereich an Bäume gehängt, zerschneiden Luft bestreuen den Kammerboden; in Klammer gesetzt ans Fenster, bedecken mit Zeichen das Haus. So singen sie, vermischt zu Nokiaklingeln, die LauteRead More

Posted On April 10, 2013By Michael ZellerIn Litmag, Zellers Seh-Reise

Michael Zellers Seh-Reise (36): Rochusfigur

1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne, 1 Jahr lang: Ab Juni erscheint bei CULTurMAG wöchentlich für ein Jahr Michael Zellers SEH-REISE in zweiundfünfzig Ausfahrten, ein „Tagebuch in Bildern”: Betrachtungen zu Kunst und Leben, von den ägyptischen Pharaonen über die griechisch-römische Antike und das Mittelalter bis in die unmittelbare Gegenwart. Heute: Eine Rochusfigur. (Alle Folgen hier). Sechsunddreißigste Ausfahrt Rochus – mein Rochus. Wie viele Abbildungen habe ich gesammelt von dem Pestheiligen, zu allen Epochen, aus den meisten europäischen Ländern. Einige illustrieren die Schrift, die ich 1989 herausgebracht habe: „ROCHUS. Die PestRead More

Posted On April 10, 2013By Stella SinatraIn Litmag, Stella Sinatras URknall

Stella Sinatras URknall

Einhorn 1 bild / 100 worte Dobi (27), wenn es anstrengend wird, galoppiert auf einem Einhorn durch die Grubengänge, in denen Fiorucci (28) und Phelps (30) Fallen aufgestellt haben. Ihr Ziel: Schwarze Materie einfangen, Zusammenhalt des Universums erkunden, QED und all das mal eben en passant in einem Stollen, in dem einst Gold geborgen wurde. Take that, Opera! Das Einhorn stellt der amerikanische Staat, der die Förderung nicht mehr zahlen kann. Andere sind, Gott sei’s gepriesen, eingesprungen. All dies berichten wir so, wie wir es im Heiligen Land gesehen haben,Read More

Posted On April 10, 2013By Carl Wilhelm MackeIn Litmag, LitMag-Lyrik

LitMag-Weltlyrik: Olga Orozco

Die Tode Hier haben wir Tote, deren Gebeinen nicht der Regen bleichen wird, Grabsteine, auf denen niemals der stürmische Schlag  der Echsenhaut erschallte, Inschriften, die niemand abschreiten wird im Licht einer entfachten Träne; Sand ohne Fußstapfen in allen Erinnerungen. Es sind die Toten ohne Blumen. Sie hinterließen uns keine Briefe, keine Ringe oder Fotos. Keine Heldentrophäen geben Zeugnis von Ruhm oder Schande. Ihre Leben verliefen ohne Ehren auf Erden, doch ihr Schicksal war wie ein heftiger Blitzschlag, denn sie kannten nicht Schlaf noch Frieden auf den schamlosen Lagern, die fürRead More