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Posted On Januar 16, 2013By Joe Paul KrollIn Bücher, Litmag

Lorenz Jäger: Signaturen des Schicksals

„Ein rechtes Auge blitzt“ Von Jürgen Habermas einst als „Rechtsaußen der Feuilleton-Redaktion [der FAZ]“ bezeichnet, in der Jungle World als jankertragender Reaktionär und Autor einer Kulturgeschichte des Hakenkreuzes veralbert, als Fürsprecher Martin Mosebachs aktenkundig – manchem mag das vielleicht als Empfehlung genügen. Doch auch, wer Lorenz Jäger damit vielmehr erledigt sieht, sollte sich diesen kleinen Essayband näher anschauen. Denn Lorenz Jäger ist als einer der geistreicheren Feuilletonisten deutscher Sprache immer für eine Überraschung gut. Von Joe Paul Kroll. Erledigt ist Lorenz Jäger anscheinend auch für seine einstigen „Kameraden“, seitdem erRead More

Posted On Januar 16, 2013By Christiane GeldmacherIn Bücher, Litmag

Annalena McAfee: Zeilenkrieg

Hauen und Stechen im Zeitungsmilieu – „Der Job bei Psst!, hatte auch seine Nachteile: es war eine Anstellung auf Zeit, sie war unterfordert und schlecht bezahlt.“ „Zeilenkrieg“ von Annalena McAfee ist ein Must-have für Journalisten und alle am Journalismus interessierten Leser: Es geht um öde, trockene, aber hochkarätige Leitartikel, um grauenhafte Reiseberichte über englische Seebäder und dämliche Ratings nach dämlichen Mustern. Auch wenn der Roman von McAfee manchmal ein bisschen zu brillant und zu namedroppig daher kommt, die Story ist pointensicher, hochamüsant – und natürlich auf deutsche Zeitungsimperien übertragbar. VonRead More

Posted On Januar 16, 2013By Kerstin CarlstedtIn Litmag, Porträts / Interviews

Im Video-Interview: Inka Parei

Rekonstruktion der Vergangenheit – Sie erinnern sich: Gastland auf der Frankfurter Buchmesse 2012 war Neuseeland. Daher hat das Goethe Institut in Wellington eine deutsche Autorin vorab nach Neuseeland eingeladen, um den Inselstaat fünf Wochen zu bereisen und darüber zu berichten. Die Wahl fiel auf Inka Parei. Die Bachmannpreisträgerin 2003 schrieb über ihren Trip einen Blog, der ebenso so lesenswert ist, wie ihre Romane. Im „Interview Lounge“-Gespräch erzählt Parei allerdings weniger über ihre Reise ins „Hobbit-Land“, sondern über die DDR der 1980er Jahre, die sie selbst vorwiegend aus Erzählungen kennt, undRead More

Posted On Januar 16, 2013By Stella SinatraIn Litmag, Stella Sinatras URknall

Stella Sinatras URknall

Bleicher Twitter 1 bild / 100 worte „Reparaturen im LHC-Tunnel“ – angefordert sind die sieben Zwerge, Dauer der Wartung: zirka 20 Monate. Die Aufmerksamkeit von Presse und Öffentlichkeit richtet sich derweil auf Schneewittchen und den Prinzen, dieses kosmische Sternenpaar, das im Juli mit einem kleinen Babystern niederkommen soll – wir dagegen steigen in den Keller zu den Zwergen, in die Jahre gekommene Männer, weiterhin alleinstehend und emsig dabei, Hochstromverbindungen zwischen Magneten zu prüfen, hei ho, hei ho, Lötverbindungen mit Klammern zu versehen, dann Mittag, die mitgebrachten Brote verzehren, und untermRead More

Posted On Januar 16, 2013By Carl Wilhelm MackeIn Litmag, LitMag-Lyrik

LitMag-Weltlyrik: Dagmar Nick

Früher Früher liebten wir uns über dem Abgrund, wo anderntags der Orientexpress von der Brücke sprengte; die Wüsten Arabiens durchrasten wir ohne Kompass und kamen doch auf den erkorenen Gipfel, betraten die Arche, die keine Planken mehr hatte, und kreuzten damit übers Meer; bei der Ankunft im Hafen der Albatrosse steckte der Frühling uns an, und wir phosphoreszierten mit den Hinterleibern der Leuchtkäfer um die Wette; eine einzige steingemeißelte Quetzalfeder genügte uns, abzuheben von dieser Welt. Früher liebten wir uns. Die 1926 in Breslau geborene Dagmar Nick gehört heute zuRead More
Gruppe 47: Lesezirkel, Debattierklub, Kontaktbörse, Marktplatz – Plötzlich tauchen sie doch auf, die angeblich nicht existierenden Tagebücher von Hans Werner Richter: Der legendäre Gründer der Gruppe 47 liefert in „Mittendrin“ eine bestechende Bestandsaufnahme einer turbulenten Nachkriegsepoche nebst diffizilen, intriganten Beziehungsgeflechten. Von Peter Münder War die Gruppe 47 Club, Clique oder Consortium? Vielleicht auch eine Art Freimauerer-Geheimbund? So rätselt Fritz J. Raddatz, der ja mehrmals als Gast-Kritiker (und Talent-Spotter) zu den Lesungen eingeladen war, in seinen faszinierenden „Unruhestifter“-Erinnerungen (CM-Rezension). Da es keinen ästhetischen Kanon gab, keine literarischen Richtlinien, weder Kassenwart nochRead More

Posted On Januar 9, 2013By Henrike HeilandIn Film/Fernsehen, Litmag

Filmkritik: Anna Karenina (2012)

Schön schön schön. – Henrike Heiland über die Literaturverfilmung „Anna Karenina“. Werfen wir gleich zu Beginn mit Namen um uns: Regie: Joe Wright („Stolz und Vorurteil“, „Abbitte“, „Der Solist“). Kamera: Seamus McGarvey („The Hours“, “Abbitte, „Der Solist“). Musik: Dario Marianelli („Stolz und Vorurteil“, „Abbitte“, „Der Solist“). Hauptdarstellerin: Keira Knightley („Stolz und Vorurteil“, „Abbitte“, „London Boulevard“), und die anderen Schauspieler kennen sich und das Team bestimmt auch schon von früher. Das Drehbuch schrieb Tom Stoppard (den kennt man als Dramatiker, definitiv aber als Drehbuchautor von „Shakespeare in Love“). Da kann manRead More
Reviewing the Reviews – Wissenschaftliche Zeitschriften leben von und streben nach Renommee. Sie kosten pro Abonnement nicht eben wenig und adressieren die verschiedensten Scientific Communities. journaille. der zeitschriftencheck schaut sich solche Publikationen mal genauer an. Und erklärt kurz, warum: Die in „Journals“, „Reviews“, Vierteljahresschriften oder Jahrbuchreihen veröffentlichten Impulse und losgetretenen Debatten müssen Qualitätsstandards entsprechen, für die idealerweise zwei Institutionen zugleich bürgen (und sonst keine): die Herausgeber/innen und das Fachpublikum. Die Editors entscheiden darüber, was publiziert werden soll – und was nicht. Das Publikum ist Indikator von Relevanz und Wichtigkeit. EsRead More
Schimmelreiter und Entwicklungspolitik – Die „Acta Germanica“ aus dem südlichen Afrika wagt den Spagat zwischen Anspruchsgermanistik und deutschphilologischen Area Studies. Bruno Arich-Gerz stellt das Jahrbuch in unserer neuen Rubrik „journaille. der zeitschriftencheck“ vor. Seit 1966 gibt es die „Acta Germanica“, das Jahrbuch des Germanistenverbandes im Südlichen Afrika (SAGV). Nach ein paar Doppeljahrgängen zwischendrin erschienen inzwischen vierzig Ausgaben der von Karl Tober begründeten und aktuell von Carlotta von Maltzan (Stellenbosch) in Zusammenarbeit mit südafrikanischen Kolleginnen und unterstützt von einem (inter)nationalen Beirat herausgegebenen Zeitschrift. Ein Journal mit vorzeigbarem Ranking und entsprechendem Impact-Read More
Amüsante Kammerdiener-Suada – Gabriel Josipovici hat mit „Unendlichkeit“ einen veritablen Künstler-Roman geschrieben. Von Wolfram Schütte Der 1940 in Nizza geborene Gabriel Josipovici ist in England aufgewachsen & so dem Holocaust entkommen. Er lebt heute als freier Schriftsteller in Lewes (Sussex). Zuvor hat er an der dortigen Universität gelehrt & ist vor allem als Literaturkritiker & -theoretiker in Großbritannien bekannt geworden. Seine avantgardistische erzählerische Prosa werde „auf dem Kontinent“ mehr beachtet & geschätzt als auf den Britischen Inseln, sagt er. Soweit ich es als deutscher Leser überblicke, ist der Romancier JosipoviciRead More

Posted On Januar 9, 2013By Michael ZellerIn Litmag, Zellers Seh-Reise

Michael Zellers Seh-Reise (24): Wilhelm Leibl

1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne, 1 Jahr lang: Ab Juni erscheint bei CULTurMAG wöchentlich für ein Jahr Michael Zellers SEH-REISE in zweiundfünfzig Ausfahrten, ein „Tagebuch in Bildern”: Betrachtungen zu Kunst und Leben, von den ägyptischen Pharaonen über die griechisch-römische Antike und das Mittelalter bis in die unmittelbare Gegenwart. Heute: Wilhelm Leibl: „Frauen in der Kirche”. (Alle Folgen hier). Vierundzwanzigste Ausfahrt Die letzten zehn Tage habe ich mit Freunden in den Alpen verbracht, unter der Wand des Wettersteins. Derweil beteten in meiner Küche in Wuppertal drei bayerische „Frauen in derRead More

Posted On Januar 9, 2013By Tina ManskeIn Bücher, Litmag

Ronald M. Schernikau: so schön

Ein sanfter Beobachter – Ronald M. Schernikau ist bei der breiten Masse bekannt geworden durch die 2009 erschienene Biografie seines Freundes Matthias Frings namens „Der letzte Kommunist“, denn Schernikau war einer der letzten Republikflüchtlinge, allerdings in umgekehrter Richtung. 1989 machte er vom Westen in den Osten „rüber“ und wurde Staatsbürger der DDR. Mit der Wiederveröffentlichung von „und als der prinz mit dem kutscher tanzte, waren sie so schön, daß der ganze hof in ohnmacht fiel“ (so der ungekürzte Titel), der bereits Teil von Schernikaus Werk „legende“ war, übernimmt der VerbrecherRead More

Posted On Januar 9, 2013By Joern BorgesIn Bücher, Litmag

Bas Böttcher: Vorübergehende Schönheit

Bas Böttchers Vielseitingitis – Als Mitbegründer der deutschsprachigen Poetry-Slam-Szene ist Bas Böttcher seit Anfang der 90er-Jahre eine feste Größe in der Literaturszene. Nicht nur live präsentiert sich der Meister des Sprachwitzes dabei in Topform, wie die nun erschienene erste umfassende Sammlung seiner Sprechtexte beweist. Von Jörn Borges Sein neuer Band „Vorübergehende Schönheit“ ist jedoch mehr als nur schmissiges Sprachspiel. Es geht um die Schönheit des Augenblicks: „Für die vorübergehende Schönheit, die anhaltende Zeit sie passiert dir, sie passiert dich im Vorbeigehen ein Blitzen, das bleibt.“ Es geht um das LaufenRead More

Posted On Januar 9, 2013By Thomas WoertcheIn Film/Fernsehen, Litmag

TV-Tipp: „The Art of Spain“ (BBC World News)

Kulturhistorische Verbeugung – Am 12. Januar startet auf BBC World News eine wunderbare 3-teilige Dokumentation mit dem Titel „The Art of Spain“ – eine kulturhistorische Verbeugung vor einem Land, das im Moment gerade aus Gründen von Gier und Klassenkampf von oben abgewickelt wird. Im coolen BBC-Stil gehalten … „In Spanien wurden die großen Kämpfe der zivilisierten Welt ausgetragen: Moslems gegen Christen, Katholiken gegen Protestanten, Faschisten gegen Kommunisten. Kaum einer weiß, dass Spanien früher einmal Al-Andalus war, der größte und aufgeklärteste arabisch-islamische Staat auf europäischem Boden. In diesem erstaunlichen Land undRead More
Jan2013
Das monatliche Preisrätsel - entwirren Sie eine Wintergeschichte und gewinnen Sie einen Buchpreis!Read More

Posted On Januar 9, 2013By Carl Wilhelm MackeIn Litmag, LitMag-Lyrik

LitMag-Weltlyrik: Evelyn Schlag

In die Ferne Ich sah dich in dein Handy reden mit kleinen Verbeugungen und sofort fiel mir der Vater eines lieben Freundes ein – Forstverwalter im Dienst des Baron Rothschildschen Urwalds der von seinem Stuhl aufsprang und im Stehen telefonierte wenn die Herrschaft anrief und an den Stellen die ein Jawoll erforderten sich verbeugte verbeugte verbeugte die gegenüberliegende Wand des Büros hinab- und hinaufmalend mit seinem Blick. Und immer hingen die Trophäen noch an derselben Stelle. Wurden nicht aus ihren Haken gehoben die bleichen Tierschädel und ihr Gestäng. Ich sahRead More

Posted On Januar 9, 2013By Stella SinatraIn Litmag, Stella Sinatras URknall

Stella Sinatras URknall

Keiner da. 1 bild / 100 worte In Gedanken bei dem Bettler, der in Attars Apotheke kam und als Beleg dafür, dass er ganz und gar bedürfnislos lebe, sich hinlegte und auf der Stelle starb. In Gedanken bei Photonen, die gleichzeitig Welle und Partikel sind und in dieser Dualität den Schatten gleichen, die Platon an die Wand der Höhle spielt. In Gedanken bei der Idee des Eigentlichen, das unser Kopf nicht ermessen kann. In Gedanken bei den Gefangenen in der Höhle. Hilfe. Hilfe. – Das Wort, das am Anfang stand.Read More
Die Lachnummer des Kanzlerkandidaten – Von Wolfram Schütte. Der unglückselige Kanzlerkandidat der SPD hat in seiner Nominiertenrede für sich „Beinfreiheit“ von der Partei verlangt, obwohl er es sich selbst zuschreiben hat, dass er sogleich „einen Fehlstart“ hingelegt hat, als die so genannten „Nebeneinkünfte“ des Redners Steinbrück öffentlich aufs Tapet kamen (womit er hätte rechnen müssen). Seine „Beinfreiheit“ hat er nun aber sofort genutzt, um sich sowohl selbst ein Bein zu stellen als auch darüber zu stolpern, so dass er nun nicht mehr auf die Beine kommen wird. Dabei hätte derRead More
James Joyce reloaded – Der (fast) komplette „Ulysses“ in einer Bühnenversion, dazu eine neue amerikanische Joyce-Biografie und eine große Ulysses-Ausgabe mit umfangreichem Apparat: 90 Jahre nach der Veröffentlichung des „Ulysses“ ist James Joyce wieder voll im Fokus der Kritiker und Literaturwissenschaftler. Das merkt man bei einem Dublin-Besuch natürlich auch. Von Peter Münder. Um die Bronzestatue an der O´Connell Street, die den Ulysses-Verfasser mit Spazierstock und Hut zeigt, gruppieren sich einige Touristen, aber auch viele Dubliner zum gegenseitigen Ablichten; kleine im Straßenpflaster eingelassene Tafeln auf dem Lästrygonen-Weg des achten Kapitels markierenRead More

Posted On Dezember 19, 2012By Brigitte HelblingIn Allgemein, Comic, Litmag

Christophe Blain, Abel Lanzac: Quai d’Orsay

WAMM macht die Tür – Ein französischer Comic-Zeichner trifft bei einer Veranstaltung einen Mann, der jahrelang im französischen Außenministerium tätig war. Man kommt ins Gespräch, man beschließt, gemeinsam einen Comic zu machen. Das zweibändige Ergebnis, „Quai d’Orsay“, hat sich in Frankreich über 250’000 Mal verkauft. Vor einigen Monaten ist es im Reprodukt Verlag  mit dem deutschen Untertitel: „Hinter den Kulissen der Macht“ erschienen. (Autobiographischer) Comic as usual? fragt Brigitte Helbling Keineswegs. „Quai d’Orsay“ ist ein kleines Comic-Wunder. Ich gebe zu, ich war darauf eingestellt, mich zu langweilen. Nichts gegen dasRead More
Aleks Scholz ist Autor und Astronom. In seiner Kolumne „Lichtjahre später“ erklärt er uns regelmäßig alles, was wir wissen müssen: über Zeit und Raum, Sterne und Planeten, enorme Entfernungen, riesige Größen – und all die anderen rätselhaften Dinge, die es bei der Beschäftigung mit dem Weltraum zu entdecken gibt. Heute: Wozu brauchen wir das Kälteschwein? Menschen haben immer an den Himmel gesehen, aus Gründen, die sich flexibel den Anforderungen der jeweiligen Zeit anpassten. Die einen benutzten Sonne, Mond und Sterne zum Navigieren über den Ozean. Sie stellten sich „Häuser“ amRead More
Sachertorte im Benedikt oder alles unter einen Hut gebracht – Ein Doppelporträt des Verlegers und Schriftstellers Martin Kolozs. Von Senta Wagner Einmal Sachertorte, bitte! Das Treffen mit Martin Kolozs im Caféhaus Benedikt in Wien Ende 2012 ist quasi ein Treffen mit zweimal dem gleichen Herrn. Verleger verlegen Bücher, schreiben sie aber eher selten selbst. Der 34-Jährige macht genau das seit vielen Jahren: Er ist Verleger und Schriftsteller (und Journalist und mehr) und beides bringt er, so macht er den Eindruck, mühelos unter einen Hut. Das eine ist ihm so liebRead More

Posted On Dezember 19, 2012By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Serhij Zhadan: Die Erfindung des Jazz im Donbass

Ein Roman wie ein Hefeteig Serhij Zhadan ist neben Juri Andruchowitsch einer der profiliertesten jungen Autoren in der Ukraine. Der 1974 in Starobilsk geborene Autor fängt in seinen Gedichten, Erzählungen und Romanen das Lebensgefühl einer sich im Übergang zwischen bürokratischem Sozialismus und entfesseltem Kapitalismus befindlichen Gesellschaft ein und zeigt ein Land, in dem sich die Einflüsse von West und Ost kreuzen, vermischen und beharken. Von Karsten Herrmann Im Zentrum von Zhadans neuem Roman „Die Erfindung des Jazz im Donbass“ steht der junge Hermann, der als PR-Referent einer Partei in CharkiwRead More

Posted On Dezember 19, 2012By Christina MohrIn Bücher, Kunst, Litmag

Sammelbesprechung: Neue Bücher zu Kunst und Mode

Vier neue Bücher zu Kunst und Mode, besprochen von Christina Mohr. Fehler is King „Fehler is King“, heißt es bei Knarf Rellöm Trinity und meint, dass aus Perfektionismus keine Kunst, sondern Langeweile entsteht. Und was Knarf für Popmusik statuiert, kann auch auf die Bildende Kunst übertragen werden: perfekte Kunstwerke sind schön, aber auch tendenziell uninteressant. Spannung entsteht durch Reibung – respektive Fehler, Ungereimtheiten, einem zu lang gemalten Hals oder unmögliche Perspektiven. Der Kunsthistoriker Thomas R. Hoffmann hat in dem Band „Das sieht doch keine Sau…“ Kunstwerke aus verschiedenen Epochen zusammengetragen,Read More

Posted On Dezember 19, 2012By Gisela TrahmsIn Bücher, Litmag

Lyrikkalender: Fliegende Wörter 2013

Jede Woche Licht – All dein Glück wie nie gewesen, die Tage kurz und nebelschwer, Ich spreiz die schmalen Hände weit Und fass das Paradies. Was soll denn das sein? Ein Gedicht? Nein. Was dann? Fliegende Wörter. ? Ein synergetisches Versmeeting. ? Ein Treffen illustrer Geister. ? Na, rate doch mal, von wem ist die erste Zeile? Eichendorff. Später. Benn. Fast. Der von „Die schönsten Verse der Menschen … sind die Gottfried Bennschen“? Genau. Wie hieß der noch mal? Wohnte in Hamburg. Ah ja. Und die beiden letzten Verse? EineRead More
Ein Wunder-Werk Der literarische Opernbegleiter zur „Zauberflöte“, vorgestellt von Wolfram Schütte. Eine Kindheit oder Jugend, in der Bekanntschaft mit „Der Zauberflöte“ gemacht worden war, kann nicht ganz unglücklich gewesen sein. Mozarts vorletzte Oper dürfte – trotz des grandiosen, dramatischeren „Don Giovanni“ – doch die „Oper aller Opern“ sein, weil sie die ganze ästhetische, intellektuelle & emotionale Spannweite des Genres umfasst & märchenhaft sowohl für Kinder wie Erwachsene beglückend & genießbar ist. Der Ägyptologe Jan Assmann, der jetzt einen hübschen Manesse-Band als „Literarischen Opernbegleiter“ der „Zauberflöte“ herausgegeben hat, stellt das einzigartigeRead More