Litmag Category

1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne, 1 Jahr lang: Ab Juni erscheint bei CULTurMAG wöchentlich für ein Jahr Michael Zellers SEH-REISE in zweiundfünfzig Ausfahrten, ein „Tagebuch in Bildern”: Betrachtungen zu Kunst und Leben, von den ägyptischen Pharaonen über die griechisch-römische Antike und das Mittelalter bis in die unmittelbare Gegenwart. Heute: Ein mittelalterliches Bild es Minnesänger Heinrich Hetzbolt von Weissensee. (Alle Folgen hier). Achtzehnte Ausfahrt Fröhlich waren die Augen-Blicke, wie selten, vollkommen unbeschwert, die ich unter der Woche auf die Kunstkarte in meiner Küche warf und die ich zurück bekam ausRead More

Posted On November 7, 2012By Peter MuenderIn Bücher, Litmag

Jürgen Ebertowski: Die Stadt am Meer

Zwischen Kreuzberger Kiez und Kamakura –Der Berliner Autor Jürgen Ebertowski war schon immer sehr Nippon-affin: Er studierte Japanologie, war Sprachlehrer am Goethe-Institut in Tokio, betrieb in Kreuzberg seine eigene Aikido-Schule und hatte die Nippon-Connection auch in einigen Krimis entwickelt. Den Schauplatz Kamakura hatte er bereits in „Blutwäsche“ beschrieben. Mit mildem, nostalgisch verklärendem Blick ist er nun in „Die Stadt am Meer“ nach Kamakura zurückgekehrt – auf den Spuren des Mediziners Robert Koch, der 1908 von den Japanern in diese Puppenstubenidylle eingeladen wurde. Von Peter Münder. Es ist jetzt genau vierRead More
Drei aktuelle Bücher beschäftigen sich mit der Geschichte und Wirkung von Mode – Christina Mohr hat sie für CULTurMAG gelesen. Mode? Absolut! Es war natürlich ein kluger Mensch, nämlich Oscar Wilde, der konstatierte, dass nur oberflächliche Menschen der Oberfläche keine Beachtung schenken. Seit dem 19. Jahrhundert haben sich die Moden und der Blickwinkel auf selbige zwar -zigmal geändert, aber auch heutzutage gibt es genügend Leute, die betont modisch (= stylish) gekleidete ZeitgenossInnen aufgrund vermuteter Eitelkeit und eben Oberflächlichkeit verachten – wobei die Verachtung auf Gegenseitigkeit beruht: Sowohl Hipster/Fashionistas als auchRead More

Posted On November 7, 2012By Lucy Renner JonesIn Bücher, Litmag

Clemens J. Setz: Indigo

Wie wird deutschsprachige Literatur eigentlich im Ausland aufgenommen? CULTurMAG wirft einen ungewöhnlichen Blick auf aktuelle Neuerscheinungen. Lucy Renner Jones übersetzt (u.a.) deutschsprachige Literatur ins Englische – und klopft für uns in unregelmäßigen Abständen Neuerscheinungen interessanter Autoren auf Ihre Aussichten auf dem englischsprachigen Markt ab. Diesmal hat Sie Clemens J. Setz‘ Roman „Indigo“ gelesen und sich mit Ross Benjamin, dem amerikanischen Übersetzer des jungen österreichischen Autors unterhalten. That rare thing – “So könnte die Zusammenfassung einer Handlung lauten, die sich jeder Zusammenfassung entzieht. Am besten, Sie blättern gleich um und lesenRead More

Posted On November 7, 2012By Tillmann ReikIn Bücher, Litmag

Jean-Luc Nancy: Die Anbetung

Inbrünstiges „Inmitten der Welt“ Gott sei Dank bin ich Atheist (Luis Buñuel) Dieu deconstruit. Lui-même. (Jacques Derrida) Ouvertüre – Ver Nancy Nach wie vor erweist sich als schwierig, abzuwägen, womit man es bei dieser aufregend enigmatischen, unverschämt verstiegenen Schreibe, einer Umschrift sämtlicher traditionell eingeschliffener Denkgewohnheiten, zu tun hat. Der man hierzulande im seriösen Wissenschaftsdiskurs nach wie vor nicht gerade mit großer Aufgeschlossenheit begegnet. Handelt es sich im Fall dieses „post-dekonstruktiven Realismus“, wie Jacques Derrida es in seinem ihm gewidmeten Buch „Le Toucher“ (deutsch: Berühren. Jean-Luc Nancy. Berlin 2007) formuliert, umRead More

Posted On November 7, 2012By Stella SinatraIn Litmag, Stella Sinatras URknall

Stella Sinatras URknall

Vorgetäuschter Tod 1 bild / 100 worte Es ist ein grausig Ding um Rote Riesen, die vom Charakter her zwar sanft sind – mögen Kinder, Hunde, verschenken gern Birnen aus dem eigenen Garten – aber dann, kaum im Weltall angelangt, haben sie nichts Besseres zu tun, als den eigenen Tod vorzutäuschen. – Schwurgläääääh. Ich sterbe! – O Riese, ohne dich kann ich nicht leben. – Tatsächlich? – Jawohl. Und auch nicht ohne deine Birnen. – SchwurrglmppsxxxxxxxxXXX – Es folgt eine Trauerperiode von 34 Jahren (1903 – 1937), bis mal einerRead More

Posted On November 7, 2012By Carl Wilhelm MackeIn Litmag, LitMag-Lyrik

LitMag-Weltlyrik: Lucille Clifton

my dream about time a woman unlike myself is running down the long hall of a lifeless house with too many windows which open on a world she has no language for, running and running until she reaches at last the one and only door which she pulls open to find each wall is faced with clocks and as she watches all of the clocks strike NO Mein Traum von der Zeit eine Frau, die mir nicht ähnlich ist, rennt den langen Korridor eines totenstillen Hauses entlang, mit zu vielenRead More
Der amerikanische Autor und Edgar-Gewinner Thomas Adcock hat in den vergangenen Wochen exklusiv für CULTurMAG in einer wöchentlichen Kolumne den US-Wahlkampf begleitet. Nun steht die Entscheidung an, in den kommenden Stunden wird der nächste Präsident der Vereinigten Staaten gewählt. Warum sich Thomas Adcock wünscht, dass Barack Obama der Franklin Delano Roosevelt des 21.Jahrhunderts wird, lesen Sie hier. Unifinished Business If all goes well in today’s federal elections—I predict it shall—the rëelection of President Barack Obama and a thumping defeat for proto-fascist Tea Party commandants of the formerly respectable Republican PartyRead More

Posted On Oktober 31, 2012By Joe Paul KrollIn Bücher, Litmag

Simon Reynolds: Retromania

Verweile doch, du bist so schön! Bereits zum Erscheinen der Originalausgabe wurde auch bei uns in Deutschland viel über Simon Reynolds „Retromania“ diskutiert. Nun hat der Popjournalist die deutsche Ausgabe seines Buches auf einer Lesereise präsentiert, Joe Paul Kroll war  in Frankfurt mit dabei. „Übersättigung einer Zeit in Historie“, so die bekannte Klage, sei nicht nur „dem Leben feindlich und gefährlich“, sondern besonders der Kunst. Ganze Welten künstlerischen Ausdrucks waren noch gar nicht entdeckt worden, als es Friedrich Nietzsche vor einem Übermaß der verfügbaren Historie graute. Doch mit dem, wasRead More

Posted On Oktober 31, 2012By Die RedaktionIn Litmag

CULTurMAG, Ausgabe vom 31.10.2012

Liebes CULTurMAG-Publikum, willkommen zur Doppelausgabe von LitMag und MusikMag Diese Woche lesen Sie Joe Paul Kroll über Simon Reynolds anregendes Buch „Retromania – warum Pop nicht von seiner Vergangenheit lassen kann“, Karsten Herrmann über Teju Coles feinsinnigen Metropolenroman „Open City“ und Kira Kötter über Anthony McCartens Fortsetzung von „Superhero“, den halb im Netz, halb im real life spielenden Roman „Ganz normale Helden“ – zu dem Sie auch ein Video-Interview mit dem Autor sehen können, das Kerstin Carlstedt geführt hat. Außerdem beschäftigen wir uns mit Fotokunst: Peter Münder hat sich dieRead More
Magischer Twilight-Realismus – Reif für die Insel? Die Hamburger Fotografin Anja Jensen stellt ihre faszinierenden „Tatort“-Bilder auf Föhr im Museum Kunst der Westküste aus. Es sind inszenierte, geheimnisvoll ausgeleuchtete Fotos, die während ihrer Aufenthalte auf Föhr und Amrum entstanden. Von Peter Münder Hinten am dunkelblauen Horizont ist ein roter Reststreifen der untergehenden Sonne auszumachen, vorn steht ein grell ausgeleuchtetes rothaariges Mädchen im weißen Kleid in einer hügeligen Heidekrautlandschaft und blickt direkt in die Kamera. Sie greift dabei in einen großen Popcornkübel – will sie dem Betrachter vielleicht etwas anbieten? OderRead More

Posted On Oktober 31, 2012By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Teju Cole: Open City

Feinsinniger Metropolenroman – Mit „Open City“ hat der 1975 in den USA geborene, in Nigeria aufgewachsene und heute wieder in Brooklyn lebende Teju Cole einen bemerkenswerten Flaneurs- und New-York-Roman über das Eigene und das Fremde und die bis heute währende Geschichte von Verfolgung und Völkermord geschrieben. Von Karsten Herrmann Teju Coles Protagonist ist der junge, farbige Psychiater Julius, der als Kontrapunkt zu seinen Arbeitstagen im Krankenhaus immer ausgedehntere Spaziergänge durch seine Heimatstadt unternimmt: „So drang New York City … im Schritttempo in mein Leben ein.“ Einsam im Gewimmel der MenschenRead More

Posted On Oktober 31, 2012By Michael ZellerIn Litmag, Zellers Seh-Reise

Michael Zellers Seh-Reise (17): Ernst Barlach

1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne, 1 Jahr lang: Ab Juni erscheint bei CULTurMAG wöchentlich für ein Jahr Michael Zellers SEH-REISE in zweiundfünfzig Ausfahrten, ein „Tagebuch in Bildern”: Betrachtungen zu Kunst und Leben, von den ägyptischen Pharaonen über die griechisch-römische Antike und das Mittelalter bis in die unmittelbare Gegenwart. Heute: Ernst Barlach: Russische Bettlerin. (Alle Folgen hier). Siebzehnte Ausfahrt Das plastische Bildnis eines Menschen, das die Schönheit seines (unseres) Körpers feiert und steigert, indem sie alles Unwesentliche, bloß Individuelle auslässt. Die Umrisslinie einer Person vom Kopf bis zu den FüßenRead More

Posted On Oktober 31, 2012By Kira KoetterIn Bücher, Litmag

Anthony McCarten: Ganz normale Helden

Wwwwwwwwwwwwwwwwwww – Mit dem Buchstaben w bewegt man sich im Onlinerollenspiel „Life of Lore“ (LoL) vorwärts. Das ist auch genau das, was Familie Delpe möchte – sich vorwärtsbewegen. Raus aus der Trauer, rein ins Leben, zurück ins Glück oder das, was davon übrig geblieben ist, seit ihr jüngstes Mitglied – Donald – gestorben ist. Von Kira Kötter Anthony McCartens neuer Roman ist geprägt von der unüberwindbaren Trauer, die aus seinem Debüt „Superhero“ herübergeschwappt ist. In „Superhero“ stirbt Donald Delpe nach langem Leiden als junger Teenager, als glänzender Comiczeichner und schließlichRead More

Posted On Oktober 31, 2012By Kerstin CarlstedtIn Litmag, Porträts / Interviews

Anthony McCarten im Video-Interview

Internet und Real Life – Vor dieser Buchmesse und ihrem Themenschwerpunkt Neuseeland war der kleine Inselstatt im Südpazifik zuvor für viele literarisches Niemandsland. Dabei hat Neuseeland Autoren wie Carl Nixon (mehr hier bei CM) oder Anthony McCarten („Ladies’ Night“, „Superhero“) hervorgebracht. Zum „Interview Lounge“-Gespräch reiste er jedoch nicht aus Neuseeland an, und auch nicht aus seiner Wahlheimat London, sondern aus Braunschweig, wo er am Abend zuvor eine Lesung hatte. McCarten spricht über seinen neuen Roman „Ganz normale Helden“ (zur CULTurMAG-Rezension, seine Skepsis gegenüber der fortschreitenden Digitalisierung unseres Lebens mit allRead More

Posted On Oktober 31, 2012By Carl Wilhelm MackeIn Kunst, Litmag

Der (Kriegs-)Fotograf Giles Duley

„I’m still a photographer“ – Carl Wilhelm Macke über das Schicksal des schwer verletzten Fotografen Giles Duley. Soll man ein Foto veröffentlichen, das die Folgen von Gewalt besonders drastisch und in einer den Zuschauer und Leser schmerzhaft berührenden Weise trifft? Gibt es nicht eine Toleranzgrenze in der Darstellung von Gewalt und deren Folgen, die man als verantwortlicher Redakteur eines Mediums absolut zu respektieren hat, wenn einem Menschenrechte und Menschenwürde mehr bedeuten als pathetische Worte zum Sonntag? Gibt es jenseits eines Scoops im Konkurrenzkampf um Aufmerksamkeit mit anderen Medien nicht auchRead More
            Leading voices of the Republican Tea Party cult — clockwise from top:  Sarah Palin, 2008 Republican nominee for vice-president, half-term governor of Alaska; Congressman Allen West, Florida; Congressman Michael Coffman, Congressman Todd Akin, U.S. Senate candidate, Missouri; Colorado; Congressman Chip Cravaack, Minnesota; Congresswoman Michele Bachmann, Minnesota; Tea Party polemicist Ann Coulter; Congressman Joe Walsh, Illinois; Congressman Steve King, Iowa; Indiana State Treasurer Richard Mourdock, candidate for the U.S. Senate. Der amerikanische Autor und Edgar-Gewinner Thomas Adcock berichtet exklusiv für CULTurMAG in seiner wöchentlichen KolumneRead More

Posted On Oktober 31, 2012By Stella SinatraIn Litmag, Stella Sinatras URknall

Stella Sinatras URknall

Die Einsamkeit der Alpen 1 bild / 100 worte Gruß aus dem Schnee, aus der Einsamkeit der Alpen. Wir treten vor die Tür und werfen uns ins endlose Weiß, schlagen die Arme, schlagen die Beine, ein Engel wird geboren. Grüß dich, Engel. – Howdy. – Der Engel trägt Cowboystiefel und verlangt nach einem Telefon, zwecks Einrichten eines Twitter-Accounts. Wozu das? Die Einsamkeit, sagt der Engel, der Schnee, die Alpen, I’m a poor lonesome cowboy, let me twitter, let me flitter, let me dance the jiggaboo. – Ach Engel. – NixRead More
Nov2012
Das monatliche Preisrätsel - finden Sie das gesuchte Gedicht und gewinnen Sie einen Buchpreis!Read More

Posted On Oktober 31, 2012By Carl Wilhelm MackeIn Litmag, LitMag-Lyrik

LitMag-Weltlyrik: Carlos Nejar

Eines Tages Eines Tages die Morgenröte im Brotkorb. Eines Tages werden die Dinge die Morgenröte beugen. Eines Tages werden Liebe und Liebende im Falten der Hände ernten. Die Welt Seite an Seite mit einer andern Welt. Eines Tages. Aus dem brasilianischen Portugiesisch von Kurt Scharf   Man bekommt ein Buch geschenkt. Man bedankt sich freundlich. Liest flüchtig die Kurzinformationen auf dem Umschlag – und legt das Geschenk dann mit einem nochmaligen Dank auf die Seite. Ganz selten aber kommt man schon beim ersten oberflächlichen Lesen nicht mehr los von demRead More
Kempo: Auf dem Weg zum Autor – Frühe Aufzeichnungen von Walter Kempowskis sind nun postum erschienen. Von Wolfram Schütte. Den vier von ihm edierten Tagebuchbänden folgt nun, herausgegeben von seinem Freund & Biografen Dirk Hempel, ein dicker Band mit “Aufzeichnungen” des Bautzen-Häftlings, Heideschulmeisters und Biographien-Sammlers Walter Kempowski, der 2007 gestorben ist. Die Aufzeichnungen stammen aus der „Vorzeit” des Schriftstellers, also aus den Jahren, als er noch ein literarischer Nobody war. Kempowski hat seine Tagebücher, die er seit seiner Haftentlassung aus dem DDR-Gefängnis im März 1956 in der Bundesrepublik von 1956Read More

Posted On Oktober 24, 2012By Die RedaktionIn Litmag

CULTurMAG, Ausgabe vom 24.10.2012

Liebes CULTurMAG-Publikum, herzlich willkommen zu einer umfangreichen und vielartig Doppelausgabe von LitMag und MusikMag. In der neuen „Lettre International“ klärt uns der Schriftsteller Heathcote Williams über die Kriegsverbrechen auf, die mit der aktuellen Generation der unbemannten Kriegsdrohnen begangen werden.  Wolfram Schütte macht sich Gedanken über diese neue Form des Soldaten als skrupellosen Global Player. Ben Moore ist Astrophysiker und lehrt als Professor in Zürich. In „Elefanten in All“ unternimmt er einen Superriesenslalom durch die Geschichte des Universums und allem, was dazugehört. Warum er sich dabei verfährt, erklärt Aleks Scholz. VorRead More

Posted On Oktober 24, 2012By Aleks ScholzIn Bücher, Litmag

Ben Moore: Elefanten im All – Unser Platz im Universum

Frustration durch Größenwahn – Ein Wunder. Ein echtes Wissenschaftsbuch in deutscher Sprache, das mehr als nur ein paar tausend Freaks verstehen können und das zudem nicht zuvor ein Bestseller auf Englisch war.* Auch noch geschrieben von einem richtigen Astrophysiker, dem Engländer Ben Moore, zurzeit Professor in Zürich. Und mit einem lustigen Titel. Im Prinzip ist „Elefanten im All“ ein Glücksfall. Umso bedauerlicher, dass das Buch nichts taugt. Von Aleks Scholz Das Konzept ist relativ einfach: Beschreibe die komplette Geschichte des Universums inklusive der Erforschung desselben, die Zukunft der Menschheit undRead More

Posted On Oktober 24, 2012By Michael ZellerIn Litmag, Zellers Seh-Reise

Michael Zellers Seh-Reise (16): Duane Hanson

1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne, 1 Jahr lang: Ab Juni erscheint bei CULTurMAG wöchentlich für ein Jahr Michael Zellers SEH-REISE in zweiundfünfzig Ausfahrten, ein „Tagebuch in Bildern”: Betrachtungen zu Kunst und Leben, von den ägyptischen Pharaonen über die griechisch-römische Antike und das Mittelalter bis in die unmittelbare Gegenwart. Heute: Duane Hanson: Frau mit Hund. (Alle Folgen hier). Sechzehnte Ausfahrt Frau fläzt sich auf Stuhl, liest einen Brief. Eingerollt zu Füßen schnarcht ihr weißer Pudel. Das ist alles. Eine alltägliche Szene, lebensecht inszeniert. Perfekter kann ein Abbild nicht sein. DieRead More

Posted On Oktober 24, 2012By Ulrich NollerIn Bücher, Litmag

Andrej Iwanov: Hanumans Reise nach Lolland

Eine Geschichte voller Pfeffer – Andrej Iwanovs „Hanumans Reise nach Lolland“ erzählt von den illegal in Europa lebenden Menschen auf eine bislang noch nicht gelesene Weise: bissig, böse, pointiert. Von Ulrich Noller Hanuman träumt eigentlich von Soho, New York. Amerika ist für einen indischen Illegalen in der dänischen Provinz natürlich aber viel zu weit weg. Deshalb träumt Hanuman nebenbei noch einen kleineren Traum, den von der Insel Lolland nämlich, dem „dänischen Ibiza“, wo das Leben so leicht sein soll wie die Frauen schön. Allerdings ist auch Lolland ewig entfernt, wennRead More
„Wir haben nichts davon gewusst“ – In der neuen „Lettre International“ klärt uns der Schriftsteller Heathcote Williams über die Kriegsverbrechen auf, die mit der aktuellen Generation der unbemannten Kriegsdrohnen begangen werden. Wolfram Schütte über einen Paradigmenwechsel in der technologisch-militärischen Kriegsführung. Schon des Öfteren habe ich die These gehört, wenn es zur Nazizeit bereits das Internet gegeben hätte, wäre das scheußlichste Massenverbrechen des 20. Jahrhunderts, der Holocaust, nicht möglich gewesen. Diese fortschrittseuphorische Ansicht, von der ich nicht weiß, ob ich ihr zuneigen sollte, will annoncieren, dass wir alle heute nicht wiederRead More